Frage von JoelFTW, 142

Willensfreiheit Religionen?

Ich wollte nur mal wissen wie der Islam und die christliche Kirche zur Willens -und Handlungsfreiheit stehen... Also sowas wie Determinismus.

Antwort
von Viktor1, 76
christliche Kirche zur Willens -und Handlungsfreiheit
stehen.

Also erst mal: Willensfreiheit gibt es, Handlungsfreiheit nur bedingt.
Welche christl. Kirche meinst du ? Was versteht du  unter "zu stehen".
Gut gehen wir mal davon aus, daß du nicht in der Lage bist, deine Fragen sinnvoll zu formulieren und andere raten müssen was du überhaupt meinst.

Die christliche Heils-Botschaft wäre ohne Willensfreiheit nicht denkbar, da die freie Entscheidung von Jesus für "seine Gerechtigkeit" (Liebesgebot) gefordert wird. Es wird ja auch der verworfen, der sich dagegen entscheidet.
Es ist aber auch so, daß die Lehren der Religionsgemeinschaften aus der Reformation i.R. diese Botschaft Jesu nicht "forcieren" (anerkennen !) sondern eine "Heilsbotschaft" durch Gnade. Diese haben sie allein aus (falsch verstandenen)  Auszügen der Briefe von Paulus.
Dazu wird der freie Wille hinterfragt - und verworfen; er passt nicht rein ins Konzept. Das "Heil" jedes Menschen ist da vorher bestimmt , er kann dazu nichts (aus freier Entscheidung) tun - außer vielleicht glauben (was genau ?) aber dies auch nicht ganz freiwillig.

Im Islam kenne ich mich nicht so genau aus - aber soweit ich dies hier mitbekomme ist der freie Wille sehr wohl Voraussetzung dafür um sich für  die Befolgung dessen "Gebote" zu entscheiden. Es gab da zwar auch Dispute darüber aber grundsätzlich ist das Heil des Menschen da nicht vorher bestimmt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4destination#Islam

Antwort
von JensPeter, 46

Hallo JoelFTW,

Gottes Wort, die Bibel, sagt dazu folgendes, wobei die Bibel jeder christlichen Glaubensgemeinschaft übergeordnet ist:

1. Mose 1:27 Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; . . .

Gott hat Willensfreiheit, somit der Mensch in seinem Bilde auch.

Über was sollte der Mensch herrschen?

1. Mose 1:28 . . .und haltet [euch] die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan. . .

Also nicht "der Mensch über den Menschen", was mit der Beschneidung des freien Willen zu tun haben kann (Grenze des freien Willen ist dort zu finden, wo Rechte anderer verletzt werden):

Prediger 8:9 All das habe ich gesehen, und mein Herz richtete sich auf jede Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist [während] der Zeit, da der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat. 

Wobei freier Wille in der Bibel zwingend mit Verantwortung und Rechenschaftspflicht verbunden ist:

5. Mose 30:19 Ich nehme heute tatsächlich die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, daß ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, 20 indem du . . .

1. Petrus 4:5  Diese Leute werden aber dem Rechenschaft ablegen, der bereit ist, die Lebenden und die Toten zu richten. 

Römer 14:12  So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen.

Und wie verhält es sich hiermit?:

2. Korinther 9:7 Jeder tue so, wie er es in seinem Herzen beschlossen hat, nicht widerwillig oder aus Zwang, denn Gott liebt einen fröhlichen Geber.

Dankbarkeit und liebevolle Zuneigung sind gepaart mit Freude. Wer das Leben liebt kann seiner Dankbarkeit dafür Ausdruck verleihen. 

Zum Schluss daher, wobei Jesus Christus aus den hebräischen Schriften (Altes Testament) zitierte:

NW Matthäus 22:36 „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“ 37 Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ 38 Dies ist das größte und erste Gebot. 39 Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“

Und sicher sind wir uns alle einig: Liebe kann immer nur freiwillig gegeben werden, denn

1. Korinther 13:4 Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf, 5 benimmt sich nicht unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, läßt sich nicht aufreizen. Sie rechnet das Böse nicht an. 6 Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles.

Liebe zu Gott und dem Nächsten erfüllt das Gesetz des Christus, dazu lädt er uns in Matthäus 22:36 ein. 

Das Einhalten des größten Gesetzes ist freiwillig, genau so die Wahl, die man in 5. Mose 30:19 treffen kann. 

Wer das Gesetz einhalten will, der "muss" eben diese Liebe auch durch Taten zeigen und beweisen. Wer ewiges Leben als Gabe erhalten WILL, der MUSS dann eben .....

So ist das gemeint.

Der Gott der Bibel spricht heute durch die Bibel zu uns. Nahezu jeder kann darin lesen. Keiner muss!

Jeder kann um den "Helfer", den Geist, beten, keiner muss!

Jeder kann um Erkenntnis beten, keiner muss!

Jeder kann das versprochene ewige Leben anstreben, keiner muss!

Jeder kann biblische Erkenntnis weiter geben, keiner muss!

Wer etwas verspricht, sollte das einhalten - freiwillig - , wie Jesus lehrt.

Matthäus 5:37 Euer Wort Ja bedeute einfach ja, euer Nein nein; denn was darüber hinausgeht, ist von dem, der böse ist.

