JackBauerCTU am 09.04.2009 um 18:37 Uhr
Info: Hier ist gerade eine türkische Hochzeit im Gange - bzw. die Aftershowparty.
Berühmt und berüchtigt ist dabei die gespielte Musik bzw. die Kunst, 479 Töne pro Sekunde zu spielen, so dass es nach einem Eichhörnchen auf Crack klingt, welches schnell alle Saiten dieser Erde vergraben will.
Nun ist diese Musik sehr interessant - alleine schon, was den persönlichen Schmerzfaktor anbelangt - aber für mich stellt sich die Frage: wird hier nach Noten gespielt oder versucht man nur, so viel Krach wie möglich in kürzester Zeit zu produzieren?
Bitte um humorvolle Antworten.
Ich kapituliere. Die Frage ist eh witziger als die Antworten :-)))

Natürlich wird da nach Noten gespielt - Bloss hat jeder die Freiheit, die Noten so zu interpretieren, wie es ihm gerade gefällt. Also D = G und hm# = Fm, je nach Gusto und Laune..
Damit die Ernsthaftigkeit der türkischen (arabischen) Musik nicht auf der Strecke bleibt - folgende Antwort aus "http://de.wikipedia.org/wiki/KlassischeArabischeMusik":
"Maqām [Bearbeiten]
Die Aufführung eines Maqāms wird dem nicht mit der arabischen Musik vertrauten Zuhörer zunächst ungeordnet und frei improvisiert vorkommen. Tatsächlich spielt die Interpretation und die Improvisation des Aufführenden eine entscheidende Rolle. Im Gegensatz zu westlichen Kompositionen hat der Interpret nicht einem festgelegten, notierten Rhythmus zu folgen, sondern seinen persönlichen Stil zu entfalten. Lediglich die tonale Komponente der Musik ist festgelegt. Klar auskomponierte Themen oder wiederkehrende Rhythmen fehlen.
Während der Aufführung des Maqām werden nach und nach in verschiedenen Melodiezügen die einzelnen Töne der Maqām-Reihe vorgestellt. Der Sänger stützt sich hierbei auf Tonebenen die aus einem Basiston der das Zentrum darstellt und seinen benachbarten Tönen bestehen, welche dazu dienen den Basiston improvisatorisch zu umspielen. Diese Tonebenen werden im Verlauf der Darbietung ständig erweitert.
Insgesamt gliedert sich die Darstellung des Maqām somit in Melodiezüge, deren Anzahl und Länge vorher nicht festliegen, geschweige denn vom Komponisten vorgesehen sind. In ihnen werden jeweils eine oder mehrere Tonebenen verdeutlicht und miteinander kombiniert, kontrastiert und vertauscht. Einfallsreichtum und Können des Sängers werden vom geübten Zuhörer daran bemessen, wie gut der Sänger die Tonebenen und Phasen ausarbeitet.
Eine große Rolle bei der Maqām-Darbietung spielt der Gefühlsgehalt der einzelnen Modi. Verblüffenderweise herrscht unter arabischen Musikern und Musikliebhabern große Einigkeit darüber, mit welchem Gefühl die einzelnen Modi oder auch nur ihre Kernzellen in Verbindung stehen. So ruft beispielsweise der Maqām Rast ein Gefühl des Stolzes, der Macht, der geistigen Gesundheit und der Männlichkeit hervor. Der Maqām Bayati bringt Lebenskraft, Freude und Weiblichkeit zum Ausdruck. Der Maqām Sikah wird mit dem Gefühl der Liebe in Verbindung gebracht, der Maqām Higaz mit der Wüstenferne, usw. Der Maqām Saba hingegen ruft Schmerz und Traurigkeit hervor. Theoretisch könnte man diese Traurigkeit damit erklären, dass im Maqām Saba die Kernzellen überwiegend auf kleinen Sekundschritten eingerichtet sind (ähnlich bezeichnen viele europäische Musikwissenschaftler kleine Sekunden als Klage- oder Trauermotiv).
Allerdings besteht der Reiz gerade in der „labilen“ Größe der Intervalle. So sollen im Maqām Saba die charakteristischen Töne es und ges etwas nach unten schwanken. Dieser Gefühlsgehalt geht beim Versuch verloren, das Tonsystem in westlicher Notenschrift darzustellen."
Auch die übrigen Wiki-Infos tragen sehr zu einem besseren Verständnis dieser unseren Hörgewohnheiten doch relativ fremden Musik bei.

JACKY!!! Wir lieben deinen Humor :D
Also ich mag Chaosmusik..
Das ist das gute an Musik die noten sin überall gleich nur jeder macht was anderes draus..
Tolle Themen hast du angegeben...
JackBauerCTU am 9. April 2009 18:41 Das ist onomatopoetisch gemeint.
wenn ich das meinem Lehrer erzähle - düdelüpdüpdüdelidelüüüüüüü ist Onomatopoesie!
Aus meiner erfahrung heraus wird arabische Musik in Vierteltonschritten (bei uns im Halbtonschritt) gespielt. daher klingt es für uns so bescheuert.
Ich könnte mir aber denken, dass jeder der beteiligten Musiker der Krasseste von allen sein will, es entsteht ein irrwitziger Wettbewerb, der vollends außer Kontrolle gerät, wenn einer den anderen dumm anguckt, und daraufhin die jeweiligen Brüda auch ihre Instrumente zücken. Schwöre, Alta...
Das Getröte ist auch bald vobei. Am späteren Abend legen die Jungs auch modernere türkische Volksmusik auf. Freu Dich auf Bushido!
ich hab mir zum Glück gerade einen neuen Kopfhörer gekauft. :-D
LOL