Frage von nannia,

will mich trennen von meinem Mann, wo kann ich mich erkundigen?

bin seit sieben Jahren verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 6 und fast 2 Jahren. Will mich nun trennen. Wo kann ich mich informieren, wegen Unterhalt und so weiter?

Antwort von demosthenes,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Über den Unterhalt etwa kannst Du sicher bei einer lokalen Behörde kostenlos Auskünfte bekommen.

Ansonsten kann ich Dir nur raten, dass Du versuchst, Dich mit Deinem Mann über alle Scheidungsfolgen gütlich zu einigen, denn dann bräuchtet ihr nur einen Anwalt und hättet schon mal die Hälfte der sonst fälligen Kosten gespart.

Kommentar von pjakobs,

Mittlerweile geht es, soweit ich weiß, auch ganz ohne Anwalt in einem Mediationsverfahren. Das dürfte für alle das Beste sein. Nun weiß ich zufällig, daß auf der Karte der Anwältin meiner Ex auch "Mediatorin" stand. Das sagt mir, daß es auch unter den Mediatoren schwarze Schafe gibt, die den Kunden das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Kommentar von demosthenes,

@pjakobs:

Die Scheidungsklage kann bei Gericht nur von einem Anwalt eingereicht werden - wir leben ja nicht in Dänemark, wo ein Gericht bei einvernehmlicher Scheidung gar nicht involviert ist..

Kommentar von pjakobs,

ich bin mir da nicht 100% sicher, ich meine, daß für die Scheidung von kinderlosen Ehen auch ein Notar diese Aufgabe übernehmen kann.

Daß der nun sehr häufig auch Anwalt ist steht auf einem anderen Blatt.

pj

Kommentar von demosthenes,

@pjakobs2:

In manchen Bundesländern dürfen Anwälte gleichzeitig Notare sein - das gilt aber nicht überall.

Wenn der Mensch aber als "Notar" den Ehevertrag aufgesetzt hatte, dann darf er nicht auch als "Anwalt" die Scheidung einreichen.

Bei der Einreichung der Scheidung herrscht in jedem Fall Anwaltspflicht.

Antwort von johmarc,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

...als ehemalige Sekretärin eines Antwalt (hauptsächlich Scheidungen und Erbschaftsangel.)....würde ich sagen, zuerst alle anderen Wege ins Auge fassen....so oder so wird es sonst teuer und zwar für alle, und ganz besonders auch für das Nervenkostüm, alles Gute und überlege es Dir noch hundertmal...

Kommentar von pjakobs,

und das aus berufenem Munde - quasi von der Gegenseite. Danke ;-)

Antwort von pjakobs,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

wenn noch soviel Vertrauen zwischen euch möglich ist und die Trennung von beiden gewollt wird, dann geht bitte zu einem Familien- oder Paartherapeuten und bittet den um eine Trennungsbegleitung.

Mit etwas Glück spart Ihr euch so den ganzen Mist mit gierigen Anwälten und Rosenkrieg.

Ich drück Euch die Daumen.

pj

ps: bei Trennung zuerst an Unterhalt zu denken heißt von Vornherein den unangenehmsten Weg zu wählen. Trennung heißt Scheidung der Lebenswege für Eltern und zum Teil für die Kinder. Da werden so viele Gefühle verletzt, da sollte Geld erst ganz weit hinten stehen.

Kommentar von pjakobs,

als Nachtrag und Beispiel mal:

http://www.kreis-aachen.de/C1256C41005373D6/vwContentFrame/N25F4HY7153JDOFDE

solche Stellen sollte es in jeder Stadt geben.

pj

Antwort von Zander1961,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Beim Anwalt. :)

Kommentar von pjakobs,

AAARRRRGGHH!!! Grundfalsche Antwort!!! NIEMALS erst zum Anwalt. Der verdient am Streit!

Kommentar von Zander1961,

Hast schlecht geschlafen? Nicht jeder Anwalt verlangt beim Erstgespräch Geld! Wenigstens hier wo ich wohne!

Kommentar von pjakobs,

nein, aber ich hab ne Scheidung mit Anwälten hinter mir. Die Biester sind die Pest! Den Familienanwalt zeige mir, der nicht ein fettes Grinsen im Gesicht hat, wenn Du zu ihm kommst und sich im Gespräch rausstellt, daß es wahrscheinlich zur Kampfscheidung kommen wird. Das heißt für den nämlich ohne großen Aufwand zwischen drei und sechstausend Euro zu verdienen (je nach Streitwert auch deutlich mehr).

