Frage von utilisatall, 136

Wird er mich schlagen?

Ich bin seit ca 9 monaten mit meinem Freund zusammen und ich weiß, dass er als Kind oft mitbekommen hat wie sein Vater seine Mutter geschlagen hat. Ich habe im Internet jetzt auch gelesen dass 95% der Kinder die sowas erlebt haben dies später in einer Beziehung auch machen. mein Freund ist sehr dominant im bett und sowas wie spanking ist bei uns auch nicht nur theory. Da habe ich auch komplett nichts gegen, weil ich das im sexuellen Bereich sehr genieße. Jetzt ergeben sich aber bei mir zwei Fragen daraus: Kann es sein, dass er diese Verhaltensweisen die er von seinem Vater unbewusst abgeguckt hat jetzt in sexueller Weise auslebt ? Wenn das so ist...steigt oder sinkt dann die Wahrscheinlichkeit dass er mich im Alltag (also nicht sexuell) schlagen wird?

Ratschläge wie " mach mit ihm Schluss" brauche ich nicht. Wenn er meine Grenzen überschreiten sollte werde ich auf jeden Fall Konsequenzen ziehen

Antwort
von pingu72, 42

Wenn er sich bei dir sexuell "austoben" kann könnte ihm das reichen. Wie er in anderen Situationen reagiert kann niemand wissen.

Was die 95% angeht ist das Quatsch...es besagt nur, daß das Risiko besteht... Viele die das erlebt haben fanden das grausam und würden es niemals jemandem antun wollen. 

Nur jemand mit einem schwachen Selbstbewusstsein greift zu Gewalt, da er sich mit Worten nicht zu wehren weiß und sich nur "stark" fühlt wenn er Schwächere niedermachen kann! Ob das auf deinen Freund zutrifft wird sich wohl noch zeigen (hoffe es natürlich nicht!)...

Antwort
von GravityZero, 43

Wo hast du denn das mit den 95% her? Kann ich nicht glauben. Ob er mal handgreiflich wird kann dir hier niemand sagen und wenn es bisher keine Anzeichen gab solltest du dir auch keine großen Gedanken machen. Aber sofern es passieren sollte, sollte das erste mal auch das letze mal sein!

Antwort
von XLeseratteX, 49

Kannst Du mit ihm darüber reden oder ist er da sehr empfindlich? Weil es wäre für Euch beide wichtig, wenn Ihr Euch diesbezüglich einmal aussprecht.

Das 95% der Menschen die sowas als Kind erlebt haben, in der eigenen Beziehung das selbe machen ist etwas hoch angelegt. Das wären ja fast alle.
Es kommt einfach auf den Menschen selber an, wie weit er das Erlebte verarbeitet hat.
Wenn Dein Freund es nur zum Teil verarbeitet hat, ist da noch etwas im Unterbewusstsein.

Versuch mal mit ihm zu reden. Das sollte geklärt werden, bevor es tatsächlich noch so kommt.

Kommentar von steini1904 ,

Halte ich für keine sonderlich gute Idee.

Bei den meisten psychologischen Problemen rechnet man mit einer erheblichen Verschlechterung des Zustands während den ersten Phasen der Therapie.

Hier sollte man genau überlegen ob man die Kompetenz hat damit umzugehen und das aufzufangen. 

Schlimmstenfalls kann es sogar sein dass man das Problem überhaupt erst auslöst, meist indem zu hartnäckig auf derartige Gespräche besteht und/oder emotional abweisend wird.

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Ich würde hier tatsächlich eher auf das Sprichwort "Zum Streiten gehören zwei." vertrauen und schauen wie man sein eigenes Verhalten verändern kann um solchen Situationen vorzubeugen.

Selbstverbesserung sollte, unabhängig von der getroffenen Entscheidung und Situation, immer der erste und wo immer möglich der letzte Schritt sein.

Kommentar von XLeseratteX ,

Das weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das aufwirbeln vergangener Probleme ein schlimmes Ende nehmen kann. Mit körperlichen Angriffen gab es in unserer Familie wegen dem psychischen Zustand auch schon Probleme. Da endete es auch mit körperlicher Gewalt. Aber das wurde alles in der Reha aufgewirbelt. Somit sind "Fachleute" auch nicht immer die besten. In dem Fall haben sie alles verschlimmert.

