Wird die heutige Jugend immer dümmer?

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4 Antworten

Solche Fragen werden in umfangreichen Studien behandelt und lassen sich nicht pauschal durch ein paar Abschlußarbeiten beantworten. Tatsächlich ist der Eindruck Vieler, dass z.B. die Fähigkeiten im Rechnen oder in der Rechtschreibung seit Jahren im Niedergang begriffen sind. Das sind aber keine belastbaren Zahlen, sondern anekdotische Beobachtungen. Tatsache ist auf der anderen Seite, dass heute fast 50% eines Jahrgangs die Hochschulreife erwerben, während das vor 40 Jahren vielleicht noch 20 oder 25% waren. Und wenn man sich mal die Abitursaufgaben von heute anschaut, dann kommt jemanden, der das Abitur vor Jahren gemacht hat, das Grausen. Einfacher geworden ist das nicht, eher gewaltig schwieriger.

Wenn das Wissen auf der Welt in den vergangenen Jahrzehnten explosionsartig zugenommen hat, dann ist auch klar, dass sich die schulischen Inhalte verändern müssen und nicht mehr die gleiche profunde Breite haben können wie vor 50 oder 100 Jahren. Daraus kann man aber nicht schließen, dass die Menschen dümmer geworden sind. Was die Messung des Intelligenzquotienten anbelangt, so ist dieser in den letzten Jahrzehnten gestiegen.

Wer eine wirklich tiefschürfende Studie über die Dummheit (oder nicht vorhandene Dummheit) der heutigen Jugend machen möchte, hat eine Sisyphosarbeit vor sich. Methodisch und auch was die Datenerhebung anbelangt ist das sehr, sehr mühsam und schwierig. Pauschale Urteile sind jedenfalls allenfalls ein Beleg für die bescheidenen Kenntnisse desjenigen, der sie ventiliert -- nicht für seine ganze Generation.

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Noch eine Bemerkung zu euren Beobachtungen. Heutige Realschüler sind andere Schüler als vor 50 Jahren. 1962 besuchten 7 Prozent der Schüler eine Realschule und 15 Prozent ein Gymasium. Es handelte sich also bei beiden Schulformen zusammengenommen um die intelligentesten 22% eines Jahrganges (wenn der Begriff unhinterfragt hier mal verwendet werden darf). Stand 2005 waren es die intelligentesten 63% eines Jahrgangs, mittlerweile dürften es noch mehr sein. Wenn man annimmt, dass die tatsächliche Intelligenz in dieser Zeit nur geringfügig (um ein paar Punkte) zugenommen hat, dann besucht heute ein ganz anderer Teil der Schüler Realschulen als früher. Es dürfte klar sein, dass man die beiden Schulpopulationen unmöglich direkt miteinander vergleichen kann -- sie haben nur noch den Namen der Schule, die sie besuchen gemein.

Die Schularten Gestern und Heute

Die Verteilung der Schüler auf verschiedene Schularten
hat sich seit  den 1950er Jahren deutlich verändert. 1952 besuchten
noch 78 Prozent der Achtklässler eine Volksschule, nur 7 Prozent eine
Realschule und 15 Prozent ein Gymnasium. Seitdem ist der Anteil der
Schüler an Oberschulen deutlich gewachsen. Von 1965 bis 1975 nahm ihr
Anteil deutlich zu, nämlich von 19 auf 26 Prozent. Der Anteil der
Realschüler wuchs bis 1980 auf fast 30 Prozent. Der Anteil der
Gymnasiasten stieg sogar bis auf 33 Prozent im Jahr 2005. Die Zahl der
Schüler an Gesamt- und Walddorfschulen stieg bis auf zehn Prozent in
2005, der Anteil der Schüler in integrierten Klassen für Haupt- und
Realschüler auf sieben Prozent. Dagegen sank der Anteil der Hauptschüler
im gleichen Zeitraum bis auf 24 Prozent.

http://de.statista.com/statistik/faktenbuch/175/a/gesellschaft/bildung/schueler/

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Die Jugend wird immer dümmer, aber diese einfachen aufgaben resultieren einfach daraus weil die alten schweren Aufgaben meist überhaupt keinen Bezug auf die reale Welt haben. Ich mache momentan mein Fachabitur in Sachsen und unsere Lehrer geben uns nur Aufgaben von den 80/90ern weil sie sagen das wenn wir die drauf haben die Prüfungen mehr als einfach sind.

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Ja, heute sind die Anforderungen niedriger, um die schlechteren Leistungen rechnung zu tragen. Laut der Pisa-studie war früher auch Deutschland besser relativ zu anderen Ländern wie heute.

Die Gründe dafür sind umstritten.

* weil es früher weniger Ausländer gab. (Ausländer sind nicht dümmer, haben aber mehr Sprachprobleme).

* weil früher mehr für Bildung ausgegeben wurde, weniger Stunden ausfielen, die Lehrpläne besser

* weil es früher weniger Massenmedien gab (Reizüberflutung durch Fernsehen, Handy, Computer)

* weil es früher weniger Nachteile in der Schule hatte, wenn man Arm war

Mit Fleiß hat das eher weniger zu tun.

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