Frage von Tebatibbas1234, 162

Wird mein Kind durch religiöse Symbole in der Schule beeinflusst?

Guten Tag, ich frage mich ob mein Sohn durch Symbole in der Schule beeinflusst werden kann

Vielen Dank schon mal im Voraus

Antwort
von Altersweise, 58

Durch das Anschauen religiöser Symbole wird dein Kind erst mal nicht beeinflusst, sonder lediglich konfrontiert mit einer Gesellschaft, in der Religion und deren Symbole (meistens das Kreuz) immer noch einen erheblichen Stellenwert haben, wenn auch bei weitem nicht mehr den Stellenwert wie noch in den sechziger oder siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Dein Kind kann dir Fragen stellen, was diese Symbole zu bedeuten haben, also setze dich ein wenig damit auseinander, damit du eine Antwort findest!

Meiner Ansicht nach sollte dein Kind schon wissen, dass es einen Glauben gibt, der sich mit dem Leben jenseits des von uns Erfassbaren beschäftigt, dass es verschiedene Religionen gibt, von denen jede ihren eigenen Zugang dazu hat, und dass es in jeder Religion verschiedene Konfessionen gibt, die innerhalb dieses Zugangs wieder eigene Wege gehen.

Und natürlich auch, dass es Menschen gibt, die keine Religion haben und wollen. Und als wichtigstes, dass jeder Mensch bei uns glauben darf, was er will und seinen Glauben ungestört ausüben kann, solange er sich an die hier geltenden Gesetze hält.

Wenn der Anblick eines Kreuzes solche Folgen hat, ist das wirklich nicht schlimm.

Kommentar von danhof ,

Klasse Antwort, ob nun von einem Atheisten oder Christen.

Antwort
von Suboptimierer, 60

Schwer zu sagen. Also ich hatte auf mehreren Schulen schon Religionsunterricht, aber ich kann glaube ich an einer Hand abzählen, wer dadurch religiös geworden ist. Religionssymbole haben noch schwächeren Einfluss, da sie noch schwächer wahrgenommen werden.

Aber ob der Einfluss jetzt = 0 ist, glaube ich auch nicht. Es ist halt ein geringer Einfluss, so wie wenn du ein Auto einer Marke siehst, du zu einem minimalen, prozentualen Bruchteil dazu bewogen oder davon abgehalten wirst, es zu kaufen.

Wichtig ist, genau wie in der Werbung, dass die Leute sehen, dass es überhaupt so etwas gibt. Denn wenn man das nicht weiß, dann hat man erst gar nicht die Chance, es für gut zu befinden.

Antwort
von Pescatori, 41

In welcher Weise Dein Sohn durch religiöse Symbole beeinflusst wird,  hängt – vermute ich – sehr stark von Deiner Beziehung zu ihnen ab.

Sorgst Du Dich, Dein Sohn könnte durch die Symbole religiös indoktriniert werden, dann kann eben dies mit größerer Wahrscheinlichkeit geschehen, als wenn Dir religiöse Symbole völlig gleichgültig sind.

Eine beliebige Grafik wird ja erst zu einem Symbol, wenn sie mit einem Bedeutungshintergrund verbunden ist, wenn ihr ein Sinn zugeordnet wird.

Und welchen Sinn ein Symbol bekommt, das hängt sicher auch ganz entscheidend davon ab, was Du Deinem Sohn erzählst.

Antwort
von danhof, 34

Ja. Es kommt mit den Christlichen Werten unserer Gesellschaft in Berührung und lernt etwas darüber.

Das kann in einer Gesellschaft, in der sich Kälte, Egoismus, Selbstverwirklichung und Provokationen immer weiter Bahn brechen, nur von Vorteil sein.

Da wo ich wohne, wird morgens in der Grundschule sogar gebetet. Wohl gemerkt in einer Staatlichen Grundschule. Das Vaterunser wird auswendig gelernt. Und zu Christlichen Feiertagen gibt es jede Menge Hintergrundinfos und Veranstaltungen.

