Frage von Himbeerliebling, 41

Wirklich Pharmazie studieren?

Hey Leute, also ich (w/17) überlege mir schon seit längerem Pharmazie zu studieren. Jedoch hab ich gehört, dass dieses ziemlich anstrengend ist. Ich bin sehr gut in der Schule, jedoch bekomm ich bei zu viel Stress körperliche Probleme. Nun interessiere ich mich aber sehr für dieses Studium. Ist es also geeignet oder gibt es ähnliche Studiengänge? Ich bin ziemlich gut in Chemie, weswegen ich Pharmazie überhaupt in Betracht ziehe. Außerdem fände ich es sehr schön, eine eigene Apotheke später zu haben. Nun weiß ich auch nicht, ob ich es mit meinem Abischnitt überhaupt schaffen könnte. Weiß jemand einen ähnlichen Studiengang der nicht so stressig ist, ich aber trotzdem noch meine "Lieblingsfächer ´" mit einbinden kann. Also ich mag allgemien Naturwissenschaften und besonders Chemie. Ich danke euch für jede Antwort:)

Antwort
von sumsehummel, 14

Hallo Himbeerliebling,

Wenn du Pharmazie studieren willst, dann mach das. Im Vorfeld hört man viel darüber, aber ich denke, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen.

Das Studium ist zeitintensiv und in der Laborzeit und vor den Klausuren kann es natürlich stressig werden, vor allem im ersten Semester habe ich es so empfunden, aber auch nur, weil es eine große Umstellung von der Schule zur Uni war. Mit der Zeit lernt man aber, damit umzugehen und die Aufregung aus dem ersten Semester verfliegt. 

Antwort
von labmanKIT, 12

Sehr gut in der Schule heisst nicht automatisch dass dir das Studium leicht fallen wird. Mit einer guten Zeiteinteilung kann man den Stress minimieren. Alle Naturwissenschaftlichen Studiengänge mit Chemie sind zeitlich anspruchsvoll.

Antwort
von Amanda9712, 22

Welche körperlichen Probleme bekommst du? 

Ich finde, man kann sich beim Studieren sehr viel selbst einteilen und du musst es dir ja nicht so stressig machen. Ich würde es an deiner Stelle versuchen, wenn es wirklich dein Wunsch ist.

Kommentar von Himbeerliebling ,

Also ich bekomme Bauchweh und Übelkeit...

Das ist ja genau dass in Pharmazie, dass man sich nicht alles so einteilen kann und so viel Freizeit hat wie in anderen Studienfächern

Antwort
von GerneHelfIch, 23

Ich würde das machen was dir Spaß macht! Wenn Pharmazie dein Traumstudium ist, dann musst du es machen! Mach dir wegen Stress etc. keine Gedanken. Da gibt es genug Wege dem entgegenzuwirken.

Wichtig ist, dass du es auch wirklich willst und dass es auch dein Traum ist. Ich würde an deiner Stelle einfach mal an einer Uni anfragen, ob du in den Ferien in ein paar Vorlesungen rein hören kannst oder/und bei einer Apotheke ein Praktikum machen. Denn dann weißt du relativ sicher ob, dass auch wirklich deinen Vorstellungen entspricht und ob du dir dass auch in Zukunft vorstellen kannst.

Liebe Grüße :)

Antwort
von Wurzelstock, 22

Ich bin Diplompharmazeut. Vorher und nachher habe ich andere Studiengänge ausprobiert. Es gibt kein einziges Studium, das nicht anstrengend ist.

Entscheidend für das Durchstehen eines Studiums ist das Interesse am Fach, das heißt die Materie, mit der Du dich jeweils ein Semester lang auseinanderzusetzen hast. Das Pharmaziestudium besteht zwar hauptsächlich aus Chemie, aber auch aus Biologie, Physik, Technologie, und noch einigen anderen Disziplinen. Es sind jeweils Spezialgebiete aus den klassischen Naturwissenschaften, die am Ende zusammen das spezifische Wissen des Apothekers ausmachen, das ihn von anderen Naturwissenschaftlern und den Medizinern unterscheidet.