Aber auch Versprechen (Schwüre) können sozusagen vorsätzlich und bewusst gebrochen und zurückgenommen werden. Die Freiheit hierfür bleibt immer bestehen. Das ist der tiefere Grund dafür weswegen in der Bibel zwischen "ewigem Leben" und "Unsterblichkeit" unterschieden wird.   

Logischer Weise wären alle biblischen Aussagen unsinnig, wäre solches vorausbestimmt. (Vorausbestimmte Liebe? Unsinn!)


Noch ein Wort zur Vorausbestimmung:

Jesus prophezeiht beispielsweise:

Matthäus 7:13 Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; 14 doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.

Der Einladung "Geht ein durch das enge Tor" ist die genau die Einladung, der man freiwillig folgen kann. Daher kann niemand, der, wie hier erwähnt, in die Vernichtung geht, sagen: "Mir ist es bestimmt worden in die Vernichtung zu gehen! Wie ungerecht!"

Das es viele sein werden, wie Jesus es sagt, ändert daran nichts. Es werden viele sein wie er voraussagt. Ob Du oder ich dabei sind: Wir können uns persönlich selber entscheiden. Davon hängt es ab, dafür trägt ein jeder die Verantwortung für sich und ggf. seine jüngeren Kinder. Das ist freier Wille gepaart mit Verantwortung. 

Beste Grüße

JensPeter

ps Da kenne ich ein nettes Gedicht, was hier her passt:


ICH WILL!

Das Wort ist mächtig!

ICH SOLL

Das Wort wiegt schwer!

Das eine spricht der Diener,

das andere spricht der Herr!

Lass beide eins dir werden,

im Herzen, ohne Groll!

Es gibt kein Glück auf Erden

als wollen, was man soll!


(Friedrich Halm, Österreich, 1806-171) 

Kommentar von JensPeter ,

ach ja: Rechenschaftspflicht kann es nicht geben wenn die Bestimmung ursächlich für das Tun wäre!

Antwort
von DerBuddha, 27

freier wille existiert nur so lange, bis man diesen in die tat umsetzen will, dann ist es in der monotheistischen religion mit dem freien wille zuende...........fängt schon beim kind an, dass in die religion der eltern hineingeboren wird und mit dieser religion dann aufwächst und erzogen wird.......würde es dann später mal den freien wille nutzen wollen und nicht mehr an diese religion glauben wollen, wäre buchstäblich der teufel los..........*g*.

und handlunsfreiheit ist nur ein märchen, denn alles unterliegt irgendwelchen gesetzen, regeln usw......gerade in der monotheistischen religion wird auch ständig in den schriften damit gedroht, dass man glauben muss, sonst pasiert dies oder das.....das man nur diesen gott anbeten darf, sonst passiert dies oder das und beim rauswurf aus dem paradies sieht man richtig schön und ganz deutlich, wie wörtlich man den freien wille oder angebliche handlungsfreiheit nehmen darf........nämlich gar nicht..........

das beispiel der vertreibung aus dem paradies zeigt, dass der "gott" nur ein blender ist, nicht allwissend war, alle die ihren freien wille nutzen, dafür bestraft und nur dumme menschen wollte, die ihn bedingungslos und ohne freien wille anbeten........denn als sie erkenntnis erlangten, also ERST MIT DEM ERKENNEN auch wirklich erkennen konnten, war es zu spät für sie, sie wurden dafür bestraft, dass sie wissen erlangen wollten und nicht mehr dumm waren............in den schriften geht es ewig so weiter, nur drohungen, blinder gehorsamszwang und ständiges drohen wenn man nicht so will, wie der monstergott es verlangt..................:)

bezüglich des determinismus kommt es immer auf das geistige verständnis und den geistigen fortschritt des "betrachters/betroffenen" selbst an, denn ein möglicher "geistiger" zustand würde andere prioritäten haben und im bessten fall auch nicht mehr an seinen körper gebunden sein beziehungsweise sich an seinen körper gefesselt fühlen........... die frage dabei wäre dann nur noch, ob die umwelt dann diese person oder dessen zustand als normal ansehen würde, wo dann für den betroffenen wieder die frage aufkommt, ob er dann als konsequenz aus der sicht der umwelt seinen eigenen willen oder seine handlungsfreiheit ausleben oder nutzen kann/darf usw......letzten endes wäre dass dann nur noch relativ.........*g*

Antwort
von Anthropos, 47

Also die Kirche, bzw. der christliche und jüdische Glaube sieht die Freiheit als das wichtigste Geschenk Gottes an die Menschen. Der ganze Glaube und fast die ganze Religionsphilosophie baut darauf.

Denn Gott hat den Menschen aus Liebe für Liebe geschaffen. Aber Liebe kann nicht erzwungen werden und somit lässt Gott dem Menschen die Freiheit, sich für Gott oder gegen Gott zu entscheiden. Jedoch entscheiden sich viele Menschen gegen Gott und für die Sünde. Und diese Menschen kommen dann am Ende nicht zu Gott, weil sie sich gegen Gott entschieden haben. Das ist ja auch die Geschichte vom Sündenfall mit der Freiheit, von der Frucht zu essen, was von der Versuchung gestiftet wird.

Antwort
von nowka20, 11

da gibt es keine freiheit.

wer nicht gläubig ist, ist ein ungläubiger

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