Yolande am 07.11.2009 um 20:02 Uhr
Angenommen ich möchte eine Immobilie erwerben oder selbst ein Haus bauen. Dann ist es ja meist so, dass man nicht das ganze Geld zur Verfügung hat und einen Kredit bei der Bank aufnehmen muss. Wie läuft das aber in der Praxis ab, wenn ich einen solchen Kredit aufnehme? Überweist mir die Bank dann das gesamte Geld auf mein Girokonto oder wird mir da ein extra Konto eingerichtet, mit welchem ich dann die Handwerker bezahle, usw.?

Ganz genau, ein extra Konto und bei Neubau werden die Handwerker Zug um Zug nach Baufortschritt bezahlt, bzw. bei Kauf einer Bestandsimmobilie geht das Geld an den Verkäufer nach Freigabe durch den Notar. Du kannst da nichts einfach so abheben oder mit der Kohle die Sause machen ;-)
Die Bank bezahlt den Handwerker oder den Ex-Besitzer.
Also gehört der Bank das gesamte Haus bis du es abbezahlt hast.
Wenn die Bank dir das Geld einfach geben würde, könntest du ja abhauen, das Haus ist ihre Versicherung (sozusagen).
Es wird wohl eher so sein, daß die Bank an den Bauträger direkt überweisen wird.
Guten Morgen Yolande, in beiden Fällen kommt es darauf, an was mit der Bank ausgemacht wurde. Es gibt die Möglichkeit, dass die Bank direkt den Betrag an den Vorbesitzer überweist. Dies macht natürlich nur Sinn, wenn nicht weitere Kosten über dieses Darlehen bezahlt werden sollen. (z.B. Notar, Makler etc.) Aber auch in diesem Fall kann die Bank die Überweisungen direkt vornehmen. Verhandlungsache. Beim Bau eines Hauses macht ein Abrufdarlehen mehr Sinn. Dabei wird entsprechend des Bauvorschrittes jeweils ein Teil des Darlehens aufs Konto gezahlt um die Handwerkerrechnungen ausgleichen zu können.
Bei Kauf eines bereits fertiggestellten Hauses zahlt die Bank entweder auf ein Notaranderkonto oder - auch unter Einschaltung des Notars per Notarbescheinigung - an den Verkäufer direkt. Beim Neubau nach Baufortschritt direkt an den Bauträger gegen entsprechende Nachweise. An den Käufer selbst nur Beträge für Investitionen in eigener Regie und Eigenleistungen, ebenfalls gegen Nachweis der Verwendung. Vertraut wird also immer nur dem Notar und seiner Versicherung, darüber hinaus nur Kontrolle und Beweis.

glaube wird auf deinem konto überwiesen oder du hast ein bausparvertrag
Genau. Bei der Baufinanzierung nimmt die Bank immer etwas wertvolles von dir als Sicherheit. Das muss nicht unbedingt die Immobilie sein, es können auch Festgelder sein.