Kommentar von manni1937,

so ist es.

Antwort von regideur,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Bei einem Anwalt für Familienrecht.

Antwort von vollyhn,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Leider zeigt die Erfahrung, dass bei Trennungen das Einvernehmen zwischen den Ehegatten regelmäßig nicht in dem Umfang besteht, dass man sich vertrauensvoll begegnet und alles friedlich lösen könnte. Zumindest für eine erste Beratung ist erforderlich, dass ein Fachmann(Frau) dich in Deinem Interesse berät. Was Du daraus machst, ist dann Deine Sache. Du willst ja wissen, was Dir zusteht, und nicht, wie Du jeglichen Streit vermeiden kannst.

Zu einer einvernehmlichen Lösung sind beide Ehegatten erforderlich. Zumeist handelt es sich um Lippenbekenntnisse, wenn die Eheleute sich versichern, sich im Guten zu einigen. Sobald der Mann hört, wie wenig ihm von seinem Lohn verbleiben soll, und sobald die Frau hört, mit wie wenig Geld sie auskommen soll, fühlt sich derjenige schon in der Klemme und versucht, für sich einen Vorteil herauszuholen.

Leider funktioniert es zumindest in Deutschland nicht so gut mit der angesprochenen Mediation. Abgesehen davon, dass auch ein Mediator Geld verdient, erfordert eine erfolgreiche Mediation, dass die Parteien zur gütlichen Lösung bereit sind. Der Mediator darf nicht im Interesse einer Partei tätig werden, sondern soll beide möglichst "neutral" über die beiderseitigen Rechte und Pflichten aufklären und eine Einigung herbeizuführen. Schert im Rahmen der Mediation einer aus, ist die Mediation gescheitert und der Streit geht dann doch mit Anwälten weiter. Mediationskosten in diesem Fall vergebens aufgewendet. Zumeist lassen verletzte Gefühle und Rachegelüste eine friedliche Auseinandersetzung zumindest aus der Sichteines Gatten nicht zu.

Im Scheidungsverfahren besteht für denjenigen, der den Scheidungsantrag stellt, Anwaltszwang nach § 78 ZPO. Wer als sogenannter Antragsgegner nicht entgegentritt, benötigt für das Scheidungsverfahren keinen Anwalt.

Dass die Rechtsanwälte an einer streitigenAuseinandersetzung besonderes Interesse hätten, ist nur bedingt richtig. En Rechtsanwalt verdient aufgrund des deutschen Vergütungssystems am bestensein Geld, wenn er mit wenigen Briefen und Worten schnell eine Einigung mit der Gegenseite herbeiführt. Die Vergütung geht in einer Art Fallpauschale und mit Ausnahme einiger Spitzenanwälte nicht nach Stundensatz. Ein Rechtsanwalt muss auch in eigener Verantwortung prüfen, in welchem Umfang die Vorstellung einer Partei zu vermeintlichen Ansprüchen zutrifft. Ein guter Anwalt wird auch abraten, unbegründete Ansprüche einzuklagen. Ein verlorener Prozess, in den einen ein Anwalt getrieben ha, ist für den Anwalt wegen der damit verbundenen negativen Propaganda des Unterlegenen auch nicht gut.

Die schlimmsten Kriegstreiber in den meisten Scheidungsverfahren sind nicht die Rechtsanwälte, sondern die Verwandten und guten Freunde der Parteien, die den beiden jeweils vorwerfen, sich ausnehmen oder über den Tisch ziehen zu lassen. Und die schon immer gesagt haben, dass der Partner nichts taugt und nur hinter dem Geld des anderen her war. Oder die neuen Partner, die der Partei den Rückenstärken, weil dann in der neuenPartnerschaft mehr Geld vorhanden ist.

Horch Dich bei Bekannten ein wenig um, was die mit Trenungen für Erfahrungen gemacht haben, und versuch daraus herauszufinden, welcher Anwalt/Anwältin für Deine Belange geeignet ist. Aber einen Anwalt solltest Du auf jeden Fall aufsuchen. Der haftet im übrigen auch für falsche Auskünfte oder falsche Prozessführung.