Ich fragte daher auch ob es möglich sei oder nicht. Das sie nicht in der Wunde rumstochern darf, ist ihr hoffentlich selber bewusst.

Nur abwarten und Tee trinken ist keine Lösung, da irgendwann Druck zwischen beiden entsteht. Der eine weiß irgendwann nicht mehr was der andere will oder denkt.

Da wir alle diese Situation aber nicht live miterleben, kann genau genommen keiner ein richtiges Urteil fällen. Jeder gibt einen Tipp aus seinen Erfahrungen und was sie davon am Ende macht, kann nur sie alleine entscheiden. Sie kennt ihn, wir nicht.

Wenn man nicht weiß, was im inneren des anderen los ist, wäre eine eigene Verhaltensänderung genauso riskant.

Dadurch das er Streit und Gewalt erlebt hat, kann ein Verhältnis im Streit bzw. dauernder Stress die selben Sympthome hervorrufen. Und Stress entsteht wenn der Partner sich immer weiter ändert ohne das der andere weiß warum. Sie hat mit dem was zwischen ihm und seinen Vater passiert ist nichts zu tun. Woher soll er dann wissen, warum sie sich auf mal verändert? Sie kann das was passiert ist auch mit einem anderen Verhalten nicht ändern. Wenn dieses Verhalten durch den instabilen Zustand der psyche hervortritt, hilft kein vorbeugen. Dann passiert es.

Wenn es tief in seinem Kopf verankert ist, bleibt es da. Ob man sich selber ändert oder nicht. 

Wenn das der Fall ist, muss so oder so eine Therapie in betracht gezogen werden.

Kommentar von steini1904 ,

Du gehst davon aus, dass es soetwas wie eine "stabile Psyche" im absoluten Sinne überhaupt gibt.

Wenn jemand "stabil" ist, dann sind einfach nur die Probleme weit genug unter Kontrolle.

Es gibt nur ein paar Dinge die "tief in unserem Kopf verankert" sind. Gewalt gehört allgemein dazu. Du wärst erstaunt wenn du in die Vergangenheit blicken könntest und dich an jeden Fall erinnern würdest in dem du zu Gewalt bereit warst.

Die Frage ist wie üblich eine Frage der Ursachen und Kontrolle. Wenn er beim Sex zu Gewalt greifen kann, in der Beziehung davon aber Abstand nimmt, ist die Kontrolle schonmal sehr gut und wird gleichzeitig auch weiter trainiert.

Mit einem Gespräch, in dem man die Grenzen von "Gewalt" im Sexualleben klärt, sollten sämtliche Probleme in Bezug auf bewussten Kontrollverlust ausgeräumt werden (in dreifacher Hinsicht ^^). So ein Gespräch kann man mühelos auch mehrmals wiederholen, schließlich redet jeder gerne über Sex (im Vertrauen...).

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Die Tatsache dass sie sich durch diese Gedanken verändern könnte, kann gegeben sein, muss aber nicht. Wenn sie existiert, dann ist das auschließlich ein Problem mit ihr selbst. Das Problem steht in keiner Weise mit ihrem Partner in Beziehung.

Das heißt, dass er ihr auch nicht helfen wird können es zu lösen. Da werden schnell falsche Erwartungen geweckt und das führt zwangsläufig zu Spannungen.

Sie muss das Problem für sich angehen und jegliche Projektion auf ihren Partner vermeiden.

Antwort
von steini1904, 25

"95% der Kinder die sowas erlebt haben dies später in einer Beziehung auch machen"

Absoluter Unsinn. Sind wohl die Zahlen vertauscht worden. Und selbst 5% sind noch eine enorme Übertreibung.

In der Realität sieht es eher so aus, dass häusliche Gewalt in gleichen Teilen von Mann und Frau ausgeht. Frauen kommen juristisch nur erheblich besser damit durch, wodurch sich darauf berufende Statistiken stark verzerren.

