Frage von PurpleRacoon, 80

Wo sind die Computerkenner-Frage zu Viren?

Hallo liebe Leute Ich hätte ein paar Fragen zu Viren, nur so aus Interesse. Und verurteilt mich nicht, denn ich habe wirklich (noch) keine Ahnung :D

Viren sind ja eine Datei, die im Hintergrung installiert wird, aber wie ist es dann möglich, dass diese was anrichtet? Es ist ja nur eine Datei... Und wer kreirt diese Viren? Grosse Firmen oder einzelne Hacker? Und wieso? Können Viren Fotos von meinem PC klauen? Und machen die das? Meine Fotos bringen denen ja nichts... Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Viren und dem, was Hacker machen (falls es einen gibt)? Funktionieren Antivirenprogramme überhaupt (Avira o.Ä.)? Erkennen diese Programme alle Viren? Und wann 'arbeiten' diese Viren? Immer? Oder dann, wenn ich den PC eingeschaltet habe, oder wenn ich online bin? Kann theoretisch hinter jedem möglichen Knopf auf einer Website ein Virus stehen? Und wenn es auf meinem Handy ein Virus hätte, könnten dann die immer sehen, was ich auf meinem Handy gerade mache? Und könnten die non-stop durch meine Kamera in mein Zimmer schauen?

Ich weiss, viele von euch Computerkennern werden sich bei der ein oder anderen Frage den Kopf auf den Tisch geschmettert haben :D aber ich wäre trotzdem super dankbar wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnte.

Liebe Grüsse PurpleRacoon

Antwort
von Parhalia, 20

Viren, Trojaner, Malware etc.pp sind kleine Programme, welche sich grundlegend in die Befehlsstruktur des Betriebssystems einklinken und grob betrachtet in Form eines Programmierungscodes einen Abzweig zu den Eingaben der Users versteckt anlegen.

Solche Programme können höchst unterschiedlich in ihrer Zielrichtung ausgelegt sein. Zu Beginn der PC-Ära war es meist eine Zerstörung von Daten oder Manipulation der Hardware-Einstellungen. Mit Verbreitung des Internets schaffte sich der Hacker dann z.B. heimlichen Zugriff auf das System via Web um es auszuspionieren.

 Sowas entwickelt sich seither stetig weiter, nur mit der grundlegenden Zielsetzung, entweder direkt an Geld zu kommen durch ausspionieren von Bank- & Zugangsdaten in online-Accounts ( dann wird entweder Dein Bankkonto geplündert, oder auf Deinen Namen online bestellt....Du siehst nur Rechnungen, aber keine Ware ) , 

oder auch durch Erpressung. ( Daten werden verschlüsselt und EVENTUELL nach Zahlung eines Lösegeldes erst wieder freigegeben ) . Wer dann wichtige Daten auf seinem Rechner hat ( auch Fotos ), der wird diese dann wegen der ungefragten Verschlüsselung nicht mehr aufrufen können.

Der dritte Hauptgrund kann in der Tat auch von staatlicher Ebene kommen. Hier geht es dann hauptsächlich um Spionage im Dateisystem und Mitschnitt von Usereingaben. Das steht dann aber im Zusammenhang mit behördlich entsprechend starken Verdachtsmomenten auf schwere Straftaten in Ausübung oder Vorbereitung.

Arbeiteten Hacker zu Beginn der PC-Ära meist rein auf Basis eines "Hobbys" individuell, so gibt es sowas zwar heute grundlegend auch noch, aber zunehmend untereinander vernetzt.

AV-Programme bieten zwar einen guten Basisschutz für simple und "nach Schema F" programmierte Schadsoftware , aber im Endeffekt hinken sie wirklichen "Neuentwicklungen" immer hinterher. Denn auch Hacker wissen, wie AV-Programme intern arbeiten. Somit ist es immer ein Wechsel der Strategien wie zwischen "Jäger & Gejagtem". 

Denn alles was der eine Mensch programmiert und entwickelt, das wird irgendwann ein anderer Mensch auch entschlüsseln und manipulieren können. Und so ist es auch nicht gänzlich auszuschliessen, dass auch manche eigentlich vertauenswürdige und gut überwachte Website mal zeitweise von Schadsoftware heimgesucht wird.