Dass Rechtsanwälte ihren Job ausüben um Geld zu verdienen, ist unstreitig. Wenn Deine Vermögensverhältnisse eng sind, kannst Du den Anwalt bitten, die Übernahme der Kosten durch die Beratungshilfe oder Prozeßkostehilfe zu prüfen und zu beantragen.

Kommentar von pjakobs,

hmm.. Du klingst ein wenig involviert - so, als ob Du selbst in diesem Bereich arbeiten würdest.

Lass mich Dir ein paar Dinge entgegnen:

  • Die Tatsache, daß eine Mediation scheitern kann ist eigentlich kein Grund, sie von vornherein als gescheitert anzusehen, oder? So pessimistisch wäre ich nicht. Es ist wahr, daß Mediatoren auch nicht kostenlos arbeiten, aber viele Gemeinden und Organisationen stellen diese Dienstleistung günstig oder sogar kostenlos zur Verfügung. Ob das dann unbedingt mit der Qualität eines freien Mediators vergleichbar ist sei dahingestellt. Die von Dir angeführten verletzten Gefühle und Rachegelüste sind aber auch genau der Grund, warum es durchaus sinnvoll sein ist, einem Scheidungsverfahren ein Mediationsverfahren vorzuschalten.

  • zum finanziellen Aspekt: ich habe natürlich überhaupt kein Problem damit, daß Rechtsanwälte für ihre Dienstleistung Geld verlangen. Natürlich nicht, ich arbeite auch nur selten kostenlos. Schlimm ist aber: Scheidungen sind, rechtlich betrachtet, fast immer reine Standardverfahren. Eigentums-, Vermögens-, Unterhalts- und Versorgungsregelung, dazu Sorge- und Besuchsrecht für Kinder. Es dürfte in weniger als 10% der Fälle tatsächlich irgendetwas ungewöhnliches dazukommen. Ein Anwalt, der ein Scheidungsverfahren annimmt, weiß also von Vornherein ziemlich genau, was dabei herauskommt. Sowohl monetär als auch vom Aufwand her. Er hat allerdings einen gewissen "Gestaltungsspielraum", was die Verfahrensführung angeht. So kann er z.B. einen zahlungswilligen Unterhaltspflichtigen ohne weitere Probleme per einstweiliger Anordnung zur Feststellung des Unterhalts vor Gericht zwingen. Schwupps sind zwei, drei Extrapauschalen verdient, für etwas, das man auch in einem persönlichen Gespräch oder Schreiben hätte lösen können.

Das Interessante dabei: zumindest bei nicht allzu komplizierten finanziellen Verhältnissen (beide Partner im Angestelltenverhältnis, Einkommen offengelegt) genügt auch für den Laien ein Blick in die Düsseldorfer Tabellen um den Unterhaltsanspruch abzulesen. Dazu muß niemand Jura studiert haben. Um aber die vorliegenden Zahlen gehörig aufzublähen und den Streitwert in die Höhe zu treiben vielleicht schon. (hier hat sich ein bißchen Autobiographie eingeschlichen, falls es nicht sowieso zu erkennen war).

  • Ich gebe Dir Recht, das Halbwissen und die Halbverletztheit der Familien und Freunde trägt gerade beim Unterhaltsberechtigten Partner deutlich dazu bei, eine "das steht mir doch zu, das will ich haben" Einstellung zu wecken. Ein Anwalt wird dem aber nur ungern einen Riegel vorschieben, denn alles, was theoretisch erstreitbar ist kann auch versucht werden und nach dem Gütetermin fallen für jede weitere anwaltliche Dienstleistung neue Pauschalen an.

  • Anwalt haftet für falsche Ausfkünfte und falsche Prozessführung. Wieviele Kollegen werden bereit sein, einen der ihren in einer solchen Sache zu belangen? wie hoch sind die dadurch entstehenden Kosten? Kann ein juristischer Laie den Fehler des Anwaltes wirklich erkennen? Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus und ich habe schon mehrfach erlebt, daß sich keiner bereitfand, einem anderen an den Karren zu fahren bzw. ein entsprechendes Verfahren zu führen, zumal die Beweisführung da oft nicht ganz einfach ist.

