Wird die Allgemeine Relativitätstheorie nur im Zentrum Schwarzer Löcher singulär oder auch auf ihrem Ereignishorizont?

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2 Antworten

Die verschiedenen Lösungen der ART behandeln nicht alle unbedingt Singularitäten.

-Die Gödel-Metrik zum Beispiel, sie bietet eine Lösung an, indem das Universum rotiert und die Gravitationskraft durch Zentrifugalkraft ausgeglichen wird, somit kommt es nicht zum finalen Endkollaps.

- Die Schwarzschild-Metrik behandelte zum ersten Mal die Möglichkeit, dass die ART singuläre Lösungen haben kann.  Albert Einstein lehnte dies aber ab, da er dachte, solche Dinge kämen in der realen Natur nicht vor, irgendein Prozess müsse dies verhindern.  Aber die Schwarzschild-Metrik sagt dies nur voraus. Der Ereignishorizont, der ebenfalls von ihm eingeführt

wurde, wäre die Grenze für alle Beobachtungen und Voraussagungen, da dort die sogenannten Schwarzschild-Koordinaten nicht mehr berechnet werden können. Also kann man sagen, dass dieser Lösungsansatz der ART im Zentrum eines Schwarzen Loches singulär wird, jedoch kann man ab dem EH auch nichts mehr beschreiben, dass scheint auch mit dem anderen Ansatz, der

-Kruskal-Lösung anscheinend nicht so gut zu funktionieren. Sie ist die erste Abhandlung über "Wurmlöcher" (, wie man populärwissenschaftlich sagt). Wobei diese Lösung mir ein wenig komisch erscheint. Irgendwie soll sie dieses Problem lösen, indem sie den inneren Ereignishorizont "spiegelt" und daher eine Austrittsstelle an einem hypothetischen Weißen Loch ermöglicht. Ganz verstehe ich es aber nicht. (ich habe diesbezüglich vor kurzem auch eine Frage hier reingestellt https://www.gutefrage.net/frage/kruskal-loesungen-der-einsteinschen-feldgleichungen?foundIn=my_stream).

LG, Astroknoedel

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Kommentar von grtgrt
16.11.2015, 16:56

Meine Frage hat sich erledigt, denn sie ist auf Seite http://www.spektrum.de/lexikon/astronomie/koordinatensingularitaet/233 dahingehend beantwortet, dass

die Singularität der Schwarzschild-Lösung am Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs nur eine scheinbare ist: Sie ist zurückzuführen auf ungeeignete Wahl des Koordinatensystems.

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Kommentar von grtgrt
03.05.2016, 00:09

Was man heute als Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs bezeichnet, hat man früher seine Schwarzschild-Singularität genannt.

Kip S. Thore bestätigt das, indem er (auf Seite 289 seines Buches Gekrümmter Raum und verbogene Zeit) schreibt:

... warum sich Physiker zwischen 1939 und 1958 so schwer taten, den Kollaps eines Sterns zu verstehen: Sie bezeichneten den kritischen Umfang eines Sterns als "Schwarzschild-Singularität" und beschworen damit das Bild eines Gebietes herauf, in dem die Gravitation unendlich groß wird und in dem die bekannten physikalischen Gesetze versagen. Heute wissen wir, dass diese Vorstellung für das Gebilde im Zentrum eines Schwarzen Lochs zutrifft, nicht jedoch für den kritischen Umfang. Aus diesem Grund mag es für Physiker schwierig gewesen sein, die Schlussfolgerung Oppenheimers und Snyders zu akzeptieren, wonach ein Beobachter, der auf einem kollabierenden Stern die Schwarzschild-Singularität (den kritischen Umfang) durchschreitet, weder unendliche Gravitation noch das Versagen der physischen Gesetze wahrnimmt.

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Kommentar von grtgrt
03.05.2016, 00:51

In http://www.wissenschaft-online.de/astrowissen/downloads/Web-Artikel/SchwarzeLoecher\_AMueller2007.pdf liest man (auf Seite 18):


Martin Bojowald vom Max-Planck-Institut fur Gravitationsphysik (alias AEI) in Golm publiziert im Jahr 2005 Arbeiten, die auf ein Verschwinden von klassischen, echten Singularitäten der ART hindeuten, wenn man die Methoden der Loop-Quantengravitation verwendet. Diese quantisierte Gravitationstheorie vermeidet vermutlich nicht nur die Singularitäten der klassischen Schwarzen Löcher, sondern auch die des Urknalls!

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