Antwort
von TeeTier, 19

Antivirenprogramme finden leider nur weniger als die Hälfte aller modernen Schädlinge. Im Schnitt ca. 35% bis 45% ... mehr nicht!

Die 99% aus den Tests der Computerzeitschriften sind pure Fantasie und kommen nur dadurch zu Stande, dass Millionen von uralten DOS-Viren mit getestet werden. Diese alten Dinger werden zwar erfolgreich erkannt, sind aber schon seit Jahren überhaupt nicht mehr auf modernen Betriebssystemen lauffähig.

Von den akuten Gefahren im Internet werden tatsächlich - wie Anfangs erwähnt - weniger als 50% erkannt. Das heißt, jeder zweite "Angriff" verläuft TROTZ aktuellem Antivirenprogramm erfolgreich.

Vor einiger Zeit haben sich die gängigen Antivirenhersteller zu dem Thema eine öffentliche Schlammschlacht geliefert, bei der am Ende alle großen Hersteller zugeben mussten, dass ihre eigenen Produkte eben nur weit unter 50% erkennen. Zur Erinnerung: Mit von der Partie waren GData, Avast, Bitdefender, Kaspersky, McAffee, Avira, und noch einige mehr.

Aus diesem Grunde werden Antivirenprogramme unter Fachleuten auch gerne als "Schlangenöl" bezeichnet: Die Wirkung ist nämlich teilweise sehr esotherisch und die Werbeversprechen kann man durchaus als "Betrugsversuche" bezeichnen. Eine Aussage wie "damit ist ihr PC rundum geschützt" ist eine glatte Lüge! Wenn ein Kondomhersteller so etwas behaupten würde, dessen Gummis bei mehr als jedem zweiten Mal garantiert reißen, wäre das Geschrei groß, oder? :)

Die Antivirenhersteller sind übrigens mit die größten Werbekunden der Computerzeitschriften und eine ganzseitige Werbeanzeige kostet eine ganze Stange Geld. Wer her also Kritik bei Chip oder gar ComputerBild sucht, wird kaum fündig werden. Eine Krähe hackt der anderen nämlich kein Auge aus.

Aus Sicht eines Softwareentwicklers ist eine Schadsoftware in erster Linie einfach "nur" ein stinknormales Programm. Mehr nicht. Dazu kommt noch, dass es eine Million Möglichkeiten gibt, die Funktionsweise und auch die Aktivitäten eines Programms zu verschleiern. Alleine deshalb ist es schon aus Prinzip UNMÖGLICH, dass ein Antivirenprogramm eine moderne Schadsoftware erkennen können wird.

Und solchen Kinderkram wie Heuristik oder Sandboxing kann man trivial einfach umgehen. Keine "vernünftige" Malware wird damit entdeckt werden können. Wie bereits mehrfach gesagt: Mehr als die Häflte wird NICHT erkannt werden! Das ist leider die Realität!

Leider bilden sich die meisten Computer-Kenner mit den besagten Fachzeitschriften weiter und erhalten dadurch ein völlig verzerrtes Bild. Wenn man in entsprechenden Quellen z. B. nach "Firewall-Bypass" sucht, wird man erschreckend detailliert fündig. Es ist für Schadsoftware leider sehr leicht möglich eine Firewall zu umgehen ... das glauben Leute natürlich nicht, deren Antivirenprogramm ein schickes Symbol mit der Nachricht "ihre Internetverbindung ist gesichert" anzeigt.

Das ist dann genauso eine Bauernfängerei wie mit dem "rundum geschützten PC". Da kann man nur den Kopf schütteln. Aber solange sich die Leute von den Antivirenherstellern veräppeln lassen, gibt es für solch ein Napping natürlich auch noch genügend Kunden.

Vor allem fühlen sich die Leute ja wirklich sicher und geschützt, wenn sie ihnen das ein Tray-Icon der Antivirensoftware ihres Vertrauens versichert, und verhalten sich gerade DESHALB unvorsichtig und klicken alles an. Aus diesem Grunde halte ich Antivirensoftware gerade für unerfahrene Benutzer als SEHR gefährlich.