Schön, die Form allein macht noch keinen guten Menschen oder Christen, aber ich finde es richtig und wichtig, diese Werte zumindest vorzustellen und anzubieten.

Im Gegensatz zu dem, was einige Hardcore-Atheisten behaupten, werden Kinder durch Glaubenslehre auch nicht dumm oder vermögen Realität von Fiktion nicht mehr zu unterscheiden. Im Gegenteil. Es gehört immer noch zur Allgemeinbildung, den Unterschied zwischen Ostern und Weihnachten zu kennen und wenigstens bruchstückhaft über Jesu Unternehmungen auf Erden informiert zu sein.

Man darf bei aller Wut über die ach so schlimme Religion auch nicht vergessen, dass es Kulte, Rituale und Ideologien gibt, die durchaus gerne und zumeist unhinterfragt mitgenommen werden. Ostereier suchen, Weihnachtsbaum schmücken, Halloween feiern, einen Buddha in den Garten stellen, Yoga, Horoskopie, voll coole Pentagramme auf der Autoscheibe, Horrorfilme mit teuflischem Inhalt, etc. etc.

Antwort
von RevatiKKS, 37

Mit Sicherheit nicht mehr als du all die fast schon allgegenwärtige Werbung, die darauf abzielt, ihn zum perfekten Konsumenten zu machen. 

Hast du dir darüber schon Sorgen gemacht? Wahrscheinlich nicht, denn mit einem schulpflichtigen Kind gehörst du höchstwahrscheinlich schon einer Generation an, die sich dieser ständigen Gehirnwäsche nicht mehr bewusst ist.


Antwort
von Dxmklvw, 41

Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß Kinder mittelbar durch solche Symbole beeinflußt werden.

Die Symbole selbst sind für Kinder zunächst bedeutungslos.

Kinder sind jedoch noch extrem zugänglich auch für unwahre Behauptungen und Märchen und halten solche Aussagen häufig kritiklos für wahr, speziell, wenn die Behauptungen von Autoritätspersonen geäußert werden oder auch anderen Personen, zu denen größeres Vertrauen besteht. Letztere könnten z. B. auch Klassenkameraden sein.

Auf diese Weise kann es dazu kommen, daß Kinder plötzlich ein Symbol für etwas "Unheimliches" oder "Heiliges" halten, was dann bereits zur Vorstufe einer Prägung wird, die in sehr weitem Sinne auch Ähnlichkeit mit einer neu dazugekommenen ausnutzbaren Urangst hat.

So etwas ist nicht vergleichbar mit einer Angst vor dem Weihnachtsmann u. ä., weil der Weihnachtsmannglaube schon recht früh als Märchen erkannt wird.

Im Prinzip wirken religiöse Symbole ähnlich wie diverse Arten von Aberglauben (Horoskop, schwarze Katze usw.), so daß es sehr leicht dazu kommen kann, daß solche frühen "Unheimlichkeiten" lebenslang Auswirkungen haben.

Kommentar von danhof ,

So etwas ist nicht vergleichbar mit einer Angst vor dem Weihnachtsmann u. ä., weil der Weihnachtsmannglaube schon recht früh als Märchen erkannt wird.

Wir halten also fest: Selbst Kinder können schnell unterscheiden zwischen Märchen und dem echten Gott.

Was will man mehr ;-)

Kommentar von Dxmklvw ,

Nein, leider nicht. Dem Weihnachtsmann kann man den Bart wegreißen, um ihn als unecht zu entlarven. Bei nicht vorzeigbaren Glaubensdingen ist das anders.

Allerdings machen drei Steine noch kein Haus. Damit etwas bedeutsames Nachteiliges entsteht, muß noch mehr dazu kommen. Doch das ist dann umso wahrscheinlicher, wenn das Fundament schon vorhanden ist.

