Frage von Maldyolo, 50

Wird man auch später nach der schule immer gemobbt und ausgegrenzt oder kann man da Anhang finden und Anschluß?

Hallo ich werde schon seit der 5.klasse ausgegrenzt und ab der 8.wurde es stärker noch stärker. Bin deshalb in der 10.klasse sitzen geblieben. Die meiste zeit lerne ich nur und ich darf auch nicht auf Partys oder bei Freunden übernachten. Wird das später auch noch sein das man ausgegrenzt und gemobbt wird ? Bin jetzt 17 und werde im Februar 18. Habe deshalb kaum noch Kraft und alles wird mir schnell langweilig hänge fast nur noch durch :/. Tennis könnte ich auch nicht mehr schaffen :( . Möchte nicht mehr ausgegrenzt sein. Am Anfang wo ich in der klasse rein kam verstand ich mich sehr gut mit den 2 Mädels doch auch die haben sich abgewandt und lästern über mich. Ich habe niemand in der schule sitze jeden tag immer alleine in der hofpause auch in der klasse habe ich kein banknachbar. Ich weiß garnicht was die alle gegen mich haben ich gebe mir die größte Mühe und bin zu jedem immer nett. Und ich habe auch das Gefühl das so gut wie alle Lehrer gegen mich sind da die ständig vom aufhören reden obwohl ich alles von 2 bis 4 habe :/ und es gibt noch schlechtere in der klasse. Meint ihr es wird in der schulichen Ausbildung besser werden ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bethmannchen, 34

Deine jetzigen Mitschüler bekommst du nach Schulabschluss alle überhaupt nicht mehr zu Gesicht. Dich da jetzt noch für die paar Monate anzustrengen, bringt dir nichts. Konzentrier dich lieber auf deinen Abschluss. 

Danach kommst du dann in ganz neue Gruppen; Kollegen in der Berufsausbildung, Berufsschule, Studium, was auch immer. In diesen neuen Gruppen solltest du dann einfach als anderer Typ auftreten. 

Einfach nicht mitspielen, denn es ist ein Spiel, und zwar ein grausames. Jedes Spiel braucht nicht nur Mitspieler, sondern auch Spielfiguren, einen Ball, oder irgend so etwas. Beim Mobbing wird keine Figur von Feld zu Feld geschoben, oder ein Ball hin und her geworfen, sondern grausam und allmählich ein ausgewähltes Opfer gequält. 

Es ist nichts bestimmtes, was das Mobbing auslöst. Gemobbt wird man, weil der/die Mobber das so will/wollen. Dazu picken sie sich irgend etwas beliebiges heraus und hängen es jemandem an. Mobber brauchen immer jemand, den sie nieder machen können, damit der dann als Krücke für ihr eigenes schwaches Selbstbewusstsein herhält. Sie selbst, und so manche Dämlacke um ihn herum meinen nur, er würde damit total cool rüberkommen. 

Und das interessante dabei ist, dass es etwas sein kann, dass bei rechtem Licht betrachtet gar nichts negatives ist, oder sich der Mobber einfach ausgedacht hat. Meist startet das sogar mit einem Gag, (dem Geistesblitz aus den intellektuellen Tiefen einer Dumpfbacke oder eines Vollpfostens).

Das erste Mal ist immer so etwas wie ein "Versuchsballon". Erst wenn die ausgepickte Person zu erkennen gibt, dass sie durch so einen beliebigen Anwurf betroffen ist, wird damit auch weitergemacht. Damit hat man nämlich dem Mobbing erst Tür und Tor geöffnet. Man wird immer dann gemobbt, wenn man das mit sich machen lässt.

Stell dir das bildlich wie einen Faustschlag vor, und du macht rechtzeitig einen Schritt zur Seite. Derjenige purzelt dann hinter der Wucht seines Schlages her ins Leere. Dann lässt du denjenigen ganz weit links liegen und ziehst souverän an ihm vorbei. 

Du kennst das Spiel, größere nehmen einem kleineren etwas weg, und werfen es hin und her, damit derjenige das nicht so leicht wiederbekommt. Was nun? In Panik geraten, hinterher-hüpfen, heulen? GELASSEN BLEIBEN ist dann die erste Regel alle der Reihe nach mitleidig ansehen, jedem einen Vogel zeigen. Spiel verdorben - man bekommt seine Mütze zurück. Ätsch - mit mir nicht!

Lässt man zu, dass man von jemand zum Hampelmann der Gruppe gemacht wird, findet sich auch immer wieder jemand, der mal am Band zieht, damit man wieder zur Belustigung aller herumhampelt. Das lässt sich aber verhindern, indem man auf so einen Versuchsballon souverän reagiert. Ich übertreibe mal ein bisschen. Stell dir folgendes Beispiel vor: 

Jemand tönt in die Runde "@Maldyolo ist so doof, die trinkt sogar aus dem Klo". So etwas ist ein beliebiger Anwurf, stimmt natürlich nicht, ist voll krass und kann so nicht im Raum stehen bleiben, oder doch? Und wenn ja, wie?

