Wird Deutschland ein atheistisches Land?

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Das Ergebnis besteht aus 16 Abstimmungen

Ja 43%
Nein 37%
Das ist schwer zu sagen 18%

15 Antworten

Du setzt hier drei Begriffe gleich: Kirche, Glaube, Christentum. Das geht aber nicht.

Der Begriff "Kirche" gehört in den Bereich des Sozialverhaltens. Der Glaube an Gott zur Individualpsychologie. Und das Christentum ist im wesentlichen eine Fage des Ethos. Das ist nur ein Versuch der Zuordnung, denn natürlich sind die Begriffe auch miteinander verknüpft.

Der Glaube an einen schicksalsbestimmenden persönlichen Gott, der nichts anderes tut, als von morgens bis abends auf alle Gebete zu achten und sie durchzusortieren, ist von der Lehre her nicht mehr haltbar. Die christlichen Theologen wissen das. Umstritten war das schon immer - die Frage der Theodicee ist uralt, und bis heute nicht lösbar.

Genau dies erwartet aber die Masse, die nach wie vor nach einer zuverlässigen Rückbindung ihrer Existenz suchen muss. Das Paradoxon zwischen der Endlichkeit unserer Existenz und unserer Lebenserwartung kann nämlich nur durch Verdrängung des einen oder des anderen bewältigt werden.

Eine pragmatische Lösung ist die Glaubensgemeinschaft. Sie gewährt soziale Unterstützung zur gemeinsamen Verdrängung des Paradoxons. Ihr Mittel ist die Transzendenz, d.h. die Verlagerung des Problems vom Gegenständlichen ins Abstrakte, aber auch umgekehrt: Die Gottheit als Abstraktum alles real Existierenden wird vergegenständlicht, indem ihr eine Persönlickeit verliehen wird.

Da liegt das Problem. Ein Abstraktum ist nicht messbar - weder direkt, wie es die exakten Wissenschaften tun, noch indirekt mit den Methoden der empirischen Wissenschaften. Der pragmatische Nutzen einer Glaubensgemeinschaft ist umso größer, je mehr sie das Gegenständliche betont, und umso geringer, je mehr sie ein Abstraktum verdinglicht.

Eine Gottheit, die so und nicht anders aussieht, ist kein Angebot für jemand, der umgehend den Hals reckt und fragt: "Wo ist sie denn?" Eine Musikerband, die auf der Bühne "life is life" vorführt, kann sie im notwendigen Augenblick sehr gut ersetzen.

Sie kann es nicht mehr, wenn life nicht mehr life ist. Wohin geht ein Sechzigjähriger, der zu einer solchen Veranstaltung überhaupt nicht mehr eingelassen wird? Wie verhält sich ein Jugendlicher im klatschenden und mitsingenden Publikum, wenn er weiß, dass er kein halbes Jahr mehr lebt?

Ich glaube, dass nur aus dieser Perspektive die Begriffe Kirche, Glaube, Christentum so verknüpft werde können, dass eine Prognose überhaupt einen Sinn erhält.

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Das ist schwer zu sagen

Dieser Prozess ist im Wesentlichen schon abgeschlossen. Auch die Leute, die offiziell einer Glaubensgemeinschaft angehören, gehen kaum zur Kirche etc. Nur 10% der Katholiken besuchen den Sonntagsgottesdienst, bei den Protestanten sind es sogar nur 2%. 

Andererseits gibt es aber auch wieder eine gewisse Hinwendung zur Religion. Auch durch Einwanderung kommen wieder mehr religiöse Menschen ins Land - und zwar bei Weitem nicht nur Muslime (nebenbei - man hat immer angenommen, dass es in Deutschland aufgrund der Herkunft der Einwanderer 4-5 Mio. Muslime geben müsste; im Zensus 2010 haben sich aber kaum 2 Mio. Menschen zum Islam bekannt. Soweit man dieser Erhebung trauen kann, ist auch unter Muslimen von einer gewissen Ambivalenz der Religion gegenüber auszugehen).
Bei uns in der Nähe wurde eine evangelische Kirche in einem Einwandererviertel aufgegeben. Jetzt haben sich neue "Betreiber" gefunden - zwei Mal die Woche finden dort katholische Gottesdienste auf Polnisch statt, an zwei anderen Tagen trifft sich dort eine afrikanisch-methodistische Kirche.

Ich denke, dass die Situation wie aktuell im Wesentlichen so bleiben wird. Viele Leute, die zwar nicht zur Kirche gehen, glauben aber trotzdem irgendwie an Gott. 

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Nein

Der begriff "atheistisch" bezeichnet ja den Glauben, dass es keinen Gott gibt.

Allerdings gibt es hier in Deutschland überwiegend Menschen die glauben, dass es einen Gott gibt bzw. geben muss, aber nicht alle glauben an Gott.

Was ich damit sagen will: Man glaubt dass Gott existiert, aber hofft nicht wirklich auf ihn, hat kein Vertrauen, keinen Glauben.

Ich glaube zwar auch dass immer mehr Leute den Glauben an der Existens Gottes verlieren, aber bevor Deutschland ein atheistisches Land wird muss sich erst die Regierung in der Weise entsprechend ändern.
Also ist dazu ein Regime erforderlich, das atheistisch ist und die Funktion Gottes auf irgendwas Anderes umfunktioniert

Aber bis dahin sieht es im Moment aus meiner Perspektive nicht so aus, dass sich politisch etwas hier naher Zukunft ändert... Also, Nein. Deutschland wird nicht atheistisch.