Fazit: Die Fakten liegen auf dem Tisch. Alle großen Hersteller sagen selbst, dass ihre Software weniger als die Hälfte erkennt. Da in Computerzeitschriften aber immer Werte jenseits der 90% erreicht werden, muss man hier bewusste Täuschung unterstellen. Mich wundert, warum dagegen noch niemand geklagt hat, oder wenigstens die Verbraucherzentrale darauf angsetzt hat.

Auf jeden Fall ersetzt ein Antivirenprogramm nicht die "gesunde Vorsicht". Dessen sollte man sich IMMER bewusst sein.

PS: Wer sich wirklich schützen will, nimmt zum Surfen im Internet "Sandboxie" oder eine ähnliche Software. Denn im Gegensatz zu den falschen Versprechen der Antivirenhersteller ist man damit tatsächlich 99,99% (oder gar noch deutlich mehr) geschützt.

Bisher sind nämlich keine funktionierenden Angriffe dagegen in der Praxis bekannt geworden, und anstatt mindestens 55% bei einer gängigen Antivirensoftware, kommen dann nämlich tatsächlich glatte 0% aller Angriffe durch. Also GAR keine. Davon können Kaspersky & Co nur träumen.

Leuten, die sich alles Mögliche runter laden, und ohne nachzudenken auf alle EXE-Dateien klicken, ist damit natürlich auch nicht zu helfen. Ein wenig Verstand sollte man schon voraussetzen. :)

Allein schon die Installation eines guten Werbeblockers dürfte den aller größten Teil alle Drive-By-Angriffe verhindern.

PPS: In der jüngeren Vergangenheit sind Antivirenprogramme wiederholt ständig dadurch aufgefallen, dass sie das System massiv schwächen und z. B. Windows-eigene Schutzfunktionen komplett deaktivieren, um selbst funktionieren zu können. Das öffnet aber auf der anderen Seite das ganze System für unbekannte Malware (also wie gesagt den größten Teil) und erlaubt erst dadurch einen "erfolgreichen" Befall.

Das war nur ein einziges Beispiel! Es gibt keinen einzigen Antivirenhersteller, dessen Software es einem Schadprogramm nicht erst ermöglichte, tief ins System eindringen zu können. Man muss leider sagen, dass man in so einem Falle völlig ohne Antivirensoftware deutlich besser "geschützt" wäre.

Antivirensoftware halte ich seit jeher für einen der größten Betrugsskandale im PC Bereich. Das, was die Hersteller da versprechen ist illusorisch und nicht mal ansatzweise einhaltbar!

PPPS: Um noch einige deiner Fragen zu beantworten ...

  • "Viren" in dem Sinne gibt es heute gar nicht mehr. Dieser Begriff wird zwar noch häufig benutzt, aber es gibt heutzutage nur noch fast ausschließlich Trojaner. Wo der Unterschied genau liegt, erklärt dir sicher jemand anderes ... oder du guckst bei Wikipedia nach. :)
  • Schadsoftware programmieren entweder Leute, die sich für Computer interessieren, und "auch mal eine Schadsoftware" entwickeln wollen oder Kriminelle, die das "hauptberuflich" machen um z. B. mit Verschlüsselungstrojanern Geld zu erpressen. Große Unternehmen machen so etwas (zumindest offiziell) nicht, aber immer hin kleinere Unternehmen, die ihre Ergüsse dann z. B. an Staaten oder Geheimdienste verkaufen. Die meisten Trojaner dürften aber mit Hilfe von sog. "Baukastensystemen" zusammen geklickt worden sein, und zwar von Leuten, denen selbst die Fachkenntnis fehlt, um so etwas eigenständig zu programmieren (z. B. Skript-Kiddies).
  • Wie erwähnt, ist ein "Virus" ein ganz normales Programm und es kann deshalb alles tun was es möchte. Es kann pausenlos im Hintergrund arbeiten, oder durch ein Ereignis ausgelöst kurz gestartet werden, und sich sofort danach wieder beenden. Was eine Schadsoftware jetzt genau tut, hängt davon ab, wie sie programmiert wurde. Theoretisch kann das ALLES sein. Die gängigsten Funktionen sind aber das rauf und runter laden von Dateien, die nachträgliche Installation von weiteren Programm-Modulen, das Anfertigen von Screenshots, usw.

