Frage von schwachschtelle, 47

Wo ist das Problem bei älteren Mitmenschen und dem Kartenführerschein?

Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, Fahrpersonalverordnung, Fahrerlaubnisverordnung... die Gesetzeslage kenn' ich zur Genüge.

Mir geht es darum, warum alle Menschen die vor 1999 schon einen Führerschein hatten, jetzt so an ihrer grauen oder rosanen Pappe hängen?

Der aktuelle Anlass ist ein Fahrzeug aus der "Sprinterklasse" (ZgG. 3,5t mit AHK) und ein 70 Jahre alter Aushilfsfahrer mit der Einstellung: "Warum darf ich den nicht fahren? Ich fahre mein ganzes Leben schon Autos und Transporter. Ich hab doch den Führerschein."

Jetzt kommt z. Bsp. die fehlende Fahrerkarte, weil der Jumper (Citroen) mit AHK einen Tachographen haben MUSS und bei gewerblich genutzten Fahrzeugen ab 2,8t eine Aufzeichnungspflicht besteht, ab 3,5t sogar eine dokumentenechte Aufzeichnung (eben durch den Tachographen).

Weiter kommt noch die "95" im Führerschein, die ihn legitimiert mit einem Fahrzeug/Fahrzeuggespann über 3,5t ZgG. Geld zu verdienen (durch Fahrtätigkeit). Und eben noch das ärztliche Gutachten.

Bitte nicht verkehrt verstehen, die Qualifikation auf der Straße zu verbessern ist, finde ich, der richtige Weg!

Aber warum so viele, überwiegend ältere, Menschen so beratungsresistent sind in diesem Bereich, ist mir ein Rätsel.

Auch, dass die "neuen Führerscheinklassen" gar nicht mehr neu sind. Wenn jemand 1990 seine Fahrerlaubnis bekommen hat und heute sagt "die neuen Führerscheinklassen verstehe ich nicht", dann habe ich nur Kopfschütteln dafür über.

  1. sind die seit 1999 neu... aber 15/16 Jahre später ist das nichts neues mehr dran. Er ist quasi mehr unter den neuen Klassen Auto gefahren (16 Jahre) als unter den alten (9 Jahre) und es ist trotzdem "neu" für ihn.
  2. ist jeder Verkehrsteilnehmer selber dafür verantwortlich sich weiter zu bilden.

Das macht mir grade echt etwas Kopfschmerzen...

Antwort
von larry2010, 21

ganz ehrlich, ich bin 35 jahre alt und habe auch die nase davon voll, mir jedesmal zu behalten, was sich bei den führerscheinklassen ändert.

ich behalte mir doch nicht, ob es die klasse am oder s gibt oder nicht mehr, wenn ich genau weiss, was ich mit meinen dreier fahren darf und darauf bei neuerungen achte.

bei deinen beispiel habe ich das gefühl, das da der chef auch nicht interessiert war, das der fahrer sich entsprechend eine fahrerkarte besorgt und weiss, was er noch beachten muss.

im übrigen hängt man an dem führerschein, weil es eine art meilenstein im leben war, man wurde unabhängiger und man kann mit dem führerschein überall hinfahren, was vorher nicht möglich war. es ist eine wichtige erinnerung.

Antwort
von DrStrosmajer, 21

Wenns Dir Kopfschmerzen macht, stell halt jüngere Aushilfen ein. Ich möchte außerdem bezweifeln, daß ein 70-jähriger, selbst wenn er alle Flebben hat, die gefordert werden, einen Job als Kurierfahrer mit all dessen Anforderungen bewältigen kann: 25-kg-Paket aus dem Wagen zerren, damit 5 Treppen hoch, feststellen, daß Empfänger nicht daheim ist, Benachrichtigungskarte schreiben, Paket wieder auf den Ast nehmen, Treppen runter, Paket einladen, weiterfahren.

Fefrner glaube ich nicht so recht, daß jemand mit einem alten grauen Lappen von 1964 "beratungsresistent ist". Es fehlt ihm lediglich an Verständnis für die beknackte Regelungswut, die uns neben Fahrerkarte, Tachograf usw. auch eine nette Gebühren- und Hardware-Abzocke beschert hat.

Eine Fahrerkarte kostet um die 35 oder 40 Euro. Wieviel ein Tachgraf kostet und dessen Folgekosten für Eichung bzw. Kalibrierung, will ich gar nicht wissen.

Kommentar von larry2010 ,

wobei ich als aushilffahrer auch überlegen würde, ob ich die 40 euro noch ausgeben soll.

mein vater hat darauf verzichtet, als die untersuchungen bei  kalsse 2 führerschein anstanden diese zu behalten. da durfte dann den juniorchef fahren.

Antwort
von schwachschtelle, 15

@DrStrosmajer:
Achtung VORURTEIL Transporterfahrer!!!
Wie kommst du auf Kurierfahrer, Pakete zerren, Treppen steigen?

Der steigt in einen fertig beladenen Transporter, fährt ca. 3-4 Stunden von A nach B, bei B an die Laderampe und wird komplett abgeladen. Danach fährt der leer zurück.

Neben dem Fahren braucht der gar nichts machen!

@larry2010:
Und was soll ich mit 32 Jahren sagen?
In den letzten 16 Jahren hab ich 7 Führerscheine erworben (A1,A,B,BE,T,C,CE -> alles einzelne Fahrprüfungen!) und dank CE bin ich mehr oder weniger "verdonnert" mir das alle 5 Jahre anzuhören, was sich geändert hat. Inkl. ärztliches Gutachten und 5 Samstage a 7 Stunden Weiterbildung.
Ok, hab nen Bürojob, aber unser Chef möchte, dass alle den Klasse CE Lappen haben... da sag' ich nicht nein ;)
Das ist übrigens der selbe Chef, der auch alle Kosten bei Behördengängen trägt, wenn sich jemand die Fahrerkarte holt, den Führerschein umschreiben lässt oder die 95 Lehrgänge bezahlt bekommen haben möchte.

Er ist sehr wohl daran interessiert. Bloß kommen ein paar Fahrer ihm 0 entgegen.

Aufgrund der Weiterbildung und gemachter Führerscheine hab ich glaub ich schon die 4. oder 5. Karte bekommen.

Ok, das mit dem Meilenstein und der Erinnerung kann ich ein bisschen nachvollziehen.

Kommentar von larry2010 ,

evtl. ist der fahrer auch mit dem ganzen überfordert und es ist ihm zuviel.

wir haben freunde, die mit 70 einen computer anschafften und täglich in sozialen netzwerken unterwegs sind und wir haben in der familie einen fall, der überfordert ist eine überweisung auszuschreiben oder bei der pizzaria anzurufen.

du hast dich dafür entscheiden, das du das alles mitmachst und dich informierst.

für mich haben andere sachen prioritäten.

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