Wird sie eine normale Lebenserwartung haben?

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5 Antworten

Transplantationen sind mit viele Risiken verbunden. Damit das neue Organ nicht abgestoßen wird müssen diese Menschen viele Medikamente mit ner Menge Nebenwirkungen einnehmen. Das Immunsystem, welches uns vor Krankheiten wie auch z. B. Krebs schützt läuft so auf absoluter Sparflamme. Das soll die Abstoßung des Spenderorgans so lange wie möglich verhindern. 

Leider sind das keine so guten Voraussetzungen für eine durchschnittlich "normale" Lebenserwartung.

Die Transplantierten die ich kenne genießen jeden Tag intensiv und sehr bewusst. Wir Gesunde sehen da vieles als  zu selbstverständlich oder schieben Wünsche und Träume vor uns her. 

Ich bewundere und schätze die Kraft und die Lebensfreude dieser Leute...Gespräche haben mich da schon sehr oft geerdet. 

Alles Gute euch Beiden....



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Kommentar von MakaveliTupac
04.02.2016, 00:08

Was haben die Medikamente für Nebenwirkungen

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Kommentar von MakaveliTupac
04.02.2016, 00:46

Was genau würde der Körper machen wenn sie keine Medikamente mehr nehmen würde ? Wie würd der Ablauf sein und voll schön wie du das mir erklärst :)

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Hey

Nein, das wird sie leider nicht.

Und ich halte auch schon die Aussage, dass sie 20 Jahre leben wird, für gewagt. Nach einer Transplantation eine Einschätzung dieser Art abzugeben, ist mehr als fragwürdig und viele Mediziner verschätzen sich, soweit sie dies überhaupt tun, auch sehr.

Das größte Problem nach einer Transplantation ist die Abstoßungsreaktion des Körpers, der das neue Organ als „fremd“ erkennt und dieses versucht „loszuwerden“. Deswegen bekommen Patienten immer immunsuppressiva in unterschiedlich starker Dosierung. Diese können massive Nebenwirkungen haben:

Nebenwwirkungen von Kortison
•Gewichtszunahme wegen verstärktem Hungergefühl
•Blutdruckanstieg
•MagengeschwürMuskel und Knochenschwund (Osteoporose)
•Diabetes („Posttransplantdiabetes")
•Akne
•bei Kindern: Wachstumsstörungen
•Augenveränderungen (Linsentrübung, Katarrakt, grauer Star)
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Nebenwirkung Azathioprin
•Anämie (verminderte Zahl der roten Blutkörperchen)
•Leukopenie (verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen)
•Thrombopenie (verminderte Zahl der Blutplättchen)
•Haarausfall
•veränderte Leberwerte
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Nebenwirkungen Ciclosporin A
•Verschlechterung der Nierenfunktion
•Blutdruckanstieg
•Verdickung des Zahnfleisches
•leichtes Zittern der Hände
•veränderte Leberwerte
•erhöhte Blutfette
•gelegentlich: Diabetes („Posttransplantdiabetes")
•vor allem bei Frauen: vermehrter Haarwuchs
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Nebenwirkungen von Tacrolimus
•Verschlechterung der Nierenfunktion
•Blutdruckanstieg
•Schlafstörungen, Unruhe
•Kopfschmerzen
•Zittern der Hände
•Taubheitsgefühl, Gefühlsstörungen an Händen und Füßen
•veränderte Leberwerte
•Durchfall, Bauchschmerzen. Übelkeit
•Diabetes („Posttransplantdiabetes")
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Nebenwirkungen Mycophenolat
•Durchfall, Bauchschmerzen.
•Übelkeit
•selten Entzündung der Bauchspeicheldrüse
•Leukopenie (verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen)
•Thrombopenie (verminderte Zahl der Blutplättchen)
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Nebenwirkungen Sirolimus/Everolimus
•erhöhte Blutfette
•Thrombopenie
•Anämie
•Leukopenie
•Wundheilungsstörungen
•Gelenkschmerzen
•Erhöhung des langfristigen Risikos für Tumore (z. B. Tumore der Haut und des Lymphsystems)

Durch das stark heruntergefahrene Immunsystem, kommt es zum vermehrten Auftreten von Tumoren. Diese sind meist gutartig, können aber trotzdem massive Probleme bereiten.

Und schließlich kommt noch hinzu, dass wir in Deutschland nach dem Skandal einen massiven Mangel an Spenderorganen haben. Die Chance, noch mal ein Organ zu erhalten und die schwerwiegende OP gut zu überstehen, ist also leider sehr gering.

