Frage von Knoerf, 113

Wird in Zukunft jeder krank sein?

Jetzt hörte ich wieder, dass in den USA ein Superereger bei einer Patientin entdeckt wurde wodurch man sehr leicht sterben kann. Man weiß ja, dass die USA die Nummer 1 in Sachen Umweltverschmutzung sind. Ich denke das kommt sicher von dem her. Außerdem gibt es in den USA so viele Krebsfälle wie in keinem anderen Land der Welt. Wenn die Umwelt weiter so verschmutzt wird wird dann jeder Mensch auf der Welt krank sein egal ob Krebs oder etwas anderes?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Knoerf,

Schau mal bitte hier:
Krankheit Krebs

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wassermensch, 7

Die Frage ist durchaus berechtigt, aber die Grundannahme (hinsichtlich der USA) ist erstmal völliger Unfug. Im Gegenteil ist es so, daß es in den USA mit die strengsten Umwelt- und Verbraucherschutzrichtlinien der Welt gibt. Der Unterschied zur EU ist, daß bestimmte Bereiche stärker und andere weniger stark abgedeckt sind. Indirekt wiederum ist es wahr, da der Großteil der Konsumgüter, die in den USA gekauft werden in Ost- und Südost Asien hergestellt werden, wo die eigentliche Umweltverschmutzung stattfindet. Das gilt aber auch für Europa. Wir haben die Verschmutzung ausgelagert.

Aber nehmen wir die Frage als Hypothese: warum könnte es sein, daß die Anzahl der Krankheiten scheinbar zunimmt?

Faktor 1: Umweltgifte. Während der letzten hundert Jahre wurden zehntausende künstlicher chemischer Substanzen erzeugt, die ihren Weg in die globalen Stoffkreisläufe und die Nahrungskette gefunden haben. Darunter sind z.B. toxische Stoffe, hormonaktive Stoffe und die Auswirkungen der zahllosen Stoffe auf biologische Organismen - vor allem in Kombination - sind zum aller größten Teil schlicht unbekannt. Hinzu kommt, daß sich sehr viele dieser Stoffe in der Nahrungskette über die trophischen Stufen hinweg anreichern - ein Prozess der Bioakkumulation und Biokonzentration genannt wird. Da wir Menschen uns selber an die Spitze der Nahrungskette gestellt haben und uns von z.T. Prädatoren der höchsten Stufen ernähren (z.B. Thunfische, Haie, Wale) kommen die Giftstoffe die wir selber erzeugt haben aufkonzentriert wieder zu uns zurück. Das lässt sich beispielsweise durch die Analyse von Muttermilch weltweit zeigen. Und natürlich hat das Auswirkungen auf die Gesundheit, die sich allerdings schwer konkretisieren lassen.

Faktor 2: Diagnostik. Die Wissenschaft schreitet stetig voran, und die medizinische Diagnostik ist heute in der Lage Krankheiten zu erkennen, die früher schlicht nicht erkannt wurden. Die verbesserte Diagnostik führt also dazu, daß scheinbar mehr Menschen krank sind, in Wirklichkeit werden nur mehr erkannt. Ein einfaches Beispiel ist die Zöliakie-Diagnostik. Bis vor einigen Jahren mußte hierfür eine Dünndarm Biopsie durchgeführt werden - per Magensonde - was eine aufwändige und sehr unangenehme Prozedur ist, und heute reicht ein einfacher Bluttest, und auch Gentests sind Routine. Es werden sehr viel mehr Zöliakie-Fälle erkannt. Scheinbar gibt es also mehr Kranke. Dasselbe gilt für sehr viele andere Krankheitszustände.

Faktor 3: Behandlungsmethoden. In direktem Zusammenhang mit Faktor 2 stehen die sich ständig verbessernden Behandlungsmethoden der Medizin. Menschen, die in vergangenen Zeiten an ihren Krankheiten gestorben wären - oft bereits als Kind - können dank moderner Behandlungsmethoden heute überleben und bekommen selbst wieder Kinder. Dadurch werden vermehrt Gendefekte die in früheren Zeiten durch die Natur gnadenlos aussortiert wurden weitergegeben und tendenziell nimmt hierdurch die Zahl der Defekte im menschlichen Genom zu. Glücklicherweise vermischen sich allerdings die Menschen aus unterschiedlichen Regionen und ethnischen Hintergründen heute auch durch die Globalisierung stärker, was dieser Tendenz wieder entgegenwirkt und diese Entwicklung zumindest verlangsamt. Aber grundsätzlich, wenn man für dieses Problem der sich aufsummierenden genetischen Defekte keine Lösung findet, wird das irgendwann das Ende unserer Spezies bedeuten. Und da reden wir nur von einigen hundert bis maximal tausend Jahren, denke ich.