Kommentar von Meraki ,

Was ist gegen den kindlichen Glauben einzuwenden? Der kindliche Glaube ist naiv, vielleicht vergleichbar mit dem Weihnachtsmann. Aber er differenziert sich und wird im Leben nicht nur einmal in Frage gestellt. Ein Symbol ist ein Reiz und kein Garant für die Entwicklung eines Glaubens, geschweige denn für religiösen Fanatismus. Lass dein Kind entscheiden welchen Symbolen es in seinem Leben Beachtung und Bedeutung schenkt.

Kommentar von Dxmklvw ,

Gegen kindlichen Glauben ist gar nichts einzuwenden, solange er nicht von außen her bewußt zur Akzeptanz von Unlogik modifiziert wird.

Insoweit sind Märchen ok, wenn es die Eltern hinbekommen, das Kind von Anfang über das Wesen von Märchen aufzuklären, nämlich darüber, daß sie frei erfunden sind.

Aber schon bei der Geschichte vom Weihnachtsmann wird es kritisch, weil Kinder diese Geschichte für lange Zeit für wahr halten. Und bei religiösen Inhalten erfolgt über kurz oder lang gedanklich auch immer einer Verknüpfung mit Urängsten.

Wo diese auch noch mit irrationalen Vorstellungen vermischt werden, da wird die Kirchengeschichte (Hexenverfolgung usw.) selbsterklärend - zumindest für diejenigen, die nicht am Tellerrand eine Vollbremsung machen.

Antwort
von MaraMiez, 47

Durch die Symbole? Na sicher nicht.

Maximal durch die Menschen. Und da es dein Kind ist, ist es in erster Linie deine Aufgabe, deinem Kind zu erklären, dass es verschiedene Religionen gibt und worin die Unterschiede liegen usw. und dem Kind genügend Selbstbewusstsein mit zu geben, zu sagen, was es möchte und was nicht.

Und wenn dein Kind sich dann denkt "Man das und das find ich toll." dann lass es das halt denken.


Antwort
von Aleqasina, 51

Am besten lehrst du sie, die Symbole zu deuten und vor allem eine eigene Meninug zu reliösen und philosophischen Fragen zu entwickeln.

Dann spielen Andere eine weit weniger wichtige Rolle.

Sybole selbst beeinflussen wenig, wenn sie nicht mit dem Verhalten (positiv oder negativ) von Menschen in Verbindung gebracht werden.

Antwort
von Skibomor, 55

Bei uns hingen in der Schule früher in jedem Raum Kreuze rum. Zu einem gläubigen Christen bin ich dadurch aber nicht geworden. Religionsunterricht hatte ich übrigens auch.


Antwort
von ThomasJNewton, 28

Du kannst nicht bestimmen, was deine Kinder wo, wie und von wem lernen.

Wenn du da ängstlich bist, lernen deine Kindern im Zweifel, dass du ein ängstlicher Mensch bist.

Sei mutig und großzügig, das können deine Kinder auf Dauer nicht übersehen.

Wenn du gegen religiöse Symbole bist, kämpfe dagegen, aber nicht wegen deiner Kinder, sondern weil du sie für falsch hältst.
Auch das lernen Kinder, dass man eine Haltung hat, und dass man dafür einsteht, und dass Haltung ein Wert an sich ist.

Antwort
von EinGast99, 20

Mach Dir keine Sorgen, spätestens im Ethikunterricht wird das alles behandelt und schwupps erkennst Du Dein Kind nicht wieder.

Ne Spaß beiseite bei uns im undesland wird im Ethik-Unterricht der dritten Klasse das ganze Jahr das Christentum gelehrt. Es ging bei einem Kind soweit, dass es ab der 4 Klasse unbedingt in den Religionsunterricht wollte.

