Frage von yeahh1, 30

wirtschaftliche und politische faktoren und hintergründe die zur zerstörung der demokratie führten und die ernennung hitlers zum reichskanzler ermöglichten?

Antwort
von chouchocolate, 23

wirtschaftlich: generell kann man sagen das Deutschland wirtschaftlich am Ende war

Weltwirtschaftskrisevon 1929, Deutschland hat viele Kredite in den USA aufgenommen und konnte diese nicht zurückzahlen, als die USA zurückforderte, Hohe Arbeitslosenrate, Armut

(Inflation, da wenig Geld vorhanden war deuckte man viel Geld aus, das hatte aber nur zur Folge, dass alles teurer wurde)

Vertrag von Versailles, hohe Schulden die beglichen werden mussten vom Friedensvertrag nach dem 1. Weltkrieg, ruinierte Wirtschaft von Deutschland (Hitler hörte auf die Schulden zu bezahlen)

politisch:

viele extreme Gruppen, vor allem rechtspopulistisch, nicht fair vertreten in Weimarer Republik (viele kleine Gruppen waren vertreten), rasanter Aufstieg der NSDAP (versprachen die Probleme zu lösen und gegen Versailler Vertrag usw. zu kämpfen) -> nationalistischen Denken

Reichspräsident hatte zu viel Macht, konnte Republik stürzen

Kein demokratisches Denken: die Bevölkerung war nicht bereit für eine Demokratie, wollte das gar nicht, lieber einen starken Führer (aprupter Wechsel Kaiserreich -> Demokratie)

gibt sehr viel Info zu diesem Thema im Internet

Kommentar von Mastrodonato ,

Leidere gibt es in dem Beitrag viele Ungenauigkeiten. In der Krise von 1929 wurde nicht zuviel Geld gedruckt, sondern im Gegenteil, man würgte die Wirtschaft ab. Die Reparationen spielt nie eine grosse Rolle, das wurde aufgebauscht. Schon vor Hilters Machtergreifung wurden die Zahlungen eingestellt, ohnehin darf nicht vergessen werden, dass Deutschland sehr wenige Rüstungsausgaben hatte, was den Reparationen entgegenzurechnen wäre.

Entscheidend war, dass Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde - seine Präferenzen waren zu Beginn 1933 bereits am Sinken.

Antwort
von Mastrodonato, 8

Schlechte Wirtschaftspolitik - restriktive Geldmengenpolitik (wobei D da nicht allein war), zu wenig Sozialhilfe bei Arbeitslosigkeit, Nationalismus (nicht eingestandene Niederlage von 1918), zu wenig Wertschätzung für die Demokratie (in der Zwischenkriegszeit allerdings auch keine EInzelfall in Europa).

Letztlich ein Reichspräsident den einen Schreihals zu Reichskanzler ernannte, ein Notparagraph, der nach dem Reichstagsbrand zur Zerschlagung der Opposition missbraucht wurde, uneine Verteidiger der Demokratie (Zentrum stimmte für das Ermächtigungsgesetz.

Hier eine DIskussion, ob die Demokratie der WR ohne Chance war: http://geschichte-forum.forums.ag/t177-hatte-die-weimarer-republik-eine-chance-w...

Antwort
von earnest, 11

Da empfehle ich dir als Lektüre einen Klassiker: Hallgarten/Radkau, Deutsche Industrie und Politik.

Im Internet findest du zudem reichlich Material über die Endphase der Weimarer Republik - schon Wiki ist eine wahre Fundgrube.

In unmittelbarem Zusammenhang mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler steht dies: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielleneingabe

Gruß, earnest


Antwort
von atzef, 10

Gibt es nicht - jedenfalls keine automatistischen...

Wirtschaftlich: Deutschland war natürlich auch von der Weltwirtschaftskrise betroffen. Millionen verloren ihre Existenz und ihre Arbeitsplätze. Dadurch erlebten die nazis einen imensen Zulauf.

Aber:

Ende 1932 war die Weltwirtschaftskrise schon überwunden, die Konjunturdaten zogen an und die wirtschaftliche Situation begann, sich langsam wieder zu verbessern. Entsprechend verloren die Nazis bei der letzten freien Wahl vor Hitlers Kanzlerinthronisierung auch schon wieder!

Politisch:

Gab es vor diesem Hintergrund auch keinerlei Unvermeidlichkeit. Auch das Hitlerkabinett war eine Minderheitenregierung und konnte nur über Präsidialerlasse agieren.

Was also ware die treibenden Motive für den rechtskonservativen Präsidenten und sein beraterumfeld, Hitler in den Sattel der Macht zu hieven?

2 Gründe:

1. Man war nervös wegen des stetigen wahlpolitischen Aufstiegs der KPD. Die hatten bei den letzten Wahle zugelegt, als Hitler schon wieder verlor...

2. In dümmlicher aristokratischer Dünkelhaftigkeit dachte man, man könne Hitler temporär dazu benutzen, die Drecksarbeit der Ausschaltung der Kommunisten erledigen zu lassen, bevor er dann diskreditiert bei Folgewahlen vom bürgerlichen Lager weiter aufgesogen werden würde.


Kommentar von earnest ,

Rundherum DH.

Hier sollte auch die Rolle der Großagrarier und der Schwerindustrie beleuchtet werden - siehe z.B. den Skandal um Gut Neudeck und die "Industrielleneingabe".

Der greise Reichspräsident war Wachs in den Händen der Lobbygruppen.

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