Faktor 3: Die Alterspyramide. Durch sinkende Geburtenzahlen verschieben sich die Bevölkerungsanteile der verschiedenen Altersgruppen hin zu den Älteren. Alte Menschen sind grundsätzlich häufiger krank - ja am Ende sterben sie sogar. Das ist eine sehr banale Einsicht die schon prinzipiell dazu führt, daß der Anteil kranker Menschen an der Gesamtbevölkerung parallel zum Anteil alter Menschen steigt.

Faktor 4: Globale Umweltveränderungen (Klimawandel etc.). Nur ein Beispiel: Hitzewellen = mehr Hitze induzierte Erkrankungen. Verschiebung von Klimazonen = Vermehrung von Schädlingen und Parasiten die Krankheiten Übertragen (z.B. einheimische und subtropische Zecken in D, tropische Mücken die verschiedene Krankheiten übertragen etc.). Die Liste ist endlos.

Faktor 5: Lebensweise. Immer mehr Wachstum heißt immer mehr Tempo, Stress, eine immer materialistischere Ausrichtung auf Dinge und Ergebnisse. Sinnkrisen, Depressionen, Burnout nehmen massiv zu. Psychische und körperliche Krankheiten gehen Hand in Hand. Die Menschheit insgesamt scheint eine Sinnkrise zu haben.

Faktor 6: Anreize des Wirtschaftssystems. Ein kranker Mensch ist ein Wirtschaftsfaktor. An ihm verdienen Ärzte, Pharmaunternehmen, Krankenhäuser, Therapeuten und viele andere, direkt und indirekt. An einem gesunden Mensch verdient man nichts. Der ideale Patient ist also aus Sicht aller beteiligten der "Gesundheits"-Industrie nicht der gesunde, sondern der chronisch kranke. Ohne jetzt eine Verschwörungstheorie aufmachen zu wollen ist zumindest jeder Arzt oder Zahnarzt in der ständigen Versuchung seinen Patienten unnötige Diagnosen aufzuschwatzen, die unnötige aber sehr lukrative Behandlungen nach sich ziehen. Es gibt genug nachgewiesene Fälle in denen derlei geschehen ist, und das dürfte nur die oberste Schneeflocke auf der Spitze des Eisbergs sein. Natürlich gilt dasselbe Problem für viele andere Berufszweige - vom Automechaniker bis zum IT Spezialisten.

Soll ich weiter machen? Worauf ich hinaus will: wir leben in einer hochkomplexen Welt, und es gibt in fast keinem Bereich einfache Antworten - schon gar nicht so etwas wie dumpfes "Amerika Bashing". Das führt zu gar nichts. Es tut mir leid, aber die Welt ist ein komplizierter und häufig ziemlich unverständlicher Ort...

Antwort
von ASRvw, 16

Moin.

Ach, ja. Die USA. Wurzel allen Übels, Heimstadt Satans. Kannst Du Deine Behauptungen auch irgendwie belegen? Die USA sind schlimm, aber nicht so schlimm. Da gibts noch ganz andere.

Der Tod an einem Supererreger wird mit Sicherheit nicht leicht sein. Man kann schnell daran sterben, aber gewiss nicht leicht. Aber wenn Du sog. Supererreger suchst, sind die USA definitiv nicht die beste Wahl - zumindest nicht außerhalb der Forschungszentren von CDC und Co. Da gehst Du besser nach Zentralafrika oder in den Amazonas.

Davon ab, stirbt jeder irgendwann. Und wenn Du mal ganz tief in Dich gehst, wirst Du erkennen, dass Du nicht mit absoluter Sicherheit behaupten kannst, in einer Minute noch am Leben zu sein.

Aber zurück zum Thema: Das schlimmste Virus und damit die schlimmste Krankheit, heißt Zivilisierter Mensch. Und die Erde ist schon lange damit infiziert. Die Krankheit geht mit schlimmsten, nekrotisierend-irreversiblen Zerstörungen einher.

Selbst nach dem schlimmsten Vulkanausbruch, wachsen irgendwann wieder Bäume. Aber an Stellen, die vom zivilisierten Menschen befallen wurden, wächst nie wieder irgendwas.

Der zivilisierte Mensch geht mit solch verheerendem Eifer ans Werk, dass er schon lange aus dem Auge verloren hat, dass er selbst ohne seine Wirt nicht überleben kann.

Bisher sind alle Behandlungsversuche fehlgeschlagen. Zwar konnten einzelne Stämme leicht abgeschwächt werden, so dass sie heute vermehrt Windräder statt Atomkraftwerke bauen, aber andere Verhaltenweisen, wie der Hang zu Autos mit fetten Motoren und Tempo 250 auf der Autobahn haben sich leider als resistent erwiesen.

