Frage von waermebildcam, 74

Wieviele Bäume fällt die Schule - Und was haltet ihr davon?

Damit beziehe ich mich auf die Blätter. Bekanntlicherweiße ist ein "Bestandteil" von (Aufgaben-) Blätter (weiße Blätter) Holz. Dieses Holz stammt vom Wald, normalerweise, und deshalb muss reinpraktisch die Schule ja auch mitbeteiligt sein, an der Urwaldrodung, etc.

Als Beispiel: Am Tag bekomme ich als einzelner Schüler rund 5 bis 10 Blätter. Mal mehr, selten weniger. Auf ca. 30 Schüler x 6 Parallelklassen x 7 Klassenstufen. Stimmt diese Gleichung? Nun müsste man noch wissen was ein Blatt an Holz "verbraucht".

Würde mich um Antworten diesbezüglich freuen.


Ebenfalls interessiert mich: Was haltet ihr davon? Sollte man wie es schon manche Schulen machen sollen auf Tablet umschalten und weniger Blätter nutzen? Ist es euch egal? Findet ihr man sollte es reduzieren? Soll es sogar so bleiben, weswegen auch immer?

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von Purphoros, 31

ein durchschnittlicher Kiefernstam ergibt ca 80.000 Blätter A4. Auch Altpapier besteht zu ca 30% aus neuen Fasern, und wird zu selten verwendet.

Mir fehlen leider gute Schätzungen zum Jahrespapierverbrauch eines Schülers. Der kann immerhin auch ganz gewaltig schwanken: An manchen Schulen kriegt man kaum einen großen Ordner voll, an anderen reichen drei davon kaum aus. Besonders in Berufsschulen wird oft sehr viel mehr ausgeteilt.

Der Umstieg auf Tablets wäre auf lange Sicht möglicherweise Umweltfreundlicher, falls die Tablets lang genug halten. Die sind ja in der Herstellung auch eine gewisse Belastung für die Umwelt.

Möglich wären auch Konzepte wie das Promethean (http://www1.prometheanworld.com/de/german/education/products/interactive-table/) oder die Verteilung von digitalen Arbeitsblättern für die Nutzung auf eigenen Geräten.

Ich bin mir aber sicher, dass über kurz oder lang Papier aus Schulen verbannt werden wird.

Kommentar von Purphoros ,

Mit einem "durchschnittlichen Kiefernstamm" wollte ich übrigens nicht implizieren, dass ganze Stämme in den Schredder geschoben werden.
Dafür wird Verschnitt verwendet, also... ach je... schätze mal... vielleicht 10-15% des geernteten Holzes ohnehin gefällter Bäume.

Allerdings können Holzabfälle auch anderweitig verwendet werden, sind also trotzdem eine wertvolle Resource. Beispiele wären Wärmedämmung, Pilzzucht, Als Tierstreu...
Hm, ich such mal was dazu.

Gefunden: http://www.holzfragen.de/seiten/verwertung\_holzspaene.html

Antwort
von DerTroll, 28

Man lernt besser auf Papier, da schreibt man mit, kann es blättern und Ergänzungen einfügen, man kann selber entscheiden, was man unterstreicht oder sich farblich hervorhebt. Das kann man zwar auch am Tablet, aberder Lerneffekt ist auf Papier besser. Um mich weiterzubilden studiere ich ja jetzt auch. Die Dozenten laden gerne ihre Unterlagen hoch. Ich gehöre zu denjenigen, die sich die gern ausdrucken und dann dort während der Vorlesung meine makierungen machen und da Notizen einfügen. Und auch so auf einem Block meine mitschriften führe. Papier wird ja zum Großteil aus Altpapier hergestellt und auch irgendwann wieder dem Altpapier zugefügt. Es ist jetzt kein massenhaftes Baumabholzen, was dadurch verursacht wird. Und was die Schulbücher angeht, die nutzen ja Schüler in mehreren Jahrgängen. Das ist doch sinnvoller, als wenn jeder Schüler sich das jedes Jahr auf neue runterladen muß. Das verbraucht doch auch Strom usw.

