Wirkung Schlaftabletten?

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3 Antworten

Die meisten Schlaftabletten, die vom Pflegepersonal gegeben werden, sind relativ kurzwirkende Einschlafmittel. Die helfen beim Einschlafen, Durchschlafverstärkung haben sie nicht so ausgeprägt. Bei starken Durchschlafstörungen muss der Stationsarzt andere Schlafmittel verordnen, die das Pflegepersonal nur bei schriftlicher Verordnung herausgeben dürfen.

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Kommentar von Apfel05
15.06.2016, 15:31

Okay danke :)

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Moin,

um das Einschlafen zu erleichtern und um einen kontinuierlichen Schlaf zu gewährleisten gibt es verschiedene Ansätze. Die simpelste Möglichkeit ist, die normalen körperliche Vorgänge zum Abend hin zu verstärken. Wenn es dunkler wird, insbesondere wenn das in die Augen fallende Lichtspektrum weniger Blautöne enthält, wird in der sogenannten Epiphyse vermehrt das Hormon Melatonin ausgeschüttet. Dies hat u.a. Wirkung am Hypothalamus und fördert die Entstehung von Müdigkeit. Daher wird z.T. Melatonin zum Vereinfachen des Einschlafens eingesetzt.

Eine weitere, wenn auch etwas rabiatere Variante ist, die Hirnleistung im Allgemeinen zu vermindern. Dies geschieht bspw. durch die Gabe von Benzodiazepinen wie Lorazepam. Deren Wirkung basiert auf einer Zustandsänderung von sogenannten GABA-Rezeptoren im Hirn. GABA ist zusammen mit Glycin einer der wichtigsten inhibitorischen (hemmenden) Neurotransmitter. Nachdem Benzodiazepine an GABA-Rezeptoren gebunden haben, reagieren diese verstärkt auf GABA. Dadurch steigt die hemmende Wirkung dieser Neurone und das Bewusstsein wird allmählich gedämpft. Eines der Probleme ist, dass es sich hierbei nicht um richtigen Schlaf handelt - zumindest nicht, wenn dieser "Schlaf" (treffender wäre eigentlich Bewusstlosigkeit) in erster Linie auf die Medikamentenwirkung zurückzuführen wäre. Selbst wenn das Medikament nur das Einschlafen ermöglicht hat und der Schlaf an sich physiologisch abläuft besteht noch ein weiteres, sehr großes Problem: Das Abhängigkeitsrisiko. Benzodiazepine sind sehr berüchtigt, da sie bei Missbrauch sehr schnell in eine Abhängigkeit führen können - und ein Benzodiazepinentzug ist äußerst unangenehm. Daher sollte eigentlich soweit wie möglich auf diese Substanzen verzichtet werden.

Schonender hingegen sind Neuroleptika wie Promethazin. Hierbei handelt es sich um einen Histamin-Antagonisten (also um die gleiche Substanzklasse wie Allergiemedikamente). Der Unterschied ist allerdings, dass diese Substanz in erster Linie an Histaminrezeptoren des Hirns bindet und diese inaktiviert. Histamin wird im Hirn u.a. durch den Hypothalamus als Neurotransmitter ausgeschüttet und wirkt erregend auf große Teile des Hirns. Das ist im Übrigen auch der Grund, aus dem viele Antihistaminika Müdigkeit bzw. Benommenheit als Nebenwirkung haben. Auch hier gilt allerdings: Je weniger, desto besser.

Es gibt noch weitere Medikamente die zur Option stehen, allerdings bin ich der Meinung, dass dies jetzt erstmal als grober Überblick reichen könnte. Konnte ich deine Frage damit erstmal beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

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Frag doch an Ort und Stelle, nämlich im Krankenhaus :)

Die können Dir bestimmt richtig antworten!

Alles Gute :)

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Kommentar von Apfel05
14.06.2016, 22:19

Danke :)
Hatte aber gehofft einfach paar Erfahrungen zu hören

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