Frage von Mausemimi11, 150

Wieviele Longenstunden angemessen?

Halli-Hallo, Ich reite jetzt noch nicht so lange und hatte aber nur 3 Longenstunden und in der 2. schon die Zügel. Ist das zu wenig? Weil ich muss schon sagen, ich stelle mich schon gut an. Meine Freundin reitet seit September an der Longe, letztens ist es ihre 25. Longenstunden gewesen. Ist das nicht ein bisschen viel? Sie hatte erst in der 15. Stunde die Zügel und sie stellt sich auch nicht so gut an.

Aber meint ihr, der Reiterhof will nur mehr Geld damit verdienen? Weil, ich reite irgendwoanders als sie.

Diese Woche hat sie sogar einen Reitkurs! Bei dem sie lernt, wie man Sattelt und trennst usw.

Und danach wechselt sie zu mir, allerdings meint sie, sie dürfte dann Leon(das Longenpferd) schon bei ihrer Probestunde satteln aber das lässt meine Reitlehrerin niemals zu, weil Leon ist auch schon alt. Wie viele Longenstunden genügen denn jetzt ? 25 oder 3-5?

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 92

ich sags mal so: Die Reiter der Wiener Hofreitschule sind 3 Jahre lang nur an der Longe und machen Sitzschulung. Da sind 25 Longenstunden gar nichts. Wenn die Longenstunden gut gemacht werden und gut auf den Sitz eingegangen wird, dann ist das ein super Reithof wo sie da ist. So viel Zeit nehmen sich die wenigsten Ställe. 

Und warum sollte ein Stall etwas an einer Longenstunde verdienen? In der selben Zeit könnten sie 4 Reiter und mehr gleichzeitig unterrichten und das doppelte und mehr verdienen. An Longenstunden werden die sich wohl kaum eine goldene Nase verdienen. 

Die meisten Reitschüler dürfen nach der 5. Longenstunde in die Abteilung. Dann können sie aber gerade erst so auf dem Pferd sitzen und mit Glück etwas leichttraben. Haben vllt mal 3 Galoppsprünge gesessen. Reiten können sie da nicht mal im entferntesten Sinne. In meinen Augen ist das zu früh, und die Zügel würde ich nicht vor der 10. Longenstunde rausrücken - wenn überhaupt. 

Antwort
von MimiMarron, 79

Also nach der 2. Stunde schon die Zügel in der Hand zu haben, finde ich definitiv viel zu früh. Da hätte ich damals gar nichts mit anfangen können. Selbst wenn ich mich gut angestellt hätte wäre das viel zu früh gewesen.

Bevor man die Zügel in die Hand bekommt, sollte man einen ruhigen Sitz haben, so dass man sich nicht mehr an den Zügeln festhält. Und man sollte auch wissen (und umsetzen können), dass die Zügel nicht zum Lenken da sind. [Habe ich damals auch nicht richtig gelernt (von zügelunabhängigem Sitz und dem richtigen Einsatz von Schenkel- und Gewichtshilfen ganz zu schweigen...), es dann im nachhinein alles noch mal richtig zu lernen, war sehr mühsam]

Und so einen Reitkurs zu haben, wo einem gezeigt wird worauf es beim Satteln, trensen, putzen usw. ankommt, finde ich sehr gut. So etwas lernt man in den meisten Reitställen eigentlich gar nicht mehr. Denn auch bei der Arbeit vom Boden aus, kann man viel von den Pferden lernen :)

Kommentar von Mausemimi11 ,

Das stimmt, mit dem Reitkurs, allerdings überteuert der Hof das da so richtig. Ein Tag Reitkurs kostet 40€ und das ist doch überteuert

Kommentar von MimiMarron ,

Aber auch beim putzen und gerade beim Satteln kann man so viel falsch machen. Wenn der Sattel falsch liegt, kann das dem Pferd höllische Schmerzen bereiten, deshalb ist es gut (und wichtig) das am Anfang mal richtig gezeigt zu bekommen. Daher sind die 40€ schon eine gute Investition :) Natürlich sollte man danach immer noch jemanden haben der mal drüber guckt und einem bei eventuellen Fehlern drauf aufmerksam machen und korrigieren kann.

Kommentar von Viowow ,

wo ist denn ein tag reitkurs mit 40€ bitte überteuert? bei manchen trainern bezahlst du das für ne stunde...

Kommentar von MissDeathMetal ,

billig solls sein... und schnell gehen. Und dann wundert man sich dass die Schulpferde so besch*** gehalten werden. 40€ sind im Reitsport nichts, Peanuts. Kenne Reitlehrer die verlangen für eine Reitstunde 50€, du bekommst für selbiges ein ganzes Tagesseminar. Daran ist überhaupt nichts überteuert, das ist ein normaler Preis. 

Antwort
von moonsky4, 83

Ja das kommt immer auf den Reiter (Talent,...) und den Reitlehrer an.

