Frage von Terrorerna, 86

Will ich nur Aufmerksamkeit oder bin ich Krank?

Sollte ich zum Psychologen? Ich bin 42 Jahre bin Verheiratet und habe einen Sohn. Meine Ehe ist gut und mein Sohn ist sehr lieb. In den letzten 6 Monaten geht es mir nicht so gut ich habe ständig Stimmungsschwankungen. Ich bin innerlich total aufgewühlt ,angespannt und auch teilweise Agressiv. Da ich das nicht an meine Außenwelt Freund oder Kollegen auslassen will habe ich mich geritzt. Ich fühle mich so leer habe keine Ahnung wie mein Leben weiter gehen soll. Meinen Kollegen gegenüber bin ich sehr Distanziert so das diese sich große Sorgen machen, was ich teilweise auch genieße. Ich suche teilweise die Aufmerksamkeit bei ihnen indem ich ihnen oft meine Traurigkeit offen zeige. Ich kann keine Freude empfinden egal was man für mich tut es ist mir fast alles egal. Ich war schon bei einer Psychologin die hat mir nach 10 min.Sertralin verschrieben und gesagt ich hätte Depression. Die Tabletten habe ich wieder abgesetzt nach 6 Woche da ich keine Verbesserung empfand. Ein anderer sagt ich hätte Borderline, was ich aber nicht so sehe denn ich ritze nicht immer (seit 2 Woche nicht mehr ). Wenn sich keiner bei mir meldet dann habe ich immer das Gefühl mich mag keiner mehr und bin dann Tieftraurig. Teilweise mag ich das Gefühl Traurig zu sein da ich dann Zuwendung von anderen bekomme aber im Nachhinein ist es mir sehr unangenehm. Was ist bloß los mit mir? Bin ich Psychisch krank oder ist es nur weil ich Aufmerksamkeit haben will muss ich zum Psycho Doc? Wo kommt die Unruhe her innerlich? Ich habe Angst das mir mein Leben aus den Händen gleitet und denke oft daran wie andere fühlen wenn ich nicht mehr bin. Vor einem SV habe ich Angst aber daran denken tu ich oft.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MatthiasWW, 30

Es mag sein, dass es, zumindest teilweise, die Midlifecrisis ist aber nicht nur. In jedem Fall rate ich dir weiterhin Fachleute aufzusuchen. Es kann auch helfen, wenn du zum Beispiel neue (positive) Herausforderungen suchst. Z.B. ein neues Hobby in einem Verein. Dort hättest du zum einen Ablenkung und zum anderen viele Leute um dich. ..Natürlich auch Aufmerksamkeit... Aber wie gesagt, professionelle Hilfe solltest du in jedem Fall weiter in Anspruch nehmen. Im wesentlichen wirst du dein jetziges Leben als festgefahren empfinden, in dem sich scheinbar nichts mehr verändert und nichts mehr entwickelt. Diese Monotonie engt dich ein und macht dich unzufrieden und aggressiv/depressiv. Es ist daher wichtig wieder etwas positives, neues in dein Leben zu bringen...

Antwort
von Sunlove22, 19

Also aus der Ferne lassen sich immer schwer Einschätzungen abgeben und auf Meinungen von Hobbypsychologen im Internet sollte man eh nicht viel geben. Dennoch kann ich dir ja mal sagen, was ich davon halte. Also erstmal finde ich es super, dass du schon beim Psychologen/in warst, allerdings kann man die erste wohl vergessen. Geh da besser nicht wieder hin. Zu der zweiten Meinung ist zu sagen, dass Borderline schon sehr wahrscheinlich ist und auch nicht zwangsweise ständig mit Selbstverletzung einhergehen muss. Überleg dir, ob du nicht doch noch mal zu dem zweiten Psychologen gehen möchtest, oder suche dir einen neuen. Dass du ihn/sie vertrauensvoll findest ist schon wichtig damit es dir besser gehen kann, allerdings muss keine Sympathie bestehen falls du das nicht brauchst. Probiere mehrere aus und finde es nicht peinlich wenn du 10 ausprobierst. Psychologen sind das gewohnt, das ist vollkommen normal.

Gute Besserung und liebe Grüße

Antwort
von musenkumpel, 11

Ja das is jetz wie mit den Psychologen, da wird dir jeder was anderes sagen. Borderline hat jdf auch was damit zu tun, ob man mit der Welt nicht zufrieden ist. Ähnlich wie Depression. Borderline hat nur keine klare abgegrenzte Diagnose, is nich richtig deklariert, nur erst in irgendeinem Anhang.. egal. Eh egal, welche Diagnose. Das Ding ist ja das woher und warum.

Also ein paar Denkanstöße... Ich weiss nicht, ob du dich die letzten Jahre aufgeopfert hast und das Gefühl hast nichts zurück zu bekommen? Lobende und strafende Erziehung, die die Beziehungen erschwert hat? Ob ihr euch an Werten, Äußeres, Job und Einkommen und Pflichten definiert habt? Ob irgendwas langweilig geworden ist? Oder irgendwelche Ereignisse, mit denen du unzufrieden warst..?

Hast du denn ein paar Freundinnen? Männer quatschen ja nich so, da weiss ich ja nich, welche 'Aufmerksamkeit' du haben willst und was du darunter verstehst.

