Frage von PasswortxD, 86

Wo ist der Unterschied zwischen Industrieller und konventioneller Landwirtschaft?

Antwort
von Agronom, 59

Konventionelle Landwirtschaft ist einfach die herkömmliche Landwirtschaft, welche die aktuellen Möglichkeiten im Rahmen der allgemienen landwirtschaftlichen Gesetzgebung nutzt, ohne sich weiteren selbst auferlegten Richtlinien zu unterwerfen.

Indusitrielle Landwirtschaft beschreibt eine hoch technologisierte und standardisierte Form mit dem Ziel der Massenproduktion, bei der sich Betriebe i.d.R. sehr stark auf einen Betriebsweig (z.B. Tierhaltung, Ackerbau oder Futterbau) spezialisieren.

Kommentar von Agrarbetriebe ,

sehr interessanter Beitrag - ich sehe da keinen Unterschied.

Alle landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten mit Traktoren und auch kleine "Betrieb" haben schon zum Teil GPS gesteuerte Maschine oder haben eine Melkroboter für die Kühe angeschafft um sich die Arbeit zu erleichtern.  

Auch Landwirte sei es Bio oder Normal möchten mit ihren Produkten Geld verdienen und brachen deshalb auch eine gewisse Masse an Produkten die sie verkaufen können. 

Im Osten von Deutschland gibt es auch Biobetriebe mit einigen Tausend Hektaren Land, die mit neuster Technik  ihre Felder bewirtschaften. Das ist alles Bio (Kostengünstig) wegen der Masse.

So machen das die Konventionellen Betrieb auch nur davon gibt es viel mehr. 

Es gab auch im 18 Jahrhundert schon große und kleine Landwirtschaftliche Betrieb wo viele Menschen Arbeit gefunden haben. Durch die Industrialisierung haben viel die Landwirtschaft verlassen und sind in die Fabriken gegangen um mehr und einfacher ihr Geld zu verdiene. 

Da mussten sich die Landwirte dann auch mit Technik ausrüsten um die Handarbeit zu ersetzen.   

Damals hat ein Landwirt 10 Menschen mit Nahrungsmittel versorgt und es gab ca. 4,3 Mio landwirtschaftlich Betrieb. Heute sind es noch ca 285 000 Betrieb in Deutschland und jeder versorgt ca. 120 Menschen rein rechnerisch.

Industrielle Landwirtschaft ist aus meiner Sicht ein Modewort genauso wie Massentierhaltung und hat mit den Betrieben nicht zu tun. 
Jeder gute Landwirt ob groß oder klein - BIO oder NORMAL kann mit diesen Begriffen nichts anfangen.

Kommentar von Agronom ,

Ich sehe da keine wirklichen Widersprüche zwischen unseren beiden Aussagen.

Dass ein kleinerer Betrieb neue Technologie nutzt habe ich nirgends ausgeschlossen, ebenso nicht, dass ein Bio-Betrieb keine industrielle Form der Landwirtschaft ausüben könnte.

In der Tat ist es so, dass diese Begrifflichkeiten in der Landwirtschaft selbst nur selten zum Einsatz kommen und es dafür auch keine klar definierten Rahmen gibt, ich habe hier lediglich die allgemein gebräuchlichen Beschreibungen versucht wiederzugeben und habe dafür auch die Wikipedia-Einträge genutzt.

Antwort
von agrabin, 41

Das ist eine Definitionssache.

Jede Landwirtschaft, die den Faktor Arbeit durch Kapital ersetzt, d.h. mit Hilfe von  Mechanisierung Arbeitskräfte einspart oder  durch die Nutzung von industriell hergestellten Gütern, wie Mineraldüngern oder Pflanzenschutzmitteln Arbeit einspart, ist auf dem Weg in die Industrialisierung, bzw. nimmt teil daran.

Die Landwirtschaft in Europa ist mehr oder weniger industrialisiert. Maschinen und Geräte müssen sich rentieren, je mehr Geld ein Gerät kostet, desto mehr muss man damit produzieren, damit es sich lohnt. Das führt natürlich zu einer Produktion von immer größeren Stückzahlen und einer starken Spezialisierung.

Das ist die eine Seite der Medaille, die andere ist, dass landwirtschaftliche Produkte immer billiger werden.

Antwort
von Nogli, 21

Für den Bauern heißt es Produktionserweiterung für einen
Einkommensausgleich bei fallenden Preisen mit Überproduktion. Ein
Teufelsstrudel durch ein stetiges Abhandeln der Wertigkeit des
Produktes. In den 80er/90er waren es die Hähnchenhalter, die als erstes
in die
Industrielle Ldw getrieben wurden. Es mußten große durchmechanisierte
Ställe sein mit wenig Arbeiteinsatz, aber viel Kapitaleinsatz. Dann
vielen gesteuert die Preise, sodaß viele in finanziellen Nöten gerieten.
Not macht Abhängig und so erklärte sich die Industrie (u.a. Wiesenhof)
bereit, die Küken an einen bestimmten Termin zu liefern, die Medikamente
terminlich zu liefern, das Futter zu liefern und den Schlachttermin
festzusetzten, wann die Tiere abgeholt werden. D.h. der einstige stolze
Bauer ist mittlerweile zum Lohnmäster degradiert. Das was ihm
letztendlich gehört ist die Sch..ße und die toten Tiere (Abfall und das
Risiko). Ab den 90er war es der Schweinehalter der industiealisiert
werden mußten. 1995 gab es in Niedersachsen 62500 Schweinehaltende
Betriebe. Heute sind es noch 9000 bei ähnlichen Schweinepopulationen.
Auch hier wird sklavenähnlich für die Industrie produziert, die die
Preise letztendlich festlegen und die Bauern so entlohnen, sodaß die
Abhängigkeit nicht verloren geht. Heute sind die Milchbauern dran, die
100 Kühe und mehr im Nebenverdienst machen sollen. Wie ist hierbei egal,

solange die Milch der Industrie angeliefert wird. Das alles hat u.a.
zur Folge, das ein Verbraucher in D nur 10 % seines Einkommens für
Nahrungsmittel ausgeben braucht, damit er 35% für Urlaub/Unterhaltung
übrig behält.(Was ist es ein Rekord?, Luxus?, Wohlstand ??) oder auch
nur ein Klagen auf hohen Niveau ohne Feedback ?. Die deutsche bäuerliche
Landwirtschaft wird z.Z. von den Verbrauchern "aufgefressen". Die
Substanz schwindet und wird von Kapitalgesellschaften und Investoren
(Heuschrecken) übernommen. Z.Z. werden 70% der Landverkäufen im Osten
durch diese getätigt. Die Folge ist sowas wie Strodthhoff oder
KTG-Agrar, wo große autarke (Arbeitsplatzneutral) Einzelanlagen
entstehen. Die die Gemeinden viel Dreck, Lärm und kaputte Straßen
bereitet, seinen Wohn und Steuersitz Einkommensteuerpflichtig
wohlmöglich in Steueroasen verlagert hat und die Bevölkerung somit nur
die Belastungen und Kosten zu tragen hat. Die Wirtschaft macht die
Politik, und Politiker sind die Nutten der Wirtschaft und nicht der
Bürger.

Antwort
von brido, 38

Lediglich kleinere Einheiten bei 2 . 

Kommentar von PasswortxD ,

Wie meinst du das?

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