Frage von piepsmausi26, 73

Wo liegt der Unterschied zwischen den Anklagen?

Manche Straftaten werden von der Staatsanwaltschaft angeklagt und manche muss man selbst anklagen. Wo ist der Unterschied und was bedeutet es Nebenkläger zu sein?

Antwort
von gri1su, 35

Anklage erhebt immer der Staatsanwalt. Aber es gibt Unterschiede bei den Anzeigen - und das meinst du sicherlich.

Es gibt Straftaten, die nur auf Antrag verfolgt werden. Das heisst also, dass mit dem Antrag auf Strafverfolgung entsprechend Anzeige eingereicht wird. Solche Antragsdelikte sind z. B. Hausfriedensbruch, Ladendiebstahl (bis zu einem bestimmten Wert), Beleidigung usw. Solche Anzeigen können ggf. auch zurückgezogen werden.

Die 2. Kategorie sind Straftaten, die von Amts wegen automatisch verfolgt werden. Voraussetzung dafür ist ein gewisses öffentliches Interesse - und natürlich Art und Schwere der Straftat. Hier ist eine Zurücknahme der Anzeige nicht möglich.

Antwort
von HotXL, 41

Es gibt

  1. Offizialdelikte.
  2. Antragsdelikte.

"Offizialdelikte" werden von Amts wegen verfolgt. Die Staatsanwaltschaft kann Anklage erheben. (Beispiel: Mord, Raub.)

"Antragsdelikte" werden nur auf Antrag des Geschädigten verfolgt. (Beispiel: Beleidigung, üble Nachrede.)

Der Unterschied ist:

Bei den "Offizialdelikten" geht es um schwerwiegende Straftaten. Hier besteht ein ÖFFENTLICHES INTERESSE an der Strafverfolgung. Deshalb wird der Staatsanwalt tätig. Die Straftat wird "öffentlich-rechtlich" verfolgt.

Bei den "Antragsdelikten" geht es um weniger schwerwiegende Straftaten, die eigentlich nur den Geschädigten selbst betreffen (zB weil er beleidigt wurde). Ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht aber nicht. Deswegen wird nicht der Staatsanwalt aktiv, sondern nur der Geschädigte selbst. Er verfolgt die Straftat privatrechtlich, weil öffentliche Interessen nicht tangiert sind.


Kommentar von HotXL ,

PS:

Ach so, fast hätte ich das Wichtigste in deiner Frage vergessen:

...und dann gibt es noch die speziellen Fälle, wo die Staatsanwaltschaft wegen eines bestehenden ÖFFENTLICHEN INTERESSES Anklage erhebt und sich der privat Geschädigte dem öffentlichen Strafverfahren als privater NEBENKLÄGER anschließt.

Geregelt ist das in § 395 der Strafprozessordnung (abgekürzt: StPO).

Hier der Link zum Gesetz:

https://dejure.org/gesetze/StPO/395.html


Kommentar von wfwbinder ,

Gut erklärt.

Kommentar von HotXL ,

Vielen Dank :)

Antwort
von F4nti, 27

Das eine ist Strafrecht und das andere Zivilrecht
Im Zivilrecht wird aber keiner angeklagt.

Kommentar von uni1234 ,

Das stimmt ja mal so gar nicht. Die Nebenklage hat nichts mit Zivilrecht zu tun.

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