Antwort
von acabgt, 18

Die Überlegung mit der Urwaldabholzung ist zunächst abwegig, wie andere hier schon erwähnten. Insbesondere, wenn Recyclingpapier benutzt wird. Reyclingpapier habe ich allerdings nur in ausreichendem Maß, wenn ich vorher "neues" Papier verschwendet habe.

Wenn man allerdings das Märchen vom nachwachsenden Rohstoff zitiert, ist das auch etwas problematisch, denn das ist eine Erfindung der Industrie.

Das Kernproblem des nachwachsenden Rohstoffs ist der Flächenverbrauch. Auch Waldflächen, die ich abholze zur Holznutzung sind der Natur entzogende menschliche Nutzflächen. Wir machen uns hier in Europa sorgenvolle Gedanken über die Urwälder. Unsere Zivilisation hat aber in Deutschland und Europa fast den gesamten ursprünglich existierenden Urwald abgeholzt. Es gibt in Westeuropa vielleicht noch ein paar Fleckchen, die man noch als solche bezeichnen könnte. Ich halte sinnlosen Holzverbrauch für Papier für hochproblematisch.

Es gibt bei Papier auch noch ein Problem mit Wasser und Energieeinsatz in der Produktion. 

Texte über ein Tablet zu vervielfältigen ist bei fortschreitender Technik in der Energie- und Umweltbilanz wahrscheinlich besser. Hier muss man natülrich sehr genau hinschauen.

Kommentar von Rngnrn ,

Das kommt aber auch auf die Region an; im Saarland bspw. gibt es immer noch sehr große bewaldete Flächen - genaugenommen gibt es in der Umgebung, in welcher ich lebe, neben Siedlungsfläche fast ausschließlich Wald.  Dieser Wald ist, wie Du angemerkt hast, sicher kein echter "Urwald" aber dennoch deswegen nicht weniger Waldgebiet und Lebensraum verschiedenster Arten. 

Die Epoche des Schwindens der Wälder Europas ist sicherlich nicht in den letzten Jahrhunderten zu suchen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://img.zeit.de/wissen/umwelt/2011-11/b...

Kommentar von acabgt ,

Ich muss mich korrigieren: Leider kann man davon ausgehen, dass das Papier, was für Schulhefte gebraucht wird, sehr wohl auch aus Regenwaldregionen stammt. Wie funktioniert das? Regenwaldgebiete werden gerodet, und schnell nachwachsende Eukalyptusplantagen werden dort angelegt. Diese liefern dann den Zellstoff für unsere Papierherstellung.

Antwort
von Lexa1, 29

Im Vorfeld nur eins. Deine Blätter haben nicht mit der Urwaldrodung zu tun oder Regenwaldabholzung.

Heute wird für dieses Papier einheimische Holzabfälle und Sägewerkreste für die Zellulose verwendet. Außerdem noch Recyclingpapier.

Ich könnte dir jetzt einen Vortrag über Papierherstellung halten, ist mir aber zu aufwändig. Dazu findest du viele Infos im Netz.


Antwort
von Rngnrn, 21

Ich kann dir diese Seiten empfehlen (ja auch Wikipedia):

https://de.wikipedia.org/wiki/Papierindustrie

http://www.wellpappe-wissen.de/wissen/papier/papierherstellung/rohstoff-holz.htm...

https://de.wikipedia.org/wiki/Papier#Umweltaspekte_und_Recycling

Ich halte wenig von der extremen Digitalisierung unserer Zeit - kein digitales Buch kann für mich eines aus Holz ersetzen, das fühlt sich einfach anders an. Ebenso ist Papier unerreicht gut dafür geeignet, sich Dinge zu notieren und nach Gutdünken aufzuschreiben. 

Antwort
von dietar, 8

Die Alternative, der Tablet ist auch keine Lösung, da ein Teil der Rohstoffe aus Afrika stammt und dort mit Sklavenarbeit  (Ja, das ist Fakt!) gewonnen wird. Die ganze Handyritis gäbe es nicht, ohne die Sklaven in den Minen der seltenen Erden. Wir sollten uns eigentlich schämem, so ein Ding überhaupt in die Hand zu nehmen.

Antwort
von BrexitistSuper, 33

ja, sollte  so bleiben, holz ist ein nachwachsender rohstoff

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