Antwort
von MarkusGenervt, 31

Ein Symbol repräsentiert einen Glauben, eine Lehre, eine Theorie, eine Philosophie oder sonst irgend einen Gedanken. Man muss aber diesen Gedanken erst denken und erst kennen, bevor ein Symbol dann auch ein Symbol werden kann. Sonst bleibt ein Symbol ohne jede Bedeutung und ohne jeden Inhalt.

Wenn ich also z.B. ein christliches Kreuz betrachte, aber keine Ahnung vom Christentum habe, dann ist das Kreuz einfach nur ein Kreuz.

Damit dieses Kreuz nun aber einen Einfluss haben kann, bzw. eine unterschwellige Botschaft vermitteln kann, muss ich also vorher erst einmal das Christentum kennen und bin also bereits, lange bevor ich dieses Kreuz dann sehe, von den Lehren und Informationen dieser christlichen Philosophie beeinflusst worden.

Also Symbole haben auf Menschen nur dann einen Einfluss, wenn man die Botschaft, die dahinter steht, auch schon vorher kannte.

Alles Andere ist Spökenkiekerei.

Antwort
von Yodafone, 36

das geht wohl nur,wenn man ihm vorher schon eine bestimmte Meinung zu den Symbolen eingetrichtert hat....

warum sollte er sich sonst von einem Kreuz an der Wand oder anderem beeinflussen lassen?

Antwort
von elocin170, 51

Was meinst du denn für symbole?

Antwort
von Jewi14, 53

Ja, es kann sein. Aber kann heißt nicht, es passiert auch. Du musst doch selbst wissen, ob dein Sohn leicht beeinflussbar ist.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Also ich bin wirklich gespannt, wie Du das "es kann sein" erklären willst. Das hieße ja, wenn Kinder ein Kreuz an der Wand sehen, dass sie dann gleich Christen werden.

DAS wär mal ein echter Hammer. Dann wäre jede Werbung, jede Überzeugungsarbeit, jeder Unterricht völlig überflüssig. Man bräuchte immer nur ein Symbol zeigen und alle wüssten gleich über das ganze Thema Bescheid.

Also, auch wenn es so schön einfach wäre, aber so einfach ist es dann doch nicht.

Kommentar von Jewi14 ,

Nein, ich erkläre es dir nicht und das auf ganz einfach Gründen, weil du was unterstellst, was nicht stimmt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

LOL – ja, so kann man es auch ausdrücken.

Aber versuch es mal mit: "Oh, ja, da hast Du Recht."

Man kann nicht alles wissen, aber wenn man etwas nicht weiß, kann man es auch einfach mal zugeben. Davon ist noch keiner tot umgefallen.

Antwort
von oxygenium, 53

alleine die Religionslehrer haben doch schon große Macht und können ihre Schafe in ihre Richtung ziehen.

Du bist dafür verantwortlich deinem Kind eine klare Sichtweise zu eröffnen, welche sich nicht beeinflussen lässt.

Antwort
von ghul666, 51

Jeder wird durch alles mögliche beeinflusst.

In welche Richtung ist erstmal offen.

Antwort
von djNightgroove, 42

Was für Symbole meinst du denn?

Antwort
von MarkusGenervt, 66

Wurdest Du durch religiöse Symbole beeinflusst?

Kommentar von Tebatibbas1234 ,

ja

Kommentar von MarkusGenervt ,

Oh, das ist ja interessant! Wie ist das denn passiert?

Also jetzt hast du mich neugierig gemacht. Sowas kenne ich nämlich nicht.

Kommentar von MaraMiez ,

Du hast nen Kreuz gesehen und wurdest Christ oder wie darf man sich das vorstellen?

Kommentar von danhof ,

Ach wäre das schön. Unsere Missionsarbeit wäre so extrem viel einfacher :-)

Kommentar von MaraMiez ,

Und ständig muss man seine Religion ändern, weil einem Dauernd irgendwelche Symbole begegnen.

