Frage von Rhababerotto, 17

Wo sieht man die Grundstücksart (Ein-/Zweifamilienhaus)?

Hallo zusammen, entschuldigt bitte die vermutlich dumme Frage, aber ich sehe gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich habe "leider" das Haus meines Vaters geerbt und wollte dieses jetzt verkaufen. Laut Baubeschreibung von 1936 handelt es sich um ein Zweifamilienhaus. Das Haus wurde im Laufe der Jahre mit einem Anbau vergrößert und nochmal aufgestockt. Laut der alten Gebührenbescheide der Stadt für meinen Vater und der beim Eigentümerwechsel durchgeführten Neuveranlagung des Finanzamtes handelt es sich um ein Einfamilienhaus. Ich bin kein Fachmann, aber realistisch wäre vermutlich irgendwas mit "Einliegerwohnung", wobei keine abgeschlossene (kleine) Wohnung vorliegt, aber separat Bad, WC, Wohnraum, Schlafzimmer und Küche. Die Nachbarn möchten das Haus grundsätzlich kaufen, brauchen aber für die Finanzierung eine Aufschlüsselung des Kaufpreises in Wohnung 1 und 2.

Gibt es irgendwo die Möglichkeit ganz offiziell und verbindlich zu erfahren, was nun richtig ist? Ich möchte ungerne ein "Einfamilienhaus mit 2 Wohnungen" verkaufen... oder werden Einliegerwohnungen nicht gezählt? Das letzte was ich möchte ist hinterher in Erklärungsnot zu kommen, weil das Haus nicht das ist, was im Notarvertrag zu vermuten ist.

Ich hoffe irgendwer kann mir einen Tipp geben wie daraus ein Schuh wird!

Danke für eure Hilfe, Norbert

Antwort
von Ronox, 14

Vermutlich wurde das Grundstück in Wohnungseigentum aufgeteilt (hier also zwei Grundbuchblätter). Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wieso das die Bank interessieren sollte. Du willst also den jeweiligen Verkehrswert der Wohnungen ermitteln. Ganz genau geht das nur mit einem Gutachter, ansonsten muss geschätzt werden. Probleme mit dem Kaufvertrag kann es aber nicht geben, denn der Notar wird die Grundbuchblätter genau bezeichnen. Sollte es sich tatsächlich um ein Grundstück im Normaleigentum (also ein Grundbuchblatt) handeln, dann wird auch dieses im Vertrag genauso bezeichnet. Sicherheitshalber kann vom Notar auch ein Passus hinsichtlich des Haftungsausschlusses in Bezug auf die Objektbeschreibung aufgenommen werden.

Kommentar von Rhababerotto ,

Danke für deine Antwort, der Hinweis auf den Haftungsausschluss ist super, ist notiert! 

Nein, geteilt wurde nichts und es gibt auch nur ein Grundbuchblatt. Ich hätte erwartet, dass da dann sinngemäß drin steht "bebaut mit Zweifamilienhaus", aber das wäre wohl zu einfach.

Weißt du zufällig ob man den Status beim Finanzamt einfach von EFH auf ZFH ändern kann? Dann wäre doch eigentlich alles im Lot?!

Ganz verstanden habe ich es auch nicht mit der Aufschlüsselung... Angeblich soll aus der großen Wohnung eine Kindertagesstätte werden, die kleine soll selber bewohnt werden. Kann auch sein das es was mit Steuern / Subventionen / etc. zu tun hat.

Kommentar von Ronox ,

Im Grundbuch ist die tatsächliche Nutzung nicht vermerkt, dort steht nur die oft auch veraltete Wirtschaftsart (hier vermutlich: "Gebäude- und Freifläche"). Das Liegenschaftskataster kann dir eventuell weiterhelfen, ansonsten fällt mir auch nichts mehr ein. Dass das Finanzamt darüber Daten hat, bezweifle ich, kenne mich im Steuerrecht aber nicht wirklich aus.

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