Frage von herbstfreak, 46

Wo liegen die Vor-/Nachteile: Verlag vs. Selfpublishing?

Hey ihr Lieben! Ich wende mich an euch, da sich meine Mutter (absoute Anti-Internet Person) nun in ihrer Pension die Zeit genommen hat, um zu schreiben. Ich habe es anfangs nicht wirklich wahrgenommen, aber ihre Texte sind vielversprechend. Sie schreibt aktuell an einem Roman und hat mich um Hilfe gebeten, da sie ihren PC praktisch nur wegen Office verwendet. Ich wiege jetzt ab, was besser ist. Wenn wir uns für Self-Publishing entscheiden, dann muss ich mich praktisch darum kümmern, weil sie es nicht kann^^. Daher schwebt uns eher vor, einen Verlag direkt zu kontaktieren. Was sind eure Erfahrungen und Tipps in der Richtung? :) Ich freue mich über jede Hilfe! Danke!

Antwort
von Marcellus19, 18

Verlag ist natürlich immer besser, doch es ist viel schwieriger, hier einen Vertrag zu bekommen. Beim Self-Publishing trägst du eben die ganzen Kosten - bist du so überzeugt von deinem Traum?

Versuche lieber erstmal, einen Verlag für dich zu gewinnen.

Kommentar von herbstfreak ,

Ja, das kann ich mir denken. Ja meine Mutter ist es schon. Nachdem sie dauernd dran sitzt und praktisch nichts anderes mehr macht, denke ich, dass sie schon einen gelungenen Roman schaffen wird. Sie konnte immer schon gut schreiben und normalerweise sagt man ja "Wenn man etwas mit Herz und Leidenschaft tut, dann kann es nur gut sein." Mal sehen. Ich bedanke mich auf jeden Fall für deinen Input!

Kommentar von Jerne79 ,

"Wenn man etwas mit Herz und Leidenschaft tut, dann kann es nur gut sein."

Ich bin hier nicht darauf aus, euch irgendwie niederzumachen, aber hier ist doch der ein oder andere Realitätsabgleich nötig, um eine allzu große Enttäuschung zu verhindern.

Gerade beim Schreiben braucht es schon ein wenig mehr als Herz und Leidenschaft. Beide sind ein guter Motor, aber davon allein fährt der Karren noch nicht. Ich habe leider schon genug unsägliche Ergüsse von enthusiastischen Hobby-Autoren auf dem Tisch gehabt.

Geht das Thema Veröffentlichung mit ein bißchen weniger Hurra-Patriotismus an.

Kommentar von herbstfreak ,

Es ist kein Realitätsabgleich notwendig denke ich, da dies nur der Fall wäre, wenn meine Mutter die Absicht hätte, großes Geld mit ihrem Buch zu machen. Darum geht's nicht. Wie ich eingangs schon erwähnt habe, ist sie in ihrer wohlverdienten Pension und schreibt aus reiner Leidenschaft. Nichtsdestotrotz hat sie mich gebeten, eine für sie passende Verlagslösung zu finden. Kurz: sie möchte einfach ihr eigenes Buch einmal in gebundener Form in Händen halten. Wenn dabei noch finanziell was herausspringt, umso besser. Trotzdem vielen Dank für deinen individuellen Input!

Kommentar von Jerne79 ,

Der Punkt, um den es mir geht:

Mal abgesehen davon, dass man als Autor eh selten das große Geld macht, auch wenn man von einem seriösen Publikumsverlag publiziert wird: Ein Verlag, der kein Geld vom Autor sehen will, strebt den öffentlichen Erfolg, sprich das Verkaufen der Bücher an.

Wenn es deiner Mutter wirklich nur darum geht, ihr Buch gedruckt zu sehen, würde ich mal über Print on Demand nachdenken. Keine Ernüchterung durch potenzielle Absagen, kein finanzielles Risiko.

Antwort
von Jerne79, 20

Wie jedem anderen Erstlingsautoren kann man auch hier nur raten, das Buch doch erstmal zu beenden.

Im Self-Publishing kann alles, egal welcher Qualität und egal, ob es dafür einen Markt gibt, publiziert werden. Es liegen aber auch alle Risiken bei einem selbst: Man steckt Geld rein, darf sich selbst um Werbung kümmern, Örtlichkeiten und Termine für Lesungen, im Vorfeld Korrektorat, Lektorat.

