Frage von Geansehaut, 164

Wo ist der Sinn dahinter, dass Männer im islam nicht-muslimische Frauen heiraten dürfen, aber nicht andersrum?

Soweit ich weiß haben alle Verbote einen tieferen sinn um schlechtes zu vermeiden, aber ich konnte den Sinn hier nicht erkennen. Wenn es für beide Geschlechter verboten wäre hätte ich es noch verstanden, aber warum darf die Frau das nicht was der Mann darf? Vielleicht wisst ihr wozu dieser verbot da ist.

Danke im Voraus. (Bitte keine Islam feindlichen antworten und bitte auch nur wenn ihr euch da auskennt)

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Antwort
von uyduran, 80

Zunächst einmal begrüße ich Deine hinterfragende Denkweise. Diese ist ein sehr positives Merkmal.

Die Antworten von furkansel und ichdergeist21 fassen recht gut zusammen, wie das Verbot ursprünglicherweise begründet war. Aus muslimischer Sicht muss aber immer darauf geachtet werden, dass die Inhalte der Schriften in den richtigen Kontext gesetzt werden.

Es liegt heutzutage das weit verbreitete Irrtum vor, den Koran als einheitliche Schrift und als Gesetzbuch anzusehen. Dabei kennen Muslime den Koran traditionellerweise als Grundurkunde ihrer Religion und zugleich als die Grundlage ihrer gottesdienstlichen Übungen. Die Gebete basieren auf Korantexten, die sie täglich auswendig mehrfach zur Verfügung haben mussten, um ihren Gebetspflichten nachzukommen. Der Koran ist also zunächst einmal gar kein Buch gewesen, sondern ein Inventar von Texten, die man im Gottesdienst braucht. In neuerer Zeit ist der Koran dann auch zunehmend eine Richtschnur für das eigene Verhalten geworden. Früher hat man den Koran nur in gelehrten Kreisen auf seinen genauen Inhalt hin gelesen, ansonsten war er ein liturgischer Text. Zur Orientierung im täglichen Leben hat man juristische Texte oder Fatwas benutzt. Man wäre bei häuslichen Konflikten beispielsweise nie auf die Idee gekommen, im Koran nachzuschlagen. Erst seit dem frühen 20. Jahrhundert hat es sich so durchgesetzt, dass der Koran als die autoritative Schrift angesehen wurde. Dies hat auch einen Grund: Ursprünglicherweise gab es 14 Lesungen des Korans, also Rezitationsweisen, die sich in Aussprache und bestimmten Wortformen unterscheiden. Jeder professionelle Koranleser musste alle 14 Lesungen kennen und unterscheiden. Darin war eine Vielfalt an Interpretationen angelegt. Als die muslimische und die christliche Kultur aufeinandertrafen, geriet dies jedoch in Verruf. Aus christlicher Sicht ("ein Text, eine Wahrheit") erschien die Mehrdeutigkeit des Korans als rückständig. Die Muslime bemühten sich deshalb ebenfalls darum, mehr Eindeutigkeit in ihren Text zu bringen. Im Westen wurde der Koran dann für alles, was die Muslime tun, verantwortlich gemacht - und umgekehrt haben ihn die Muslime dann auch zu einer einheitlichen Schrift umgelesen und seine Vieldeutigkeit zu unterdrücken versucht. Deswegen betrachte ich es als sehr wichtig, die Interpretationsvielfalt des Korans wiederzuentdecken, denn nicht selten scheitert die muslimische Gesellschaft von heute an der Auslegung.