Aber: nach alledem ist natürlich eines klar: wenn es keine Gesprächsbasis gibt, wenn eine der Parteien nicht in der Lage ist, einem Konsens zuzustimmen, dann führt in der Tat kein Weg um eine unfriedliche Scheidung herum und dann sind tatsächlich Anwälte gefragt. Da kann man sich dann überlegen, ob man einen Anwalt möchte, der die eigenen Belange massiv, bis zur Grenze der Rücksichtslosigkeit vertritt oder eher jemanden, der, mit den ihm gegebenen Mitteln, versucht einen Kompromiss herbeizuführen. Das sollte in meinen Augen aber immer nur der letzte, nicht der erste Schritt sein.

pj

Kommentar von vollyhn,

Wieviel Aufwand der eigene Anwalt treiben muss, hängt ja nicht nur von einem selbst und von seinem Anwalt ab, sondern auch davon, was die Gegenseite macht oder auch nicht macht. Und dass schnell ein Gerichtsverfahren angeleiert wird, statt die andere Seite anzuschreiben, kommt nur in den sehr seltenen Fällen vor, in denen superschnelles Handeln erforderlich ist wie etwa bei Aussperren aus der Wohnung oder unterlassenes Zurückgeben von Kindern. In Unterhaltssachen steht für den normalen Anwalt immer erst ein aussergerichtliches Anschreiben mit Bezifferung und Fristsetzung. Dies schon um zu vermeiden, dass der Pflichtige im Prozess sofort anerkennt und der Kläger die Kosten zu tragen hat, weil der andere keinen Anlass zur Klage gegeben hat. Ich selbst bin auch der Meinung, dass sich die Parteien selbst keinen Gefallen damit tun, um den letzten Kaffeelöffel zu streiten. Letztlich haben es aber die Parteien selbst in der Hand, was gestritten werden soll, und nicht der Anwalt. Wobei ich auch zugebe, dass man in Scheidungsfolgesachen teilweise auch nur auf das zu reagieren gezwungen ist, was die Gegenseite anzettelt. Dabei braucht man dann aber auch die Hilfe eines Spezialisten.

Auch wenn ich mich nicht übermäßig streiten will, sollte ich aber wissen, wo meine Rechte -und natürlich auch deren Grenzen- sind. Dann kann ich mich auch mit gewisser Sicherheit, keinen Unsinn zu erzählen, in die Diskussion mit der Gegenseite begeben. Und es gibt genug Leute, die sagen, das es ihnen egal ist, was ihnen zusteht, sie wollen es nicht. Aber sie wissen dann, auf was sie verzichten. Sich zu informieren heißt doch noch nicht, den Streit zu wollen. Und schon gar nicht heisst es, sich von einem anderen (dem eigenen Anwalt) in einen Streit treiben zu lassen.

Es gibt halt wenig kompetente Alternaiven. Eine Mediation kann man ja immer noch an die erte Beratung anschließen.

Persönlich tut es mir Leid, dass Du schlechte Erfahrungen gemacht hast. .

Antwort von xyungeloest,
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soweit ich weiß , besteht in deutschland bei scheidungen immer noch anwaltzwang.

also, kannst du beruhigt zu einem anwalt gehen und bist so immer am besten beraten.

Kommentar von pjakobs,

ich frage mich wirklich, wie Du zu einer solchen Aussage kommst.

Kommentar von xyungeloest,

http://www.ehescheidung24.de/grundlagen_scheidung/grundlagen.htm

ganz einfach, weil das schon immer so war, wüßte auch von keiner gesetzesänderung.

google weiß noch mehr über anwaltszwang bei scheidung.

Kommentar von pjakobs,

Als das Thema für mich aktuell war wurde gerade darüber beraten, die Mediation als gleichwertigen Konfliktlösungsmechanismus einzuführen. Damit soll dann versucht werden, sämtliche Konflikte vor dem Scheidungstermin gemeinsam auszuräumen, so daß es eben nicht zum Prozess kommen muß. Ob dann für das eigentliche Verfahren (übrigens ein 10 Minuten Termin bei Gericht) noch ein Anwalt nötig ist weiß ich nicht, vorstellbar wäre es, daß sich die Lobby hier gegen die Vernunft durchgesetzt hat.

pj

Kommentar von xyungeloest,

@pjakobs: das mit der meditation kann schon sein, da kenne ich mich nun wieder weniger aus. aber wenn es zu keinem prozess kommt, gab es keine scheidung, sondern so was wie versöhnung? ich kenne es nicht anders, dass bei scheidung ein anwalt genommen werden muss.

