Frage von AsianPredator96, 37

Wird Europa in Zukunft weiterhin den "sozialen" Weg gehen, oder wird sie genauso kapitalistisch wie ihr großer amerikanischer Bruder?

Antwort
von Unsinkable2, 9

Wird Europa in Zukunft weiterhin den "sozialen" Weg gehen ...

Ganz klar und zweifelsfrei: Nein.

Der "soziale Weg" kostet Geld. Viel Geld. Doch die meisten Staaten sind bis über beide Ohren verschuldet und verschulden sich immer mehr. Und die Staaten wagen es nicht, auch die Reichen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an den Kosten der Gesellschaft zu beteiligen.

Mit anderen Worten: Selbst wenn man wollte - man kann nicht. (Abgesehen davon will man auch nicht.)

... oder wird sie genauso kapitalistisch wie ihr großer amerikanischer Bruder?



Ja, und auch das ist nur der Anfang. Du glaubst, Griechenland sei ein Pleite-Staat? Da hast du die Gesamt-Verschuldung der USA noch nicht gesehen. Oder die Frankreichs, Belgiens, Italiens, Irlands ... und sogar die Deutschlands wächst unaufhaltsam weiter. Trotz "sprudelnder Steuereinnahmen" und "höchster Steuereinnahmen ever, ever, ever", wie unsere konservativ-spezialdemokratische Regierung nicht zu betonen müde wird.

Derzeit ist Deutschland mit knapp 80% des BIP verschuldet. ( www.staatsschuldenuhr.de... doch das ist nur die "offizielle Staatsverschuldung", in der beispielsweise die erforderlichen Versorgungsrücklagen, etwa für "Beamten-Renten", etc. noch gar nicht enthalten sind. Aber auch diese Gelder (in Deutschland sind das derzeit summa summarum 7,4 Billionen Euro; die zwar nicht "am Stück", aber eben "insgesamt" fällig werden und folglich aufgebracht werden müssen) müssen gezahlt werden. Und wenn sie nicht zurückgelegt wurden (derzeit gibt es weniger als 0,2 Billionen Euro Rücklagen dafür), dann müssen sie über zusätzliche Staatsschulden finanziert werden.

Alle Schulden Deutschlands zusammengezählt, liegt die Staatsverschuldung also ziemlich genau 3 Mal so hoch, wie angegeben: Nicht 80%, sondern rund 240% des BIP; nicht 2,2 Billionen Euro, sondern 6,6 Billionen Euro beträgt der Schuldenberg tatsächlich. (Zum Vergleich: Griechenland galt "schon" mit 140% als vollkommen pleite und musste unter die Vormundschaft der Troika gestellt werden.)

... und die Verschuldung steigt und steigt und steigt immer weiter und immer schneller. Schon heute sind es 1.500 Euro ... pro Sekunde. ( www.staatsschuldenuhr.de )

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... das geht nicht mehr ewig so weiter. Nicht in Frankreich, nicht in den USA, nicht in Portugal, Spanien, Griechenland, Italien, Irland, Belgien, Niederlande, Österreich, Großbritannien ... und auch nicht in Deutschland. 

Denn wie schon bei der aktuellen Finanz-Krise gilt auch hier: Mit dem ersten Domino-Stein (hier vor allem die Geberländer Europas) beginnt die gesamte Kette umzufallen. Und niemand - wirklich NIEMAND - ist imstande, es aufzuhalten, wenn es erst einmal begonnen hat. 

Und es ist nicht mehr die Frage "Ob?", sondern nur noch "Wann?".

Kommentar von felixuser ,

Gebe Prinzipiell erst mal vollkommen recht, nur eine Kleinigkeit geht mir zu wieder

"Und niemand - wirklich NIEMAND - ist imstande, es aufzuhalten, wenn es erst einmal begonnen hat."

Vermutlich wird es auch niemand aufhalten, solange man mit (ich nenne es mal)"einen Zusammenbruch des Kapitalismus" großflächig Angst schürt. 

Es gäbe hier zwei Möglichkeiten, entweder eine vollständige Aufklärung der Bevölkerung, um unkonventionelle Denkweisen, auch in der Allgemeinheit zuzulassen. Um eine solche Entwicklung möglichst gänzlich abzuwenden, dazu wäre es nötig auch mal zu Grundlegende dinge zu hinterfragen, auf die leider zur Zeit Denkverbote auferlegt werden.

