Frage von TheTrueSherlock, 70

Wird man durch viele psychischen Probleme bzw. Störungen reifer?

Und zwar war ich schon früh reifer als andere in meiner Klasse. So viele Lehrer haben das immer wiederholt. Ich wusste schon früh, was ich machen will und habe auch wenig den Unterricht gestört. Das Schule wichtig ist und ich eine gute Zukunft haben will.

Durch am eigenen Körper erlebtes Mobbing und durch meine Depression habe ich auch gelernt, dass man verbal ziemlich schnell andere verletzen kann. Ich wurde dann auch immer empathischer und habe mich in andere hineinversetzt. Habe nicht jeden Mist mitgemacht oder Streiche gespielt. Habe mich nicht wild wie andere betrunken etc.

Ich frage mich, ob ich durch meine psychischen Probleme reifer wurde. Allerdings fühle ich mich nun nicht erwachsen, obwohl ich schon 19 bin. Ich habe negative Lebenserfahrung, aber nicht die Alltagserfahrung (Einkauf, Haushalt, Arbeit, Verträge abschließen). Damit würde ich mich erwachsener fühlen.

Kann es trotzdem sein, dass ich gerade durch die psychischen Probleme reifer wurde?

Antwort
von Kitharea, 20

Sofern man sich darum kümmert ja. Wenn man nicht daran arbeitet (obwohl es einem nicht gut damit geht) nein. Weil man diese Probleme zwar im Laufe der Jahre umbaut aber sprichwörtlich ein Leben lang gegen dieselben Mauern läuft.
Ich sehe das mit meinem Weltbild so: Das Leben selbst zeigt uns wo wir an uns arbeiten müssen. Die guten Zeiten zeigen uns was möglich ist und die schlechten Zeiten/Dinge zeigen uns, an welcher Stelle wir noch arbeiten müssen an uns.
Unterm Strich steht Kontrolle loslassen, Zufriedenheit, Selbstliebe, Grenzen setzen und Erfahrungen abschließen.

So wie du sagst dass du empathischer wirst habe ich das Gefühl du passt dich bereits so gut an Andere an, weil du zukünftige Probleme (Mobbing,...) vermeiden willst. Es ist ein netter Wesenszug für Andere. Aber vielleicht solltest du mehr auf dich selbst schauen anstatt dein Leben so zu richten wie Andere es gerne hätten. Es ist nur ein Vorschlag. Wenn es dir gut geht wie es ist - dann bleib dabei. Man muss sich keinen Mercedes zulegen, wenn man mit dem Fahrrad auch zufrieden ist. Wobei ich hier davon ausgehe, dass menschlich gesehen ein Mercedes nicht mehr wert ist als ein Fahrrad. Es ist nur eine andere Art durchs Leben zu reisen.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Vielleicht war das früher so, dass ich mich eher angepasst habe. Naja, eigentlich war ich schon immer anders als die anderen. Das ich es anderen recht machen will, kam eher durch die Probleme mit meinem Vater zustande. Aber daran habe ich schon gearbeitet und tue es noch.

Danke.

Antwort
von einfachichseinn, 3

Ich würde nicht sagen, dass man durch eine psychische Krankheit reifer wird, sondern viel eher durch einschneidende Erlebnisse die häufig zu einer psychischen Erkrankung führen können.

Wenn zum Beispiel deine Mutter verstirbt und du dann für deine kleinen Geschwister die Mutterrolle übernimmst, wirst du reifen. Es kann aber auch passieren, dass du an Depressionen erkrankst, weil du überfordert bist. Dann reifst du nicht an der Erkrankung.

Das selbe gilt für das Thema Therapie. Ich denke ein Mensch, grade ein junger Mensch, reift enorm, wenn er sich mit sich selbst auseinandersetzt. Ohne Erkrankung würde er diese Erfahrung nie machen, aber die Krankheit ist nicht der Auslöser für das Reifen.

Antwort
von FelinasDemons, 40

Manche schon. Natürlich nicht alle.
Jeder hat eine bestimmte Sache, die ihn reifen lässt. Bei dir sind es die psychischen Erkrankungen. Wenigstens ein positiver Aspekt bei der ganzen Sache:)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm, stimmt kann man natürlich nicht pauschalisieren.
Schon Ironie pur ._.

Kommentar von FelinasDemons ,

Was ist Ironie pur?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Das man durch so etwas Negatives reifer wird.

Antwort
von howelljenkins, 40

man wird durch psychische probleme nicht reifer, man macht bloss in eine bestimmte richtung erfahrungen, die nicht jeder macht. das erweckt manchmal den anschein von reife.

Antwort
von SiroOne, 29

Menschen reagieren immer aus einer Notwendigkeit raus.
Da es unendliche Möglichkeiten gibt wie eine Notwendigkeit aussieht und wie ein Mensch damit um geht, kann man nicht von " Den Menschen " reden.
jeder Mensch ist individuell zu betrachten.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, ich sprach auch über mich.
Kannst du sagen, ob ich dadurch reifer wurde? Oder sind das zu wenig Infos? ^^

Kommentar von SiroOne ,

Ja oft ist der Weg das Ziel, wenn man dazu noch sozial kompetenter wird und man damit auch noch inneren Frieden findet, dann hat man sicher eine positive Entwicklung durch gemacht.

Antwort
von PicaPica, 27

Nicht durch die Probleme selbst, sondern erst durch deren Wahrnehmung, Analyse, Schlussfolgerung und daraus resultierender Problem-Bewältigung.

Respekt, dass du das geschafft hast.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Klingt einleuchtend ja..

Kommentar von PicaPica ,

Eine Frage hätte ich zunächst noch: Was genau verstehst du unter negativer Lebenserfahrung?

Hat nicht jede Erfahrung, die man macht, auch ihren positiven Aspekt?

Kommentar von Kitharea ,

Dieses Wissen um den guten Aspekt an jeder Sache haben nur die wenigsten - bzw. genauer gesagt - spüren nur die wenigsten.

Kommentar von PicaPica ,

Das stimmt leider. Wenn man das allerdings geschafft hat, ist man bereits einen ganz bedeutenden Schritt weiter und das verändert die Sicht auf viele Dinge, Tatsachen und Verhaltensweisen doch ganz erheblich.

Dir wünsche ich alles Gute, LG.

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