Kommentar von pjakobs,

es muß nicht zwangsläufig zu einem Prozess (=vor Gericht ausgetragener Streit) kommen, der Akt der Scheidung muß allerdings von einem Gericht durchgeführt werden. Läuft etwa so:

Richter(in): sind sie sicher, daß für den Fortbestand der Ehe keine Chance mehr besteht?

beide Ehegatten: ja

Richter(in): über Unterhalts- und Versorgungsfragen herrschte Einigkeit? Der Versorgungsausgleich liegt vor?

beide Ehegatten: ja

Richter(in):dann nehme ich das jetzt zu Protokoll, das Scheidungsurteil geht Ihnen dann in etwa vier Wochen zu, danach haben Sie 30 Tage Widerspruchsfrist. Wenn diese 30 Tage ohne Widerspruch verstrichen sind ist Ihre Ehe geschieden. Auf wiedersehen, der nächste bitte.

pj

Kommentar von xyungeloest,

@pjakobs: also, ich weiß nicht, ich kann suchen wo ich will, ich finde immer nur, dass ein anwalt erforderlich ist. http://www.scheidung-online.de/sverfahr.htm

schick mir doch mal einen link, wo drin steht, dass man nach meditation ( im übrigen auch nicht billig ) keinen anwalt bei scheidung braucht.

Kommentar von pjakobs,

ich habe gesagt, daß ich der Meinung bin, es ginge auch ohne, aber ich kann mir durchaus vorstellen, daß die Anwaltslobby es geschafft hat, für dieses 10 Minuten Verfahren eine Anwaltspflicht im Gesetz zu lassen.

Mir geht es auch nicht in erster Linie um teuer oder nicht teuer. Wie gesagt, eine Scheidung mit zwei Anwälten kostet irgendwo von fünf oder sechstausend Euro an aufwärts. Davon sind ca. 1500 bis 2000EUR Gerichtskosten wenn ich mich nicht irre. (die Zahlen sind immer für beide gemeinsam).

Wichtiger ist es in meinen Augen aber, nicht gegeneinander, sondern gemeinsam um eine Lösung zu kämpfen. Daran müssen Anwälte Dich hindern, denn ihre Aufgabe ist es, das ist vom Gesetzgeber so vorgesehen, Dich über alle gesetzlichen Möglichkeiten zu informieren. Will sagen: wieviel Unterhalt (und darum geht es oft) kannst Du erstreiten, wenn Du mit maximal harten Bandagen kämpfst. Nebenbei: je härter der Kampf ist, desto mehr verdient der Anwalt. Deren Motivationslage ist also von vornherein schon eher fragwürdig.

Wenn Du es schaffst, alle wesentlichen Fragen im Mediationsverfahren gemeinsam zu klären und Du quasi schon mit einer fertigen Einigung kommst, dann schleppst Du den Anwalt halt noch als nötigen Ballast mit zu Gericht (kostet dann auch nochmal 500EUR oder so) aber mehr auch nicht. Finde ich in jedem Fall erstrebenswerter, einfach schon deshalb, weil die ehemaligen Ehepartner die Kontrolle über das Verfahren behalten können.

pj

Kommentar von pjakobs,

Mediation

Sie haben sich für eine Trennung entschieden oder sind bereits getrennt. Sie stehen vor ungelösten Fragen:

- Wie verkraften das die Kinder ?  
- Wer bekommt die gemeinsame Wohnung ?  
- Wie viel Unterhalt steht mir zu ?  
- Kann ich die Beziehung zu meinen Kindern erhalten ?  
- Wie wird das Scheidungsverfahren für mich ausgehen ?  
- Sie wünschen eine faire Lösung, bei der es nicht um Gewinnen und Verlieren geht!  
- Sie möchten Ihren Kindern Sicherheit für die Zukunft geben !  
- Sie möchten selber an den Entscheidungen mitwirken, so dass Sie die Ergebnisse auch vertreten und mittragen können.

Das können Sie erreichen, wenn Sie und Ihr Partner bereit sind, trotz aller Differenzen gemeinsam zu verhandeln.

