Frage von FrauFriedlinde, 163

Wieviele haben nach der Familiengründung wohl gemerkt, das es doch nicht so toll ist?

Viele von meinen alten, langen Freunden haben mich damals schon etwas neidisch gemacht. Haus bauen, Kinder usw. Das wollte ich auch, war oft traurig. Heute so 15?Jahre später ziehe ich oft Bilanz. Wer ist eigentlich glücklicher? Ich mit meinen Reisen, ohne finanzielle Belastungen und alle Freiräume bezüglich Hobby und eigenen Individualität, ebenso erfüllenden Sex durch FreundschaftPlus Beziehungen, jedoch oft schmerzliches Bewusstsein der fehlenden Bindung in meinen Leben. Oder die anderen mit drückender Schuldenlast aufs Haus, fremdgehende Ehemänner, pubertierende Kinder und nicht enden wollende Routine, dafür aber eine sichere Bindung ( oft aber auch nur mehr Schein als sein wie ich denke). In meiner Straße zB sind nur Familien um die 40-45, Kinder so 12-16.  Die wirken alle glücklich. Aber wenn ich abends durch die stillen Straßen mit den Hunden spazieren gehe höre ich es hinter den Gardinen brutal streiten. Wie sieht es wirklich aus? Ich versuche nur zu verstehen  

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von Lycaa, 75

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden. Es gibt nicht das Patentrezept. Und kein Leben läuft geradlinig positiv.

Du hast Dir wahrscheinlich bewusst nur ein paar Negativaspekte einer Beziehung rausgesucht und ich kann nur für mich sprechen:

Unsere Schuldenlast drückt nicht. Weder mein Mann noch ich gehen fremd. Die Kinder fordern uns zwar selbstverständlich mitunter sehr, geben im Gegenzug unglaublich viel zurück. Wenn wir eine Meinungsverschiedenheit haben, ist das bestimmt nicht in der Nachbarschaft zu hören.

Der finanzielle Vorteil, den man ohne Kinder hat, Fernreisen oder wechselnde unverbindliche "Freundschaften+" reizen mich nicht.

Fazit: Ich bin glücklich da, wo ich bin.

Antwort
von Rockige, 36

Das kann man nicht so auf einen Nenner bringen.

Die einen sind ungebunden und kinderlos auf Dauer glücklich, die anderen merken irgendwann das sie "eine Chance verpasst" haben. 

Die einen sind auch nach zig Jahren von Entscheidung für Kind und Familiengründung überzeugt. Die anderen fangen nach ein paar Jahren (irgendwann) an zu zweifeln und stellen alles in Frage, kratzen unter Umständen die Kurve  - um dann zu merken das das die Jugend auch nicht wiederbringt.

Ich denke es bleibt in der Waage, es gibt da kein "die einen mehr - die anderen weniger".

Antwort
von grossbaer, 79

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen allein zu sein. Der Mensch ist ein soziales Wesen und hat viele emotionale Bedürfnisse. Er braucht Liebe, Lob, Anerkennung, Respekt, Zärtlichkeit, Geborgenheit usw. Das kann er sich, für eine kurze Zeit, zu einem gewissen Teil auf anderem Wege als durch eine Partnerschaft holen. Doch das Problem ist, das diesen "Ersatzbefriedigungen" die Tiefe fehlt. Nichts kann eine wirklich tief erlebte und empfundene Liebe ersetzen.

Im Grunde hast du es nicht besser als die Familien von denen du geschrieben hast. Du hast keine Beziehung und somit fehlt dir, wie du ja geschrieben hast, die Bindung an einen Menschen. Die Familien haben zwar jemanden, aber sie haben nur eine Beziehung, sie leben sie aber nicht. Viele lassen sich durch Haus, Arbeit, Kinder, Alltag ablenken und vernachlässigen dabei ihre Beziehung. Die Folgen siehst du ja, Streit, Fremdgehen usw. Da wird im Grunde nur die äußere Fassade aufrecht erhalten und hinter der Fassade ist das heulende Elend.

Eine Beziehung erfordert Aufmerksamkeit und viel Arbeit und Mühe. Das ist kein Selbstläufer. Auch nach 10, 15 Jahren nicht. Man muss jeden Tag etwas für die Beziehung tun.

Um also deine Frage zu beantworten: Meiner Meinung nach seid ihr beide nicht glücklich. Du nicht und die Familien auch nicht.