So, das wars ... schönen Abend noch! ;)

Antwort
von stielaugen, 21

Zudem sollte man sich die Frage stellen, ob man (wie bei Windows standardmäßig üblich) man als Administrator mit vollen Rechten arbeitet und damit JEDER Schadsoftware Tore und Türen öffnet.
Einen zusätzlichen Benutzer ohne Adminrechte einzurichten ist wesentlich sinnvoller, wenn auch kein 100% Schutz.

Antwort
von Tommkill1981, 26

Es gibt einen Boot Virus, File Virus, Makro Viren, Skriptviren, Trojaner und Würmer...Alle sind unterschiedlich und handeln anders...

Viele wollen nur an die Daten vom Onlinebanking ran, oder Kreditkartennummern....

Antwort
von AnonyJS, 20

Ein Computervirus ist ein Computerprogramm, welches sich in andere Programme einschleust und sich damit reproduziert. Viren können etwas an der Hardware ändern, die Leistung verschlechtern, Schaden anrichten und vieles mehr. Der Ausdruck Computervirus wird auch umgangssprachlich für Trojaner und Würmer benutzt.

Eine Datei hat immer eine bestimmte Funktion, eine Datei kann ein Antivirenprogramm starten, oder auch schließen. Das Schließen des Schutzprogrammes könnte man als schlecht ansehen.

Computerviren kreieren verschiedene Leute, manche wollen wirklich etwas tun bzw. haben ein Ziel. Andere wollen vielleicht bei den Freunden prahlen oder manche machen es aus Spaß. Ich schätze das Spektrum ist riesig.

Mithilfe von Programmen könnte man sämtliche Tastatureinschläge aufzeichnen und die vom Wirt an den Ersteller schicken. Das nennt man dann Keylogger, aber verschiedene Programme werden so bezeichnet.

Wenn ein Virus auf Deinem System wäre, würde dieser Virus Schaden anrichten wollen.

Hacken kann man nicht genau definieren, man kann lernen einen Virus zu schreiben/programmieren, Hacken wiederum erfordert sehr viel Erfahrung und Wissen. Ein Hacker könnte vielleicht das Ziel haben das Administrator Passwort von irgendeiner Seite herauszufinden, der Hacker arbeitet dann selbstständig, meist ohne die Hilfe von Viren und wenn von Programmen, dann Würmer oder Trojaner.

Antivirenprogramme nutzen schon sehr viel, es würd dringend empfohlen sich eines zu installieren. Aber ein neu geschriebener Virus, der wieder anders funktioniert, hat große Chancen gegen ein Antivirenprogramm (insofern der gut ist).

Die Viren arbeiten nur, wenn Du Deinen Computer angeschaltet hast. Änderungen am System bleiben aber immer beibehalten, wenn man nichts dagegen tut.

Auf jeder Website könnte schon ein Virus sein, es empfiehlt sich nur seriöse Websiten anzuklicken, die als ungefährlich eingestuft sind.

Das Ding auf dem Handy, was Du meinst ist ein Trojaner. Manche Trojaner können sogar den ganzen PC unter Kontrolle nehmen, der Ersteller könnte z.B die Maus steuern, durch die Webcam Dich sehen, den PC beliebig an und ausschalten.  

Antwort
von gonzo1233, 13

Ein Bekannter sendet seinen Freunden hie und da Mails mit einer normalen PDF-Datei. Wird die Datei mit einem Windowsrechner geöffnet, kann er aus der Ferne deren Dateibestände unbemerkt sichten und Daten in beide Richtungen kopieren. Möglich macht das Metasploit aus dem Ubuntu Repository. Das funktioniert nur unter dem unsicheren (laut Microsoft) Windows.

Wer seinen Rechner sicher betreiben möchte, sollte sich ein Betriebssystem installieren, das das kann - mit Windows ist das unmöglich.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt Debian Linux, das nutzt auch unsere Bundesregierung für Verschlusssachen; Windows ist dafür nicht zertifiziert und wird es auch niemals werden. 

Linux (Debian, Mint und/oder Ubuntu) ist rasch neben Win kostenfrei installiert - so ist beides abwechselnd nutzbar. Die Ausstattung von Linux ist hervorragend. 

