Frage von b962662, 42

Wird der Auszahlungbetrag der Berufsunfähigkeitsversicherung im Schadensfall auf die gesetzlichen Auszahlungsbetrag angerechnet?

Im Falle einer Berufsunfähigkeit bekommt man ja einen gesetzlichen Anteil. Wird dieser Auszahlungsbetrag auch in vollem Umfang gezahlt, wenn man eine private Direktversicherung mit festgelegtem Auszahlungsbetrag abgeschlossen hat?

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von RudiRatlos67, 26

Zunächst mal, bist Du vor dem 01.01.1961 geboren? Nur dann hast du eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung,  für alle später geborenen gibt es nur noch eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente,  was nicht nur finanziell ein gewaltiger Unterschied ist.  All diese Versicherungen wirken sich nicht gegen einander aus nur falls zusätzlich Grundsicherung beantragt wird, werden alle Renten in Summe gegengerechnet und aus der Grundsicherung nur die Differenz gezahlt um trotz aller Einkünfte und allem Kapital das man hat mindestens auf die Grundsicherung zu kommen.

Kommentar von b962662 ,

Ok, der Punkt ist wichtig, weil ich nicht so alt bin. Aber ich bekomme ja irgendeine finanzielle Unterstützung vom Staat, oder nicht?

Demnach erhalte ich im Fall der Berufsunfähigkeit was genau vom Staat (nach 1961 geboren)? Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente? Auch wenn ich nicht im Rentenalter bin?

Zudem wird ja dann der Auszahlungsbetrag der BU-Versicherung nicht gegengerechnet, oder? Nur wenn die staatliche Leistung unter dem Grundsicherungsbetrag ist.

Ist das so ungefähr richtig oder komplett daneben?

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Vom Staat,  aus der gesetzlichen BU überhaupt nichts,  da nach dem Stichtag geboren,

Du erhältst die kleine EM Rente falls du noch mehr als drei Stunden aber nicht mehr als 6 Stunden in deinem oder einem vergleichbarem Beruf arbeiten kannst, die große EM Rente falls du weniger als 3 Stunden täglich in deinem oder einem vergleichbarem Beruf arbeiten kannst.  Vorraussetzung für die Leistung ist, dass du während der letzten fünf Jahre mindestens 36 pflichtbeitrage gezahlt hast. Berufsanfänger erhalten überhaupt keine Leistung da sie die Bedingungen nicht erfüllen können.  Die Erwerbsfähigkeit kann alle drei Jahre neu festgestellt werden einhergehend mit einer Herabstufung des beruflichen Status. ( ein Koch der nicht mehr kochen kann, kann nach 6 oder neun Jahren als Pförtner bei VW arbeiten und erhält dann keine EM Rente mehr)

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet sobald 50% Berufsunfähigkeit für mindestens 6 Monate vorliegt. Die Leistung endet nach Genesung, Umschulung oder zum vertraglich festgelegten Ende der Versicherung (meist zum 60. Oder 65. Je nachdem was vereinbart wurde)  falls abstrakte verweisbarkeit ausgeschlossen wurde (sollte eigentlich,  muss aber nicht gegeben sein)

Die Höhe der EM Rente hängt vom Einkommen ab und endet zum Renteneintritt , die Höhe der privaten Berufsunfähigkeitsrente hängt von der versicherten Leistung ab.

Also dein Verständnis weitgehend richtig.

Kommentar von b962662 ,

Ok, das war sehr detailliert. Das bedeutet, dass der Staat mich abstrakt verweisen könnte (z.B. als Pförtner bei VW) und so die EM-Rente verweigert, da ich ja dann ein Gehalt beziehe.

Aber zahlt die BU-Versicherung dann nicht trotzdem, da die abstrakte Verweisbarkeit ja ausgeschlossen ist?

Das ist jetzt natürlich etwas speziell.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Ja... so ist es bezgl. der EM Rente
Bei der privaten BU liegt es daran ob die abstrakte Verweisbarkeit ausgeschlossen ist. Falls nicht wird die private BU auch die Leistung einstellen sobald die gesetzliche EM Rente die Leistung beendet.

