Frage von geshon, 54

Wird ein Zwangsversteigerungs-Objekt zuerst auf dem freien Markt angeboten oder besteht, seitens des Gläubigers, die Pflicht zur Zwangsversteigerung?

Oft heißt es, dass man u.U. mit einer Zwangsversteigerung noch an eine bezahlbare Wohnung in guter Lage einer Stadt kommt. Wieso aber bietet der Gläubiger die Wohnung nicht auf dem freien Markt an, wo einem doch gerade die Wohnungen aus der Hand gerissen werden?

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von Amtsschimmel25, 31

Hallo,

es ist mittlerweile Standard, dass Objekte im Zwangsversteigerungsverfahren auch auf dem freien Immobilienmarkt parallel angeboten werden, sofern der freihändige Verkauf möglich und wirtschaftlich ist. Außerdem muss beim freihändigen Verkauf der Schuldner = Eigentümer dem Verkauf zustimmen, was dieser aber im Regelfall macht, da er im freihändigen Verkauf oft einen höheren Preis erzielen kann als wenn er auf die Versteigerung wartet.

Oft ist es jedoch so, dass Immobilien in der Zwangsversteigerung höher belastet sind, als der Verkehrswert des Objektes ist. Dann müsste sich im freien Verkauf der Käufer mit allen Gläubigern, die Ansprüche über des Grundstück geltend machen können auseinandersetzen und sie zu einem Teilverzicht bewegen, damit ein realistischer Kaufpreis durchsetzbar ist.

In der Zwangsversteigerung hast du in solchen Fällen den Vorteil, dass sämtliche Ansprüche der Gläubiger, die über das Meistgebot hinausgehen hinsichtlich des Grundstückes nach dem Zuschlagsbeschluß verfallen und der Erwerber ein sauberes Lastenfreies Grundstück erwerben kann, welches einen realistischen Preis ermöglicht.

Antwort
von Hoegaard, 28

Wie soll denn der Gläubiger eine Immobilie, die ihm nicht gehört, anbieten? Außerdem gibts bei Zwangsversteigerungen meist auch keine Schnäppchen

Antwort
von LuciLiu, 16

Das geht nur wenn der Eigentümer dem Verkauf zustimmt. Der gläubiger darf nicht verkauft. Dafür gibt es die Zwangsversteigerung. In einem guten Markt hat die Zwangsversteigerung aber auch vorteile und der Gläubiger geht denn weg um ein bietgefecht zu bekommen.

Kommentar von lesterb42 ,

"der Gläubiger geht denn weg um ein bietgefecht zu bekommen."

Das habe ich nicht verstanden. Kannst du mir das erklären ?

Antwort
von lesterb42, 25

In den Hotspots halte ich den günstigen Erwerb einer Wohnung in der Zwangsversteigerung für ausgeschlossen. In der letzten Versteigerung, die ich in Berlin besucht habe, ging es zu wie bei er Love Parade in Duisburg.

Wenn ein Kredit notleidend wird und der Schuldner nicht mitmacht, kann sich die Bank nur im Rahmen der Zwangsversteigerung am Pfandobjekt bedienen. Ein Verkauf ist in diesen Fällen nicht möglich.


Antwort
von Ronox, 13

Wie soll er das machen? Er ist nicht Eigentümer, sondern hat nur ein Grundpfandrecht am Grundstück, aus dem er die Zwangsversteigerung betreiben kann. Freihändig kann nur der Eigentümer verkaufen.

Antwort
von archibaldesel, 29

Der Gläubiger hat keine Verfügungsgewalt über die Immobilie. Der Eigentümer könnte die Immobilie verkaufen. Der Gläubiger kann, sofern er einen vollstreckbaren Titel hat, nur die Zwangsversteigerung beantragen.

Kommentar von lesterb42 ,

Den Titel braucht er im Normalfall nicht, weil der Schuldner sich bereits mit dem Darlehensvertrag der Zwangsvollstreckung unterwirft.

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