Laut Stiftung Warentest werden die Signaturen für neue Windows-Schädlinge im Schnitt nach 11 Tagen verteilt., für Linux sind laut dem BSI keine funktionierende Schädlinge erhältlich.

Antwort
von rudelmoinmoin, 21

solche Virenschutzprogramme gibt es in Massen, da solltest du dich Schlau machen, z.b. Computerbild.de, CHIP.de, usw, wer da die meisten * hat, die gut sind

Antwort
von Genpc, 23

Ein Antivirenprogramm erkennt nur die Viren die es kennt. Kennt es einen Virus nicht, erkennt es den auch nicht ;) 

Antwort
von Ichbinda100, 8

Arbeitsweise

Wie sein biologisches Vorbild benutzt ein Computervirus die Ressourcen seines Wirtcomputers und schadet ihm dabei häufig. Auch vermehrt es sich meist unkontrolliert. Durch vom Virenautor eingebaute Schadfunktionen oder durch Fehler im Virus kann das Virus das Wirtssystem oder dessen Programme auf verschiedene Weisen beeinträchtigen, von harmloseren Störungen oder Datenverlust bis zu Hardwareschäden.

Viren sind oft in einem Wirtsprogramm eingebettet. Wird dieses Wirtsprogramm aufgerufen, wird das Virus ausgeführt, und kann sich weiter verbreiten.

Heutzutage sind Computerviren fast vollständig von Würmern verdrängt worden, da fast jeder Rechner an das Internet oder lokale Netze angeschlossen ist und die aktive Verbreitungsstrategie der Würmer in kürzerer Zeit eine größere Verbreitung ermöglicht. Viren sind nur noch in neuen Nischen (siehe unten) von Bedeutung.

Unterschied zwischen Virus und Wurm

Computerviren und -Würmer verbreiten sich beide auf Rechnersystemen, jedoch basieren sie zum Teil auf vollkommen verschiedenen Konzepten und Techniken.

Ein Virus verbreitet sich, indem es sich selbst in noch nicht infizierte Dateien kopiert und diese so anpasst, dass das Virus mit ausgeführt wird, wenn das Wirtsprogramm gestartet wird. Zu den infizierbaren Dateien zählen normale Programmdateien, Programmbibliotheken, Skripte, Dokumente mit Makros oder anderen ausführbaren Inhalten sowie Bootsektoren (auch wenn letztere normalerweise vom Betriebssystem nicht als Datei repräsentiert werden).

Die Verbreitung auf neue Systeme erfolgt durch Kopieren einer infizierten Wirtsdatei auf das neue System durch einen Anwender. Dabei ist es unerheblich, auf welchem Weg diese Wirtsdatei kopiert wird: Früher waren die Hauptverbreitungswege Wechselmedien wie Disketten, heute sind es Rechnernetze (zum Beispiel via E-Mail zugesandt, von FTP-Servern, Web-Servern oder aus Tauschbörsen heruntergeladen). Es existieren auch Viren, die Dateien in freigegebenen Ordnern in lokalen Netzwerken infizieren, wenn sie entsprechende Rechte besitzen.

Im Gegensatz zu Viren warten Würmer nicht passiv darauf, von einem Anwender auf einem neuen System verbreitet zu werden, sondern versuchen, aktiv in neue Systeme einzudringen. Sie nutzen dazu Sicherheitsprobleme auf dem Zielsystem aus, wie zum Beispiel:

Netzwerkdienste, die Standardpasswörter oder gar kein Passwort benutzen,Design- und Programmierfehler in Netzwerkdiensten,Design- und Programmierfehler in Anwenderprogrammen, die Netzwerkdienste benutzen (zum Beispiel E-Mail-Clients).

Ein Wurm kann sich dann wie ein Virus in eine andere Programmdatei einfügen; meistens versucht er sich jedoch nur an einer unauffälligen Stelle im System mit einem unauffälligen Namen zu verbergen und verändert das Zielsystem so, dass beim Systemstart der Wurm aufgerufen wird (wie etwa die Autostart-Funktion in Microsoft-Windows-Systemen).

In der Umgangssprache werden Computerwürmer wie „I Love You“ oft als Viren bezeichnet, da der Unterschied für Anwender oft nicht ersichtlich ist.

