Frage von Geistreich82, 58

Wird es heute eher negativ aufgefasst, wenn man sagt, man ist gläubiger Katholik und geht z. b. 2 mal die Woche in die Kirche zum Rosenkranz beten?

Und am Wochende z. B. noch in die Messe. Im Unterschied z. B. wenn man sagt, man ist buddhistischen Glaubens und geht drei Mal die Woche meditieren. Oder wenn man sagt, man betet jeden abend 5 Rosenkränze. Warum wird das eher negativ aufgefasst? Ich hab zumindest den Eindruck.

Antwort
von PaulPeter44, 12

Ich kann dich verstehen. Ich habe auch manchmal den Eindruck, das manche Menchen direkt innerlich einen Schritt zurück gehen, wenn man nur erwähnt, das man in die Kirche geht.

Ich versuche damit immer ganz natürlich umzugehen, denn ich glaube, die meisten Menschen sind einfach unsicher, was Kirche angeht. Viele können mit "Gebet" nichts anfangen und denken, man wäre dann so super heilig und würde alles andere verteufeln.

Ich versuche den anderen mit seiner Unsicherheit anzunehmen, meinen Glauben nicht zu sehr zu betonen und erst recht nicht alles andere zu verachten. Ich brauche dem anderen nicht genau mitzuteilen, wie oft ich in die Kirche gehen, wie oft ich bete, oder was ich glaube.

Und beim Thema Meditation, ja, die Leute finden meditieren toll, aber das Gebet eine sehr alte Form von Meditation ist, wissen die meisten nicht und wird oft vergessen. Meditation ist keine Buddhistische Erfindung. Es wird im Christentum nur anders genannt.

Steht zu deinem Glauben, verstecke ihn nicht, aber geht damit auch nicht hausieren. Und akzeptiere den Anderen in seinem Anderssein, dann wirst du mit deiner Toleranz auch angenommen.

Antwort
von yearningforbo, 33

Das hängt natürlich von jeder Person selbst ab, wie man diese Information aufnehmen möchte. Ich finde ein neutrales Verhalten am geschicktesten. Erstens geht es niemanden etwas an, wie oft man beten geht oder was für einer Religion man angehört. Du musst dich für so etwas nicht rechtfertigen müssen. Es ist dein gutes Recht einen Glauben zu besitzen, so wie es auch ein gutes Recht ist, an nichts, sich somit dem Atheismus zu verschreiben, zu glauben. Das du diesen Eindruck hast, kann natürlich an deinem Umfeld liegen. Je nachdem gibt es Leute, die sich bei solchen Aussagen verschieden Verhalten. Ich kann dir nur zwei Ratschläge mitgeben. Ändere dein Verhalten keinsten falls wegen irgendwelche Leuten, denen es nicht passt, was du aus deinem Leben machst. Zweitens würde ich versuchen in deinem Umfeld, falls nötig, etwas Neutralität zu verbreiten. Leute, die herablassend oder negativ auf solche Bemerkungen reagieren sind meistens unaufgeklärt und haben deswegen Vorurteile und reagieren so. Versuche, wenn möglich, dies zu reduzieren, indem du sie auf dieses Verhalten ansprichst. 

Freundliche Grüsse

J :D 

Kommentar von Geistreich82 ,

Ich meinte aber generell in der Gesellschaft. Also wenn einfach mit irgendwem darüber reden würde, man sagt ja auch, dass man Meditieren geht, das findet normal auch keiner seltsam, aber wenn man statt 3 mal die Woche meditieren 3 mal die Woche in die Kirche geht, hab ich das Gefühl, das Menschen schon eher ablehnend reagieren und nicht sagen, dass das super ist oder so.

Ich mein generell Menschen in der Gesellschaft.

Kommentar von yearningforbo ,

Da trifft der obige Text immer noch zu.. Leute die so reagieren, haben nunmal auch eine andere Meinung und wahrscheinlich auch einen anderen Glauben. Da musst du dich entscheiden, wem du erzählen möchtest was du 3 Mal die Woche tust. Ich kann mich nur wiederholen und dich daraufhin weisen, dass du, falls du so ein Verhalten bemerkst, sie sofot darauf ansprichst. 

Antwort
von aicas771, 3

Heutzutage sind viele Leute schnell mit dem Einordnen in Schubladen.

Was das Meditieren angeht, finden es manche Leute gut und modern, während andere sich darüber lustig machen, nach dem Motto "meditieren ist immer noch besser als rumsitzen und nichts tun".