Dies erfordert nur leider mehr als eine neue Opposition, oder Partei an der Spitze dazu sind die Machtstrukturen der Großunternehmen viel zu stark verankert. 

Oder wir haben die Alternative, in der bricht die Wirtschaft für weite Teile des Bürgertums unerwartet zusammen. 

Die folge sind vermutlich Bürgeraufstände bis hin zu Bürgerkrieg, da hier völlig unerwartet Politische Konsequenzen gezogen werden müssen, die die breite Masse nicht verstehen wird. 

In Anbetracht der Lage das man aktuell Großunternehmen zwecks Datengewinnung wie wild fördert, denke ich die Zukunft als Polizeistaat, und  als Regierungsform die Plutokratie ist bereits entschiedene Sache.

Da du nun meine Denkweise kennst, kannst du dir sicher erklären warum ich etwas an diesem Satz hasse, obwohl du vermutlich recht hasst, aber Trotzdem hoffe ich du irrst dich.

Wir sollten uns lieber mal die Frage stellen, ob wir mit den Alternativen leben können. 

Antwort
von marcus1984, 1

Guten Abend Asian Predator,

zunächst mal ist Europa bereits seit dem Fall des Kommunismus in den ehemailgen Satelitenstaaten der Sowjetunion vollkommen kapitalistisch.

Das bedeutet nicht gleich, dass es in Europa keinen Staat mehr gibt, der nicht auch sozial agieren könnte, jedoch sind sozialorientierte Staaten über die letzten Jahr weniger geworden. Schweden und Irland wären Beispiele für soziale Staaten, die dennoch nicht nach Planwirtschaft handeln (also kommunistisch), sondern nach freier Martkwirtschaft.

Deine Vermutung, dass Europa sich an den USA orientiert ist nicht falsch, allerdings verkörpert die USA den Superkapialismus, den innerhalb der Europäischen Union in dieser Form heute nicht möglich wäre.

Antwort
von martinzuhause, 30

"sozial" wäre es wenn sich alle daran beteiligen. auch die, welche zur zeit geld ohne gegenleistung bekommen.

die müssten dann für das geld, das sie bekommen jeden tag 6 stunden arbeiten. das wäre dann sozial gerecht.

das werden die wenigsten wollen

Kommentar von felixuser ,

Moment, wie soll man das verstehen? 

Das was man unter Krise versteht mal in einem Kurzen Satz zusammengefasst:

 "Der entrichtete gegenwert für die getätigte Arbeit, ist zu Gering" 

Und du glaubst wirklich das könnte man durch Billiglohnarbeit kompensieren oder verstehe ich hier etwas falsch?

Kommentar von martinzuhause ,

"Der entrichtete gegenwert für die getätigte Arbeit, ist zu Gering" 

die verrichtete arbeit ist dem kunden nur einfach nicht mehr wert. das ist alles.

Antwort
von MonkeyKing, 22

Pardon? Die EU ist absolut kapitalistisch. Was soll sie da noch werden? Kapitalismus und Sozialismus ist übrigens kein Gegensatz, beides kann parallel existieren.

Antwort
von lassbjerg, 15

Äh. Wie kommst du darauf, dass Europa nicht kapitalistisch wäre?

Antwort
von soissesPDF, 2

Welchen sozialen Weg denn?
HartzIV und Rentnerarmut, kann man nicht sozial nennen, das ist neoliberal.
Der amerikanische Weg ist kein Königsweg, sondern ein Irrweg.

Mehr und mehr wird deutlich, dass die Politik keine Antworten oder Konzepte hat, sondern nur heiße Luft ventilieren.
Zuerst muss die Politik den Weg zurückfinden zu einer sozialen Marktwirtschaft, Wirtschaft und Wohlstand zusammendenken.

Antwort
von soissesPDF, 7

Welchen "sozialen Weg" geht denn Europa?
Europa ist neoliberal, nicht sozial.
Mit dem neoliberalen Einpeitscher Deutschland.

Antwort
von Fielkeinnameein, 2

Hallo,

die USA sind das perfekte Beispiel für Kapitalismus im Endstadium. Die EU ist auf dem besten weg auch dort zu landen. 

Sozial ist hier schon lange nichts mehr. Leider ..

Mfg

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