Antwort
von Ostsee1982, 18

Ich bin 33. Aus meiner ehemaligen Klasse von 30 Schülern sind 5 geschieden, 4 "glücklich" verheiratet (sofern man das beurteilen- und dem Gesagten immer Glauben schenken kann), ein Todesfall und der Rest besteht aus Singlen und das, soweit ich weiß, kein unglücklichen. Man braucht nicht zwingend Ehe, Haus, Kinder und einen Golden Retriever und alle Probleme die es mit sich bringt, um glücklich zu sein. Lob, Anerkennung, Liebe bekommt man auch durch ein gesundes soziales Umfeld aus Eltern, Verwandten, Freunden etc.  Ich denke das hängt auch davon ab wie hoh das eigene Sicherheitsbedürfnis ist. Die einen werfen sich von einer Beziehung in die nächste und können nicht alleine sein, andere sind mit ihrem Singleleben sehr glücklich, manche sind auch mit Isolation glücklich. Jeder soll sich sein Leben so gestalten wie er es für richtig hält. Ich selbst habe keine Kinder, bin verheiratet, wobei ich sagen muss, das uns beiden ein hohes Maß an Autonomie in der Beziehung wichtig ist.

Und eines sei gesagt: Nur weil Familien nach außen hin glücklich aussehen hat das überhaupt nichts auszusagen wie es in den 4 Wänden tatsächlich aussieht. Es wird nicht bald jede 2. Ehe geschieden weil alles so zufrieden und glücklich ist.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Danke! Das spiegelt auch meine Erfahrungen wieder

Antwort
von Rosalielife, 48

Jede getroffene Entscheidung hat auch zur Folge,dass man plötzlich innehält und sich betrachtet und vorstellt, was wäre wenn ich den anderen Weg gegangen wäre? Was hätte ich ändern können, wie heute leben, wäre ich damit glücklicher, reicher, anerkannter?

diesen Zustand muss jeder durchmachen, irgendwann kommt diese Rückschau, und du solltest dich ihr stellen.

Du kannst andere Menschen und ihre Lebensbedingungen nicht von außen wirklich beurteilen. Sie strahlen nach außen Sonne aus, während es auch die internen Kämpfe gibt. Auch sie hadern mit sich, und stellen ihr Leben in Frage. Kinder zehren an den Nerven, werfen Fragen auf, brauchen und kosten und geben doch gleichzeitig Zukunft und Wärme, spaß und eine lebenslange Aufgabe für die Eltern.

Du hast das andere gewählt, die Unabhängigkeit, die Freiheit, um die dich wiederum viele beneiden werden. Genieße das weiterhin oder ändere dich, du solltest hinter dem stehen, was du tust.

Es ist eine Illusion, zu glauben, dass man immer glücklich und zufrieden mit sich leben darf. die schwarzen Zeiten kommen und bringen unruhe mit sich, Kummer, und die Frage nach dem Sinn des eigenen Daseins. Damit stehst du nicht allein da.

Antwort
von AJuergen, 18

Hallo FraufFriedlinde  . Deine Frage stelle ich mir oft in umgekehrter Reihenfolge . Wie wäre es gewesen wenn ich  auf Familie usw  verzichtet hätte . Viele aus unserem Bekannten Kreis sind mittlerweile Geschieden Getrennt lebend , sie haben es nicht geschafft den Alltag gemeinsam und mit Kinder zu bewältigen. Andere sind Junggesellen geblieben. Aber sind die alle auch Glücklicher geworden als ich ?  

Kinder ,Familie alles das raubt einem manchmal die letzten Nerven, wie man so schön sagt, aber letzt endlich weiß ich das ich es immer wieder so machen würde . 

Ich will damit sagen , stellen wir uns nicht immer dann diese Frage wenn es mal nicht so gut läuft, wir Unglücklich sind? Ich denke du hast für dich die richtige Entscheidung damals getroffen . Stelle dir mal vor wie es für dich gewesen wäre wenn du ein Leben lang Fernweh und Freiheit unter drückt
hättest , ich glaube irgendwann wärst du dann aus der Familie geflüchtet.

Frage dich einfach was im Moment nicht so gut für dich läuft , was vermisst du ? Es gibt immer eine Lösung , wenn mann weiß was einem Fehlt  .