Nun zurück zu Deiner eigentlichen Frage: Wenn man also die Regelung, dass eine Muslima keinen nicht-muslimischen Mann heiraten soll, auf die hiesige Gesellschaft bezieht, also auf das Land und auf die Zeit, in der wir leben, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass sie keine Aktualität mehr hat. Denn wie ich schon unter dem Kommentar von furkansel geschrieben habe: Erstens sind Männer in unserer Gesellschaft nicht mehr prinzipiell dominanter als Frauen. Zweitens können Eltern in Deutschland in gemeinsamer Absprache entscheiden, für welche Religion sie ihr Kind eintragen (also nicht wie in anderen Ländern, wo Kinder die Religion des Vaters bekommen). Und drittens übernehmen Frauen mit überwiegender Mehrheit die Erziehung der Kinder, weswegen es einer muslimischen Erziehung viel stärker entgegenkommt, wenn die Frau Muslima ist.

Je nach dem, in welchem Land, in welcher Gesellschaft man lebt, macht das Verbot - aus rein religiöser Sicht - also mehr oder eben weniger Sinn. Ich plädiere für ein solches Religionsverständnis, das die Regelungen immer auf die jeweiligen Gegebenheiten abstimmt. So ist Religion zeitlos und dynamisch. Und es entspricht, wie ich bereits erwähnte, auch dem ursprünglichen Sinn, welchem zufolge Gelehrte die Schriften immer wieder situationsgemäß inform von Rechtsgutachten (Fatwas) ausgelegt haben und somit eine religiöse Richtschnur entwerfen konnten. Das Problem in heutiger Zeit liegt nur darin, dass die Mehrdeutigkeit des Korans wie gesagt in Verruf geraten ist und die theologischen Fakultäten der arabischen Welt dringend erneuert werden müssen. Somit muss man bei dem, was so manche "Gelehrte" vorgeben, vorsichtig sein.

LG

Antwort
von Stacx, 164

Also ich hatte eine Freundin, deren Familie muslimisch war und neben der Tatsache, dass sie überhaupt einen Freund hatte und ich deswegen schon verhasst war und dass ich ja keine Ahnung von dem Glauben hätte und das nicht akzeptieren könne (Dafür haben sie sich später entschuldigt und den Fehler eingesehen) gab es kein Problem mit meinem Glauben. (Agnostischer Atheismus)


Dieses Verbot ist schlicht und einfach auf der vorherrschenden Männerrolle (obwohl ja laut Islam Mann und Frau gleichberechtigt sind) zurückzuführen.
Das hat sich im Laufe der Geschichte leider im Sand verlaufen mit der Gleichberechtigung.

Antwort
von furkansel, 89

Ja in der regel sind Männer ja dominanter. Im westen kommt dies nicht so häufig vor doch in Afrika und Asien und im rest der Welt schon. Es wird befürchtet, dass dann wenn die frau muslima und der mann jude oder Christ ist, sich im Bezug auf die religiöse Erziehung der Kinder durchsetzt. Und so eine ehe steht ja unter der Bedingung dass die kinder muslimisch erzogen werden.

Kommentar von Geansehaut ,

Danke👍 Schöne Antwort!

Kommentar von furkansel ,

gern geschehen :-)

Kommentar von uyduran ,

Im Prinzip gebe ich Dir Recht: So wie Du es beschrieben hast, war es wohl ursprünglicherweise gemeint. Ein progressives Religionsverständnis setzt jedoch voraus, dass man immerzu mitdenkt und die Inhalte der Schriften in den richtigen Kontext setzt (Gemäß des Mottos: "Der Koran ist zwar ein abgeschlossenes Buch, aber unser Verständnis der heiligen Schrift ist ein ununterbrochener Prozess. Eine Religion ist deshalb nie fertig, weil die Menschen ständig an ihr arbeiten.").

Bezüglich dieser Streitfrage muss man also zu dem Schluss kommen, dass in der hiesigen Gesellschaft Umstände herrschen, in denen a) Männer nicht mehr prinzipiell dominanter sind als Frauen und b) Frauen mit überwiegender Mehrheit die Erziehung der Kinder übernehmen. In diesem Kontext macht das Verbot, einen nicht-muslimischen Mann zu heiraten, also keinen Sinn mehr. Ganz im Gegenteil kommt es der muslimischen Erziehung der Kinder umso mehr entgegen, wenn die Frau Muslima ist.

