Frage von chrissi1818, 124

Wird es eng für mich?

Hallo Ich habe gerade einen Anruf erhalten von einem Inkasso-unternehmen. Es ist noch eine Forderung offen die höhe liegt bei ca 260 euro, die ich nicht bezahlen kann, da ich Geld vom Jobcenter beziehe. Ich weiß es war blöd von mir Sachen auf Rechnung zu kaufen, wo ich erst im Denken war, das das Geld dafür aussreicht und hinterher war es doch nicht so. Die haben zu mir gesagt, wenn man Geld vom Jobcenter bekommt, DARF man keine Sachen aus dem Internet auf Rechnung kaufen. Stimmt das?? Und ist das wirklich Betrug? Also können die da eine Anzeige wegen betrug machen? Wie kann ich mich verteidigen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mignon3, 62

Zunächst ist das nur Angstmacherei, damit du die Forderung bezahlst und insbesondere die viel zu hohen und unrechtmäßigen Gebühren des Inkassobüros. Die brauchst du nicht zu bezahlen! Deshalb drohen sie dir und nur darum geht es ihnen.

Betrug müssen sie dir nachweisen. Das würde schwierig werden. Du hast nach meiner Auffassung nichts zu befürchten. Selbstverständlich darfst du als Hartz4-Empfängerin im Internet etwas kaufen. Allerdings mußt du es auch bezahlen. Du darfst es nicht in der Absicht (also mit Vorsatz) tun und dir Dinge sozusagen ohne Bezahlung "erschleichen". Solange du Waren bezahlen kannst, kaufe wo immer du möchtest.

Setze dich mit dem Gläubiger in Verbindung und vereinbare eine Ratenzahlung. Die mußt du dann aber auch wirklich einhalten. Sonst gibt es ein zivilrechtliches Gerichtsverfahren (das hat nichts mit Betrug zu tun). Dann wird es sehr teuer für dich. Wenn man mal etwas nicht bezahlen kann, setzt man sich sofort mit dem Gläubiger in Verbindung und regelt die Angelegenheit. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist das Falscheste, was du machen kannst - wie du jetzt erfahren hast.

Versuche, durch Ratenzahlungen ein Mahnverfahren abzuwenden. Wenn du dich mit dem Gläubiger geeinigt hast und du die Vereinbarung von ihm schriftlich hast, brauchst du mit dem Inkassobüro nicht länger zu kommunizieren. Wenn du aber die Raten nicht pünktlich bezahlst und es kommt vom Gericht ein Mahnbescheid, dann mußt du dich umgehend darum kümmern und entweder die Hauptforderung (ohne Inkassogebühren und -zinsen) bezahlen oder schriftlichen Widerspruch innerhalb der im Mahnbescheid genannten Frist einlegen.

Hinterfrage dein Kaufverhalten selbstkritisch und bezahle jetzt erst deine Schulden ab, damit dir keine weiteren Unannehmlichkeiten entstehen.

Kommentar von chrissi1818 ,

Aber die sagen zu mir das ich die Gebühren (inkasso gebühren) bezahlen muss, da sonst es noch unangenehmer für mich wird und der Gerichtsvollzieher vor meiner tür stehen wird.

Kommentar von Mignon3 ,

Ja, das sind die üblichen Drohungen. Das ist Unfug. Du mußt pro Mahnung eine Mahngebühr von ca. € 2,50 zahlen. Mehr nicht.

Trotzdem: Nimm die Forderung nicht auf die leichte Schulter, sondern versuche, sie so schnell wie möglich zu begleichen. Gerichtsverfahren werden teuer!

Der Gerichsvollzieher kann erst kommen, wenn das Gerichtsverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist und ein vollstreckbarer Titel vorliegt. Das dauert noch! Das Inkassobüro kann dir nicht "mal so eben" den Gerichtsvollzieher nach Hause schicken. Lasse dich nicht blöffen.

Kommentar von chrissi1818 ,

Also ich bin ja auch bei einer Schuldener Beratung. Und die meinte Das ich kein Geld an das Inkasso-unternehmen überweisen soll. Alles an schreiben, soll ich da hin schicken

Kommentar von DerHans ,

Wenn du schon bei der Schuldnerberatung bist, darfst du selbstverständlich nichts mehr auf Raten kaufen.

Kommentar von Mignon3 ,

Bei einer Schuldnerberatung bist du in den besten Händen. Die kennen sich wirklich aus. Das ist deren tägliches Brot. Genau! Das Geld (nur die Hauptforderung und evt. € 2,50 pro Mahnung an den Gläubiger). Wenn du das Geld an den Gläubiger überwiesen hast, kannst du das dem Inkassobüro einmalig mitteilen (ist aber nicht zwingend) und danach ignoriere das Inkassobüro.

Danke für das Kompliment. :-)

Kommentar von EXInkassoMA ,

Mignon3 hat recht. 

Inkassogebühren lassen sich bei geschickter Vorgehensweise leicht einsparen

Antwort
von DerHans, 59

Inkasso-Unternehmen übertreiben gerne einmal. Du kannst das Unternehmen wegen Nötigung anzeigen. Sie können dir Briefe schreiben.