Nun, es kommt darauf an, wie du darauf reagierst. Ziehst du den Kopf ein, und wirst ganz still, oder sagst so etwas wie, "das stimmt doch gar nicht!" - "Wer glaubt denn so was?" - "Was fällt dir ein, solche Lügen zu erzählen!", dann bist du "darauf angesprungen", hast du auf diesen Versuchsballon "wunschgemäß" reagiert, diesen Quatsch bestätigt, das Mobbing kann losgehen.

Reagierst du anders, eben souverän, z.B. stehst auf, klatschst demjenigen demonstrativ Beifall, und lobst ihn ironisch: "Wow, was für eine Fantasie!" - "Man, du bist da ja gut informiert!" Oder gibst ihm einfach vor versammelter Mannschaft einen guten Rat wie diesen: "Du, man sollte nie von sich auf andere schließen, man liegt damit viel zu oft sehr weit daneben". Sei da kreativ.

Mit so etwas nimmst du ihm sofort den Wind aus den Segeln und hast deine Ruhe. So hat sich dieser "Mobbing-Tester" selbst blamiert, ohne dass du auf das gesagte eingegangen bist, oder dich gerechtfertigt oder verteidigt hast. Denn erst wenn man auf etwas gesagtes eingeht, kann es überhaupt eine weitere Auswirkung haben.

Eine Beleidigung ist eine Verletzung des Stolzes und kratzt am Selbstbewusstsein. Deshalb wird sie von Mobbern verwendet, weil sie so am einfachsten an ihr Ziel kommen. Bei meinem Beispiel können die Mobber nun mit jedem Quatsch aufwarten, der ihnen gerade in den Sinn kommt, oder es haben alle sofort erkannt, dass damit kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Um souverän reagieren zu können ist es wichtig, dass man seine "Beleidigungsgrenze" immer geschmeidig hält. Mach einfach einen "Ausfallschritt". Damit meine ich, dass man nicht alles und jedes so dicht an sich herankommen lassen sollte. Schließlich kann dich nicht jeder mit allem und jedem treffen. Und ob du überhaupt getroffen worden bist, entscheidest immer und in jedem Fall du selbst.

Und dann ist dein Stolz doch nicht nur eine dünne Beschichtung, die jeder so einfach mit Worten abkratzen kann. Der steckt doch durch und durch in dir. 

...

Kommentar von Bethmannchen ,

Bei jedem Anwurf also erst einmal überlegen, ob das überhaupt eine Beleidigung sein kann, dein Stolz also tatsächlich leiden könnte. Es gibt da auch die Redewendung: "Dummheit und Stolz sitzen auf einem Holz", was übrigens für beide Seiten gilt. Nur dumme Menschen haben es überhaupt nötig ihren Stolz zu verteidigen oder am Stolz anderer zu kratzen.

Dazu muss man aber gelassen bleiben, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Mit einer spontanen "auf Wunsch Reaktion" vermasselt man sein eigenes Potential, stellt sich selbst freiwillig sofort in die Opferecke. Später kommt man da nur schwer wieder heraus.

Mobbing kommt nicht nur in der Schule vor, das gibt es in jeder beliebigen Gruppe. Es laufen halt reichlich Idioten in der Welt herum;-)

Eine Klasse oder jede andere größere Gruppe ist auch nicht nur eine einzige Gruppe, sondern besteht aus mehreren Grüppchen von zwei bis etwa sieben Personen und Einzelgänger gibt es auch. Die Grüppchen sitzen auch nicht immer auf einem Haufen oder hängen immer alle zusammen. 

Solche Untergruppen lösen sich hin und wieder auf, formieren sich neu. Einzelne oder mehrere schließen sich an, dafür gehen andere wieder weg. Das wandelt sich ständig. Es gibt auch "Zwei dicke Freunde", zu denen sich mal der eine oder andere gesellt, aber selten für lange.

Die Gruppen stehen nicht gegeneinander, ticken nur verschieden, haben andere Interessenschwerpunkte, Ansichten, Meinungen, Wertvorstellungen, Vorlieben, Abneigungen usw. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. Und weil sich jeder sich und seine Ansichten auch ändern kann, verändert sich diese Zusammensetzung.

Jede Gruppe hat ein oder zwei Meinungsführer. Die Obermobber in einer Klasse werden auch zu einer Gruppe gehören. Da werden sie Meinungsführer oder Vice sein. Um in seiner Gruppe "der Coole" zu sein, "für Spaß zu sorgen", braucht es immer wieder ein Opfer, einen Hampelmann, wo alle immer mal wieder am Band ziehen. Einen hat man sich einmal ausgeguckt, und mit dem treibt man es dann immer wieder. 

