kimmo am 21.02.2008 um 14:36 Uhr
In vielen Ländern wird Biodiesel von Ölpflanzen verfertigt. Kann man von dem dem fertigen Dieselöl mehr Energie bekommen als verbraucht die Pflanzen zu ernten, transportieren und das Öl zu destillieren ?
Wir müssen klar trennen zwischen Energiebilanz und Ökobilanz!!!
Die Energiebilanz beim Rapsanbau an sich ist klar positiv! Allein das Pflanzenöl welches beim Anbau von Raps erzeugt wird deckt die energetischen Aufwendungen die zum Anbau benötigt werden. Sprich man benötigt keine 1.400 Liter Öläquivalent um 1 ha Raps anzubauen! Die Umesterung des Pflanzenöls in Biodiesel ist nicht sonderlich Enerieaufwendig. Zusätzlich entstehen Koppelprodukte wie z.B. der Rapskuchen der gut für die Viehfütterung eingesetzt werden kann, oder z.B. in Biogasanlagen zur Verstromung verwendet wird. Im Grunde ist auch der gute Vorfruchtwert des Rapses zu berücksichtigen (Weizen der nach Raps auf dem gleichen Feld ausgesät wird bringt mehr Ertrag als Weizen der auf einem Feld ausgesät wird, auf dem vorher ebenfalls Weizen stand).
Die Ökobilanz ist noch einmal eine andere Geschichte. Hier werden sämtliche Auswirkungen des Rapsanbaus auf das Ökosystem berücksichtigt. Dabei ist die auf jeden Fall wesentlich besser als beim anbau von Ölpalmen auf ehemaligen Regenwaldflächen. Eine Ökobilanz muss jedoch auch immer vor dem Gesichtspunkt der Alternativnutzung der zu betrachtenden Fläche untersucht werden. Beispiel: Wenn ich einen Wald rode, um dort Raps anzubauen ist dies anders zu bewerten, als wenn ich Raps auf einem Feld in einer Region anbaue, wo schon seit Ewigkeiten Acker ist, und wo vorher z.B. Weizen stand.
Insgesamt ist das Thema wohl aber etwa zu komplex um es hier in Kürze durchzudiskutieren ;-)
Fazit: Energiebilanz positiv Ökobilanz: Abhängig von den Umständen
Es Bedarf eines hohen Aufwandes an Energie die Maschinenleistung, den nötigen Sprit, die Düngemittel und Pflanzenbehandlungsmittel herzustellen um z. B. Raps anzubauen, zu ernten und zu transportieren. Raps (wie alle Kohlarten) kann auf Grund der Gefahr von Kohlhernie nur alle drei bis vier Jahre auf der selben Fläche angebaut werden. Allein daher ist ein flächendeckender Anbau unmöglich. Man erhält im Durchschnitt eine Erntemenge von 40.000 kg pro Hektar mit einem Ölgehalt von ca. 40%. Durch Kaltpressung erhält man ca 36%, also 36 ltr. von 100 kg, wäre 1.440 ltr. je Hektar. Dies kaltgepresste Rapsöl kann in Pflanzenölmotoren verwendet werden. Durch das Hexanverfahren kann nochmals 2% aus dem Rapskuchen gewonnen werden. Dann muss das Rapsöl in einem aufwendigen Verfahren verestert werden um Biodiesel zu erhalten. Auch wenn man die Verwendung des Rapskuchens als Viehfutter oder Düngemittel berücksichtigt und das der Raps in der Zeit seines Wuchses genauso viel Sauerstoff produziert hat wie ein ausgewachsenes Hektar Eichenwald ist seine Ökobilanz nicht ausgeglichen, sondern tendiert absolut in Richtung minus.
TeddyO am 22. Februar 2008 10:52 gute Antwort!!

Tatsächlich ist die Erzeugung von Biodiesel ein einigermassen unökologischer Vorgang. Zur Erzeugung 100 Liter Biodiesels werden 80 Liter fossile Brennstoffe benötigt.

soweit ich weis, benötigt man mehr Energie (fossile Brennstoffe) als man mit dem Biodiesel ersetzen kann.
Biodiesel ist ein nicht-ökologischer Irrweg.
Die Herstellung von Biodiesel aus pflanzlichen Rohstoffen verbraucht mehr Energie als die Herstellung von Diesel aus Mineralöl.
Soll der Bedarf an Diesel mit Biodiesel gedeckt werden, wird nahezu die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche zum Anbau der Ölfrüchte benötigt. Und woher kommt dann die Nahrung für die Menschen?