Frage von LuzieLeon,

Wo kann ich eine Pressemitteilung wirkungsvoll plazieren?

Hallo,

ich bin Privatperson, die eine Anzeige wegen vorsätzlicher Rechtsbeugung gegen einen Richter gestellt hat. Natürlich erfolglos, was der Anwalt vorher sah. Skandalös ist allerdings die Begründung der Bundesstaatsanwaltschaft:

"Das Fehlurteil kann durch eine zeitweise Verwirrung des Richters aufgrund von Arbeitsüberlastung begründet werden."

Mein Rechtsempfinden als Bürger eines Rechtsstaates ist so massiv erschüttert, dass ich dies - abgesehen von dem Klageerzwingungsverfahren - öffentlich machen möchte, denn das scheint wie ein Freibrief für alle Richter, wenn sie denn nur arbeitsüberlastet sind... Nun weiß ich nicht, wie ich am besten vorgehe.

Für Hinweise wo ich eine Pressemitteilung plazieren kann oder wie ich anders in Kontakt zu Medien komme, wäre ich dankbar. Der direkte Weg, also das Anschreiben von Zeitungen, bringt gar nicht. Ich bekomme nicht einmal eine Antwort.

Vielen Dank!

Antwort von Mirko2000,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Diese Frage beschäftigt mich und meine ganze Familie seit Mai 2011. Ich wurde in einer sehr schmutzige Angelegenheit(siehe meine Fragen) unschuldig verurteilt. Momentan läuft Revision - Verfahren vor den BGH. Entscheidung müsste jetzt bald fallen - die Aussichten sind aber eher gering, schon statistisch gesehen... Wir wollten (und wir wollen) an die Öffentlichkeit gehen - ich habe, vor 3 Monaten eine lokale Zeitung angeschrieben, wollte einen Leserbrief veröffentlichen. Darauf rief mich der Chef-Reporter an und bat mich ein Artikel über die Sache zu schreiben. Er war bei uns zuhause, hat sich Akten angeschaut und Bilder gemacht - in wenigen Tagen sollte der Artikel erscheinen. Dann hat er sich mit der Rechtsabteilung beraten - sie rieten ihm die Revisionsentscheidung ab zu warten. Obwohl während des Gerichtsverfahren(7 Tage) die Zeitung mehrmals darüber berichtet hat. Ganz gleich wie die Revision entschieden wird, werden wir auf eigene Hand in die Öffentlichkeit gehen - mit Plakaten - Mahnwachen... Ich muss mich noch erkundigen, was man dabei beachten muss - ja es ist gefährlich , das müssen wir wissen - die Zunft ist sehr wehrhaft. Ich kann dich nur darin bestärken - pass aber gut auf, und lass uns über deine Erfahrungen wissen , und andersherum. Denn nur wer Willkür der Justiz an eigenen Leib erfahren hat , nur der/die kann nachvollziehen was das bedeutet - dabei werden ganze Familie in einem Handstreich vernichtet. Es kann sein, dass ich/wir den selben Weg anschlagen. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den ermittelnden Beamten haben wir gestellt - mal schauen was passiert.

Antwort von Toby7,

Hallo LuzieLeon,

habe mich auch lange mit der Frage beschäftigt. Dann hab ich mich etwas schlau gemacht und verschiedene Presseverteiler getestet. Ich bin nun seit einem Jahr zufriedener Kunde bei PR-Gateway ( http://www.pr-gateway.de/ ). Hier brauchst du lediglich deine Pressemitteilung schreiben und mit nur einem Klick kannst du an über 250 Portale versenden. Außerdem gibt es tollte Tipps & Tricks für eine erfolgreiche Pressemitteilung und Anleitungen en Mass!

Kanns dir also nur empfehlen wenn du große Reichweite auf guten Portalen erzielen möchtest :)

Liebe Grüße, Toby

Antwort von mindamino,
Antwort von kellerwessel,

Also, meines Wissens musst du dich sehr davor hüten, dass dir etwas als Verleumdung ausgelegt werden kann.

