
Die Tarifpolitik der Gewerkschaften hat wegen der häufig ausgehandelten "Sockelbeträge" für gering Qualifizierte sicher zu der hohen Arbeitslosigkeit dieser Gruppe mit beigetragen.
Es ist dann einfach günstiger, eine Kehrmaschine zu kaufen - die keine Tariferhöhung verlangt - auf der nur ein Fahrer sitzt, als weiterhin eine "Hofkolonne" von 20 Mann zu beschäftigen.
Offiziell nicht zu arbeiten und die "Staatsknete" durch gelegentliche Schwarzarbeit aufzubessern ist sicher angenehmer und lukrativer, als "normal" zu arbeiten.
Besonders die Wirtschaftspolitik von Kohl und seine vielen Fehler in Zusammenhang mit der Wiedervereinigung haben sicher dazu beigetragen, Schröders Politik hat daran zumindest grundlegend nichts geändert.
Ob eine Wirtschaftspolitik "gut" oder "schlecht" war, zeigt sich erst nach einigen Jahren. Ob also Merkels Poltik hier etwas bewirkt, werden wir frühestens 2010 wirklich sagen können.
Wir stehen in diesem Sektor im direkten Wettbewerb mit den Niedriglohnländern. Zu hohe Lohnstandards in Deutschland verhindern die Einstellung der betroffenen Menschen. Hier hilft im Moment nur Kombilohn oder negative Einkommensteuer.
Wir waren jahrelang im Lohndurchschnitt über allen Vergleichsländern, auch über anderen Industrieländern. Deswegen sind fast alle Industrien, die Geringqualifizierte beschäftigen könnten abgewandert (z.B. Textil).