Zum Studium gehört eine praktische Ausbildung in der Apotheke, in deren Rahmen auch eine umfangreiche Gesetzeskunde erlernt und am Ende als Staatsexamensfach geprüft wird.

Das Berufsbild des Apothekers ist erheblich umfangreicher, als die Öffentlichkeit wahrnimmt: Krankenhaus-, Industrie-, Verwaltungs-, Wehrapotheker. Der Traum von der eigenen Apotheke ist keine Basis, auf der sich ein Pharmaziestudium begründen lässt, sondern eine Falle.


Kommentar von Himbeerliebling ,

Danke für deine Antwort, was heißt Falle Genau?

Kommentar von Wurzelstock ,

Neue Apotheken werden nie von Apothekern gegründet, sondern von Maklern und Hauseigentümern. Die "setzen dann einen Apotheker hinein."

Gewöhnlich bekommt der Interessent eine Bankexpertise mit glänzenden Aussichten. Die erfüllen sich auch. Was aber vom Apotheker erwirtschaftet werden soll, ist bereits zu diesem Zeitpunkt unter den anderen Interessierten komplett verteilt. Der Apotheker erhält ein schriftliches Schulterklopfen, das geschickt an seine Tüchtigkeit appelliert. Da beißt jeder an, der vom Dasein als Angestellter die Nase voll hat, und das ist sehr bald der Fall.

Er kommt aber vom Regen in die Traufe. Ist er erst mal in seiner "eigenen" Apotheke festgenagelt, kann man ihm  Daumenschrauben anlegen. Das tun Banken, Krankenkassen, Hausbesitzer und Gesetzgeber.

Es sei denn, er hat ausreichend Eigenkapital, und ist nicht auf Bankkredite angewiesen. Das haben die wenigsten.

Kommentar von Kristall08 ,

Wo gibt es denn Pharmazie als Diplomstudiengang? ;)

Kommentar von Wurzelstock ,

Es gibt nur den Diplomstudiengang. Apotheker wird man durch die staatliche Appobation, wie es in der gesetzlichen Approbationsordnung der BApO (§3, §4) festgelegt ist.

Kommentar von sumsehummel ,

"Diplom" finde ich etwas verwirrend. Immerhin macht man doch als Apotheker Staatsexamen und das ist was anderes als ein Diplom.

Kommentar von Wurzelstock ,

Richtig, Sumse! Ein Staatsexamen ist die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, die Du ablegst. Ein Diplom ist die Urkunde, die Du darüber erhältst. Nicht nur Hochschulstudiengänge werden mit einem Staatsexamen abgeschlossen.

Auf jeden Fall ist "Apotheker" eine geschützte Berufsbezeichnung, die in der BApO §3 festgelegt, und ausdrücklich an die staatliche Approbation gebunden ist. Die Approbation ist ebenfalls eine Urkunde.

Um das in diesem Zusammenhang ebenfalls klarzustellen: Der Apotheker steht keineswegs unter der Aufsicht der Ärzte, sondern arbeitet eigenverantwortlich. Auch dies ist in der BApO festgelegt.

Der §1 lautet: "Der Apotheker ist berufen, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Er dient damit der Gesundheit des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes."

Damit hat der in §3 definierte Apotheker ("Die Berufsbezeichnung "Apotheker" oder "Apothekerin" darf nur führen, wer als Apotheker approbiert oder nach § 2 Abs. 2 oder Abs. 2a zur Ausübung des Apothekerberufs befugt ist.") einen gesetzlichen Auftrag. Wer aber einen gesetzlichen Auftrag hat, arbeitet eigenverantwortlich.

Im Jahr 1997 (oder 98) habe ich meine Approbation an die austellende Behörde zurückgegeben. Seitdem nenne ich mich nicht mehr Apotheker, und weise diese Bezeichnung auch immer zurück. Die Zeugnisse meiner Staatsexamina habe ich habe ich aber noch, bin also nach wie vor diplomierter Pharmazeut, im Unterschied zur technisch-pharmazeutischen Ebene.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community