Aber:

Normalerweise kannst du Rechtsmittel einlegen gegen die Einstellung eines Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft, zunächst innerhalb von 2 Wochen Beschwerde; wenn auch die erfolglos ist, gibt es noch die Möglichkeit des Klageerzwingungsverfahrens.

Bei letztgenanntem herrscht Anwaltszwang. Wegen der Möglichgkeit, dass man - wenn man zu Recht gegen Leute vorgeht - auch noch eine Verleumdungsklage an den Hals bekommt, sollte man sich meines Erachtens ohnehin bei einem Rechtsanwalt beraten lassen, was man darf, und was nicht.

Die Aussage irgendjemand gegenüber. "Der hat Rechtsbeugung begangen" ist meines Wissens schon eine Verleumdung (wenn derjenige nicht rechtskräftig deswegen verurteilt ist).

Da ich mich momentan einer ähnlichen Situation gegenüber sehe, habe ich mir folgendes Vorgehen überlegt:

Ganz sachlich den Sachverhalt schildern, unter Umständen sogar nur Scans des betreffenden Briefwechsels ins Internet stellen. Dabei gegebenenfalls sogar Stellen schwärzen, die als Verleumdung ausgelegt werden könnten. (Sogar Zitieren anderer kann Verleumdung sein, wie etwa "Der hat gesagt, der sei ein Betrüger.") (Scannen kann heute fast jeder Drucker, die Nachbearbeitung, also das Schwärzen, geht ganz leicht mit Freeware-Graphik-Software, vgl. http://haraldk.de/Freeware.html )

Ins Internet stellen:

Ich gehe davon aus, wenn man sachlich bleibt, spricht nichts dagegen das gründlich zu tun: Facebook, Youtube, Website (deren Platzierung bei Suchmaschinen man künstlich hochtreibt - ich gehe davon aus, dass Fachleute oder das Internet selbst dazu die nötigen Tricks parat haben), je nachdem Testseiten usw.

Das Internet bietet meiner Ansicht nach heute die Möglichkeit, ganz legal jegliches zweifelhafte Verhalten einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Wer sein Verhalten öffentlich rechtfertigen kann - gut. Wenn nicht - Pech für ihn!

Je nachdem, worum es geht, unbedingt die Aufsichtsbehörden informieren, beispielweise die BaFin bei Banken oder Versicherungen. Wenn sich bei denen bestimmte Fälle häufen, fällt es auf! Wenn man selbst im Unrecht war, werden die das einem schon sagen. Aufsichtsbehörden brauchen - im Gegensatz zu Staatsanwälten - keinen Anfangsverdacht, um tätig zu werden! (Ob sie's dann auch tun, werde ich demnächst vielleicht mal ausprobieren müssen - aber erst ist in meinem Fall noch die Generalstaatsanwaltschaft zwecks Beschwerdebearbeitung gefragt.)

Kommentar von kellerwessel,
  1. Ich habe einen befreundeten Journalisten gefragt (der unter anderem für einen größeren Fernsehsender tätig ist). Wenn es in dessen Sendegebiet fällt, geb' ich dir seine E-Mail. Wenn nicht, sollst du dich an deinen betreffenden Lokalsender wenden. Gib mir mal Nachricht, um wo es geht!
  2. Ich habe festgestellt, dass das Internet ein guter Ort ist, um festzustellen, ob du eher ein Einzelproblem hast, oder ob es noch - unter Umständen zahlreiche - ähnlich Betroffene gibt. Recherchier doch mal mit "Rechtsbeugung" + noch irgendetwas charakteristischen, wie beispielsweise Gerichtsbezirk (Ortsname) des betreffenden Richters oder des zuständigen Staatsanwalts. Vielleicht kommt da ja etwas bei heraus, was viel interessanter ist als dein Einzelfall, vor allem für Journalisten und Konsorten!
Kommentar von kellerwessel,

Noch was:

Der Bescheid über die Einstellung des Verfahrens muss meines Wissens eine Rechtsmittelbelehrung enthalten. Hast du die nicht gelesen? Oder fehlte die? (Dann hat die 2-Wochen-Frist vielleicht noch nicht begonnen!) Oder gibt es gegen Entscheidungen der "Bundesstaatsanwaltschaft" keine Rechtsmittel? (Sollte mich sehr wundern!)

