Frage von TinaBoe, 44

Wo kann man ZOS lernen im Raum Bergisch Gladbach / Köln / Leverkusen? Habt Ihr Ideen für die Nasenarbeit?

Hallo zusammen.

Für unsere 3jährige Hündin brauche ich dringend eine Hirn- und Nasenbeschäftigung. Wegen erfolgter HD Diagnose fällt vieles aus, aber da sie wahnsinnig "nasenorientiert" ist, kann ich mir gut vorstellen, dass zielorientiertes Suchen eine Herausfordung für sie wäre. Leider finde ich in unserer Gegend keine Anlaufstelle. Mantrailing hatte ich mir auch schon überlegt, allerdings nur etwas gefunden, wo man satte 25€ für 45 min. hinblättern sollte. Das ist mir dann aber doch um einiges zu heftig. Für andere "Nasenideen" bin ich auch aufgeschlossen. Danke Euch schon mal.  

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 22

Bist Du Dir sicher, dass Du für ZOS einen Kurs machen willst?

Es gibt dazu Bücher von Thomas & Ina Baumann, mit deren Hilfe man das Ganze auch sehr gut selbst aufbauen kann.

Alternativ würde ich an Deiner Stelle mal nach Dummy/ Jagility- Kursen suchen. Beides lässt sich, auch in der Gruppe, sehr gut auf einen Hund mit HD anpassen.

Ideen für Nasenarbeit alleine mit dem Hund:

1.  Suche in der Wohnung (nach Spielzeug, Futter)

2. Futter in einer Kiste mit zerknüllten Zeitungen verstecken oder Futter in einer Decke verstecken

3. Futter in Dosen (mit kleinem Riechloch) verstecken und Hund die richtige Dose auswählen und anzeigen lassen

4. Draußen: Dummyarbeit. Dummy werfen und Hund suchen lassen, Dummy verstecken, weiterlaufen, Hund zurückschicken. Mehrere Dummys einsetzen (s.o.)

5. "Such meins!" aufbauen. Einen Gegenstand, der nach Dir riecht, auslegen. Ein Leckerchen unter den Gegenstand legen. Den Hund zusätzlich verbal belohnen, wenn er den Gegenstand anstupst. Zweite Belohnung über das Futter, das er sich selbst nimmt. Wiederholen, bis er verstanden hat, dass es um Deinen Gegenstand geht und dann das untergelegte Futter abbauen und das Leckerchen als Bestätigung händisch geben. Ist "Such meins!" aufgebaut, kannst Du den Hund draußen damit arbeiten lassen. Entweder in Abwechslung mit einem Dummy, oder indem Du und eine Begleitperson unterwegs etwas auslegt, was jeweils nach Euch riecht, und den Hund suchen und unterscheiden lasst.

6. Sofern Du keine Bedenken bez. Giftködern hast und der Hund ohne Kommando draußen nichts aufnimmt: Beim Spaziergang Futter werfen und den Hund suchen lassen. Alternativ (weil sicherer) im eigenen Garten auf der Wiese Futter auswerfen und den Hund im Gras suchen lassen.

Viel Spaß!

Kommentar von TinaBoe ,

Danke für die schnelle Antwort. Suchen tut sie wie eine 1, allerdings ist sie dann so euphorisch, dass sie das gefundene Objekt kaum wieder hergibt. Dann sind auch Leckerchen absolut egal. Ich könnte es aber ja mal mit hungern lassen versuchen. Wer viel sucht und findet könnte ja auch auf diese Art satt werden, richtig?  ;-)

Ich habe zusätzlich noch einen "Rentner-Rüden" (knapp 10J), und öfter den Eindruck, dass die beiden sich gegenseitig behindern. Beide wollen absolut gefallen und wetteifern dann natürlich. Das ist kontra-produktiv.

Draussen suchen lassen ist in unserer Gegend mit Vorsicht zu genießen. Seit einiger Zeit gibt es hier Hundeköder mit Glasscherben oder gebrochenen Rasierklingen gespickt. Nette Leute, was? Ich lasse meine Hunde zwar immer frei laufen, aber das geht nur in höchster Alarmbereitschaft und frühem Abrufen. Da das Abrufen funktioniert dürfen die beiden laufen. Aber ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass keiner der beiden etwas aufnimmt, wenn ich nichts dazu sage. Dafür sind beide zu verfressen.

Die Baumanns schaue ich mir eben mal an. Danke nochmal.

Kommentar von Naninja ,

Das Ausgeben kannst Du gut trainieren. Ist ja letztendlich auch Kopfarbeit, die auslastet.

Erst mit einem mäßig spannenden Gegenstand und Belohnung, dann die Attraktivität des Gegenstandes steigern. Gibt der Hund den Gegenstand nicht aus, "Schade" als Kommando aufbauen und einfach das Training abbrechen. Damit wird es zusätzlich irgendwann blöd für den Hund, die Beute zu behalten, weil er nicht mehr zum Ziel kommt. Dauert zwar ein wenig, aber funktioniert. Weiterhin kannst Du auch mit Futterbeuteln arbeiten und die Belohnung nur ausgeben, wenn das Bringen zuverlässig funktioniert. 

Den zweiten Hund würde ich entweder nicht zum Training mitnehmen, oder mit ihm üben, dass er warten muss. Auf Versuche, sich zu beteiligen, würde ich nicht reagieren bzw. sie unterbinden. Da die Suchspiele pro Einheit nicht länger als10 min dauern sollten, finde ich das absolut zu verkraften.

Kommentar von TinaBoe ,

Danke. Dann werde ich mich mal an die Arbeit machen.

Kommentar von Naninja ,

Viel Spaß dabei! :-)

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