Frage von VisionOfVictor, 78

Wo fängt für euch das Leiden der Menschheit an, wenn...?

.....wenn man davon ausgehen würde dass genug Geld für alle vorhanden wäre so wie genug Nahrung und auch ein gerechtes Gesetzsystem? Was definiert ihr als die Wurzel des leidens in Bezug auf die Menschheit? Wer die richtige Antwort kennt, dem werde ich bewundern. (Soviele kommen auf die falsche Lösung. Ja, wenn ihr so wollt ist es eine Frage und ein Rätsel zu gleich. Wieso? Weil ich für mich entschieden habe es bereits herausgefunden zu haben.) :-) Bin aber offen zu hören ob ich mich vielleicht all die Zeit getäuscht habe.

*Nachtrag: Gehen wir davon auch aus, das körperliche Unfälle und Krankheiten ausseracht gelassen werden, bei dieser Frage. Wo fängt das Leid an, unter den Menschen?

Antwort
von derMannohnePlan, 17

Wir Menschen sind geblieben, wie wir seit Millionen von Jahren waren - im höchsten Maße gierig, neidisch, aggressiv, eifersüchtig, ängstlich und verzweifelt, mit gelegentlichen Ausbrüchen der Freude und der Zuneigung. 

Wir sind eine seltsame Mischung von Haß, Furcht und Freundlichkeit. Wir sind gewalttätig und auch friedfertig. 

Der äußere Fortschritt hat uns vom Ochsenkarren bis zum Düsenflugzeug geführt; aber innerlich hat sich das Individuum überhaupt nicht geändert, und dieses Individuum hat die Struktur der Gesellschaft in der ganzen Welt geschaffen. 

Das äußere soziale Gefüge ist das Ergebnis der inneren psychologischen Struktur unserer menschlichen Beziehungen, denn das Individuum ist das Resultat der gesamten Erfahrungen, des gesamten Wissens und Verhaltens des Menschen. 

Jeder von uns ist das Lagerhaus der ganzen Vergangenheit. Das Individuum ist das Wesen, das die ganze Menschheit in sich trägt. Die gesamte Geschichte des Menschen ist in uns niedergeschrieben. 

Beobachten Sie, was sich wirklich in Ihnen und in der Außenwelt abspielt - in dieser Wettbewerbskultur, in der Sie leben, mit ihrem Verlangen nach Macht, Position, Einfluß, Namen, Erfolg und allem Drum und Dran. 

Betrachten Sie die Leistungen, auf die Sie so stolz sind, den ganzen Bereich, den Sie Leben nennen, in dem alle Beziehungen voller Konflikte sind, die Haß, Widerstreit, Brutalität und endlose Kriege erzeugen. 

Alle äußeren Veränderungen, die durch Kriege, Revolutionen, Reformationen, Gesetze und Ideologien veranlaßt wurden, haben es nicht vermocht, die Natur des Menschen und damit die Gesellschaft grundlegend zu verwandeln. 

Als menschliche Wesen, die in dieser monströs häßlichen Welt leben, müssen wir uns fragen, ob diese Gesellschaft, die auf Wettbewerb, Brutalität und Furcht gegründet ist, zu einem Ende kommen kann - nicht in der begrifflichen Vorstellung, nicht als eine Hoffnung, sondern in Wirklichkeit, so daß der Geist frisch, neu und unschuldig ist und eine ganzlich andere Welt hervorbringen kann.

Ich glaube, das kann nur geschehen, wenn jeder von uns die wesentlichste Tatsache anerkennt, daß wir als Individuen, als menschliche Wesen, in welchem Teil der Welt wir auch zufällig leben oder welcher Kultur wir auch zufällig angehören mögen, voll und ganz für den Gesamtzustand der Welt verantwortlich sind. 

Jeder von uns ist
für jeden Krieg verantwortlich, denn unser Leben ist voller Aggressivitat; wir haben unseren Nationalismus, wir sind voller Selbstsucht, haben unsere Götter, unsere Vorurteile, unsere Ideale - und das alles trennt uns voneinander. 

