Frage von selinsche89, 69

Wieviele Umsatzsteuern und weitere gewerbliche Abgaben muss ich bezahlen oder hilft mir jemand bitte bei der Erklärung der Berechnung?

Wenn ich ein Geschäft abschließe mit meinem Gewerbe, welche Abgaben muss ich zahlen an Steuern etc.? Kann mir jemand bei der Berechgnung helfen und den genauen Rechenweg erklären? Man sagt mir immer nur Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn und Gewinn muss versteuert werden, das bring mir in meinem Beispiel aber wenig.

Ich verkaufe ein Stück veredeltes Holz für 285.000 € inkl. 19% Mwst.Ausgabe für Holz 180.000 € inkl. 19% MwstAusgaben für Veredlungen 20.000 € inkl. Mwst

Alles wird gewerblich verkauft über eine Auktionsplattform. Die Plattform bekommt von mir 10% von dem Gesamtpreis (Also von den 285.000 €). Die Auktionsplattform hat mir folgende Mail geschrieben: Es ist zu beachten dass bei gewerblichen Anbietern das 14 tägige Rückgaberecht besteht. Es wird der reine Kommissionssatz berechnet, jedoch keine MwSt. Für Privatanbieter wird auf den Auktionsservice (Kommission) die MwSt. gerechnet.

Was bleibt mir nun noch an Geld wenn ich alles bezahlt habe an Steuern? Mein Hebesatz ist übrigens 415. Und kann ich ebay oder Catawiki oder ähnliche Plattformen als Ausgaben wegrechnen? Wie mache ich das mit dem Freibetrag von 25.000 €? Ich kapier einfach die Rechnung nicht und kann nicht ausrechnen was mir netto bleiben würde. Erklärt mir bitte jemand den Rechnungsweg? Habe bisher noch keinen Umsatz gemacht, wäre sozusagen ein einmaliges Geschäft. Wäre echt super nett wenn mir jemand helfen könnte.

PS. Bitte keine Kommentare wie... Warum ich ebay nutze oder Zeug das mich nicht weiter bringt! Bin echt hier weil ich verzweifelt nach jemandem suche der mir wirklich helfen kann. Und das veredelte Holz gilt natürlich nur als Beispiel :-)

Lieben Dank schonmal für eure Mühe.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 20

Natürlich kann man theoretisch die Lasten auf ein Geschäft runterbrechen, aber Einkommen und Gewerbesteuer sind Jahressteuern und werden immer für das abgelaufene Jahr erklärt und festgesetzt.

DAs Beispiel ist schon sehr aussergewöhnlich. Ein Stück Holz für 285.000,-, auch wenn es veredelt ist, erscheint mir schon sehr selten.

Die Provision dürfte eigentlich nur auf den Nettobetrag gerechnet werden, also auf die 239.495,80 Euro. Das bei gewerblichen Anbietern keine Steuer berechnet wird, liegt wohl daran, dass es eine ausländische Plattform ist.

Deine Ausgaben von 200.000,- bestehen ja aus 168.067,23 netto udn somit 31.932,77 Umsatz-/Vorsteuer. Somit bleiben erstmal 71.428,57 Rohgewinn.

Davon geht die Provision der Plattform runter und die übrigen Kosten (Transportkosten, Telefon, Internet, Reisekosten usw.), weil ja so ein Geschäft nicht ohne erhebliche Vorbereitungen laufen kann.

Wenn wir mal von 10 % Kosten für die Plattform vom Netto ausgehen, wären das ca. 24.000,-.

Damit kann der Gewinn höchstens 47.000,- Euro sein.

Wenn es wirklich nur ein Geschäft im ganzen Jahr wäre, würden dort die 24.500,- Freibetrag für die Gewerbesteuer runter gehen. Gewerbeertrag 22.500,- * 3,5 % = Gewerbesteuermesszahl 787 * Hebesatz 415 % = 3.268,- Gewerbesteuer.

Der Gewinn unterliegt ja (zusammen mit den anderen Einkünften) der Einkommensteuer. Wegen der fehlenden anderen Einkünfte kann man zur Höche der Einkommensteuer nichts sagen. Aber wegen der Höhe von 47.000,- sollte man schon von ca. 18.000,- ausgehen, darauf wird aber ein teil der Gewerbesteuer i.H.v. 2990,- angerechnet, also bleiben ca. 14.000,-.

Alles mit dem Vorbehalt, dass mir dieses Holzgeschäft etwas seltsam erscheint udn Hintergründe wie normale Einkünfte nicht genannt sind.

Antwort
von Geochelone, 16

Du musst in deinem Kopf erst einmal die verschiedenen Steuerarten trennen !

Die Höhe der Einkommensteuer kann dir keiner sagen, weil die sich ja nach der Summe deiner Einkünfte richtet.

Gewerbesteuer ist ganz einfach. Die wird erst auf deine Gewinne erhoben, die 24.500 € übersteigen.

Mit der MwSt ist das so, dass du sie bei all deinen Ausgaben (Herstellungs- und Vertriebskosten) bezahlst. Das ist die Vorsteuer, die du später von der (vom Endkunden) eingenommenen MwSt abziehen kannst. Nur die die Vorsteuer übersteigende MwSt musst du ans FA abführen.

Antwort
von bolschek, 27

Ich würde bei solchen Problemen einen Steuerberater kontaktieren. Die regeln soetwas für einen und man muss sich darüber keinen Kopf machen.

Kommentar von LoveRuhrpott ,

So sehe ich das auch.jedoch bei der Wahl des Steuerberaters müsste man schauen.

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