Gefährdungsgrad unterschiedlicher Betriebssysteme

Das verwendete Betriebssystem hat großen Einfluss darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Virusinfektion ist oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine systemweite Infektion ist. Grundsätzlich sind alle Betriebssysteme anfällig, die einem Programm erlauben, eine andere Datei zu manipulieren. Ob Sicherheitssysteme wie beispielsweise Benutzerrechtesysteme vorhanden sind und verwendet werden, beeinflusst, inwieweit sich ein Virus auf einem System ausbreiten kann.

Betriebssysteme ohne jegliche Rechtesysteme wie etwa MS-DOS, auf MS-DOS basierende Microsoft Windows- oder Amiga-Systeme sind die anfälligsten Systeme. Wenn der Benutzer ausschließlich als Administrator arbeitet und somit das Rechtesystem des Betriebssystems nicht eingreifen kann, sind jedoch auch neuere Microsoft Windows NT-, Unix- und Unix-ähnliche Systeme wie Linux und Mac OS X genauso anfällig.

Besonders bei Windows NT und darauf basierenden Systemen wie Windows 2000 oder XP besteht das Problem, dass zwar ein gutes Benutzerrechtesystem vorhanden ist, dieses aber in der Standardeinstellung nicht verwendet wird, um die Rechte des Anwenders einzuschränken. Ein Grund dafür ist, dass nach der Installation von einigen Windows-Versionen die automatisch eingerichteten Benutzerkonten Administratorenrechte besitzen. Anders jedoch ab Windows Vista, wo die Einrichtung eines Standardkontos nicht die vollen Administratorrechte hat, und mit Hilfe der Benutzerkontensteuerung (UAC) wird zudem das System geschützt. Die meisten Linux-Distributionen richten bei der Installation ein Nutzerkonto ohne administrative Rechte ein, so dass beim normalen Benutzen des Computers zunächst nur beschränkte Rechte zur Verfügung stehen und nur der spezielle Root-Account Administratorenrechte besitzt.

Wenn ein Anwender mit einem Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten arbeitet, kann ein Virus sich nur auf Dateien verbreiten, für die der Benutzer die entsprechenden Rechte zur Veränderung besitzt. Dieses bedeutet normalerweise, dass Systemdateien vom Virus nicht infiziert werden können, solange der Administrator oder mit Administratorrechten versehene Systemdienste nicht Dateien des infizierten Benutzers aufrufen. Eventuell auf dem gleichen System arbeitende Benutzer können meist ebenfalls nicht infiziert werden, solange sie nicht eine infizierte Datei des infizierten Benutzers ausführen oder die Rechte des infizierten Benutzers es erlauben, die Dateien von anderen Benutzern zu verändern.

Da Windows-Systeme heute die weiteste Verbreitung auf PCs haben, sind sie derzeit das Hauptziel von Virenautoren. Die Tatsache, dass sehr viele Windows-Anwender mit Konten arbeiten, die Administratorrechte haben, sowie die Unkenntnis von Sicherheitspraktiken bei der relativ hohen Zahl unerfahrener Privatanwender macht Windows-Systeme noch lohnender als Ziel von Virenautoren.

Während für Windows-Systeme über hunderttausende Viren bekannt sind, liegt die Zahl der bekannten Viren für Linux und das klassische Mac OS deutlich niedriger. In „freier Wildbahn“ werden allerdings weitaus weniger verschiedene Viren beobachtet, als theoretisch bekannt sind. Das erste Virus für Apples Mac-OS-X-Betriebssystem wurde am 13. Februar 2006 im Forum einer US-amerikanischen Gerüchteseite veröffentlicht. Bis dahin galt das Betriebssystem der Macintosh-Computer als gänzlich von Viren und Würmern unbelastet. Der Hersteller von Windows-Antivirenprogrammen Sophos stellt in seinem Security Report 2006 öffentlich fest, dass Mac OS X sicherer sei als Windows.[1]

Bei Unix- und Linux-Systemen sorgen ebenfalls die hohen Sicherheitsstandards und die geringe Verbreitung dieser Systeme bei Endanwendern dafür, dass sie für Virenautoren momentan kein lohnendes Ziel darstellen und Viren „in freier Wildbahn“ praktisch nicht vorkommen. Anders sieht es bei Computerwürmern aus. Unix- bzw. Linux-Systeme sind wegen der hohen Marktanteile bei Internet-Servern mittlerweile ein häufiges Ziel von Wurmautoren.

