Frage von iba2412, 48

Wirtschaftsjahr bei Zusammentreffen unterschiedlicher Einkunftsariten?

Wie behandele ich ein Wirtschaftsjahr steuerlich, wenn unterschiedliche Einkunftsarten zusammentreffen. Das Wirtschaftsjahr bei Einkünften nach § 19 (Arbeitnehmer) und § 21 Vermietung und Verpachtung ist gleich dem Kalenderjahr. Jetzt kommen per 01.07. des Jahres noch Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft hinzu. Ist es hier möglich dann für L+F auch das Wirtschaftsjahr gleich dem Kalenderjahr zu haben und das erste halbe Jahr als Rumpfgeschäftsjahr zu betrachten. Oder ist bei L+F zwingend das versetzte Geschäftsjahr vorgeschrieben und alle anderen Einkunftsarten werden dann genauso behandelt. Wie behandelt man die Einkünfte im ersten Halbjahr von L+F zusammen mit den anderen Einkunftsarten

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo iba2412,

Schau mal bitte hier:
Landwirtschaft Einkommensteuer

Antwort
von Y0DA1, 23

Nach § 4a EStG haben die L+F ein WJ vom 01.07. bis zum 30.06.

Nehmen wir jetzt am besten ein bilanzierenden Landwirt, damit du es am einfachsten verstehst. Wir haben z.B. drei Bilanzen:
Bilanz 1 = 01.07.2012 - 30.06.2013 = Gewinn: 250.000
Bilanz 2 = 01.07.2013 - 30.06.2014 = Gewinn: 300.000
Bilanz 2 = 01.07.2014 - 30.06.2015 = Gewinn: 350.000

In die Einkommensteuererklärung 2013 kommt also:
6/12 von Bilanz 1 = 125.000
6/12 von Bilanz 2 = 150.000
               Summe = 275.000 Gewinn aus L+F in 2013

In die Einkommensteuererklärung 2014 kommt also:
6/12 von Bilanz 2 = 150.000
6/12 von Bilanz 3 = 175.000
               Summe = 325.000 Gewinn aus L+F in 2014

Es gibt L+F mit anderen WJ als 01.07. - 30.06. Bei denen wird wie oben verfahren, nur eben nicht 6/12, 6/12 sondern z.b. 4/12, 8/12

Antwort
von Helmuthk, 28

Bei den Überschusseinkünften ((Nichtselbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und Sonstige Einkünfte) gibt es kein Wirtschaftsjahr. Diese Einkünfte werden nach dem Kalenderjahr ermittelt.

Das gilt auch für die Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wenn der Betrieb nicht im Handelsregister eingetragen ist, und bei den Einkünften aus Selbständiger Arbeit.

Bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ist zwingend das Wirtschaftsjahr vorgeschrieben.

Es werden dann für ein Kalenderjahr immer 2 Halbjahre erfasst, für das Jahr 2014 also jeweils die Hälfte der Wirtschaftsjahre 2013/2014 und 2014/2015.

Es gibt bei der Land- und Forstwirtschaft noch andere Wirtschaftsjahre.

Beim Weinbau ist es z. B. der 1.9 - 31.8.

Da wird natürlich nach dem Anteil der Monate aufgeteilt, also nicht halb und halb.

Kommentar von Y0DA1 ,

Das gilt auch für die Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wenn der Betrieb nicht im Handelsregister eingetragen ist, und bei den Einkünften aus Selbständiger Arbeit.

Das stimmt nicht. Siehe § 4a (1) S.1 EStG

Bei Land- und Forstwirten und bei Gewerbetreibenden
ist der Gewinn nach dem Wirtschaftsjahr zu ermitteln.

Solltest du gleich auf § 4a (1) S2. Nr. 3 EStG abzielen, diese Vorschrift setzt das Wirtschaftsjahr gleich den Zeitraum des Kalenderjahres. Maßgeblich ist und bleibt für die Gewinnermittlungszeitraum das Wirtschaftsjahr.


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