Frage von Karandras, 35

Wirkdauer von Fentanyl-Matrixpflaster nur ca 50-60 Stunden?

Hallo zusammen, seit ca. 2,5 Wochen bekomme ich 12,5uq Fentanyl-Matrixpflaster. Wurde umgestellt von Tilidin-Tropfen gegen meine chronischen Schmerzen. Notmalerweise halte ich mich an dem Intervall von 72 Stunden, aber seit dem letzten Pflasterwechsel merke ich, dass die Wirkung keine 72 Stunden anhält. Nach ca. 52-60 Stunden nach dem Pflasterwechsel geht es mit folgenden Symptomen los: Erst wird mir schwummerig als hätte ich Kreislaufprobleme, dann kommen Kopfschmerzen hinzu, dann werde ich total Geruchsempfindlich, was zu Würgereiz führen kann und fange stark an zu schwitzen und meine Beine fangen an zu zappeln, ständiger Bewegungsdrang, dann kommen wieder leichte grippelnde Schmerzen auf und ich merke das die Schmerzlinderung nachgelassen hat und dann entwickelt sich von Stunde zu Stunde stärker werdende Übelkeit und Schwindel. Aus lauter Verzweiflung habe ich jetzt einfach nach ca. 60 Stunden ein neues Pflaster aufgeklebt und das alte noch kleben lassen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass dies Entzugssymptome sind, weil die Fentanyl-Wirkung nachlässt? Ich kann mir das leider nicht anders erklären, ähnlich war es damals bei Tilidin, wenn ich da nicht meine Tropfen genommen habe war es ähnlich mit Bewegungsdran und Übelkeit. Ich wollte nur nochmal bei Leuten mich erkundigen, die Fentanyl-Matrixpflaster kleben ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Laut Packungsbeilage steht ja auch, dass es bei manchen Patienten notwendig ist, bereits nach 48 Stunden das Pflaster zu wechseln. Ich hoffe das die jetzt aktuell bestehenden Symptome durch das neue Pflaster wieder zeitnah abklingen. Ansonsten vertrage ich das Pflaster gut. Vielen Dank für eure Hilfe.

Antwort
von dadamat, 23

Das sind eindeutige Hinweise auf einen Entzug von Tilidin / Valoron. Bespreche mit deinem Arzt, was er dagegen machen kann (es gibt Medikamente die die Enzugserscheinungen mindern), und bespreche auch die Pflasternutzung, wovon du eine niedrigdosierte Form bekommst.

Antwort
von Orbi1992, 27

Das klingt ganz stark nach Entzugserscheinungen !
Naja du entwickelst ja auch eine höhere Toleranz je mehr Pflaster du dir aufklebst daher kann die Dauer von ca 60 Stunden kommen ....

Wieso steigst du von Tilidin direkt um auf Fentanyl ?

Kommentar von Karandras ,

Hallo Orbi1992, danke für deine Antwort.

Tilidin war leider gegen die Art von Schmerzen die ich habe
völlig wirkungslos. Mein Krankheitsbild ist sehr umfassend, Krankheitsbild:
Funikuläre Myelose seit 2012, die leider erst im Endstadium richtig
diagnostiziert wurde, wo ich schon nicht mehr laufen konnte) welche mir meine Nervenbahnen sehr stark beschädigt haben und ich ein Querschnittssyndrom davon bekommen habe. Die Nervenbahnen haben sich leider nicht mehr regeneriert, obwohl alles gegen die Funikuläre Myelose unternommen wurde. Somit chronische Nervenschmerzen im ganzen Körper. Begleitend kam hinzu erst Polyneuropathie als Begleiterkrankung, später gesellte sich dann Fibromyalgie sowie 3x Bandscheibenvorfälle dazu, 2 davon in der HWS wo mir kein Neurochirurg drangeht, weil sie befürchten das ich danach gelähmt bin, da sie zu nah am Rückenmark liegen. Irgendwann hatte meine Neurologin dann ein Einsehen, weil sie es nicht mehr mit angucken konnte wie ich mich mit den Schmerzen quälte und empfahl das wir Fentanyl ausprobieren sollten. Eigentlich wollte sie direkt mit 25uq anfangen, ich bat aber erstmal um eine niedrigere Dosis. Tabletten kamen nicht in Frage, da seit 2012 mein Magen so gut wie keine Schmerzmittel mehr verträgt, ich kann nicht mal eine Paracetamol vertragen ohne massive Probleme zu bekommen. Seit den Fentanyl-Pflastern die mit 12,5uq ja nicht wirklich stark sind kann ich wenigstens die beschriebenen 50-60 Stunden so gut wie schmerzfrei leben und besser laufen. Es erleichtert mir mein Alltag sehr stark. Das Gefühl schmerzfrei zu sein war mir schon fremd geworden in den Jahren.

Kommentar von Orbi1992 ,

tut  mir leid das zu hören ...ja dann ist  Fentanyl wahrscheinlich die einzige und beste Wahl. Vielleicht wäre Buprenorphin noch eine Option ....sehr hohe  Affinität  µ-Opioidrezeptoren und wirkt dort als Partialagonist. Wird bei Menschen im Alter sehr gerne eingesetzt bei starken bis sehr starken Schmerzen. Und die Dosierung ist extrem niedrig.  
Pass trotzdem auf mit der Dosierung nicht einfach nach Laune hochdosieren... Atemdepression können die Folge sein das sollte dir aber bestimmt bekannt sein 
Trotzdem alles Gute dir für deine Zukunft :)

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