Was meinte dein Rechtsanwalt? Wenn der nicht über die Möglichkeit von Rechtsmitteln aufgeklärt hat, dann liegt vielleicht ein Beratungsfehler vor. Anwaltskammer fragen! (Wenn er eine Webseite hat, müsste darauf verzeichnet sein, wer für ihn zuständig ist.)

Worüber ich mich selbst noch informieren muss: Thema "Dienstaufsichtsbeschwerde".

Antwort von onlinenews,

Hallo Luzie

Eine Pressemitteilung kannst du zum Beispiel unter nachfolgendem Link kostenlos veröffentlichen: http://www.online-news-center.info/kostenlos-pressemitteilung-erstellen-und-vero...

Es gibt natürlich noch eine ganze Menge mehr Presseportale auf denen du eine Pressemitteilung kostenlos einstellen kannst. Sogenannte Artikelverzeichnisse eignen sich ebenfalls, um eine Nachricht im Internet gut zu verbreiten. Ich pflichte aber bei, dass Du bei deinem Artikel auf jeden Fall sachlich und keinesfalls beleidigend werden solltest, da du zum einen Gefahr läufst, dass der Artikel dann nicht veröffentlicht wird auf den Presseportalen und zum anderen könnte es sonst weitere rechtliche Folgen nachsichziehen.

Das Team vom** **Online-News-Center**** wünscht dir auf jeden Fall viel Erfolg

Antwort von fs112,

Weshalb hast du gegen die Entscheidung kein Rechtsmittel eingelegt?

...wäre naheliegender als eine fruchtlose Strafanzeige, aber manche brauchen eben immer ne Extrawurst...

Antwort von Stresshase,

Hallo. Auf openpr.de und auf openpresse.de kannst Du Deine Pressemitteilung platzieren. Mitarbeiter_innen von Verlagen, Sendern und Agenturen schauen dort regelmäßig nach für sie interessanten Storys. Eine Garantie für ein Echo ist das natürlich nicht, aber die Chance ist ganz gut.

Wenn Deine (mir verständliche!) Wut ausreichend groß ist und Du hauptsächlich Öffentlichkeit willst und dabei beim Niveau Abstriche zu machen bereit bist, dann schau mal unter bild.de nach den Regionalnummern des Bild-Leser-Telefons. Da sitzt am anderen Ende idR ein Jungjournalist und wenn Du Dein Thema 'gut verkaufst', macht ihr ein Interview und er/sie versucht dann, dem zuständigen Redakteur eine Veröffentlichung schmackhaft zu machen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Antwort von Carlitosway,

das wird schwierig, du bist nicht der Einzige der sich vom Rechtsstaat verlassen fühlt. Versuche es doch mit dem Fernseher. Leider fallen mir keine konkreten Sendungen ein aber da kannst du einfach bei den Sendern anrufen und dich beraten lassen. Die geben auch die Nummern der Produktionen raus. Vieleicht plant jemand jetzt gerade eine Sendung über die Justitz. Wenn du in der örtlichen Presse nicht landest, dann hilft nur eine Anzeige in eigener Sache.

Antwort von peterprunken,

Also, da du ja einen Anwalt hast, mach das ausschließlich über ihn. Wenn du in deiner Wut, bzw. in deinem Ärger auch nur ein Komma an die falsche Stelle setzt, bekommst du Ärger, wegen Beamtenbeleidigung, Unterstellung, oder was weiß ich!

Antwort von mokka1963,

ist das nicht etwas für die Startseite einer Suchmaschine ?

Antwort von sweetslowpoison,

Eine gute Möglichkeit wäre bei Facebook. Gründe dort eine Seite und erzähle deine Geschichte, damit kannst du am meißten Leute erreichen, oder aber auch mit Statusmeldungen.

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