Frage von Philippus1990, 75

Wo stehen die Umfrageinstitute politisch?

Es gibt verschiedene Unternehmen, die Umfragen erstellen - darunter auch die sogenannte "Sonntagsfrage" ("Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?"). Ich frage mich nun: Wo stehen diese Institute jeweils politisch? Von Forsa ist ja bekannt, dass es als "Hausinstitut" der SPD gilt. Wie sieht es bei der Forschungsgruppe Wahlen, Infratest Dimap, Allensbach, Emnid und der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) aus?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Geraldianer, 36

Für die Institute ist es wichtig, möglichst genaue Vorhersagen zu treffen. Fehlurteile vor Wahlen sind, unabhängig von der beurteilten Partei, immer rufschädigend.

Das es keine erkennbaren Abhängigkeiten von Richtungen gibt, kann man hier deutlich nachvollziehen:

http://www.wahlumfragen.org/bundestagswahl/

Die erhobenen Rohdaten der Institute sind immer verfälscht. Weil eine zuverlässige Stichprobe nicht bezahlbar ist. Also hat jedes Institut geheime Rechenformeln, mit denen die erfragten Werte den tatsächlichen Verhältnissen angepasst werden. Was wiederum aus Erfahrungen aus der Vergangenheit beruht.

Herr Lucke hat ja mal ein Umfrageinstitut verklagen wollen, weil es angeblich bessere Rohdaten der Öffentlichkeit verschweigen wolle.

Das zeigt natürlich nur wieder, dass Herr Prof. Lucke keine Ahnung von empirischer Forschung hat. Natürlich werden die Rohdaten für die AfD nach oben umgerechnet. Sich zur AfD zu bekennen gilt als sozial nicht erwünscht. Also bekommt die AfD von den Instituten einen Zuschlag auf die erhobenen Daten.

Tatsächlich haben die Institute politische Richtungen. Dies betrifft aber eher die anderen Themen ihrer Umfragen.

Antwort
von Lennister, 38

Von Forsa ist ja bekannt, dass es als "Hausinstitut" der SPD gilt

Was nicht stimmt. Der Leiter des Forsa-Instituts, Manfred Güllner, ist zwar SPD-Mitglied. Er hat seine eigene Partei aber immer wieder kritisiert, dazu kommt noch, dass die SPD in den Umfragen von Forsa keine auffällig guten Werte erzielt. Auch bei anderen Parteien gibt es keine Auffälligkeiten.

Ansonsten: Auch die meisten anderen Institute haben keine bestimmte politische Position. Ausnahme: Das Institut für neue soziale Antworten, kurz INSA. Der Chef des Instituts, Hermann Binkert, war bis 2014 in der CDU, ist dann aber ausgetreten.

Seitdem hat er größere Mengen Geld von der AfD empfangen. Außerdem bewertet INSA die AfD teilweise auffällig besser, SPD und CDU auffällig schlechter als andere Institute. Z.B. die bisher zwei 19,5%-Umfragen für die SPD stammten beide von INSA.

Insofern kann man das INSA wohl als AfD-nah charakterisieren. Die anderen Institute haben kein Näheverhältnis zu einer bestimmten Partei. 

Kommentar von Philippus1990 ,

Also wenn ein SPD-Mitglied ein Umfrageinstitut betreibt, ist das unproblematisch. Wenn aber ein ehemaliges CDU-Mitglied ein Umfrageinstitut betreibt, das die AfD höher als andere Einrichtungen taxiert und damit bei Wahlen bisher Recht behalten hat, spricht das für eine Nähe zur AfD? Irgendwie unlogisch. Güllner dürfte für seine Vorträge vor der SPD-Spitze im Übrigen auch "größere Mengen Geld" erhalten haben.

Kommentar von Lennister ,

Bei den Forsa-Daten gibt es keine Auffälligkeiten, ganz einfach. Und Güllner hat zu seiner Partei ein sehr kritisches Verhältnis.

Kommentar von Philippus1990 ,

Ich habe die Umfragen über Monate verfolgt. Bei "Forsa" hat die AfD IMMER schlechter abgeschnitten als bei den anderen Instituten. Erst nachdem bei allen anderen Instituten höhere Werte ermittelt worden sind, ist auch "Forsa" jedes Mal nachgezogen. Bei INSA, das seine Zahlen über das Internet gewinnt, waren die Zahlen hingegen immer erstaunlich präzise, auch in Bezug auf die AfD. Das könnte auch daran liegen, dass manch einer über das anonymere Internet ehrlicher antwortet. Ein Umfrageinstitut wie "Forsa", dessen Chef selbst Politik macht, ist jedenfalls hochgradig unseriös.

Kommentar von willom ,



Bei INSA, das seine Zahlen über das Internet gewinnt, waren die Zahlen hingegen immer erstaunlich präzise, auch in Bezug auf die AfD.

Was interessantes zu INSA.......https://sciencefiles.org/2016/02/16/wahltheater-teil-i-die-fdp-hochrechnen/

Kommentar von vfboweh ,

Genau, die afd war sogar immer noch stärker als insa

Antwort
von voayager, 20

Sie sind nicht eindeutig politisch positioniert.

Antwort
von LoparkaLisa, 39

Musst einfach nur schauen wer was sagt und tut . Alles eine Linie . In Deutschland ist soweit ich mitbekommen habe die AfD die einzige Partei , welche eine andere Linie fährt, sonst sind die sich alle einig.

Kommentar von Crack ,

In Deutschland ist soweit ich mitbekommen habe die AfD die einzige Partei , welche eine andere Linie fährt, sonst sind die sich alle einig.

Liegt das an den "anderen" oder an der AfD?

Kommentar von LoparkaLisa ,

Irrelevant . Eine Linie, Zwei Linien. Alles andere kannst du drum herum fantasieren, wie es dir beliebt.

Kommentar von earnest ,

"Alle einig"?? 

Erzähl das mal der Linken ...

Du hast da wohl einiges nicht mitbekommen.

Kommentar von LoparkaLisa ,

Das Schauspiel ist nicht durchsichtig, da hast du recht.

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