Mediation heißt Vermittlung. Das Ziel der Mediation ist ein Vertrag, der Ihre Trennung regelt und Lösungen zur Gestaltung Ihres künftigen Lebens enthält. Dabei werden nur solche Vereinbarungen aufgenommen, denen Sie beide zustimmen können. Insbesondere für Ihre Kinder bedeutet es eine enorme Entlastung, wenn Sie sich als Eltern über deren Lebensgestaltung einig sind. Aber auch Verhandlungen über Ihren Hausstand, gemeinsamen Besitz und Unterhaltszahlungen können Gegenstand der Mediation sein.

Um sicherzustellen, dass Sie Ihre gesetzlichen Rechte auch tatsächlich wahrnehmen ist es notwendig, dass jeder von Ihnen mindestens eine Rechtsberatung (nicht Rechtsvertretung) in Anspruch nimmt.

Außerdem...

- können Sie Ihre Mediations-Vereinbarungen als Grundlage für einen notariellen Vertrag oder die Scheidung verwenden  
- lernen Sie ein Verhandlungsverfahren kennen, dass Ihnen auch in der Zukunft hilft, gemeinsam Entscheidungen zu finden oder auf Veränderungen zu reagieren  
- sind die ca. 6 bis 10 Sitzungen in der Beratungsstelle für Eltern, Kindern und Jugendliche des Kreises Aachen kostenfrei.

Der Mediator und/oder die Mediatorin

- sind neutrale Vermittler  
- gewährleisten, dass Ihre Interessen und Bedürfnisse und die Ihrer Kinder zu Wort kommen  
- bieten den professionellen Rahmen, dass Sie einander zuhören und verstehen können  
- regen die Suche nach einem Interessenausgleich an, den Sie beide als fair akzeptieren können  
- strukturieren den Prozess und bringen stockende Verhandlungen wieder in Gang  
- arbeiten verschwiegen.

(aus: http://www.kreis-aachen.de/C1256C41005373D6/vwContentFrame/N25F4HY7153JDOFDE)

dort steht: es ist nötig eine Rechtsberatung (nicht Rechtsvertretung) in Anspruch zu nehmen.

pj

Kommentar von pjakobs,

und hier noch, was eine Scheidungsanwältin über die Vorteile des Notariellen Scheidungsverfahrens für kinderlose Paare zu sagen hat:

sehr spaßig... Eine Katze über die Sicherheit von Mäusen in Häusern ohne Katzen...

leider kann ich den Link nicht posten... :(

Such mal nach "notarielle Scheidung" der Artikel steht auf 123recht.de

pj

Kommentar von pjakobs,

noch ein Versuch:

http://www.123recht.net/Scheidung-ohne-Anwalt-–-immer-erstrebenswert__a15802.html

ah, so geht's

Kommentar von xyungeloest,

pjakobs: mensch, wir füllen hier ja seiten :o))

hast schon recht,eine im vorfeld gütliche einigung ist immer besser.

aber derzeit geht es noch nicht ohne anwalt, dass es mal geplant ist für kinderlose eheleute ist doch schon mal ein guter ansatz.

Kommentar von pjakobs,

wichtig ist die Einigung. Wenn die von beiden Seiten ernstlich gewollt wird, dann kann auch der beste Anwalt nur wenig Unheil anrichten.

pj

Antwort von WolfRichter,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Geh zum Anwalt; egal, was andere hier sagen.

Natürlich verdient der Anwalt daran. Aber Du wirst ihn ohnehin brauchen - und bezahlen müssen. Dann ist es jedoch besser, gleich am Anfang zu ihm zu gehen: Es kostet das gleiche Geld und Du vermeidest Fehler die Dich teurer kommen können.

Einvernehmliche Scheidung ist auch mit einem Anwalt möglich; ich rate aber ab: Dies setzt ABSOLUTE Einigkeit und Vertrauen voraus. Erfahrungsgemäß schwindet das im Laufe des Verfahrens.

Kommentar von pjakobs,

so kann man es sehen, wenn man eine Scheidung rein als den Akt der Unterhaltszumessung sieht.

Deshalb gibt es in Deutschland so viele hässliche Scheidungsverfahren.

pj

Antwort von Domino1,

Sie mal auf http://www.geschieden24.de nach. Da gibt es Erfahrungsberichte, das ist sehr gut.

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