Wird das Strafmaß gemindert wenn der Kläger die Anzeige bei der Polizei zurück zieht und vor Gericht keine Vorwürfe mehr äußert?

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4 Antworten

Man muss hier zwischen Antrags und offizialdelikt unterscheiden.

Bei kleineren Vergehen (Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Diebstahl) wird die Straftat auch nur auf Antrag des geschädigten verfolgt.

Bei größeren vergehen oder Verbrechen (Mord, schwere Körperverletzung, Raub) kann die Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig werden, auch wenn eine Anzeige nicht vorliegt oder zurückgezogen wurde.

Es hat also nichts mit den Strafmaß zu tun, ob eine Anzeige gestellt oder zurückgezogen wurde.

Eine zurückgezogene Anzeige kann höchstens bei Antragsdelikten zur gesamten einstellung des Verfahrens führen. Bei ofizialdelikten kann auch eine zurückgezogene Anzeige weiter verfolgt werden, ohne minderung des Strafmaßes

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Kommentar von Ranzino
07.08.2016, 14:42

Wen der Kläger nicht mehr als Zeuge auftritt ( sagt jedenfalls die Fragestellung), wird es wohl schwieirig. 

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Wenn die Staatsanwaltschaft Bedenken hat, dass der Beschuldigte dieser Rücknahme ein bisschen "nachgeholfen" hat, kann das Strafmaß auch erheblich höher ausfallen.

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Kommentar von Ranzino
07.08.2016, 14:40

Bedenken zieht nicht, das muss auch erst mal bewiesen sein. Zumidest schreit das sonst geradezu nach Revision. 

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Kommentar von fragolina2306
07.08.2016, 14:40

Nein der Beschuldigte sitzt in U Haft er kann keinen Kontakt zum Kläger haben

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Kommentar von miranya
07.08.2016, 14:42

hatte mal son nen änlichen fall. kläger hat anklage zurück gezogen aber staatsanwaltschaft war weiterhin an den fall interessiert und es ging trotzdem weiter

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Kommentar von Bitterkraut
07.08.2016, 15:21

Im Strafverfahren ist der Staatsanwalt der Kläger. Nen anderen Kläger gibts da nicht.

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Wenn das ein Offizialdelikt ist, nein. 


Der Kläger ist übrigens bei Straftaten die Staatsanwaltschaft. 

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Schwere Räuberische Erpressung ist ein Offizialdelikt, bzw. Verbrechenstatbestand. Dort gibt es keine Anzeige (oder einen Strafantrag) die/den man zurücknehmen könnte. Der Zeuge ist auch in jedem Fall verpflichtet vor Gericht zu erscheinen. Auch ist er grundsätzlich verpflichtet, dort wahrheitsgemäß auszusagen, es sei denn er hätte ein Zeugnisverweigerungsrecht aus §§ 52 ff. StPO (z.B. weil er mit dem Angeklagten eng verwandt ist) oder ein Auskunftsverweigerungsrecht aus § 55 StPO, weil er sich selbst oder einen nahen Angehörigen durch eine wahrheitsgemäße Aussage einer Straftat bezichtigen würde.

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Kommentar von Ranzino
07.08.2016, 17:16

Na, wenn er sich nicht erpresst fühlt, worüber debattiert man dann vor Gericht ?

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