Antwort
von schelm1, 142

Jede sachliche Antwort würde islamfeindlich klingen, basiert diese Regelung doch auf dem Männerwahn dieser Weltanschauung, die Frauen in ihren Rechten konsequent unterbuttert, was diese Eheunmündigkeit von Frauen beweist. ansonsten könnte jeder heitaten wen er will, ob Mann oder Frau!


Kommentar von Geansehaut ,

Ich will auch keine sachliche Antwort wo du sagst das der Islam Frauen unterdrückt. Ich will Argumente wo es das Gegenteil beweist.

Kommentar von schelm1 ,

Für Dich erfinde ich keine Lügen! Der Koran bestimmt das Handeln der Muslime und keine Antwort, die Dir Ungläubigen gerade in den Kram passt!

Antwort
von ArnoldBentheim, 64

Soweit ich weiß haben alle Verbote einen tieferen sinn um schlechtes zu vermeiden, aber ich konnte den Sinn hier nicht erkennen. Wenn es für beide Geschlechter verboten wäre hätte ich es noch verstanden, aber warum darf die Frau das nicht was der Mann darf?

Du hast die Widersprüchlichkeit und damit die Schwächen dieser frühmittelalterlichen religiösen Überlieferungen vollkommen richtig erkannt: es haben nicht "alle Verbote einen tieferen sinn", sondern es gibt auch solche, die völlig unsinnig sind, weil sie eben menschliche, aber nicht Verbote oder Gebote Allahs sind!

Lerne daraus und ziehe für dein Leben die richtigen Konsequenzen!

MfG

Arnold

Kommentar von Geansehaut ,

Ich bin gerade am Anfang von diesem Thema und habe mich noch nicht einmal richtig damit beschäftigt. Keine Angst eine Religion die mich so bereichert hat und so viel unerklärliches Wissen hat lasse ich nicht so schnell los. Danke trotzdem für deine Antwort:)

Antwort
von fragendesg, 95

Weil, egal in welcher religion, die Frau schwächer ist als der mann. Der Mann ist dafür da, um die Frau zu schützen. Aus islamischer sicht darf ein Mann eine nicht- muslima heiraten, da seine islamischen werte durch sich selbst trotzdem gewährleistet wären. Einer Frau hingegen ist bei einer Ehe mit einem nicht- muslim ihr islamisches recht nicht automatisch gewährleistet. Natürlich hängt das alles auch von der jeweiligen Person ab. Aber rein Physisch betrachtet ist die Frau schwächer als der Mann und könnte ihren rechten beraubt und unterdrückt werden. Jetzt soll hier keiner mit " muslims unterdrücken ihre Frauen" ankommen. Aus islamischer sicht ist dies nicht erlaubt!

Kommentar von webschamane ,

Jein, man müsste im islamischen Rechtsverständnis wohl prüfen, ob es sich um eine Jungfrau oder Wiederverheiratung handelt. Bei Wiederverheiratung kann es eventuell Ausnahmen geben.

Antwort
von webschamane, 81

Sinn der Regelung ist, dass der Haushalt muslimisch sein muss und Vorstand des Haushalts ist aus muslimischer Sicht der Mann.

Antwort
von SarahYoung, 72

Meines Wissens nach steht im Koran durchaus drin, dass Muslime und Muslimas keine Andersgläubigen heiraten dürfen, bis diese zum Islam konvertiert sind. Es  wird aber davon ausgegangen, dass die Kinder nach dem  Glauben des Mannes erzogen werden, weil dieser "stärker" ist. Wenn also der Mann ein Moslem ist und die Frau keine Muslima, dann geht man davon aus, dass die Kinder sowieso nach dem Islam erzogen werden. Ist die Frau aber Muslima und der Mann kein Moslem, ist das dann nicht gewährleistet.

