Frage von peppi44, 67

(Willhaben) Käufer kauft Ware, lehnt Versandkosten trotz Abmachung ab und verlangt nun Geld zurück - was tun (Österreichische Post)?

Guten Tag an die Community :)

Ich hab seit letztens ein Problem mit einer Frau auf Willhaben. Vorher will ich aber noch anmerken, dass ich erst 18 bin und kaum Erfahrung habe mit solchen Dingen. Genau deshalb brauche ich euren Rat. Also hier mal ganz genau worum es geht.

Die Frau hat sich gemeldet, sie wolle die Schuhe kaufen. Preis war 50€ VHB, wir waren uns mit 42€ einig. Dann habe ich nach empfangener Zahlung das Paket Ordnungsgemäß verschickt. Im Inserat habe ich deutlich geschrieben: "Der Empfänger übernimmt die Versandkosten." Doch zwei Tage später bekam ich eine Mail, sie hätte das Paket zurück geschickt, weil ihr die Versandkosten zu hoch waren (10€ Nachnahmegebühr). Soweit ich weiß hat sie sich mit dem Kauf einverstanden erklärt, dass sie die Versandgebühren übernimmt.

Jetzt sagt sie, sie will entweder ihr Geld zurück oder die Ware erneut gesendet haben. Wenn ich das zurück gekommene Paket nun von der Post abholen würde, müsste ich 10€ zahlen. Würde ich das Paket erneut schicken (was ich wirklich nicht einsehe! Sie hat ihre Chance gehabt!), müsste ich 5€ noch dazu zahlen.

Ich habe auch bereits den Willhaben Support kontaktiert.

Die Frau will mir jetzt mit dem Rechtsschutz (ich weiß nicht mal was das ist! Gericht? Irgendwas mit der Polizei?) drohen und sagt, sie würde nach ihrem Urlaub ab morgen (als nächste Woche) Rechtliche Schritte einleiten. Im Inserat habe ich GRÜNDLICH und unüberschaubar geschrieben: keine Garantie und Rücknahme. Ebenso, dass die Versandkosten schwanken können.

Was würdet ihr tun? Laut Willhaben gilt bei Privatverkäufen sowieso **keine Garantie, keine Rücknahme". Also hat sie soweit ich das jetzt richtig verstehe, keine Chance auf Geld zurück und Rücknahme. Die Ware hat sie nämlich bereits bezahlt und empfangen - aber zurück geschickt. Ich denke mal sie ist selbst Schuld wenn sie etwas kauft, dann die abgemachten Versandkosten nicht zahlt und sich selbst damit ihr eigenes Paket verwehrt.

L.g. und danke für hilfreiche Antworten!

Antwort
von ralf3, 40

Guten Tag, 

wenn bei Abschluss der Kaufs eindeutig darauf hingewiesen wurde, dass es keine Gewährleistung gibt, und dass auch sie die Versandkosten übernimmt, dann ist es auch so.

Der Käufer hat in diesem Kaufvertrag all diesen Dingen zugestimmt, und deshalb gelten jetzt auch diese von dir festgelegten AGB's.

Gruß, Ralf

Kommentar von peppi44 ,

Vielen Dank! :) Das ist mir schon eine große Hilfe!

Kommentar von ralf3 ,

Gerne.

Also alles was beim Kaufabschluss vereinbart wird, der Käufer dem Ganzen zustimmt, gilt dann auch letztendlich...

Kommentar von peppi44 ,

Kann sie mich denn jetzt irgendwie Anzeigen oder anderes gesetzlich ausschalten? Sie schreibt mir immer heftigere Mails in denen sie sowas schreibt wie "Lehn dich besser nicht zu weit aus dem Fenster" und "ich habe 1. keine Ware und 2. kein Geld zurück". Wie gesagt, die Ware hätte sie gehabt, hätte sie denn die abgemachten Versandkosten ordnungsgemäß bezahlt.

Ich habe die schuhe eigentlich verkauft weil ich eben momentan ein geringes Budget habe und so etwas Geld wieder bekommen wollte. Aber Gerichtskosten kann ich mir bei bestem Willen nicht leisten!

Kommentar von ralf3 ,

Also eig. hat sie rechtlich nichts weiter gegen Dich in der Hand.

Du als Verkäufer hast ihr die Ware ja zum rechtzeitig zum vereinbarten Termin geliefert. Deine Pflicht ist daher erfüllt.

Etwas problematisch könnte es nur werden, wenn sie das Geld schon bezahlt hat, die Ware aber nicht da ist (weil sie sie ja zurückgeschickt hat).

Du könntest jetzt natürlich verlangen, dass sie nun alle entstandenen Kosten übernimmt. Um aber mit solch einem unkooperativen Kunden allem größeren Ärger aus dem Weg zu gehen, würde ich es Ihr einfach nocheinmal schicken, und den normalen Versandpreis verlangen.

Aber wie gesagt, rechtlich musst Du nichts befürchten. Es war Kaufbedingung, dass sie die Versandkosten bezahlt, dann muss sie es jetzt auch tun.

Kommentar von peppi44 ,

Okay, verstehe. Ich kann also verlangen, dass sie die 10€ Nachnahmegebühr nachträglich überweist inklusive der 5€ Gebühren für's neu Versenden? Wenn das so ist und sie das tut ist alles paletti und geklärt. Aber wie du schon sagtest, sie ist stur. Sie hätte von Rauchenwarth auch her fahren können, das liegt nicht einmal 45 Minuten entfernt von ihrem Standort. Aber so gemütlich wie sie ist, wollte sie unbedingt Versand. Jetzt hat sie den schmarrn.

Bezügliches des Paketes... ja, das hat sie nicht. Weil sie es zurück geschickt hat. Aber ich denke mal da ist sie selbst schuld. Sie kann sich nicht darüber beschweren weil sie das Paket jetzt bereits in den Händen halten könnte. Bezahlt hat sie und ich habe es normal verschickt. Man ist selbst schuld wenn man trotz Abmachung es nicht einhält und deswegen sein Paket nicht annimmt.

Ich hab jetzt bei einer anderen Frage hier gelesen, dass der Anwalt bei 15€ nichts macht. Macht er denn etwas bei 42€ Warenwert?

Kommentar von ralf3 ,

Zum Geld: Genau, Du könntest Ihr dieses zweite Mal versenden dann auch in Rechnung stellen.

Zum Anwalt: Also der Anwalt macht auch bei kleinen Beträgen oder Warenwerten etwas. Er fängt dann an, und schickt dem Gegner erst mal ein Schreiben, in dem er sie auffordert diesen Betrag doch nun zu bezahlen usw.

Allerdings muss man sagen, dass selbst bei 42;- EUR Warenwert die Anwaltskosten höher wären, als der Geldwert, den Du bei diesem Verkaufsgeschäft letztendlich erwirtschaftet hast.

Kommentar von peppi44 ,

Okay. Wie gesagt, vielen herzlichen Dank! Das hilft mir sehr. Den Rest werde ich mit einer bereits aufgeklärten guten Bekannten klären, die mich da auch unterstützt. Ich will dich schliesslich nicht langweilen mit meinen Fragen. ;) Vielleicht sehen wir uns hier auf gutefrage.net wieder. Danke übrigens für den Profilbesuch. :)

Kommentar von ralf3 ,

Gern geschehen, wo geholfen werden kann, wird geholfen.

Viel Erfolg dann noch...

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