Kommentar von Dickie59 ,

Das ist mir neu, den Zusammenhang kannte ich noch nicht, da die Leistungen der GRV im SGB VI und die Leistungen einer BU Versicherung in den AGB`s geregelt sind. Daher kommt es daruaf an, was diese aussagen, selbst bei abstrakter Verweisung.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Das ist durchaus richtig Dickie,  der Einfachheit halber schließen sich die privaten BU Versicherer bei abstrakter Verweisbarkeit sich jedoch der Beurteilung der GRV an. Der Kunde hat ja dann die Möglichkeit zivilrechtliche Schritte gegen den privaten Versicherungsträger einzuleiten.

Antwort
von MoechteAWissen, 21

Nein! Die Leistung aus der privaten Bu wird NICHT
angerechnet.



Antwort
von Apolon, 10

Bei deinem Text geht scheinbar einiges durcheinander!

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung ist denn überhaupt gemeint.

Eine Private BU oder die gesetzliche Rentenversicherung mit möglicher BU-Leistung für alle die vor dem 02.01.1961 geboren sind, alternativ die Erwerbsminderungsrente für alle Jüngere.

Ich vermute mal, dass du unter der privaten Direktversicherung eine betriebliche Altersversorgung meinst, die dein Arbeitgeber für dich abgeschlossen hat (bedeutet dein AG ist der Versicherungsnehmer).

Und die Auszahlung dieses Vertrag ist erst mit dem 60. bzw. 62. Lebensjahr möglich (entscheidend ist das Abschlussdatum).

Kommentar von b962662 ,

Kann sein, dass was durcheinander geht, weil ich wenig davon verstehe.

Und nein, ich meine mit privater Direktversicherung die privat abgeschlossene Berufsunfährigkeitsversicherung mit festgelegtem Auszahlungsbetrag.

Möglicher Fall: ich werde im Alter von 45 Jahren erwerbsunfähig und bekomme einen Behindertenausweis 100%.

Inwieweit unterstützt mich der Staat und wird die zusätzlich abgeschlossene BU-Versicherung gegengerechnet

Kommentar von Apolon ,

 Und nein, ich meine mit privater Direktversicherung die privat abgeschlossene Berufsunfährigkeitsversicherung mit festgelegtem Auszahlungsbetrag.

Nein - dann handelt es sich nicht um eine Direktversicherung, sondern um eine privat abgeschlossene BU-Versicherung.

Möglicher Fall: ich werde im Alter von 45 Jahren erwerbsunfähig und bekomme einen Behindertenausweis 100%.

Dann besteht die Möglichkeit, dass eine Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, unter der Voraussetzung dass Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden.

Und nein die private BU-Absicherung wird nicht gegen gerechnet. Allerdings muss man für alle Einkünfte - anteilmäßige Einkommensteuer zahlen.

Kommentar von b962662 ,

Jetzt ist es klar. Aber nochmal Einkommenssteuer auf den geringen Auszahlungsbetrag ist natürlich schon hart :-).

Kommentar von Apolon ,

Sorry - die Einkommensteuer wird ja bei der BU-Rente nur nach dem Ertragswert berechnet.  

Antwort
von RostockFinanceD, 34

Erstmal stellt sich die Frage ob du vom Staat überhaupt was bekommst. Berufsunfähig heißt nicht erwerbsgemindert oder erwerbsunfähig. Dein Geburtsdatum spielt hier auch noch eine Rolle.

Sollte es eine Leistung vom Rententräger geben wird deine private Versicherung nicht angerechnet.

Kommentar von b962662 ,

Wenn ich nicht mehr in der Lage bin zu arbeiten, d.h. z.B. 100% behindert bin, dann werde ich doch vom Staat irgendwie unterstützt, oder nicht?

Antwort
von BenniXYZ, 2

Ja natürlich, du hast privat zusätzlich in einen Vertrag eingezahlt, dich also doppelt versichert. Wieso sollte dir deshalb von der gesetzlichen BU etwas abgezogen werden? Danach fragen die garnicht, ob du privat auch noch vorgesorgt hast.

Kommentar von b962662 ,

Naja, die Riesterrente ist ja auch privat und im Fall, dass man unter dem Grundsicherungsbetrag ist, wird der Riesteranteil auch gegengerechnet.

Das ist nicht der gleiche Fall, aber irgendwie dennoch ähnlich.

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