Frage von HerrAppleNr1, 70

Will Apple OS X los werden?

Ich habe in letzter Zeit einige Berichte gelesen wo es um die "Abschaffung" von OS X (Macs) geht. Sie sprechen von diesen Begründungen warum OS X vielleicht bald abgeschafft wird:

  1. OS X verändert sich nicht mehr. Also den Entwicklern ist es egal ob es den Leuten gefällt oder nicht. Das kann man von Windows nicht sagen.

  2. Ein großer Kritikpunkt das neue iPad Pro. Das iPad Pro wird von Apple schon mehr oder weniger als Macbook angeboten. Man kann damit Videos bearbeiten, mit Photoshop arbeiten, Office benutzen und so weiter... Und das ist komisch warum es so was schon für iOS gibt. Bei Microsoft ist es so das es ein Tablett-PC gibt mit einen vollwertigen Windows. Aber bei Apple ist es so das man vieles jetzt schon am iPad erledigen kann was vorher nur auf einen Mac funktioniert hat.

  3. Die Macbooks werden immer Dünner und Tablett ähnlicher. Als würde Apple uns schon mal umgewöhnen wollen.

Was haltet ihr von dieser Theorie?

Expertenantwort
von BenzFan96, Community-Experte für Apple & Mac, 26

Von dieser Theorie halte ich absolut nichts. Der Mac wird bleiben.

Die Mac-Sparte ist kerngesund und die Verkaufszahlen steigen, während der PC-Markt insgesamt schwächelt. Auch die iPad-Verkaufszahlen ließen in letzter Zeit nach, im Gegensatz zum Mac!

Gerade kürzlich hat Tim Cook erneut einem Touchscreen-Mac eine entschiedene Absage erteilt. Eine Verschmelzung von Macs und iOS-Geräten ist weder wünschenswert noch wahrscheinlich.

Selbstverständlich waren viele neue Features der letzten OS X Versionen von iOS inspiriert, aber das dient vor allem einem besseren Zusammenspiel mit iOS-Geräten sowie einem einheitlicheren Nutzererlebnis.


Zu deinen drei Punkten:

  1. OS X verändert sich sehr wohl, und sicher nicht weniger als iOS! Wenn du sagst, Windows würde stärkeren Veränderungen unterzogen, musst du berücksichtigen dass eine wirklich neue Windows-Version nur alle paar Jahre kommt, während OS X jedes Jahr eine neue Hauptversion mit zahlreichen Neuerungen erhält. Nicht zu vergessen ist auch, dass ein Großteil der neuen Features von Windows 10 direkt bei OS X abgeschaut sind. Dass wesentliche Elemente der Bedienlogik seit dem ersten Macintosh von 1984 bis heute beibehalten wurden, ist doch eher positiv, Konsistenz ist wichtig. Warum etwas grundlegend ändern, an dem es wenig auszusetzen gibt? Microsoft dagegen lässt sich mit jeder neuen Windows-Version auf Experimente ein – bis man eine so schlüssige  und nachhaltige Bedienlogik hat wie OS X, wird es noch einige Windows-Versionen brauchen. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn kaum jemand von sich sagt dass er den Umgang mit Windows liebt, ganz anders als bei OS X...
  2. Das iPad Pro ist eine Ergänzung, kein Ersatz für irgendetwas. Es steht nicht in direkter Konkurrenz z.B. zum 12" MacBook. Microsofts Ansatz halte ich für nicht sinnvoll, die vollwertigen Desktop-Programme sind in aller Regel denkbar ungeeignet für Touch-Bedienung.
  3. Apple-Notebooks wurden seit den 80ern immer dünner und leichter, schon lange bevor sie MacBook hießen. Das hat nichts mit Umgewöhnen zu tun.
Kommentar von HerrAppleNr1 ,

Ich hoffe auch das OS X uns enthalten bleibt. Obwohl ich es auch sehr geile finde das z. B. für das iPad Pro schon einige Adobe Programme gibt und die da angeblich auch super laufen sollen.

Kommentar von BenzFan96 ,

Wichtig wäre bloß, dass Entwickler wie Adobe ihre Profi-Apps in vollem Umfang auf iOS portieren, mit dafür optimierter Nutzeroberfläche natürlich. Bei Programmen, die bereits für OS X bereitstehen, müsste der Aufwand ja eigentlich überschaubar sein.

Zwar stellt z.B. Adobe aktuell bereits "Photoshop Express" für iOS kostenlos zur Verfügung, an die Funktionalität des hunderte Euro teuren richtigen Adobe Photoshop reicht dies jedoch natürlich nicht ansatzweise heran.