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Das ist schwer zu sagen

Ich selber bin Atheist, jedoch gibt es genug Leute die noch gläubig sind. Jetzt kommt nur das, mit der Islamisierung von Deutschland ins Spiel. Mal schauen...

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Ja

Der Anteil der Atheisten in Deutschland steigt stetig. Das ist allerdings kein auf Deutschland beschränkte Phänomen. Das gleiche passiert eigentlich in allen Industrieländern. 

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Das ist schwer zu sagen

Ich hoffe es.

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Kommentar von comhb3mpqy
28.02.2016, 20:25

warum?

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Ja

Hallo! Die Tendenz ist zumindest zu erkennen, alles Gute.

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Ja

Ja Solange es den Menschen gut geht brauchen sie keinen Gott.

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Kommentar von realsausi2
10.02.2016, 20:27

Ich habe auch keinen gebraucht als es mir richtig schlecht ging.

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Kommentar von Abahatchi
11.02.2016, 12:37

Nun, es solle nach der Bibel ja zufriedene Menschen gegeben haben, (Adam und Eva) bis Gott halt diese überflüssige Idee mit der verbotenen Frucht hatte. 

Sicherlich gab es auch zu Noahs Zeiten glücklich verliebte Menschen, glücklich spielende Kinder, bis Gott den Einfall mit dem weltumspannenden Badespasz hatte.

Dumm nur, dasz damals nicht alle schwimmen konnten.

Wer einen Gott hat braucht fürs Elend nicht zu sorgen. 

1
Nein

Das ist es doch schon längst. Laut Grundgesetz ist unser Staat säkular und somit kein Gottesstaat. Deutschland gewährleistet Religionsfreiheit und hat keine Staatsreligion.

In Deutschland leben wohl viele Menschen mit einem Bekenntnis zu einer der Fakultäten dessen, was man christlich nennen könnte.

Diese Zahl wird tatsächlich immer geringer. Es ist zu hoffen, dass das so weitergeht.

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Nein

Sich von den heutigen Großkirchen abzuwenden ist oft ein Ausdruck des Glaubens der Menschen. Weder die RKK noch die ELK kann man in ihrem heutigen Stand als christlich bezeichnen.

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Kommentar von Abahatchi
11.02.2016, 12:59

Weder die RKK noch die ELK kann man in ihrem heutigen Stand als christlich bezeichnen.

Du hast noch Jesus vergessen, denn ein Christ also ein Erlöser ist er ja nicht gewesen, wie man an dem 2000 jährigen Elend und Leid nach Jesus sehen kann. 

1
Ja

Ja, die Leute merken halt, dass es sowas nicht geben kann. Kenne viele Türken und muslime die zu Atheisten werden. Also Langsam merken die Leute das Gott nur eine Lüge ist. Woher ich das weiß? Ganz einfach! Früher waren due Leute sehr traumatisiert, die Menschen haben überall tote Menschen gesehen, Leid und Hass und was weiß ich noch, dass hat ihnen eine Gehirnwäsche verpasst und so erfanden sie halt sowas wie ein Gott, denn das war das einzige Wesen an den sie noch halt gefundem haben in dieser gottverdammten Welt. Gibt noch soo vieles darüber zu erzählen, aber findet es selbst raus. 

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Kommentar von comhb3mpqy
28.02.2016, 20:34

viele von Jesus Jüngern sind verfolgt und getötet worden, sie hatten kein Interesse sich die Religion einfach auszudenken. Und ich habe Gründe/Argumente, warum ich an Gott glaube. Wenn man die wissen möchte, dann kann man sich ja mal ein paar Antworten von mir durchlesen, die als hilfreich makiert wurden.

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Ja

hoffen wir es mal

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Nein

Kirchenaustritt heiß nicht gleich > Nicht glauben. Nur Pomp und Glemmer und Idioten wie der Bischof von Limburg sind Dinge die die Welt nicht braucht. Wenn man dann noch hört das der Papst auf Schadenersatz verzichtet weil er im sympathisch sei - das ganze von Kinderschändern innerhalb der Kirche abgesehen - ..............kann man auf Glauben im Rahmen der Kirche verzichten

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Kommentar von Guz123
10.02.2016, 18:42

Gott will es!

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Das eine hat nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun.

Nur weil ich mich der Institution "Kirche" abwende, heisst das noch lange nicht, dass ich meinen Glauben an Gott verloren habe.

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Kommentar von Jaroszynski
10.02.2016, 18:38

Ist die Kirche aber nicht die Vertretung Gottes auf Erden? 

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Kommentar von Lennister
11.02.2016, 10:34

Statistiken zeigen allerdings, dass die Mehrzahl der Konfessionslosen überhaupt nicht gläubig ist. 

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Nein

Es war schon immer so:

Je besser es den Menschen materiell geht, desto weniger glauben sie, Gott zu brauchen. Und um so mehr kehren ihm den Rücken zu. Nur wenige Menschen sind so tief im Glauben verwurzelt, daß sie der materielle Wohlstand nicht blendet und sie weiter geistigen Wohlstand anstreben, der allein ist es, der glücklich macht.

Klingt vielleicht abgehoben, ist aber nicht neu. Ein Bodensatz Gläubiger wird bleiben, gleich von welcher Konfession. Ganz atheistisch werden wir nicht werden.

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Kommentar von Jaroszynski
10.02.2016, 18:51

Warum führt der Materialismus zur einer Abwendung vom Glauben? Was denkst du? 

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