Die katholische Kirche ist stark vorbelastet von ihrer Geschichte, in der sie Jahrtausende lang versucht hat, die Menschen zu bevormunden, zu beherrschen und sie von sich abhängig zu machen.

Wer also heute sagt, er geht in die Messe und betet Rosenkränze, der wird schnell als willenloses, bedauernswertes Opfer von Bevormundung angesehen. Oder man unterstellt demjenigen Scheinheiligkeit, dass er etwas vorgibt, was er sonst im Leben nicht einhält, aber von anderen einfordert (mit zweierlei Maß messen; Wasser predigen und Wein trinken, ...).

Antwort
von nowka20, 8

in die kirche geht mjan heute:

weil man das so machen muß!

Kommentar von aicas771 ,

Heute nicht mehr. Heute gehen nur noch die in die Kirche, die wollen. Deshalb sind Jugendliche oder junge Erwachsene dort sehr selten geworden. Erst wenn sie kleine Kinder haben, dann kommen sie wieder.

Kommentar von nowka20 ,

weil man das so machen muß

Antwort
von Rationales, 27

Rekorde beim Rosenkranzbeten - das kennt man von Omas über 75 Jahre und die sind absolut selten bei Gutefrage.net.

Insofern ist der Verdacht nahe, daß das eine Trollfrage ist, zumal über Dich noch überhaupt nichts bekannt ist.

Daher kann man Deine Lebenssituation nicht beurteilen. Jemand, der eigentlich voller Lebensaufgaben wäre, z.B. Familie und Beruf, zieht sich berechtigte Kritik zu, wenn er soviel Zeit für Kirche und nutzloses Leiergebet verplempert. Niemand "irgendwo in den Wolken" legt Wert auf solche Gebetsmühlen.


Kommentar von Geistreich82 ,

Nein ist keine Trollfrage ...

Das find ich gut: Daher kann man Deine Lebenssituation nicht beurteilen. Jemand, der eigentlich voller Lebensaufgaben wäre, z.B. Familie und Beruf, zieht sich berechtigte Kritik zu, wenn er soviel Zeit für Kirche und nutzloses Leiergebet verplempert. Niemand "irgendwo in den Wolken" legt Wert auf solche Gebetsmühlen.


Es geht dabei ja gar nicht um den im Himmel, sondern dass das Rosenkranzgebet ja einen meditativen Charakter hat, so wie die ein Punkt Meditation im Buddhismus oder halt das rezitieren von Mantras. Ich find es aber gut, dass du schreibst, da du es scheinbar als negativ empfindest.

Kommentar von Rationales ,

Danke für Deine vernünftige Reaktion. Ich bin "Wissenschaftler" durch und durch. Mit Religionsthemen habe ich mich viele Jahre befasst. Als Wissenschaftler mit durchaus wachem sozialem Empfinden tun einem die Leute, die sich heute noch vor den Karren der "heiligen Mutter Kirche" spannen lassen, nur tief leid - man sieht sie wie jemand, der sich täglich den Rücken geiselt. Man meint, helfen zu müssen. Lies kirchenkritische Bücher, z.B. Deschner - der gefälschte Glaube oder Kubitza - der Jesuswahn. Dann wir Dir klarer, wie bodenlos die Christen von ihrer Führung veralbert werden.

Antwort
von NewKemroy, 11

Man sagt ja sowas nicht. Es gibt so ein paar Tabu-Themen mit denen man sich schnell in die Nesseln setzt. Dazu gehöhrt Sex, Religion, Gehalt, manchmal Politik und Krankheiten und ich glaub noch etwas.

Solche Themen spricht man am besten nur mit langjährigen sehr guten Freunden oder sehr vertrauten Familien-Mitgliedern an.

Antwort
von undNichtAnders, 27

Du meinst, dass Meditieren "schicker" ist als Rosenkranz? Kann auch anders sein, dass jemand über Meditieren oder Yoga lacht.

Aber Wer? Wer fasst was negativ auf? Wo? Viele Leute denken in Schubläden, viele haben Vorurteile, viele haben jedoch keine bzw. sie bewerten spirituelle Aktivitäten anderer nicht. Welche Rolle spielt diese Statistik für dein Leben? Die Religion bzw. Spiritualität ist sowas von privat und persönlich, da haben Leute von außen nichts zu melden. Sollen sie doch denken, was sie wollen.

Kommentar von Geistreich82 ,

Die Gesellschaft mein ich. Sicher kann man das verheimlichen, aber das man es überhaupt verheimlichen muss, sagt ja schon viel aus.

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