Allgemeine Prävention

Allgemeine Prävention für sämtliche Betriebssysteme

Anwender sollten niemals unbekannte Dateien oder Programme aus unsicherer Quelle ausführen und generell beim Öffnen von Dateien Vorsicht walten lassen. Das gilt insbesondere für Dateien, die per E-Mail empfangen wurden. Solche Dateien – auch harmlos erscheinende Dokumente wie Bilder oder PDF-Dokumente – können durch Sicherheitslücken in den damit verknüpften Anwendungen auf verschiedene Weise Schadprogramme aktivieren. Daher ist deren Überprüfung mit einem aktuellen Antivirenprogramm zu empfehlen.

Betriebssystem und Anwendungen sollten regelmäßig aktualisiert werden und vom Hersteller bereitgestellte Service Packs und Patches/Hotfixes eingespielt werden. Dabei ist zu beachten, dass es einige Zeit dauern kann, bis Patches bereitgestellt werden.[2] Einige Betriebssysteme vereinfachen diese Prozedur, indem sie das automatische Herunterladen und Installieren vonAktualisierungen unterstützen. Manche unterstützen sogar das gezielte Herunterladen und Installieren nur derjenigen Aktualisierungen, die sicherheitskritische Probleme beheben. Dazu gibt es auch die Möglichkeit, die Service Packs und Hotfixes für Windows 2000 und Windows XP via „Offline-Update“ einzuspielen. Diese Offline-Updates sind besonders bei neuen PCs zu empfehlen, da andernfalls der PC bereits beim ersten Verbinden mit dem Internet infiziert werden könnte.

Die eingebauten Schutzfunktionen des Betriebssystems sollten ausgenutzt werden. Dazu zählt insbesondere, nicht als Administrator mit allen Rechten, sondern als Nutzer mit eingeschränkten Rechten zu arbeiten, da dieser keine Software systemweit installieren darf.

Das automatische Öffnen von Dateien aus dem Internet sowie das automatische Ausblenden von bekannten Dateianhängen sollte deaktiviert werden, um nicht versehentlich Dateien auszuführen, die man sonst als getarnten Schädling erkennen würde. Auch durch die Autostartfunktion für CD-ROMs und DVD-ROMs können Programme bereits beim Einlegen eines solchen Datenträgers ausgeführt und damit ein System infiziert werden.

Es empfiehlt sich, die auf den meisten Privatrechnern vorinstallierte Software von Microsoft zu meiden oder sicherer zu konfigurieren, da sie meist so konfiguriert sind, dass sie für den Anwender den höchsten Komfort und nicht die höchste Sicherheit bieten. Auch bieten sie durch ihren extrem hohen Verbreitungsgrad eine große Angriffsfläche. Vor allem Internet Explorerund Outlook Express sind hier zu nennen. Sie sind die am häufigsten von Schädlingen angegriffenen Anwendungen, da sie weit verbreitet und in den Standardeinstellungen leicht angreifbar sind. Die zurzeit bedeutendsten Alternativen zum Internet Explorer sind Firefox sowie Opera, da beide deutlich mehr Sicherheit versprechen. Alternativen zu Outlook Express sind beispielsweise Mozilla Thunderbird, Opera oder The Bat.

Es existieren auch Computerviren für Nicht-Microsoft-Betriebssysteme wie Symbian OS, Linux, Mac OS und Betriebssysteme der BSD-Reihe.



Quelle Wikipedia

Antwort
von jonas59089, 20

Avast antivirus herunterladen und dann eine komplette suche ausführen. Dann werden alle viren trojaner etc entfernt.

Kommentar von TeeTier ,

Das stimmt so nicht!

Ein Antivirenprogramm kann schon allein aus Prinzip nicht alles finden, und in der Realität sieht es so aus, dass mehr als 50% aller im Umlauf befindlichen Schädlinge eben NICHT gefunden werden.

Von daher: Nicht einfach blind alle Werbeversprechen der Antiviren-Hersteller glauben! :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community