Antwort
von eleteroj, 64

Die meisten Fattwas zu dieser Thematik begründen es damit, dass die Frau dem Mann untergeordnet ist (4. Sure "Die Weiber") und dass der moslemische Mann als Familienoberhaupt natürlich bestimmt, dass der Nachwuchs ebenfalls moslemisch erzogen wird. Während der Ungläubige Mann, so unterstellt man, den Nachwuchs seiner moslemischen Frau dann nicht als Moslems erzieht - sie gehn somit der Umma, der islamischen Welt, verloren.

Antwort
von ItsJustMe38, 45

Den "tieferen Sinn" kennt nur Allah..

Aber: wenn eine Muslimische Frau einen Nicht-muslim heiratet, mann dieser sie zu einer anderen Religion zwingt, ein Muslim darf jedoch eine nicht Muslimin nicht zum Islam zwingen!
Somit wird die Religionsfreiheit der Frau geschützt.

Kommentar von Weinberg ,

wenn eine Muslimische Frau einen Nicht-muslim heiratet, mann dieser sie zu einer anderen Religion zwingt, ein Muslim darf jedoch eine nicht Muslimin nicht zum Islam zwingen!
Somit wird die Religionsfreiheit der Frau geschützt.

Es ist bei uns verboten, jemand zu irgendeinen Glauben zu zwingen.

Daher ist es auch für einen Nicht-Muslim nicht erlaubt, seine muslimische Frau zu einem anderen Glauben zu zwingen.

Somit ist der Glaube auch  der muslimischen Ehefrau eines Nicht-Muslims geschützt.

Antwort
von yagmur11, 53

Hmm ich kann das, da mein Wissen dafür nicht ausreichend ist, dir nicht ausführlich genug erklären. Also wenn es dir bis jetzt keiner verständlich genug erklärt hat kannst du ja in einer Moschee mal nach fragen, manchmal gibt es auch so was wie Tag der offenen Moschee, wo dann Leute kommen um fragen zu stellen ( natürlich kannst du ganz egal welcher Tag in eine Moschee) außer natürlich du magst da wegen dieser Frage nicht hin gehen. Dann kannst du ja mal in yt schauen ob das da jemand also ein Prediger erklärt und dir ein Urteil bilden. Oder wenn du muslimische Freunde hast sie fragen, ob sie es erklären können

Antwort
von Florentina8, 66

Weil wenn der mann (muslim)eine nichtmuslimische frau heiratet und sie dann Kinder kriegen werden diese muslime
Aber wenn die frau mulimin ist und der man nicht dann werden die kinder nichtmuslimisch

Kommentar von Sunnitee ,

Gute Rechtschreibung Ukhti.

Kommentar von Sunnitee ,

:-) nicht böse gemeint.

Kommentar von Florentina8 ,

Solange man es versteht spiel das dich keine rolle wegen ein paar kleinen tippfehlern

Kommentar von Weinberg ,

Weil wenn der mann (muslim)eine nichtmuslimische frau heiratet und sie dann Kinder kriegen werden diese muslime
Aber wenn die frau mulimin ist und der man nicht dann werden die kinder nichtmuslimisch

Und wieso ?

Wie kommt man auf die absurde Idee, daß alleine der Mann bestimmt, in welcher Religion die Kinder erzogen werden müssen?

Ach + ja, ich vergass, daß die Weiber dem Manne unterlegen sind und somit, unmündig wie sie Allah geschaffen hat, in allen Belangen dem Manne zu gehorchen haben........

Kommentar von Florentina8 ,

Nein das stimmt nicht beide haben das genau die gleichen rechte aber nur wenn auch beide muslime sind da das so im koran staht

Kommentar von Weinberg ,

Nein das stimmt nicht beide haben das genau die gleichen rechte aber nur wenn auch beide muslime sind da das so im koran steht

Aber bitte, die Menschenrechte sind doch nicht von der Religion abhängig !!

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