Ein normaler Publikumsverlag will erst einmal einschätzen, ob das Geschriebene gut genug ist, um sich verkaufen zu lassen. Dann übernimmt er aber auch alle Pflichten.

Hier sollte man sich aber keinen Illusionen hingeben. Die wenigsten Erstlinge sind qualitativ so hochwertig, dass sich die Verlage darum schlagen, das Werk veröffentlichen zu dürfen.

Soll das Manuskript auf jeden Fall gedruckt werden und man möchte trotzdem einen gewissen Service, gibt es genug Verlage, die sich als Dienstleister verstehen und gegen Geld diese Aufgaben übernehmen. Man sollte nur darauf achten, dass es sich nicht um einen Verlag handelt, der vorgibt, ein Publikumsverlag zu sein, sich aber dann erst im Nachhinein als einer derjenigen entpuppt, die Geld sehen wollen.

Kommentar von herbstfreak ,

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Das wäre auf jeden Fall mal hilfreich, wenn der Roman fertig ist. Dadurch, dass sie jede Menge Zeit hat und so gut wie dauernd dran sitzt, wird es aber höchstwahrscheinlich nicht mehr allzu lange dauern. Sie liegt mir jetzt schon in den Ohren, also möchte ich zumindest jetzt schon alle notwendigen Infos einholen. Also so wie ich das sehe, macht Selfpublishing für sie aus vielen Gründen keinen Sinn. Und ich habe definitiv nicht die Zeit, mich um alles zu kümmern. Dann bleiben also nur Publikumsverlage und Dienstleister in dem Bereich. Was kann ich genau unter diesen Dienstleistern verstehen? Ich bin in meiner eigenständigen Recherche auf folgenden Link gestoßen, http://www.verlag-finden.de/ Meinst du sowas unter einem Dienstleister?

Kommentar von Jerne79 ,

Definiere "sowas"!

Ein Verlag als Dienstleister macht das, was er tun soll und wofür er bezahlt wird. Ob er wie hier unter 6. aufgeführt eine Marketing-Maschinerie anlaufen lässt, ist vom jeweiligen Verlag abhängig. Da muss man dann eben den passenden Partner für das Suchen, was man eigentlich vorhat.

Davon mal abgesehen: Ein Buch zu beenden ist letztlich nur die halbe Miete. Dieser erste Entwurf muss dann restmal gründlich überarbeitet werden. Und auch wenn der Autor dann natürlich vom eigenen Text mehr oder weniger überzeugt ist, heißt das noch lange nicht, dass alle anderen seine Meinung teilen. Gerade Erstlingswerken merkt man die mangelnde Erfahrung in der Regel an.

Hier wäre es sicher sinnvoll, die Erwartungen deiner Mutter ein wenig zu relativieren, damit es kein allzu böses Erwachen gibt. Natürlich ist es möglich, dass deine Mutter das unerkannte Schreibgenie ist und ihr erster Roman hochqualitative Literatur ist. Statistisch betrachtet ist das aber unwahrscheinlich.

Gerade Publikumsverlage nehmen nur Texte an, die erfolgversprechend sind. Aber auch Dienstleister, bei denen der Autor die Herstellungskosten übernimmt, bewerben nichts, von dem sie nicht überzeugt sind.

Lektürevorschlag für euch: http://www.andreaseschbach.de/schreiben/schreiben.html

Samt der diversen Unterpunkte.

Kommentar von herbstfreak ,

Wie bereits gesagt, es geht weniger um den öffentlichen, sondern eher um den persönlichen Erfolg. Du hast mir aber so oder so sehr weitergeholfen und deine Erfahrung in dem Sektor lässt sich nicht abstreiten. :) Vielen lieben Dank, ich werde die Infos soweit sortieren und dann mit ihr gemeinsam besprechen. Ganz liebe Grüße!

Antwort
von Nordstromboni, 21

Du müßtest zuerst einen Verlag finden der das Buch überhaupt nimmt

bei Amazon fällt das weg und du brauchst ja auch nicht mal drucken zu lassen sondern kannst es als e-book anbieten

Kommentar von herbstfreak ,

Auch dir vielen Dank! :) Ich fürchte fast, dass online Lösungen nicht mehr infrage kommen, weil es nur an mir liegen bleiben würde und ich definitiv keine Zeit habe, um alles für den Roman abwickeln zu lassen. Aber wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja bis dahin, noch ein Internetgenie aus ihr zu machen.

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