Andere Stämme, vor allem der indische und der chinesische, aber auch der russische haben sich bislang leider als vollständig, chronisch lern-resistent erwiesen. Und so muss man der Erde nun leider eröffnen, dass ihre Tausendjährige Überlebensrate mit jedem weiteren Jahr um ein paar Prozentpunkte abnimmt. Das zeigt sich leider auch an der Zunahme ihres Fiebers und der Zunahme der Atembeschwerden.

Ja, es steht schlecht um die Erde. Und da machst Du Dir allen ernstes Sorgen darum, dass ein paar Krankheitserreger mutieren und sterben könnten?

- -
ASRvw de André

Antwort
von tevau, 41

"Man weiß ja, dass die USA die Nr. 1 in Sachen Umweltverschmutzung sind". Woher weißt Du das? Es ist ziemlicher Unsinn.

Die USA sind vielleicht unter den größten Industriestaaten derjenige mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2.

Woanders sind sie dagegen führend. Kalifornien hat zum Beispiel weltweit die strengsten Emissionsregeln für Autos.

Auch an anderer Stelle gelten in den USA sehr hohe Umweltstandards. 

Eine pauschale Wertung wie Du sie betreibst ist nicht zu halten.

Jedenfalls hat sich wohl noch kein US-Bürger auf einem Besuch in einer europäischen Großstadt darüber gewundert, dass man den Himmel sehen kann. In China dagegen ist es der Normalfall, dass der Smog die Sichtweite auf wenige Dutzend Meter begrenzt.

Also: Bitte belege mal diese Behauptung, und sage dann auch, wie Du darauf kommst, dass es dort die meisten Krebsfälle gibt. 

Antwort
von kjklol, 56

Das mit dem Resistenten Keimen hat eher damit etwas zu tun, dass man in jeder Tierzuchtstation Antibiotika einsetzt. Aber ansonsten hast du recht.

Antwort
von KruemmelElli, 23

Habe erst vor kurzem gelesen, dass bei jedem zweiten (!) Menschen in Deutschland in seinem Leben ein Tumor diagnostiziert wird und jeder dritte Patient an Krebs stirbt. 

Das sind harte Fakten und ich denke auch, dass die Tendenz einen Tumor (egal ob gut- oder bösartig) bei Menschen zu entdecken, mit der Zeit steigen wird. 

Doch was man auch bedenken sollte, ist das die Menschheit immer mehr große und wichtige Errungenschaften im Bereich der Medizin gewonnen hat. Krankheiten wie z.B. die Pest, der damals unzählige Menschen zum Opfer gefallen sind, sind heute fast vollkommen ausgestorben.

Ich denke es gibt sehr viele Aspekte, die bei der Beantwortung deiner Frage hineinspielen und "eine richtige Antwort" so pauschal gar nicht gegeben werden kann. 

Antwort
von Marko212, 47

Wir sorgen jedenfalls nicht für eine gesündere Welt.

Das trifft auch auf Lebensmittel und vieles weitere zu.

Antwort
von paranomaly, 9

Napoleon besuchte damals auch immer wieder Leute die an der Pest erkrankt waren, er selbst erkrankte aber nie an der Pest. Es kommt eben immer auf den Boden an, ob eine Krankheit ausbricht oder nicht.

Antwort
von azervo, 29

Die Überbevöllkerung und die verschmutzte Umwelt sorgen sicherlich dafür, dass es immer mehr Leute geben wird die "krank" sind. Unsere Natur hat ein automatisches Regulationssystem, was versucht die Überbevöllkerung zu regulieren.

Antwort
von Jacek Wojcik, 12

Krank sein bedeutet nicht wegen der Krankheit zu sterben.

Sehr viele Leute können geheilt werden, auch Krebs wird oft geheilt.

Außerdem wenn wir an Krebs erkranken, wird meistens nur ein kleines Teil von unserem Körper krank, der Rest ist gesund.

Wenn in Deutschland die Lebenserwartung bei über 80 Jahre liegt, da dürfen wir ab und zu erkranken

Aus der Statistik:
Eine Brustkrebs-Erkrankung überleben in Europa nach fünf Jahren durchschnittlich 81,8 Prozent der Frauen, in der USA sind das 89%

http://krebs-tumoren.de/neuerkrankungen-sterbefaelle/

Antwort
von InfectRange, 49

In naher Zukunft wird es wohl so sein dass die ganze Welt verschmutzt ist wenn sich die Politiker nicht mal was einfallen lassen würden, aber soweit ich weiß ist Tokio der Umweltverschmutzer Nummer 1. Oder Peking

Mfg tom

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Peking. Japan ist nur verstrahlt.

- -
ASRvw de André

Antwort
von josef788, 29

möglich, ja. man muss aber auch sagen,sterben tun wor sowieso egal ob an krebs oder sonst etwas. 

Kommentar von josef788 ,

ich bin auch krank. psychisch gesehen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community