Frage von Neutralis, 47

Wo ist die Grenze zwischen einen gesunden "Todeswunsch" und einen ungesunden?

Hallo, ich denke jeder hat sich schon mal gewünscht, dass jemand stirbt. Sei es nun ein alter Lehrer, der einen das Leben zur Hölle gemacht hat, oder jemanden, der einen selber was schlimmes angetan hat oder jemanden den man kennt. Ich denke, dass man sagen kann, dass es normal ist, jemanden schon mal den Tod gewünscht zu haben. Manche Menschen haben diesen Wunsch aber schon, wenn sie nur jemand dumm anmacht, also wo würdet ihr sagen ist die gesunde Grenze ? Wann ist es gesund jemanden den Tod zu wünschen und wann nicht ?

Antwort
von michi57319, 6

Wenn man permanent von jemandem malträtiert wird, kann so ein Wunsch schon mal aufkommen. Auch, wenn man erwachsen ist. Auch, wenn es sich um ein sehr enges Familienmitglied handelt.

Der Wunsch hat sicherlich diese Ohnmacht in sich, selbst nichts wesentliches an der bestimmten und bestimmenden Situation ändern zu können.

Der Wunsch, der Kontrahent möge sterben, offenbart im Grunde genommen nur, daß der Wünschende keine Möglicheit sieht, anders aus dieser Situation herauszukommen.

Es geht in Ordnung, so was mal kurz zu denken. Es geht nicht in Ordnung, wenn es zur fixen Idee wird.

Antwort
von JaniXfX, 4

Hallo Neutralis,

das ist eine interessante Frage! Ich finde es durchaus gesund, wenn Menschen ihrem Erleben so weit Raum geben, dass sie sich eingestehen können, wenn Sie mal jemandem etwas schlechtes wünschen oder selbst gern handanlegen würden.

In vielen Fällen erlauben sich Menschen keinerlei Form von Aggression gegen Andere. Wenn sie diese dann doch verspüren, kehren sie diese gegen sich selbst - typisch bei z.B. Depressionen.

Wenn es sich jedoch um Personen handelt, die gleich bei jeder Kleinigkeit aus der Haut fahren und andere Menschen ermorden wollen, dann handelt es sich um eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Das heißt, die Person kann frustrierende Momente nicht verarbeiten, hat das nicht gelernt, und wird dementsprechend sofort aggressiv. Besonders ausufernd finde ich den Gedanken, dass dann scheinbar nur der Tod des Anderen helfen kann, den eigenen Selbstwert wieder herzustellen. In Aggressionstherapien wird dann gelehrt, wie man auch mit anderen Methoden wieder Gleichstellung herstellen kann (z.b. Entschuldigungen)

Die Grenze ist schwer zu definieren. Ich denke: Mordgedanken sind vielleicht 1 mal im Jahr nicht bedenklich. Dazwischen gehören noch weniger heftige Gewaltgedanken wie z.B. jemanden schlagen zu wollen oder Ähnliches. Das ist allerdings sehr schwer zu definieren. Bei monatlichen Mordgedanken würde ich mir Sorgen machen.

Antwort
von artdirector, 8

ich denke es ist nur dann gesund wenn es aus mitgefühl und liebe entsteht - also wenn es sich zb um zb ein familienmitglied handelt, das selber den wunsch verspürt gehen zu wollen - zb. bei schwerer krankheit mit unerträglichen schmerzen...

wenn dir jemand etwas antut - und die person sterben würde nur weil du es dir wünscht - würde sich für DICH rein gar nichts ändern - ganz im gegenteil. du müsstest OHNE die person deinen frieden mit der handlung dieser person machen . verzeihen und verarbeiten klappt durch verstehen, verzeihen und im bestfall sogar versöhnen.

jemand der tot ist hat potientiell nicht mehr die gelegenheit der einsicht, hat nicht mehr die möglichkeit dich um verzeihung zu bitten, hat nicht mehr die möglichkeit der wiedergutmachung, und hat auch nicht die möglichkeit der reuhe und auch nicht die möglichkeit dir zu zeigen das er auch nur ein mensch ist der einen fehler gemacht hat ...

du hast darauf hin auch nicht die möglichkeit entsprechend damit abzuschließen und musst den teil dieser vergangenheit mit dir alleine ausmachen - was unter umständen ein ganzes leben dauern kann.

die vermeidlich innere befriedigung die du dir erhoffst - jemanden tod zu sehen, der dir etwas schlimmes angetan hat ist auch nicht wirklich gesund und eigentlich auch nicht befriedigend - denn dein schmerz wird bleiben.

jemanden zur rechenschaft ziehen für seine taten ist das eine - und auch die phantasien verstehe ich. sie kommen denke ich aber meist aus hilflosigkeit - dem mangel seinen gefühlen auf gesunde weise raum zu geben.

und du musst mir jetzt auch nicht kommen mit vergewaltigern, pädos, serienmördern, klassenkameraden die einen gemobbt haben ...  es ist trotzdem das selbe : der schmerz den das opfer erleiden muss geht dadurch nicht weg das der täter nicht mehr auf dieser erde ist. das opfer muss trotzdem damit klarkommen das jemand seinen lebensweg so negativ durchkreuzt hat, hat trotzdem tiefgreifende nachhaltige stigmatisierungen in sich, hat trotzdem weniger soziale vorkasse gegenüber anderen menschen, hat trotzdem ein trauma, oder sogar einen knacks weg.

kein borderliner wurde jemals geheilt nur weil seine eltern gestorben sind. kein patient bekommt seine gesundheit wieder - wenn der arzt ihn fälschlicher weise falsch behandelt hat aber dafür hingerichtet wurde.  und millionen juden wären trotzdem tot - auch wenn rauskommen würde das hitler sich selbst umgebracht hat - würde das niemandem helfen.

tja also - jemand anderem den tod wünschen - bringt in meinen augen rein gar nichts - und ist somit auch nicht gesund. aber es ist sehr gesund sich diese frage zu stellen und die meinung anderer dazu zu lesen und etwas sich daraus mitzunehmen ...

love

Antwort
von BecciBerry, 30

Generell ist meiner Meinung nach ein Todeswunsch nie gesund. Viele Leute sagen sowas schon mal daher wenn sie wen nicht mögen aber wirklich den Tod wünschen tut man denke ich keinem. Jedenfalls kein gesunde Mensch mit gesundem Verstand wünscht das jemandem. Man kann Menschen nicht mögen oder man kann Feinde haben aber dennoch wünscht man niemandem den Tod. 

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