Frage von SoldatSynthagon, 6

Wiso fühlen sich die Menschen nicht verbunden?

Wiso "kämpft" jeder mensch eigentlich für sich alleine und nicht für die gesellschaft?

Ich meine ich und meine freunde stehen jeder hinter jedem was er tut und unterstüzen einander wenn einer es mal hart hat. Wiso machen das nur die wenigsten auf dieser Erde? Und wiso sind "ärmere" Menschen herzlicher und hilfsbereiter als reiche? (normalerweise) Macht geld mit einem menschen wirklich so viel?

Antwort
von Machtnix53, 4

Menschen verhalten sich nach ihren Vorstellungen von der Welt und ihren Mitmenschen.

Wenn jemand die Vorstellung hat, dass er von Feinden und Konkurrenten
umgeben ist, die ihm böses wollen, wird er sich feindselig und
misstrauisch verhalten.

Verständnis und Mitgefühl wird er als Schwäche sehen, die ihn gegegenüber den anderen benachteiligt. Er wird sich berechtigt fühlen, ihnen schlechtes anzutun, weil er meint sich, verteidigen zu müssen.

Wenn nur ein Einzelner betroffen wäre, wäre es einfach nur Paranoia, eine psychische Störung. Wenn es aber Viele mit solchen Vorstellungen sind, wird es zu einem selbsterhaltenden Gesellschaftssystem.

Zum Einen durch direkte Bestätigung von ähnlich Denkenden. Einen größeren Effekt hat aber die Bestätigung durch das Verhalten der Gegenseite. Die Feindseligkeit der einen Seite rechtfertigt die Feindseligkeit der anderen Seite, Hass füttert Hass. Das ist ein Teufelskreis.

Seit mehreren tausend Jahren dominiert eine Kriegs- und Konkurrenzkultur, die sich durch viele Gewohnheiten und Institutionen immer wieder ihre grundsätzlichen Vorstellungen vom Menschen als Feind und Konkurrenten des Menschen aufrecht erhält.

Dazu gehört auch die Vorstellung, dass das "Böse" in der Natur des Menschen läge. Das ist so, als läge es an der Hardware eines Computers, wenn darauf Kriegsspiele gespielt werden. Die menschliche Natur
ermöglicht alles: Krieg und Frieden, Schmerz und Freude, Hass und Mitgefühl.

Neben der Kultur des Gegeneinanders gibt es aber auch eine Subkultur des
Miteinanders und Füreinanders, das was du mit deinen Freunden erlebst.
Bewahrt es euch und versucht es zu erweitern durch weitere Freunde.

Antwort
von MonkeyKing, 5

Jeder Mensch fühlt sich mit seinen Nächsten verbunden. Das, was wir als den "Nächsten" betrachten wird aber immer eingeengter. Früher gab es noch intakte Dorfgemeinschafte, auch in Großstädten kannte man seine Nachbarn aber wir vereinzeln/vereinsamen immer mehr. Gleichzeitig haben wir auf Facebook etc. "Freunde" in der ganzen Welt, denen wir uns aber nicht wirklich nahe fühlen. Hinzu kommt dass wir uns immer mehr auf den "Staat" verlassen, alles für uns zu regeln. Wir sind nicht mehr auf den anderen angewiesen um zu überleben. Alles wird uns auf Knopfdruck ins Haus geliefert, anonym und völlig unverbindlich.

Antwort
von Schwoaze, 2

Der Zusammenhalt zwischen 2 Menschen ist - wenn man noch dazu verliebt ist - leichter gegeben als bei größeren Gruppen. Auch die Familie, die Kernzelle jeder Gesellschaft hält im Regelfall zusammen. Je mehr Leute, je weiter man die Kreise zieht, umso schwieriger wird es.

Menschen sind Individuen, denen nun mal ihr eigenes Hemd am nächsten ist. Je größer aber die Not, desto größer der Zusammenhalt, weil es als "Einzelkämpfer" gar nicht gehen würde.

Jeder freut sich, wenn er die Not abschütteln kann. Gleichzeitig geht aber auch die enge Beziehung mit ehemaligen Verbündeten flöten. Ist eigentlich schade, hast recht!

Kommentar von SoldatSynthagon ,

Aber wiso wird es immer schwieriger?

Ich meine ich und meine kollegen haben es nicht mal so schlecht wir haben alle einen "normalen" Lohn und auch keine grösseren Probleme. Also wiso können das nicht auch alle anderen?

Kommentar von Schwoaze ,

Da hast Du eine interessante Frage aufgeworfen. Ich beobachte das auch seit längerem. Der Zusammenhalt innerhalb der ganzen großen Verwandtschaft bröckelt. Irgendwie hat jeder andere Interessen, dann ist das ja ganz natürlich. Ich finde es trotzdem schade.

