Es wird viel über Kinderarmut in Deutschland gesprochen und geschrieben. Doch fallen Euch (täglich) Orte auf, wo Ihr Kinderarmut vis à vis begegnet und damit persönlich live konfrontiert werdet?
So ziemlich überall, auf dem Schulhof,wenn Kinder kein Schulbrot mithaben,in den Klassen,wenn selbige Kinder nicht ausreichend Materialien mitbringen. Im vorbeilaufen auf der Straße,wenn Kinder viel zu kleine Kleidung tragen. Kinder die Außenseiter werden,weil sie nicht auf Geburtstage können,weil kein Geld für ein Geschenk da ist. Eigentlich brauch man heute nur die Augen aufmachen um sowas zu sehen.
Auf jeder Straße und in jedem Bus. Kinder mit ihren Eltern in jämmerlich billigen Klamotten von Kik weil es für mehr nicht langt.Kinder die Schule schwänzen und sich auf den Spielplätzen betrinken. Denke du hast da ein falsches Bild. Wir haben viele arme Kinder, nur liegen sie bei uns nicht so offen auf der Straße rum wie zB in Kalkutta.
Teddytante am 14. Oktober 2008 13:50 Man findet sie auch auf jedem Parkplatz der Einkaufszentren,wenn Diese geschlossen haben,denn beginnt Kinderarmut nicht schon dann, wenn die Eltern keine Zeit für ihre Kinder haben?
Eselin am 14. Oktober 2008 13:52 DH - Teddytante.
Teddytante am 14. Oktober 2008 14:30 Ich bin noch nicht lange auf diesen Sieten .Verrate mir bitte was DH heißt!
Maienblume am 14. Oktober 2008 14:55 @Teddytante: das ist ein Lob, und heißt "Daumen hoch". Bei einer Antwort kann man dann auf das Däumchensymbol rechts daneben klicken, was dann einer positiven Bewertung gleichkommt. Ach ja, und LG heißt "Liebe Grüße"!
Hier seh ich das auch an den Klamotten, wie Hooliance schreibt und auch im Supermarkt, wenn die Eltern nur so Fertigfraß kaufen und nichts frisches, Gemüse oder Obst. Die Kids sind meiner Meinung nach auch oft blass und sehen kränklich aus-denke dann, das liegt an schlechter Ernährung....
Klar, so überdeutlich fällt es nicht auf, die Eltern wollen ja auch nicht, dass man sofort sieht, dass sie und ihre Kinder arm sind.

Wer beruflich mit Kindern zu tun hat und etwas über sie und ihren Alltag mitbekommt, der sieht das schon. Es ist nicht immer auf den ersten Blick zu sehen. Aber aus Erzählungen der Kinder hört man es schon heraus. Und das sind manchmal echt traurige Geschichten, die man da zu hören bekommt.
Bei Aldi: Immer dann, wenn Mütter mit ihren finanzierten, aber noch nicht bezahlten BMWs vorfahren und Billig-Windeln für den nachwuchs kaufen...
Nein, im ernst: ich erlebe, dass immer mehr Kinder in der KiTa oder der Schule keine Pausenbrote mehr dabei haben.

Menschen gelten in Deutschland als arm, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Wenn sich das Einkommen aller Einwohner verdoppelt, bleibt nach dieser Definition genau die gleiche Anzahl von Menschen arm. Deshalb ist das Ergebnis, wonach 13 Prozent der Bundesbürger unter die Armutsgrenze fallen, keine Aussage über die tatsächlichen Lebensverhältnisse. Der Großteil der von Armut betroffenen Kinder kommen aus Familien mit Migrationshintergrund, die sich oftmals nicht als Arm betrachten, da sie ihre hiesigen Lebensverhältnisse mit denen des Heimatlandes vergleichen und diese als durchaus aktzeptabel betrachten.
Interessante Aussage.. doch wenn diese Migrantenkinder die Chance haben, auf eine Schule zu gehen, die zum größten Teil von Kindern aus Mittelschichten besucht wird... meinst Du nicht, daß Ihnen dann ihr eigener sozialer Status nicht klar ist? Es geht ja hier um Kinder und nicht um Erwachsene (Eltern die Ihre Lebensverhältnisse in ihrem Heimatland kennen) Kinder die hier leben und mit anderen Kindern spielen... Kinder die vermutlich doch nicht einmal die Chance haben, diese o.g. Schule zu besuchen.. Kinder deren Eltern ein niedriges Bildungsniveau (etc.) haben.. Kinder die kaum Chancen haben werden, später ein besseres Leben zu führen... ein Teufelskreis.. natürlich nicht nur in Deutschland..

Wenn eine ganze Familie systematisch die Probierhäppchen abräumt an den Marktständen - mußte ich mal beobachten, und tat mir in der Seele weh.
Wenn die Kids in abgetragenen Klamotten stecken, die ihnen auch noch viel zu groß sind, weil vom großen Bruder übernommen.
Wenn das einzig noch passende Paar Schuhe die Gummistiefel sind....
Man muß nur die Augen aufsperren, dann sieht man leider genügend Beispiele.