Frage von Wellmom, 103

Wieviele Stunden sind "Schulpflicht"?

Es geht um ein ein Kind - ja, um MEIN Kind - das schon ungewöhnlich früh, nämlich mit 3 Jahren, deutliche Tourette-Symptome hatte und für seine vokalen und motorischen Tics von mehreren Betreuern hart bestraft worden ist und dadurch noch weitere Probleme entwickelt hat. Das Kind ist jetzt 7 Jahre alt und in der 2. Klasse. Der Kindergarten hat meinen Sohn als hochgefährlich eingestuft (weil er Geräusche und Körperbewegungen macht, die bedrohlich wirken und schon viele Kinder in Angst versetzt haben), die erste Schule hat sich an dieser Einschätzung orientiert und ihn 10 Tage nach der Einschulung isoliert, sprich: Einzelunterricht. Es wurde vonseiten der Schule verlangt, dass er, möglichst gemeinsam mit mir, für einige Monate in stationäre Psychiatrie gehen sollte, um ihn überhaupt schulfähig zu machen. Als die Einzellehrerin im Frühsommer in Reha ging, wurde er sogar bis zu den Sommerferien von der Schulpflicht befreit. Diese Zeit habe ich genutzt, um ihn zur Probe auf eine heilpädagogische (Privat-)Schule gehen zu lassen, wo seine Besonderheiten keine große Herausforderung zu sein schienen. Da ich finanziell nicht in der Lage bin, einen Fahrdienst zu dieser doch sehr weit entfernten Schule zu ermöglichen, musste ich mich der Entscheidung der Schulbehörde, eine Regelschule in erreichbarer Nähe zu akzeptieren, beugen. Dort wurde sogar eine Persönliche Assistenz bewilligt.

Die neue Schule war von Anfang an über die seit vergangenem Sommer feststehende Diagnose "Tourette-Syndrom" informiert, und auch über die bestehenden Trauma-Folgen (dass er körperliche Disziplinierung nicht erträgt und unbedingt darauf vertrauen können muss, dass er nicht hart angefasst wird)

Die ersten Wochen an der neuen Schule verliefen überraschend positiv. Dann kam es zu "Vorfällen", und der als Vertrauensperson und Beschützer empfundene Assistent wendete Gewalt an. Seitdem eskalieren viele Situationen, man macht es meinem Sohn zum Vorwurf, dass er den Assistenten nicht als Autoritätsperson akzeptiert.

So viel zur Vorgeschichte. Meine eigentliche Frage bezieht sich auf das, was die Schule tut. Obwohl der Assistent für 25 Stunden pro Woche bezahlt wird und mein Sohn bisher nie mehr als 18 Schulstunden pro Woche dort war, scheint er während der "Vorfälle" nie zugegen zu sein und auch bei Anwesenheit nicht einzugreifen. Sobald sich Assistent und Lehrer überfordert fühlen, werde ich angerufen, um meinen Sohn abzuholen. Mir wurde auch gesagt, wenn er das Schulgelände verlässt, endet die Aufsichtspflicht der Schule, ich müsste mein Kind dann selbst "einfangen".

Die Schilderungen seitens der Schule erscheinen mir oft derart lächerlich, dass ich mich frage, ob dort auch Erwachsene arbeiten. Menschen ohne pädagogische Ausbildung hatten mit meinem Kind bisher nie solche Probleme.

wieviele Schulstunden pro Woche sind eigentlich nötig, um die Schulpflicht zu erfüllen? Ich hab das Gefühl, die Schule verweigert uns die Erfüllung.

Antwort
von Dani1503, 37

Leider kann ich deine Frage nicht beantworten, aber du schreibst etwas Anderes, Wichtiges. Da gibt es eine Schule, an der dein Kind klar gekommen ist. Dann sollte dein Kind dort auch weiterhin gehen. Entweder ihr zieht als Familie um oder du findest eine Familie, wo er als Gastkind unter der Woche leben kann. Die Finanzierung ist auch mit Crowdfunding möglich. Viele private Schulen sehen sich als Solidargemeinschaft. Ich wünsche dir Glück, dass du für dein sehr besonderes Kind einen Ort findest, an dem das beste aus ihm heraus geholt werden kann.

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