Sicher ist, wenn du dich mit dem Tod beschäftigst und Fragen unbeantwortet lässt, hinterlässt du diese undefinierten trüben Gefühle. Du wirst sie los indem du solche Fragen nach Vergänglichkeit und charakterlosen äußerlichen Werten nicht stellst oder wenns dich doch mal beschäftigt versuchst zu beantworten, damit du aus der Gefühlswelt rauskommst. Das heisst nicht irgendwie nurnoch positiv denken, sondern Probleme so lösen, dass man damit leben kann und mit Einstellungen und Antworten halbwegs zufrieden ist.

Eine andere Frage ist aber, ob du überhaupt noch fühlst oder ob Trauer deswegen schön ist, weil du sonst alle Gefühle abgekapselt hast. Dann lass die Gefühle durch und erlaube dir auch Freude und sowas.

Vielleicht bist du auch zurückgewiesen worden in den letzten Jahren irgendwann und hast *daher Angst jemanden zu verlieren, selber irgendwann alleine oder garnicht mehr da zu sein. Dann führ dir vor Augen, dass in diesen Situationen nicht du als Mensch zurückgewiesen wurdest, sondern irgendein Verhalten oder die Situation an sich, oder dass kein Konsens gefunden wurde oder ähnliches usw...

Sich selbst kennen und die eigenen Probleme lösen können ist jedenfalls das A und O. Alles andere 'maskiert' die Depressionen: Sport und so weiter. Sport und Handwerk tun aber auch gut und sind auch notwendig. Besonders weil es manchmal auch Probleme gibt die unlösbar sind.

Ich glaube 'Normale' beschäftigen sich selten mit sich selbst. Sich ablenken oder für andere aufopfern kann da zum Lebensstil werden um keine Probleme lösen zu müssen. Damit stellt man sich unter andere. Solang das kein Lebensstil geworden ist, der dir gut tut, solltest du versuchen, mehr an dich zu denken, aber OHNE dabei zu viel Aufmerksamkeit verlangen.

Probleme bequatschen ist Ok, wichtig sind auch normale Sachen, der Alltag. Aber wenn du merkst, dass du Aufmerksamkeit willst um eine Selbst-Bestätigung zu kriegen solltest du abbrechen und Ruhe suchen, einen Moment überlegen, dass bei dir alles in Ordnung ist und dir niemand schaden will. Man kann ja auch im Gespräch ab und zu die Tätigkeiten abwechseln... (hoffe der satz ist zu verstehen)

Antwort
von Nitra2014, 24

6 Wochen sind auch nicht gerade lang. Psychopharmaka brauchen länger, um eine Veränderung zu erreichen. Wenn du mit dem einen Medikament nicht zufrieden bist, geh zu einem Psychiater und lass dir ein anderes verschreiben. Nicht einfach absetzen.

Nicht alle Borderliner ritzen und nicht alle, die SVV machen, sind Borderliner. Eine Diagnose kann dir nur ein Psychologe geben.

Was du beschreibst klingt schon nach einer Depression. Das ist eine ernstzunehmende Krankheit. Nach Aufmerksamkeit sehnt sich doch jeder, umso mehr wenn man traurig ist. Dafür musst du dich nicht schämen.

Ich wünsch dir alles Gute.


Antwort
von DerMartin1955, 13

Hallo Terrorerna,

Himmelhochjauchzendzutodebetrübt, Stimmungschwankungen sind normal, es gibt keine Grinse-immer-glücklich-Menschen ....

Nach dem ich deine Frage gelesen, habe ich auch das Gefühl das du unter einer Depression leidest. Gegen Depressionen kann man im bestimmten Rahmen etwas selbst unternehmen. Spazieren gehen, Sport treiben, sich neuen Aufgaben widmen.

Wenn die schlechten Gedanken jedoch nicht verschwinden, brauchst du Hilfe. Unter Hilfe meine ich nicht die Docs die dir lediglich unnötig Tabletten verschreiben, um dich ruhig zu stellen, Eine Verhaltentherapie oder Kur ist da die bessere Wahl.

Ritzen und SV-Gedanken sind für mich Alarmsignale, die solltest du ernst nehmen und dringenst einen Artz aufsuchen.

Ich finde es gut das du dich selbst beobachtest. Lass deine Gedanken nicht in die falsche Bahn leiten. Denk immer daran, dein Umfeld leidet mit dir!!!

Ich wünsche dir alles Gute

Antwort
von TheFreakz, 11

Tut mir leid, passt jetzt nicht so.. Aber ernsthaft? Tabletten?
Ich muss auch zu einem Psychologen.. Aber wenn mir dieser Tabletten verschreiben würde, dann frage ich ihn ob er noch alle Tassen im Schrank hat..

Kommentar von Terrorerna ,

Naja zu Anfang denkt man ja das die Recht haben und ich habe gehofft, leider umsonst.

Kommentar von TheFreakz ,

Das tut mir sehr leid.. Ich bin 16. bzw bald 17. und ich Suche auch vermehrt nach Aufmerksamkeit, aber das hat vermutlich damit zu tun dass mir meine Eltern nicht sehr viel Aufmerksamkeit als Kind gegeben haben bzw nicht wirklich auf mich geschaut haben.. Und jetzt sehr viele Dinge passiert sind, weswegen ich zu einem Psychologen muss.. Ich habe früher sehr oft gelogen nur um Aufmerksamkeit zu bekommen, was falsch war.. Ich habe mich auch schon einmal geritzt weil ich so fertig war.. Bei mir ist es jedoch Dank meinen Eltern so.. Ich wohne jetzt bei meinem Bruder und seiner Freundin und es geht mir gut.. Vielleicht hattest Du auch irgendein "traumatisches Erlebnis" oder sowas in der Art? 😕

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