Ein Professor sagte einmal zu mir „eine Transplanation sollte nur in Frage kommen, wenn die einzige Alternative der Tod ist“.

Ich wünsche Deiner Freundin alles Gute für die Zukunft und schließe mich den anderen hier an „jeder einzelne Tag zählt“!

Gruß, Dana

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Kommentar von MakaveliTupac
04.02.2016, 15:08

Krass aber sie eig voll normal aus sie ist aufjedenfall trz ein tolles Mädchen und ich wäre traurig wenn es deswegen frühzeitig mit ihr zu Ende geht

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Der Zeitraum stimmt, auch wenn es durchaus Fälle gibt, wo das Spenderherz länger oder auch kürzer hält.

Dennoch würde ich die Hoffnung nicht aufgeben, 20 Jahre sind eine lange Zeit und gerade der medizinische Fortschritt ist äußerst schnell. Es gibt bereits heute Versuche zur künstlichen Herstellung von, sei es mittels 3D-Druck oder De- und Rezellulierung von Herzen mit den Zellen des Patienten. Natürlich stehen diese Versuche noch am Anfang...aber es ist durchaus möglich, dass es uns in 20 Jahren möglich ist, Organe relativ problemlos zu ersetzten. 

http://www.nature.com/news/tissue-engineering-how-to-build-a-heart-1.13327

http://mobil.derstandard.at/1328507760398/Tissue-Engineering-Ein-Herz-wie-gedruckt

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hi, da hat dieses Mädchen schon viel durchmachen müssen. Aber vielleicht gibt es bis dahin neue medizinische Methoden,  um ihr zu helfen. LG und alles Gute, Korinna

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Kommentar von MakaveliTupac
03.02.2016, 23:52

Wie sind denn ihre Chancen :..(

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Kommentar von MakaveliTupac
04.02.2016, 00:09

Wenn nichts dann ist sie tot was meinst du wie traurig ich dann bin oder stell dir mal vor sie stirbt in einer Woche

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Sie hat schon viel durchgemacht. Eine normale Lebenserwartung hat sie statistisch wohl nicht. Das mit den 20 Jahren stimmt so jedoch nicht, da gibt es eingepflanzte Herzen, die schlagen schon viel länger.

Zwei Sachen hat sie schon erfolgreich überlebt, die Wartezeit und auch das erste Jahr, denn gerade in der ersten Zeit kann es während und nach der OP zu Schwierigkeiten kommen. In den ersten Wochen ist das Risiko für eine akute Abstoßungsreaktion am größten, dies wird mit der Zeit kleiner. das erste Jahr nach HTx überleben nur ca. 80-85% der Transplantierten (vor allem die frühe Phase kann problematisch sein)

Da sie lebenslang Immunsuppressiva einnehmen muß, damit das Organ nicht abgestoßen wird, hat sie ein erhöhtes Risiko für Infektionen, die für sie deutlich gefährlicher verlaufen können als wie bei uns. Überlebenswichtig ist trotzdem die regelmäßige Einnahme der Medikamente, denn jede Abstoßungskrise schädigt das Gewebe des Transplantats.

Durch diese Medikamente, die die Körperabwehr schwächen steigt it den Jahren leider das Risiko für Krebs. Deswegen gibt es häufiger Vorsorgeuntersuchungen.

Schau dir mal exemplarisch die Langzeitergebnisse aus München an und berücksichtige bei deinen Gedanken, dass die meisten Transplantierten deutlich älter waren.

Sportliche Aktivitäten sind weiterhin möglich, inkluive Marathon: https://de.wikipedia.org/wiki/Hartwig_Gauder

Ich hoffe deine Bekannten machen sich genauso wie du mit dem Thema vertraut und treffen eine Entscheidung zur Frage Organspende ja oder nein und vermerken ihre jeweilige Entscheidung auf einem Organdeausweis.

Sie hat übrigens nach dem jetzigen medizinischen Stand völlig recht, wenn sie davon ausgeht kein weiteres Herz tranplantiert zu bekommen. Das ist nach HTx ziemlich selten und auch sind die Ergebnisse schlechter als wie nach einer Ersttransplantation - es wird jedoch trotzdem gemacht.

Sie scheint ihre Situation sehr realistisch einzuschätzen und ob es in den nächsten Jahren neue Methoden gibt - kann zur Zeit nienmand sagen.

Lerne von ihr: Carpe diem.

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