Den meisten Fällen häuslicher Gewalt gehen eine starke emotionale oder sexuelle Unterdrückung voran. Dinge wie Eifersucht oder Kontrollversuche ersatzlos und energisch aus der Beziehung zu verbannen wirkt Wunder in Bezug auf Vorbeugung jeglicher häuslichen Gewalt. Dazu zählen auch Dinge wie Erlaubnis zum Ausgehen zu verlangen oder wenn der Partner überhaupt nach einer solchen Erlaubnis fragt. Da sollte man schnell klarstellen, dass derartiges nicht nötig ist. 

Edit: Was nicht heißt, dass man nicht den Partner aufhalten darf, wenn man mal Hilfe (oder ähnliches) benötigt.

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Seltener (ehr sogar sehr selten) kann es passieren dass dominante Beziehungen einseitig eskalieren und der Partner sich dadurch genötigt oder gar missbraucht fühlt.

In dominanten Beziehungen jeder Art sollten regelmäßig Gespräche über Vorlieben und Grenzen gehalten werden. Diese Grenzen können sich verschieben (oder sogar vollständig abgebaut werden; siehe "Gorean Slave Culture"). Manchmal kann es hilfreich sein sich diesen Grenzen bewusst anzunäheren oder sie vorsichtig zu überschreiten (mit vorheriger Absprache und Sicherheitsworte nicht vergessen! Ein "Nein" und "Stop" verlieren nahezu völlig ihre Gültigkeit in solchen Situationen! Besser Worte und Begriffe wie "Blue Waffle" oder "Zugführer" wählen)

Antwort
von Lavendelelf, 20

"... habe im Internet jetzt auch gelesen dass 95% der Kinder die sowas erlebt haben dies später in einer Beziehung auch machen..." Sorry, aber da hast du echten Mist gelesen

Es ist ebenso möglich dass Menschen die das als Kind erlebt haben, es genau gegenteilig in ihrer eigenen Partnerschaft machen. 

Ich stehe auch auf Spanking usw., ich habe aber noch nie eine Frau im Alltag geschlagen. Du findest Spanking auch ok, wie geht es mit deiner Aggressivität im Alltag so?

Meiner Meinung nach ist es eher möglich das dein Freund auf Grund seiner Erfahrung lammfromm zu dir sein wird. -- Euch alles Gute.

Antwort
von Baltarsar, 20

Du solltest nicht alles glauben was du im Internet zu lesen bekommst. Die Zahl von 95 Prozent kann gar nicht hinhauen.

Viele die soetwas in ihrer Kindheit erlebt haben, wurden gar nicht erst befragt. Zumindest war beispielsweise niemand bei mir und hat mich zu der Thematik befragt.

Es gibt genügend, die soetwas in ihrer Kindheit erlebt haben und so wie ich geprägt wurden, dass Gewalt gegen Frauen oder im Allgemeinen kein Weg zur Lösung von Problemen ist.

Wenn ihr im Bett Spaß habt mit der etwas härteren Gangart, dann ist doch alles in Ordnung, solange wie sich dies nur aufs Bett beschränkt. Da du ihn aber am besten kennst, solltest du nach 9 Monaten Beziehung auch in der Lage sein, abschätzen zu können ob er Tendenzen an den Tag legt, gewalttätig dir gegenüber zu sein.

Wir hier kennen ihn gar nicht und können dir daher nicht wirklich eine Antwort geben. Allein an irgendwelchen Zahlen, die nicht belegt sind und die auch unwahr sind, werden hier wohl die wenigsten einen Menschen vorverurteilen.

Ich würde dir auch empfehlen, deinen Freund nicht aufgrund irgendwelcher haltloser Zahlen aus dem Internet vorzuverurteilen. Damit tust du ihm Unrecht.

Antwort
von sozialtusi, 25

Vielleicht glaubst Du auch besser nicht alles, was irgendwo im Internet steht ;)

Antwort
von exxonvaldez, 18

Ich glaube das nicht. Meiner Erfahrung nach haben Verhaltensweisen "im Bett" nichts mit den täglichen Leben zu tun. Jemand der im sexuellen Kontext devot ist kann im Alltag sehr dominant sein und umgekehrt.

Antwort
von Sweetheart089, 16

Naja es kann so oder so sein, aber solange er dich nicht schlägt würde ich mir keine Sorgen machen :) und bei vielen Leuten die häusliche Gewalt mitbekommen haben, ist es so dass die es auf keinen Fall selber mal machen wollen, weil sie wissen wie es ist ;)

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