Und nur, wenn wir klar erkennen - nicht intellektuell, sondern so wirklich, wie wir unseren Hunger oder unsere Schmerzen empfinden daß Sie und ich für das bestehende Chaos verantwortlich sind, für das Elend in der ganzen Welt - denn wir haben durch unser tägliches Leben dazu beigetragen und sind Teil dieser monströsen Gesellschaft mit ihren Kriegen, Einteilungen, ihrer Häßlichkeit, Brutalität und Gier -, nur dann werden wir wirklich handeln. 

Während der ganzen theologischen Vergangenheit ist uns von religiösen Lehrern versichert worden, dass wir, wenn wir bestimmte Riten verrichten, bestimmte Gebete oder Mantras wiederholen, uns gewissen Normen anpassen, unsere Wünsche unterdrücken, unsere Gedanken kontrollieren, unsere Leidenschaften sublimieren, unsere Triebe eindämmen und uns sexueller Ausschweifungen enthalten, dass wir - wenn Geist und Körper ausreichend gefoltert sind - dann etwas jenseits dieses bedeutungslosen Lebens finden werden. 

Und das haben Millionen sogenannter religiöser Menschen Jahrhunderte hindurch getan, entweder in der Abgeschiedenheit, indem sie in die Wüste oder in die Berge oder in eine Höhle gingen oder mit der Bettelschale von Dorf zu Dorf wanderten oder sich in einem Kloster als Gruppe zusammenfanden und ihren Geist zwangen, sich einem festgelegten Vorbild anzupassen. 

Aber ein gequälter Mensch mit einem zerbrochenen Geist, ein Mensch, der diesem ganzen Tumult zu entrinnen trachtet, der der äußeren Welt entsagt hat und durch Disziplin und Anpassung abgestumpft wurde, solch ein Mensch, wie lange er auch suchen mag, wird nur finden, was seinem irregeleiteten Geist entspricht.

Antwort
von Maximus68, 5

Das Übel der Menschheit entsteht in einem selbst, in der eigenen und persönlichen Unzufriedenheit. In dem Maßstab der eigenen Werte und Vorstellungen, welche auch für andere gelten sollen. Das Übel ist der Neid, die Eifersucht, die Habgier aufgrund der eigenen Unzufriedenheit mit sich selbst und der vielleicht daraus entwickelten falschen Vorstellung von wahrer Lebensfreude, positiver Energie und verkehrten Werten.

Antwort
von Prinzessle, 18

Die Machtgelüste und die Gier, besser zu sein und mehr zu haben....das ist meiner Meinung nach das Leiden der Menschheit...sie sind unzufrieden mit dem was sie haben, es dürstet viele nach mehr...

Dante beschrieb mal die Hölle und den Himmel in seiner Holzlöffelgeschichte...

Ein Suppentopf mit einem grossen Löffel....in der Hölle kam niemand zum Essen weil sich alle um den Löffel stritten

Im Himmel hielten zwei den Löffel, damit einer sich nähren konnte und so ging es Reih um bis jeder satt war.

Antwort
von Rendric, 43

Jeder Mensch ist die Wurzel seines eigenen Leidens und auch des eigenen Glückes.

Natürlich nehmen Schicksalsschläge und gerade auch die Erziehung, Einfluss auf die Lebensweise und - einstellung.

Dennoch geht jeder mit seinem Leben anders um. Es gibt sehr glückliche Menschen, obwohl ihnen viel Leid widerverfahren ist. Und es gibt sehr traurige Menschen, die eigentlich nichts gravierendes erlebt haben.

Es ist eine Frage der Resilienz.

Antwort
von BTyker99, 5

Man leidet immer, wenn man andere sieht, denen es besser geht.

Viele denken, dass die meisten Menschen in Afrika ständig leiden würden, und wir Europäer würden sicherlich auch so empfinden, wenn wir spontan mit ihnen tauschen müssten: Kein fließendes Wasser, keine Playstation4, Insekten essen, ect. . Aber objektiv gesehen, ähnelt die Lebensweise der ländlichen Bevölkerung in Afrika viel stärker derjenigen, die alle Menschen auch vor tausenden Jahren hatten. Dann könnte man genauso gut sagen, dass alle Mensche in der früheren Zeit ständig gelitten hätten, was aber nicht der Fall war. Zwar war selbstverständlich die Lebenserwartung viel kürzer, aber man konnte sich das natürlich nicht bewußt machen. Es kommt immer auf eine Vergleichsmöglichkeit an, wenn man sich entweder mit anderen Menschen vergleicht, oder mit dem eigenen, in der Vergangenheit liegenden Zustand.