Ich finde persönlich 3 Longenstunden etwas wenig, da man ja erstmal einen recht guten Grundsitz bekommen sollte und diesen festigen sollte, aber wenn deine Lehrerin so entscheidet, warum nicht? Das können wir hier auf Gf nicht beurteilen,da wir weder dich noch deine Freundin reiten gesehen haben,noch sehen können wie der jeweilige Unterricht bei euch so verläuft ;)

Antwort
von MilleW, 56

Immer anders. In dem ersten Stall bei dem ich war (nicht direkt der erste, aber der erste vor dem dauerhaften reiten, hatte nämlich vorher nur ab und zu Reitstunden was auch 5 Jahre her war) und da gab es keine Longenstunden zum Anfang. Erst im Nachhinein für den Galopp zum dran gewöhnen. Aber kurz bevor ich dort mit dem Galopp anfangen durfte habe ich in einem 2 Stall angegangen. Da hatte ich Ca 3-4 Longenstunden bevor ich alleine reiten durfte. Ich hätte sicher mehr gehabt, aber durch den anderen Stall hatte ich ja schon Erfahrung.
Also wie du siehst habt es jeder anders. Ich persönlich wünschte ich hätte mehr Longenstunden gehabt. Auch wenn ich mit meinem Sitz nämlich überaus zufrieden bin, möchte ich eine Sitzschulung machen da man sicher viel an meinem Sitz machen kann.
LG MilleW :)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 26

Es stehen völlig unterschiedliche Konzepte dahinter. 

Geldmachwrei sind viele Longenstunden jedenfalls gewiss nicht!

Mein Sohn hätte nach der 3. Stunde aufgehört, wenn er nicht das Erfolgserlebnis gehabt hätte, sein ( absolut zuverlässiges, altes Schulpferd!) wenigstens im Schritt mal selbstständig lenken zu dürfen. Allein in der Halle, und eben nur im Schritt! Zum traben und galoppieren kam er erst mal wieder an die Longe....

Da spielen so viele Dinge eine Rolle, dass man aus der Ferne kein allgemeines Urteil abgeben kann. 

Ich finde, wie oben andere schon sagten, es ist gut für Reiter,  viele Longenstunden  zu bekommen und für den Reitbetrieb  eher ein Opfer.

Aber ich bin ganz zuversichtlich, dass Du auch ohne " ein Supertalent im Sattel" zu sein, auch bei einem anderen Konzept gut aufgehoben sein kannst.

Um eine Reitschule auszusuchen, schaue ich zum Beispiel:

1)Wie oft fallen Leite runter? ( kann immer mal passieren, aber wenn in jeder Reitstunde einer runter fällt, heut das von wenig Verantwortung den Schülern gegenüber)

2)wie stehen die Pferde da? ( Satteldruck kann auch mal vorkommen, aber wenn von 10 Pferden 8 große weiße Flecken auf dem Rücken haben, zeugt das von ewig Vérantwortung den Pferden gegenüber)

3) wie lange reiten die Leute da und wie alt werden die Schulpferde? ( wenn da Leute sich schon 10 Jahre Wohlfühlen und die Pferde zum Teil eben so lange ihren Dienst tuen, kann man davon ausgehen, dass es dort Mensch und Pferd gut geht.)

Antwort
von MontyReiter, 55

Jede Reitschule handhabt das ein wenig anders.
In einer guten Reitschule hat du 10+x Longenstunden und keine Zügel in der Hand. Sondern erst wenn du einen zügelunabhängigen Sitz hast.
In einer weniger guten Reitschule (wie leider meine erste) hast du bereits in der ersten Stunde die Zügel in der Hand. Nach 5 Longenstunden darf man dann in der  Abteilung mitreiten. Lernfaktor eigentlich gleich null.

Antwort
von Tinker2000, 25

Also ich war die ersten 2 ein halb Jahre nur an der Longe. Nach 2 Monaten hab ich Steigbügel bekommen und nach 5 Monaten die Zügel. Diese Zeit an der Longe war das Beste was ich je gemacht habe. Ich kann diese lange Zeit an der Longe nur weiterempfehlen!

Antwort
von Hilaris, 23

Also bei uns im Stall sind einige Reiter auch schon Ewigkeiten an der Longe. Ich war nach ca. 4 Monaten nicht mehr an der Longe. Man muss dazu sagen, dass ich auch leider nur alle zwei Wochen geritten bin.

Antwort
von cloudidiot, 1

Ich denke, dass eine sehr lange Zeit an der Longe das Beste ist was es gibt. Je länger desto besser. Ich würde jetzt im Nachhinein fast alles dafür geben das erste Jahr an der Longe gewesen zu sein.

Ich war ab der ersten Reitstunde nicht an der Longe, hatte Zügel und Steigbügel und bin schon in der zweiten Stunde vollkommen alleine geritten. In der vierten oder fünften Stunde bin ich schon galoppiert.

Und eins kann ich sagen:

Ich versuche nach sieben Jahren Reitunterricht jetzt seit einem Jahr die ganzen Sitzfehler und so rauszubekommen und es ist ein sehr mühseliger Weg!

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