Kommentar von MarkusGenervt ,

LOL  … Ja … so'n ScheiB … (:'-D

Antwort
von Nalalalu, 41

Wie alt Ist das Kind? Hältst du es, 'tschuldige, für so naiv sich von allen gleich beeinflussen zu lassen?

Ich war mit 5-12 Jahren Zig mal in Kirchen, meine Musiklehrerin damals war sehr religiös.
Ich hab nie an einen Gott geglaubt, an nen Himmel, weil ich den Gedanken mit 7 schön fand, das meine verstorbene Oma nicht gänzlich  weg ist.
An nichts anderes habe ich geglaubt in dem Alter, weil ich meine Oma vermisst hab.

Wie stellst du dir das überhaupt vor?
Dein Kind sieht ein Kreuz an der Wand oder als Kette und Zack ist es erzchristlich?
Oder man sieht einen Mann mit Kipa und wird zum Gläubigen Juden?

Kommentar von danhof ,

Na warte mal, das kann ganz schnell gehen

*mit Weihrauch umherrenn*

;-)

Kommentar von MarkusGenervt ,

@danhof:

Also wenn Du bei Dir jetzt mit Weihrauch umher rennst und diesen Rauch siehst, dann wirst höchstens Du beeinflusst, denn Nalalalu kann den Weihrauch jetzt bei Dir leider nicht sehen …

Aber versuch es doch mal schriftlich. Vielleicht werden dann alle hier plötzlich zu Christen.

;-P

Kommentar von Nalalalu ,

Aha wann denn? Von den Weltreligionen hab ich ja schon sooo einiges an Symbolen gesehen, warum werd ich nicht gläubig ?

Antwort
von Pfaffenhofener, 35

Natürlich kann er, aber die Wahrscheinlichkeit ist gleich null.

Worauf willst du hinaus?

Antwort
von SturerEsel, 44

Unser Sohn schlich sich mit 6 Jahren in die Dorfkirche. Er war sehr verstört durch den Anblick eines gefolterten Menschen am Kreuz und hat noch wochenlang Alpträume gehabt.

Natürlich haben wir versucht, ihm das kindgerecht zu erklären. Dennoch malt er noch immer Bilder davon, selbst ein Jahr später.

Die christliche Symbolik ist zum kotzen.

Kommentar von danhof ,

Hättet ihr ihm nicht sämliche Informationen zum Hintergrund der Kreuzigung und des Menschen/Gottes, der dahintersteht, schon vorab enthalten, hätte er sich vielleicht nicht so sehr erschrocken.

Aber mal ganz ehrlich: Wir sind Freikirchler, bei uns gibt es das Kreuz nicht mit Jesus dran. Aber gelegentlich sind wir auch Gäste in einer Landeskirche. Unsere Kinder sind noch nicht am Kruzifix erschrocken.

Die Geschichte ist doch erfunden, oder? ;-)

Kommentar von SturerEsel ,

Ich soll einem 5 oder 6-jahrigen Jungen "sämtliche Informationen zum Hintergrund der Kreuzigung und des Menschen/Gottes, der dahintersteht, schon vorab" erklären? Es kann ja sein, dass deine Kinder das verstehen, meine nicht in diesem Alter.

Ich denke nicht daran, Kindern zu erläutern, dass ein Mensch zu Tode gefoltert worden, nach drei Tagen wieder auferstanden und in den Himmel gefahren ist. Meine Kinder würden wahrscheinlich sagen, sie würden doch lieber die Geschichte vom Kalif Storch noch einmal hören.

Wie kann man Kinder mit solchen Horrorgeschichten quälen?

Kommentar von MarkusGenervt ,

Also ich kann mich daran erinnern, dass ich das als Kind auch schon nie verstehen konnte. Wenn Jesus für das ewige Leben steht, wieso ist das Symbol des Christentums dann ein Symbol des qualvollen Todes?

Wenn ich heute noch Kreuze sehe, dann sehe ich den Foltertod und nicht das ewige Leben.
Es ist auch keine Erklärung, dass es kein besseres Symbol gibt.