Schau nach vorne und nicht zurück , die Antwort liegt immer in der Zukunft .
Nicht in der Vergangenheit . Die ist weg und kommt nicht wieder , die Zukunft aber , die kommt erst , die kannst du noch mitbestimmen .  

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen zu Verstehen .

Antwort
von windsbraut0307, 69

Ich würde sagen, alles hat so seine Licht- aber auch Schattenseiten. Natürlich ist es schön, ein Haus zu haben, die Kinder aufwachsen zu sehen usw. aber es ist auch nicht immer leicht. Genauso ist es doch, wenn man sich für einen anderen Weg entschieden hat. Glück ist das, was jeder individuell aus seiner Lebenssituation macht und nicht abhängig von äußeren Umständen, sie Kinder, Haus, Karriere usw. Glück nimmt seinen Anfang in uns, nicht um uns herum.

Antwort
von Kapodaster, 40

Warum das eine gegen das andere aufwerten?

Ist doch klar, dass das Familienleben mit Eigenheim im Alltag nicht so abläuft wie in der Bauspar-Reklame. Da es trotzdem bei vielen noch als "normal" gilt, rutschen dort auch Leute rein, die damit eigentlich nicht zufrieden sind.

Aberwas bedeutet das für Dein Leben? Herzlich wenig, denn es geht doch nicht darum, Dich mit anderen zu vergleichen, sondern aus Deinem Leben mit Deinen Wünschen, Voraussetzungen und Fähigkeiten das Beste zu machen.

Antwort
von DODOsBACK, 38

Klingt für mich nach Midlife-Crisis. Bisher konntest du die wirkliche, ultimative Entscheidung immer vor dir herschieben, aber mittlerweile tickt wohl die biologische Uhr und "irgendwann vielleicht" ist (bald) keine Alternative mehr...

So geht es übrigens (fast) jedem in dem Alter - auch die "glücklich verheirateten" Paare spielen jetzt "was wäre, wenn...". Weil sie merken, dass sie all das, was sie auf "nach den Kindern" verschoben haben, nicht mehr als "junge" Menschen nachholen können.

Hör auf, das Leben deiner Mitmenschen zu analysieren und kümmere dich um dein eigenes! Akzeptiere deine früheren Entscheidungen und mach das Beste aus den Konsequenzen. Konzentriere dich auf das, was an DEINEM Leben toll ist, statt das deiner Nachbarn mit deiner "Fehlersuche" zu entwerten!

Wenn dir Zweifel kommen - hör dir "My way" an, mach deinen Frieden mit der Vergangenheit und freu dich, dass du noch vieles vor dir hast! Für feste Beziehungen, eigene Häuser oder die Parzelle im Kleingartenverein gibt es keine Alrtersgrenze! Wenn dir also danach ist - probier das "Spießerleben" doch einfach mal aus...

Antwort
von eostre, 15

Ich kann nur von meinem Umfeld schließen, da sind die Paare deutlich glücklicher und die Singles reden sich ihr allein sein oft schön.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Und ich kenne gar keine glücklichen Paare, jedenfalls keine von denen, die über 10 Jahre zusammen sind

Kommentar von eostre ,

Das ist schon seltsam. Sagen sie selbst sie sind nicht glücklich oder schließt du es?

Antwort
von anna77maria2002, 53

Also nicht das streiten ,aber so Famile allgemein

Antwort
von Zumverzweifeln, 40

Es gibt auch genügend Familien die ohne erdrückende Schuldenlast mit Kindern glücklich leben.

Antwort
von anna77maria2002, 46

Ist normal das man sich streitet.Aber ja es ist schon schön :)

Antwort
von liltramp, 45

Alles eine Frage der Einstellung und Bedürfnisse aber zum Teil auch noch bei vielen, denke ich, eine Frage des gesellschaftlichen Drucks, alte Tradition etc. Familie gründen, Haus, Hund etc. wird von vielen noch erwartet und dem kommen sie nach. Eben um auch Erklärungen "warum will man das nicht", "warum keine Kinder", "Egoist" und so weiter aus dem Weg zu gehen. Letztenendes ist der glücklicher, der sein Leben so lebt wie er möchte und nicht "weil man das so macht".

Antwort
von loje5, 44

Ich denke das kann man nicht pauschalisieren. Du hast ja schon richtig die Vor- und Nachteile genannt. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community