Antwort
von 2Fragensteller0, 41

Ist bei jedem unterschiedlich...es gibt nicht die eine Lösung

Antwort
von GanMar, 41

Für mich ist die Wurzel des Leidens der Neid - ein Gefühl, welches viele auch dann noch verspüren, wenn alle ihre Bedürfnisse längst befriedigt sein sollten. Wer keine Bedürfnisse mehr hat, der schafft sich dann welche.

Antwort
von NewKemroy, 12

Die Wurzel des Leidens ist die Identifikation mit einer Idee von uns selbst. Oder anders gesagt, dass wir glauben ein ICH zu sein, ein Konzept. Ich setze das gleich mit mangelnder Weisheit. Einem Zitat zufolge bedeutet Weisheit zu erkennen nichts zu sein und Liebe bedeutet zu erkennen alles zu sein.

Die Wurzel des Leidens ist demnach etwas, was ganz tief in uns drin steckt. und es hat durchaus eine metaphysische oder spirituelle (religiöse) Dimension.

Kommentar von VisionOfVictor ,

Ich denke wir besitzen ein Ich. Diese Philosophie das wir kein Ich besitzen ist für meine Ansicht eine falsche intepretation einer Erfahrung (die manche mit Erleuchtung bezeichnen).

Wenn nicht ein Ich eine Erleuchtung erfährt, wer dann?

Ein Ich besteht also selbst bei der Erfahrung einer Erleuchtung/Erwachen des geistes. Der Unterschied zu vorher liegt lediglich darin, das du erkennt, das du mehr bist als dein Ich. Das ist der grosse Unterschied. Der zweite Unterschied ist, das du nicht nur erkennst dass du mehr bist als nur das Ich, sondern das dein Ich auch eine andere Seite hat. Der freie Wille des Ichs bleibt also weiterhin bestehen. Ohne Ich gäbe es keine Wahrnehmung und ohne Wahrnehmung keine Erleuchtungserfahrung.

Kommentar von NewKemroy ,

Du hast recht. Wenn nicht ein Ich eine Erleuchtung erfährt, wer dann?

Und Du hast nochmal recht: Der zweite Unterschied ist, das du nicht nur erkennst dass du mehr bist als nur das Ich, ...

Meiner Meinung nach sind es drei Ich. Drei Identifikationspunkte, wenn Du so willst. Und ein Ich ist dabei definitiv zuviel. Diese Dreier-Konstellation ist meines Erachtens das Problem: "Me, myself and I"

Eines der Dreien kann auf jedenfall abserviert werden. Dabei muss es nicht verschwinden. Lediglich die Identifikation, also das wir unser Seins-Gefühl hierheraus beziehen muss beendet werden.

Die Reduktion von drei auf zwei, wäre eine gute Sache in Bezug auf das Leiden der Menschheit.

Kommentar von NewKemroy ,

Meine These ist, dass die oben genannte Dreier-Konstellation so etwas wie Gier, Hass, Zweifel, Neid, Stolz, Furcht und Ähnliches erst ermöglicht. Mit einem "Zweier-Konstrukt" gibt's das alles gar nicht.

Und damit wäre dann klar, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Antwort
von nowka20, 10

die wurzel des leidens ist der fall in die materie

Antwort
von Nikita1839, 32

Der Drang danach, über anderen zu stehen und mehr zu haben als andere

Antwort
von archibaldesel, 16

Die Wurzel des menschlichen Leides ist die Geburt.

Antwort
von VisionOfVictor, 17

Ich gebe euch einen Tipp:

Ihr haltet euch oft selbst nicht aus.....

Kommentar von NewKemroy ,

Ja, und wer ist jetzt Ihr und wer ist Selbst

Wieviele male wohne ich denn in meiner Brust?

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