Wird die Armut durch ein Sozialkaufhaus eher begünstigt oder eingedämmt?

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6 Antworten

Die Armut wird dadurch abgebaut, dass Langzeit-Arbeitslose dort eine Stelle finden. Mit Glück der erste Schritt zurück in die "normale" Arbeitswelt. Für Menschen in Armut ist das Sozialkaufhaus wenigstens eine Möglichkeit zu Dingen zu kommen, welche sie sich sonst einfach nicht leisten können. 

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Arme Menschen sind im Fokus, aber bei weitem nicht so sehr, wie sie es sein müssten. Deine Diskussionsgrundlage mit der Parallelgesellschaft legt nahe, die Armen würden sich in normalen Kaufhäusern ausstatten, wenn es die sozialen nicht gäbe. Aber das können Sie nicht. Der Unterschied ob soz. Kaufhaus oder nicht, ist also nicht der öffentliche Fokus sondern nur "Essen oder nicht Essen"

Die einzige Schuld an voranschreitender Verarmung ist die Vermögensumverteilung auf immer weniger Menschen. Sozialkaufhäuser schwächen vielleicht das Bruttosozialprodukt, aber Sie sind nur Symptom, niemals Ursache.

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Sozialkaufhäuser sind eine Folgerscheinung der vorherrschenden Massenverarmung und sollen lindernd, also karitativ wirken. Dadurch kann bestenfalls das vorhandene Elend abgemildert, niemals jedoch so beseitigt werden. Eine Elendsbeseitigung ist nur durch eine Vermögensumverteilung, als auch zusätzlichen großen Beschäftigungsprogrammen  zu bewerkstelligen.

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Ich würde die von Dir zitierte Aussage bejahen. - Solche Kaufhäuser sind nicht geeignet, Armut zu beseitigen - dafür separieren sie die Armen von denen mit Kaufkraft, was vielleicht nicht gleich zu Parallelgesellschaften aber zumindest zu sich weiter verringender Durchmischung der Schichten im öffentlichen Leben führt. Das widerum fördern nicht zwangsläufig die messbare Armut, aber es grenzt Arme noch weiter aus und vergrößert damit zumindest die gefühlte Kluft.

In letzter Konsequenz könnte diese Separierung dann vielleicht doch noch zu einer Vergrößerung der Armut beitragen, indem das "Nicht-Sichtbarsein von Armen im normalen Leben" dazu beiträgt, dass die waren Gründe für Armut noch verschärft werden, ganz einfach, weil das Elend unsichtbar gemacht worden ist und die Entscheider es deswegen für weniger schlimm halten als es ist.

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Kommentar von Maisbaer78
25.03.2016, 16:13

Nicht die sozialen Kaufhäuser und andere karitative Stellen sorgen für Separation sondern die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten.

Wie oft ist der normale Arbeiter bei einem Ferrarihändler (ein zugegeben überspitztes Beispiel)? Gäbe es keine solchen Einrichtungen wären die Armen doppelt gestraft. Sie müssten durch die Geschäfte der "normal" Situierten pilgern auf der Suche nach Dingen, die Sie sich vielleicht gerade so leisten könnten und hätten zudem noch die Schmach zu tragen, den anderen beim fröhlichen Warenkorbvollladen zusehen zu müssen. Das förderte die gefühlte Ausweglosigkeit Ihrer Situation nur noch mehr.

Es gibt ja genug Menschen, auch Politiker, die sozialen Abstieg und zunehmende Verarmung der Basisgesellschaft unentwegt anprangern und dagegen agieren wollen. Aber diese werden nicht gewählt, da Ihnen eine zweifelhafte Verbindung zu einem Regime unterstellt wird, das von Ihnen die wenigsten, wenn überhaupt nur durch Kinderaugen gesehen haben.

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Manche argumentieren: Wenn Sozialleistungen zum Lebensunterhalt immer stärker an Vereine und private Organisationen delegiert werden, zieht sich der Staat aus seiner sozialen Verantwortung zurück. Dies kann letztendlich den Armen schaden. Die Situation trifft auch auf Lebensmitteltafeln zu. Besser als soziale Kaufhäuser und Tafeln wären demnach höhere Löhne und Sozialleistungen des Staates, damit sich Arme und Geringverdiener im regulären Handel mit Nahrung, Kleidung und Möbeln versorgen können.

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Ein Sozialkaufhaus ist ja keine Ursache für die Armut. Das Angebot nehmen schließlich Menschen wahr, die bereits arm sind und sich daher etwas anderes nicht leisten können.

Es ist zwar traurig, dass es so etwas gibt, Armut wird meiner Meinung nach dadurch aber weder begünstigt noch eingedämmt.

Und was du von Parallelgesellschaften schreibst betrifft ja ganz viele Bereiche. Oft können finanziell Schwache ja auch sonst nicht am gesellschaftlichen Leben (Ausflüge, Kulturangebote, usw.) teilnehmen.

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