Wieso haben sie denn überhaupt deine Telefon-Nr.?

Aber es ist Tatsache, dass wenn du etwas bestellst, obwohl du von vorne herein weißt, dass du es nicht bezahlen kannst, es sich um Betrugsversuch handelt.

Kommentar von chrissi1818 ,

wie soll ich das nachweisen??? bringt mir die Anzeige etwas?? 

Kommentar von DerHans ,

Du kannst denen verbieten, dich anzurufen. Das ist eine Störung deines häuslichen Umfelds. 

Das ist nicht nur eine Belästigung sondern du wirst ja bedrängt und genötigt.

Kommentar von mepeisen ,

Aber es ist Tatsache, dass wenn du etwas bestellst, obwohl du von vorne herein weißt, dass du es nicht bezahlen kannst, es sich um Betrugsversuch handelt.

Wobei der TE ja geschildert hat, dass er das Geld hatte, es nur ungeplante Ausgaben gab. Damit ist jeglicher Betrugsvorwurf mangels Vorsatz vom Tisch. Problematisch wird es erst, wenn man das Geld nie hatte. Rechnungen nicht bezahlen zu können aufgrund von äußeren Einflüssen ist kein Betrug.

Das Inkassounternehmen will nur Angst machen. So einen Blödsinn erzählen sie gerne am Telefon. Was sollen sie auch anderes tun. Jubeln werden sie nicht, denn man lebt mit Hartz4 ja mehr oder minder automatisch unterhalb der Pfändungsfreibeträge und dementsprechend haben die keinen Pfändungszugriff, wenn man aufpasst.

Antwort
von EXInkassoMA, 32

260 inkl Gebühren? 

Liste mal auf.  Inkassofirmen tricksen Gebührentechnisch oft

Wenn der inkasso call wieder anrufen sollte legst du auf

Kommentar von chrissi1818 ,

sorry 260 ja ungefähr

Kommentar von EXInkassoMA ,

Wieviel ist die reine Hauptforderung ?

Antwort
von kevin1905, 34

Stimmt das??

Nicht wirklich.

Du darfst keine Sachen kaufen in dem Wissen sie nicht, nicht pünktlich oder nicht vollständig bezahlen zu können, da dies den Straftatbestand des Betrugs darstellt.

Wie kann ich mich verteidigen?

Erzähl mal, wie sich die Forderung zusammensetzt.

Kommentar von chrissi1818 ,

Ach das sind Hauptforderung, Mahngebühen, Geschäftsgebühren, Adressermittlungsgebühren. Aufwandsentschädigung usw

Kommentar von EXInkassoMA ,

Gib mal Zahlen (gerundet)

Kommentar von mepeisen ,

Aufwandsentschädigung klingt schon mal nach grobem Unfug. Adressermittlung nur, wenn die Adresse unbekannt war. Liste mal die Positionen einzeln auf mit den Beträgen.

Antwort
von Zaepflein, 62

Geh mal zum Jobcenter und erläutere dein Problem. Die haben für solche Fälle Finanzexperten. Normalerweise bekommt man vom Jobcenter einen "zinslosen Kredit".
Soll heißen, dass Jobcenter bezahlt die offene Rechnung und du bekommst 10 oder 20 Euro monatlich weniger, bis der Betrag zurückgezahlt ist.

Antwort
von herja, 60

Hi,

ja, das kann leicht als Betrug ausgelegt werden, weil du ja auch schließlich vorher wusstest, dass du diese Rechnung nicht bezahlen kannst!

Kommentar von Xipolis ,

So etwas lässt sich tatsächlich nur sehr schwer beweisen.

Kommentar von herja ,

Da befindest du dich aber im Irrtum! Insbesondere dann, wenn man sein Geld nur vom Jobcenter bezieht. Dann ist es für jeden vorhersehbar, dass man eine Rechnung von ~ 260€ nicht bezahlen kann!

Kommentar von mepeisen ,

Das ist doch Blödsinn. Mit H4 Empfang ist man nicht automatisch zahlungsunfähig. Man darf problemlos am Wirtschaftsleben teilnehmen. Insbesondere mit schlechter Schufa usw., denn der Händler hätte ja erfahren können, dass es mit der Bonität nicht so pralle ist. Du hast 0 Ahnung über die äußeren Umstände. Du weißt nicht, wie günstig der TE lebt (Hotel Mamma?).

Der TE deutet an, dass er das Geld hatte, dass es aufgrund irgendwelcher Umstände nicht ausreichte.

Ja, es ist manchmal schwierig die Grenze zu ziehen, wann ein Vorsatz nachweisbar ist. Wenn ich kein Geld habe, schützt mich die Ausrede, dass ich "dachte, ich werde es bezahlen können" nicht. Das wäre dann Eingehungsbetrug.

Aber dennoch hat Xipolis Recht. Ein einmaliger Ausrutscher ist nahezu unmöglich als Betrug auszulegen.

Antwort
von Alexuwe, 57

Nicht wirklich , wennsi e die Absicht hjatten die Ware auch zu bezahlen

Somit vereinbaren Sie , mit dem Lieferanten eine Ratenzahlung

Damit dürfte das erlledigt sein

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