Die eine und einzige Reaktion auf so ein Piesacken muss absolut souverän rüberkommen. Sie muss jeden Mobber sofort und für immer vor der ganzen Klasse als blamierten Dummen dastehen lassen. Das muss gleich beim ersten Mal wie ein "Todesstoß" plötzlich kommen, genau gezielt und richtig dosiert sein, mit der perfekten Publikumswirkung.

Du brauchst eine Typveränderung. Auf Mobbing reagiert man nämlich entweder absolut erfolgreich, oder üüübeeerhaupt nicht!

Nehme ständig eine aufrechte Haltung ein, weil du damit schon viel präsenter und regelrecht unangreifbar erscheinst. Außerdem bekommst du so viel mehr von deiner Umgebung mit. So kannst du schon viel früher erkennen, welcher Wind gerade weht. (Ach, da hinten kommt die blöde Kuh, dann geh' ich schon mal auf die andere Straßenseite. Gefahr erkannt - Gefahr gebannt.) Und hier der Trick:

  1. Immer wieder daran denken "Napoleon-Haltung einnehmen! Also Kopf aus den Schultern ziehen, hoch mit dem Kinn und den Blick auf den Horizont richten, Hände mit den Daumen nach außen drehen, (dadurch rollen die Schultern ganz von allein nach hinten) und dabei das Becken nach vorne kippen. Das kann man am besten üben, wenn man sich mit den Hacken ganz nah an einen Pfosten oder Türrahmen stellt. 
  2. Beim Gehen, Joggen, Walken oder ähnlichem die Hände immer so halten, dass die Daumen nach außen zeigen, also Handflächen nach oben. Damit drehen sich die Schultern automatisch so hin, wie sie auch gehören.
  3. Beim hinsetzen darauf achten, dass man dann auch "auf dem ganzen Hintern" sitzt. Dazu beim Hinsetzen nicht als erstes den Rücken an die Lehne werfen, sonder den "Allerwertesten" zuerst möglichst weit hinten auf die Sitzfläche strecken. Beim Platz nehmen kippt das Becken automatisch in die optimale Stellung. Auch ohne dass man seinen Rücken anlehnt, kann man so stundenlang ermüdungsfrei sitzen. 

Besonders am Anfang ist das alles anstrengend, weil der Körper umerzogen werden muss. Erst wollen die Muskeln noch nicht und man mag zunächst auch das Gefühl haben, dass diese Haltung sehr anstrengend sei. Wenn man das aber konsequent, richtig, oft und lange macht, geht das in Fleisch und Blut über und man wird feststellen, dass diese Haltung einfach optimal ist.

Es sieht nicht nur selbstbewusster aus, sondern wirkt sich auch tatsächlich so aus. Der Blick ist frei, Lunge und Herz haben mehr Platz, Magen und Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse werden nicht mehr eingequetscht und die Wirbelsäule kann in sich selbst ruhen. 

Wenn du dein jetziges Umfeld nicht mehr ändern kannst, im nächsten kommst du dann eben ganz anders und viel selbstbewusster an. 

Antwort
von Altstein, 50

Mobbing... 

Hier ein Tipp fürs Leben... Kümmer dich endlich um dich selbst und lerne anderen die Zähne zu zeigen... 
Solange du zu jedem Nett bist, wird jeder (ausnahmslos Jeder der dir begegnen wird) testen wie weit er bei dir gehen kann... Du musst den Menschen um dir herum klar machen, das man sich deine Gunst und Nettigkeit verdienen muss... Ansonsten wirst du ausgenutzt 

In der Berufsschule kann das schlimmer werden... vor allem dann wenn du alte bekannte wieder triffst, die dich als "Opfer" sehen. 

Rede mit deinen Eltern darüber, dass du Zeit auch für dich brauchst um dich mit Freunden zu treffen... bzw Zeit brauchst auch Freunde zu finden die dich für das was du bist schätzen lernen. 

Lerne Nein Sagen und hab keine Angst vor Konflikten mit allen die dich Mobben. Weil wenn du dir alles gefallen lässt, hast du bereits verloren. Du kannst dagegen ankämpfen ! 

Antwort
von KittyCat992000, 35

Ich glaube, bei so einem Fall, kannst du beantragen in eine andere Klasse zu kommen.
Nach der Schule triffst du neue Menschen, die dich nicht kennen. Alles steht offen. Nur Mut

Antwort
von 111Nadine111, 39

Wenn du mit den falschen Leuten zusammenkommst ja :/ Es gibt viele idioten da draußen :) aber sonst nicht :)

Antwort
von User4756, 43

Bei den späteren Ausbildungen bist du mit hunderten anderen Leuten in einer “Klasse“ welche viel gebildeter sind und dann kannst du vielleicht leichter ein Freund finden und dann auch zB zsm lernen etc bis sich deine Eltern an ihn gewöhnen und du auch mit ihm weggehen kannst und etc

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