Kommentar von Schnoofy ,

Auch die Familie, die Kernzelle jeder Gesellschaft hält im Regelfall zusammen.

Das ist auch grundsätzlich etwas Positives.

Bedenklich wird es dann, wenn das "Zusammenhalten" dazu führt, dass eine imaginäre Familienehre nahezu fanatisch verteidigt wird.

Entsprechend sehe ich das auch auf der höheren Ebene, der Gesellschaft bzw. des Staates. Der Schritt zum Nationalsozialismus ist plötzlich nur ein ganz kleiner.

Kommentar von Schwoaze ,

Naja!  Gar so klein!

Was die Familienehre betrifft... da beziehst Du Dich wohl eher auf einen anderen Kulturkreis, was mich auch besorgt macht.

Antwort
von NewKemroy, 3

Das liegt nicht am Geld per se, sondern an der Art des Geldes. Es ist einfach eine Frage des Geldsystems. Unser bisheriges Geldsystem bedingt eine feindselige Konkurrenz im Geschäftsleben, verursacht eine Tendenz der gegenseitigen Beraubung und fördert das wechselseitige Misstrauen. Durch den täglichen Umgang geht dieses Verhalten allmählich in Fleisch und Blut über.

Nicht so bei einem Geldsystem mit umlaufgesichertem Geld. Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgesichertes\_Geld

Hierbei entfallen die Gründe für die Unverbundenheit.


Antwort
von Nicodemus0815, 3

Meine Erfahrung ist, daß unsere Seele spontan und absichtslos mit allem verbindet, was uns umgibt, also auch mit unseren Mitmenschen. Verlieren wir den Kontakt zu unserer Seele fühlen wir uns auch nicht mehr verbunden.

Den Kontakt zu unserer Seele verlieren wir z.B. wenn man das Empfinden der Kinder nicht ernst nimmt oder sie auch noch bestraft, wenn sie sich mitteilen. So lernen sie, daß ihre Empfindungen nichts wert oder sogar schlecht sind.

Ich persönlich halte das für so gravierend, daß ich die These aufstelle, daß der 1.te und 2.te Weltkrieg durch all Erinnerung der Kinder, die auf Grund der menschenverachtenden Kultur des Gehorsams entstanden sind, nicht möglich gewesen wäre.

Antwort
von 1988Ritter, 3

Je älter man wird desto größer sind die angesammelten negativen Erfahrungen, insbesondere auch die Erfahrungen, wo Andere einen nur ausgenutzt haben.

Durch diesen Erfahrungsschatz wird man gegenüber anderen Menschen vorsichtig und misstrauisch. Das kann auch dazu führen, dass man seine Emotionen auf einen sehr kleinen Kreis (in der Regel die engere Familie) beschränkt.

Altes Sprichwort:

Alle wollen nur Dein Bestes, und Dein Bestes ist Dein Geld.

Antwort
von kaufi, 3

Im großen Ganzen schaut der "Mensch" nur auf sich. Dein Beispiel arm und reich ist richtig, aber man kann es auch auf der Arbeit beobachten oder in der Schule. Ist der Chef oder Lehrer ein strenges A....loch, dann halten die Arbeiter oder Schüler mehr zusammen. Generell halten Leute denen es schlechter geht zusammen. Wenn man aber mal genau überlegt, denkt auch in dieser schlimmen Situation Jeder nur an sich. Sie nutzen den Schmerz des Anderen aus, das es ihnen besser geht. Sie geniesen es, das es Anderen nicht besser geht, weil sie dadurch mit ihrem Problem nicht alleine da stehn.

Ja und was die Herzlichkeit bzgl ärmere und reichere Menschen betrifft.......Ich glaube das ein armer Mensch ja direkt an der Quelle von einem Problem sitzt und auch daher das Problem eines Anderen erkennt. Den meisten Reichen gehts einfach gut.....die sind in der Regel weit von Problemen weg, die sie garnicht mehr erkennen können.

Antwort
von hummel3, 2

Der Mensch als Wesen ist mehrheitlich egoistisch und habgierig veranlagt.

Sich anderen verbunden zu fühlen stört dabei, weil diese Einstellung zu Zugeständnissen verpflichtet. - Man muss "teilen".

Antwort
von Gronkor, 3

In meinem Freundeskreis wird auch zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt.

Wie kommst Du darauf, dass das nicht normal ist?

Antwort
von archibaldesel, 1

Wiso ist ´ne schlechte Verbrauchersendung, die montags um 19:30 im ZDF läuft. Wieso fragst du? 

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