Also vielleicht sollten sich Christen mal ein paar Gedanken dazu machen, anstatt solche Symbolik unkritisch einfach zu übernehmen.

Kommentar von Wurzelstock ,

Markus, verschiebe mal deine "Wenn-dann"-Philosophie auf den Moment, in dem Du feststellst, dass Du ganz gegen deinen Willen im Sterben liegst. Das soll ja so manchem passieren.

Möglicherweise fällt dir dann das Sprichwort ein: "Geteiltes Leid ist halbes Leid." Die Sozialpsychologen haben festgestellt, dass dies stimmt.

Das Christentum weiß es schon länger. Selbst wenn Du die gesamte Christologie in einen Vanillepudding mit Himbeersoße verwandeln kannst, bleibt dennoch diese aktive und passive soziale Unterstützung übrig, die sogar ein unvoreingenommener Sechsjähriger verspüren kann.

Um so mehr, wenn vielleicht gerade sein Opa gestorben ist. Aber es soll ja Esel geben, die einem weinenden Kind dann lieber das Märchen vom Kalif Storch erklären.

Kommentar von SturerEsel ,

Ja, vielleicht ist es ja besser, dem Kind zu sagen, dass der verstorbene Opa jetzt auf einer Wolke sitzt und Harfe spielt. Oder in der Hölle unendliche Qualen erleidet.

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich hätte dazu noch einen verspäteten Geistesblitz, Sturesel:

Wie wärs denn, wenn Du dem Kind sagen würdest, dass der Opa jetzt in der Ewigkeit ist? Oder findest Du die auch zum Kotzen?

Kommentar von SturerEsel ,

Klar, das versteht ein 7-jähriges Kind ja auch ohne weiteres: "Ewigkeit". Wobei sich das Zeitverständnis in diesem Alter bei "übermorgen" erschöpft.

Für mich als Erwachsenen hat das Wort "ewig" ein grässliches Potential. Möchtest du mit deiner Seele, mit deinem Intellekt wirklich irgendwo ewig sein? Ich nicht.

Kommentar von Wurzelstock ,

Was verstehst Du selbst denn unter 'Ewigkeit'?

Kommentar von SturerEsel ,

Ganz einfach: es gibt keine Ewigkeit.

Dieses Universum entstand vor ca. 13,8 Milliarden Jahren. Vielleicht wird es noch weitere 100 Milliarden Jahre existieren. Das sind unvorstellbar lange Zeiträume, aber es ist nicht ewig.

In der Mathematik gibt es Unendlichkeit, z.B. die Nachkommastellen von Pi. Das könnte man evtl. als "ewig" definieren, aber Zeit: nein.

„Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.“

(Ludwig Wittgenstein)

Kommentar von Wurzelstock ,

Was denn nun? - Das erste, zweite oder dritte?

Kommentar von SturerEsel ,

Such es dir aus. :)

Kommentar von Blitz68 ,

warum schleicht sich dein Kind heimlich fort ?

und wohin schleicht er sich sonst noch so ?

Kommentar von Wurzelstock ,

Blitz, ich glaube nicht, dass dies wichtig ist. Entscheidend ist doch, dass das Kind das Bild eines zu Tode gefolterten Menschen entdeckt hat, und dass dies seine Anteilnahme aktivierte.

Genau darauf zielt das Symbol ab. Es ist im Unterschied zu ähnlichen aktuellen Darstellungen im Internet keine Drohung, keine Anklage, oder Aufforderung zur Rache, sondern zum Mitleiden.

Wer das seinem Kind vorenthalten oder austreiben will, bedarf in der Tat viel Verstand: Um das vor der Gesellschaft zu rechtfertigen.


Antwort
von Blitz68, 20

Warum antwortest du nicht auf die Fragen an dich ?

wie z.B. stellst du dir eine solche Beeinflussung vor ?


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