Frage von marssaturn, 24

Wieviele Ah sollte man von einer intakten 65 Ah 12V Blei Gel Batterie bekommen, bevor sie tiefentladen ist bzw. wann sollte ich sie ersetzen?

Antwort
von Parhalia, 22

Für die Überwachung des Ladestandes ist vor allem die Spannung der definierende Faktor. Bei einem 12 V Blei-Säureakku sollte sie nicht unter etwa 10,8 Volt fallen um Schäden zu vermeiden.

Bei einem fabrikneuen und voll aufgeladenen Bleiakku sollten sich somit in etwa 80-90 % der angegebenen Nenn-Kapazität auch vor der Grenze zur Tiefentladung nutzen lassen.

Wenn diese nutzbare Kapazität durch Alterung auf unter etwa 40-50% der Nennkapazität abfällt, so sollte man langsam über einen Austausch nachdenken. Insbesondere im Kraftfahrzeug, da hier im Winter niedrige Temperaturen die Kapazität und Stromleistung eines solchen Akkus zusätzlich schwächen.

Kommentar von marssaturn ,

Vielen Dank - gute, ausführliche Antwort. In Foren habe ich gelesen, dass so 50% nutzbare Kapazität für eine Blei-(Gel) als Daumenwert taugt. Ich las auch Beiträge, wo Leute von 40% aus einer nagelneuen Batterie berichten und dann gibt es Antworten, die das bestätigen aber natürlich legt sich keiner richtig fest ;-) 80-90% erscheint mir sehr viel - das sind doch eher Werte für Lithium-Batterien oder?  

Kommentar von Parhalia ,

Eine eindeutige Festlegung ist hier in der Tat nicht ganz so einfach, da es bei einem fabrikneuen und voll aufgeladenen Bleiakku dann noch auf folgende Kriterien zur Leistungsfähigkeit ankommt :

 - die grundlegende Qualität und reale Lagerungsdauer im Geschäft ab Herstellung und Vorbefüllung des Akkus. Manche Akkuhersteller mogeln hier bzgl. der Kapazitätsangaben und / oder manche Akkus liegen schon Monate oder Jahre vorgefüllt und teilentladen in den Regalen von Händlern.

 - Die Höhe der mittleren Stromentnahme im Vergleich zur Nenn-Kapazität. Hochstromentnahmen insbesondere häufiger Art lassen den Akku schneller altern.

 - die ( Betriebs-) Temperatur ist ein wichtiges Kriterium. Bei strengen Minusgraden kann so ein Akku auch mal bis zu 50+ % der Nennkapazität und Stromleistung in derart kaltem Zustand einbüssen, da Kälte die (  elektro ) chemische Reaktivität hemmt.

Deswegen ist grob über den Daumen der Spannungswert von ~ 10,8 Volt eines der besten Kriterien für einen 12 V-Akku als Untergrenze zum beginnenden Zustand einer Tiefentladung anzusehen.

Bei qualitativ guten und nicht im Verkauf zu lange gelagerten ( Blei-) Akkus können somit bis zur Spannungsschwelle bis min. 10,8 Volt bei geringem ( kontinuierlichem )  Entladestrom > 1/10 - 1/20 der Nennkapazität durchaus etwa 80-90% der Nennkapazität nutzbar sein.

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