Entscheidend wäre m.E. auch, dass Apple hier mit gutem Bespiel voran geht und die eigenen Pro-Apps wie Final Cut und Logic in möglichst vollem Funktionsumfang auf das iPad Pro bringt, statt nur deren (zugegebenermaßen schon recht leistungsstarke) Hobby-Versionen iMovie und GarageBand.


Den Wunsch einiger nach OS X auf dem iPad Pro, um darauf alle Desktop-Apps nutzen zu können (wie auch ein Surface alle Windows-Programme nutzen kann), ist insofern kurzsichtig, als dass diese Programme dennoch nicht ohne weiteres auf dem iPad Pro laufen würden, sondern erst auf die ARM-Architektur portiert werden müssten.

Zudem wäre es überhaupt nicht wünschenswert, bestehende Desktop-Anwendungen ohne Anpassung auf dem iPad Pro ausführen zu können, schließlich sind diese allesamt nicht für Touch-Bedienung ausgelegt und würden die Bedienung somit zu einer Qual machen, ähnlich wie beim Surface mit unangepassten Desktop-Programmen, ohne Maus könnte man damit überhaupt nicht arbeiten.

Das ist auch der Grund, warum ich Microsofts Ansatz (ein einziges Betriebssystem für alle Geräteklassen, Universal-Apps die überall laufen) nicht für sinnvoll halte. Schließlich müssen alle diese Apps dann ohnehin für jedes Gerät eine eigens optimierte Benutzeroberfläche mitbringen, um überall vernünftig nutzbar zu sein – da ist es wirklich kein viel größerer Aufwand, einfach Apps für OS X auf dessen touch-optimiertes Derivat iOS zu portieren, wobei man auch gleich die Oberfläche an Touch-Bedienung und kleinere Displays anpasst. So wird sichergestellt, dass auf jedem Gerät nur Programme laufen, die für dessen Eingabemethoden auch geeignet sind.

Antwort
von Matrixarchitekt, 31

Die Tendenz ist auch bei Google mit Chromebooks nicht zu übersehen, Windows hat es vorgemacht (hier geht es um die Richtung ) man kann sich schon sehr gut vorstellen, daß zumindest die Grenzen zwischen IOS und OS X demnach verschwinden. Die Tabletts drängen nun auf den Markt und verdrängen alles andere. Die Apps werden immer aufwendiger und leistungsfähiger. Die PC Industrie leidet schon seit langem an stagnieren Verkaufszahlen, vor paar Wochen wurde dass selbe auch über Macbooks &Co berichtet

Antwort
von DrWindows96, 22

Wäre für mich persönlich wieder ein Grund, zu Windows zurückzukehren.

Im Ernst... wie soll den bitte ein mobiles Betriebssystem ein vollwertiges OS ersetzen? Von der abweichenden CPU-Architektur erstmal zu schweigen... 

Und Microsoft hat gerade einen tollen Laptop rausgebracht... und wie sagt man immer so schön in der Liebe: "Andere Mütter haben auch schöne Töchter." - Und so kann man das dann letztendlich auch bei Apple sehen. 

Dennoch glaube ich nicht, dass sie das ernsthaft vorhaben. Vielleicht immer einen Schritt in die Richtung, dass iOS und OS X mehr und mehr nahtlos zusammenarbeiten, aber nicht wirklich, dass OS X und damit der Mac komplett aufgegeben werden. Apple weiß, dass die Macs einzigartig sind. ;)

Und wenn, dann sehe ich das eher so als einen Schritt, wie ihn Microsoft schon vorgemacht hat mit Windows 10. Aber dann wird wohl eher komplett ein neues System erschaffen und die iPads bekommen eine x86-CPU.

Kommentar von BenzFan96 ,

und die iPads bekommen eine x86-CPU

Oder eher manche Macs einen ARM-basierten SoC aus Eigenentwicklung.

Kommentar von DrWindows96 ,

Das kann natürlich auch sein. Aber ARM hat noch ziemliche Nachteile gegenüber einem x86-Prozessor.

Kommentar von BenzFan96 ,

Die Vorteile von x86 schwinden zunehmend, bei ultramobilen Geräten sieht es womöglich sogar schon umgekehrt aus.

So ist der A9X im iPad Pro wesentlich leistungsstärker als die Intel Core M Prozessoren im 12" MacBook, wobei ich nicht glaube, dass er dabei mehr Strom verbraucht.

Aber vielleicht schafft Apple ja, was AMD jahrelang nicht geschafft hat – Intel aus ihrem Dornröschenschlaf zu reißen und zu mehr Innovation anzutreiben.

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